In dieser Arbeit wird versucht einen Kriterienkatalog aufzustellen um vorauszusehen unter welchen Bedingungen sich die deutsche Bundeswehr an out-of-area-Einsätzen beteiligt. Als Fallbespiele werden Mittelmeer 1987, Kosovo 1999 und Irak 2003 hernagezogen.
Es soll damit herausgefunden werden ob es im Berech der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik einen signifikanten Unterschied vor und nach der Wende gab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kriterienkatalog
3. Fallstudien
3.1 Mittelmeer 1987
3.2 Kosovo 1999
3.3 Irak 2003
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bedingungen für die Beteiligung Deutschlands an militärischen Auslandseinsätzen unter der zentralen Forschungsfrage, ob Kontinuität oder ein Wandel in der deutschen Sicherheitspolitik nach der Wiedervereinigung festzustellen ist und wie sich Deutschland dabei als Machtstaat oder Zivilmacht positioniert.
- Analyse der historischen Entwicklung deutscher Sicherheitspolitik seit 1987.
- Vergleichende Fallstudien (Mittelmeer 1987, Kosovo 1999, Irak 2003).
- Untersuchung der Rolle innen- und außenpolitischer Entscheidungskriterien.
- Bewertung der deutschen Außenpolitik im Kontext von Zivilmacht und internationaler Verantwortung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Irak 2003
Am 20. März 2003 begann die Invasion im Irak. Unter Führung der USA griffen Großbritannien und die so genannte Koalition der Willigen den Irak ohne eine offizielle Kriegserklärung an. Es handelte sich hierbei um einen Präventivkrieg, der aufgrund des Verdachts von Massenvernichtungswaffen im Irak geführt wurde. Das gesetzte Ziel der Operation war es, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die Kapitulation der irakischen Streitkräfte erfolgte im April des gleichen Jahres, doch markierte diese bei Weitem nicht das Ende der Kriegshandlungen, so sind bis heute viele Teile des Iraks nicht vollkommen befriedet. (Schöllgen 2004: 11)
Die klare Abkehr Schröders von der Position George Bushs zum Irakkrieg war nicht von Beginn an so eindeutig wie es im Nachhinein scheinen mag. In seiner Regierungserklärung erklärte Kanzler Schröder sich 2001 noch uneingeschränkt solidarisch mit den USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, schränkte diese Aussage allerdings gleich dadurch ein, dass er nicht näher spezifizierte Abenteuer kategorisch ablehnte. Im März 2002 wollte der Bundeskanzler eine Unterstützung einer US-Militärintervention noch nicht ausschließen, doch beharrte er auf der Notwendigkeit eines UN-Mandats. Diese Forderung bekräftigte er nochmals nach dem deutsch-französischen Gipfel im Juli desselben Jahres gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac. (Harnisch 2004: 173-201)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert das Forschungsinteresse an der deutschen Sicherheitspolitik im Wandel von der Bonner Republik zum wiedervereinigten Deutschland und führt die Methodik des Vergleichs ein.
2. Kriterienkatalog: Dieses Kapitel definiert die einheitlichen Vergleichsparameter wie Aufgabenstellung, Einsatzgebiet, Mandatierung sowie innen- und außenpolitische Argumente, um die verschiedenen Fallstudien analysierbar zu machen.
3. Fallstudien: Die Fallstudien untersuchen anhand der Beispiele Mittelmeer 1987, Kosovo 1999 und Irak 2003 die tatsächliche sicherheitspolitische Praxis Deutschlands in unterschiedlichen historischen Kontexten.
4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass sich keine einheitlichen Kriterien für Militäreinsätze ableiten lassen, belegt aber einen deutlichen Wandel Deutschlands vom Sicherheitsempfänger hin zum Sicherheitsexporteur und charakterisiert das Land primär als Zivilmacht.
Schlüsselwörter
Deutsche Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Bundeswehr, Auslandseinsätze, Zivilmacht, Machtstaat, Wiedervereinigung, Kosovo-Krieg, Irak-Krieg, Bündnissolidarität, UN-Mandat, Kontinuität und Wandel, Humanitäre Katastrophe, Präventivkrieg, Multilateralismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Bedingungen und Entscheidungslogiken deutscher Regierungen bei der Beteiligung an militärischen Einsätzen außerhalb des eigenen Territoriums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands, die Frage nach militärischer Souveränität sowie die Einordnung Deutschlands in das internationale Gefüge als Zivil- oder Machtstaat.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel oder die Kontinuität der deutschen Sicherheitspolitik vor und nach der Wiedervereinigung anhand von drei markanten Fallbeispielen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin verwendet die bewährte Dreischrittmethode des Seminars, kombiniert mit einem komparativen Ansatz, bei dem Fallbeispiele an einem einheitlichen Kriterienkatalog gemessen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Kriterienkatalog und die detaillierte Untersuchung der Fallbeispiele Mittelmeer (1987), Kosovo (1999) und Irak (2003).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Sicherheitspolitik, Zivilmacht, Bündnissolidarität, internationale Verantwortung sowie das Spannungsfeld zwischen Machtstreben und diplomatischer Zurückhaltung.
Welche Bedeutung hatte der Einsatz im Mittelmeer 1987 für die damalige deutsche Politik?
Dieser Fall verdeutlichte die "Kultur der Zurückhaltung" vor der Wiedervereinigung, in der militärisches Engagement außerhalb des NATO-Gebietes als undenkbar galt und die Bundesregierung versuchte, sich auf rein logistische Unterstützung zu beschränken.
Warum wird der Kosovo-Einsatz als "historischer Meilenstein" bezeichnet?
Es war der erste Kampfeinsatz der Bundeswehr seit 1945 außerhalb des NATO-Gebietes, der zudem ohne klares UN-Mandat unter einer rot-grünen Regierung stattfand.
Welche Rolle spielten die USA bei der Entscheidung gegen eine Beteiligung am Irak-Krieg 2003?
Deutschland lehnte die Teilnahme aufgrund rechtlicher Bedenken bezüglich der UN-Charta und der deutschen Verfassung sowie aufgrund fehlender Beweise für Massenvernichtungswaffen ab, trotz des erheblichen politischen Drucks durch die USA.
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- Luisa Friederici (Author), 2009, Deutsche Sicherheitspolitik im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180119