Einflussfaktoren für die positive und negative Entwicklung einer Sportart

Eine empirische Analyse am Beispiel des Profitennissports


Bachelorarbeit, 2011
83 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Vorgehensweise und Begrifflichkeiten
2.1. Allgemein
2.1.1. Sport
2.1.2. Sport-Marketing
2.1.3. Sport-Sponsoring
2.1.4. Sportrechtevermarktung
2.2. Tennis
2.2.1. ATP
2.2.2. WTA
2.2.3. Open Era
2.2.4. Grand Slams
2.2.5. ATP World Tour
2.3. World Team Cup
2.4. Davis Cup
2.5. Federation Cup
2.6. Hopman Cup

3. Entwicklung der Sportart Tennis unter historischen und wirtschaftlichen Aspekten
3.1. Allgemein
3.2. Vergleich Deutschland und International

4. Wirtschaftsfaktor Sport – Darstellung verschiedener Einnahmequellen
4.1. TV-Gelder bzw. TV-Rechte
4.2. Werbeeinnahmen
4.3. Sponsoring
4.4. Ausrüsterverträge
4.5. Antrittsgelder
4.6. Sportartikelmarkt
4.7. Sonstiges

5. Darstellung und Auswertung Umfrage

6. Interview mit Sascha Bandermann

7. Einflussfaktoren
7.1. Erschließung von neuen Märkten
7.2. Einflussfaktoren der Medien
7.2.1. durch Fernsehzeiten
7.2.2. auf Regeln
7.2.3. auf Sportstätten
7.3. Sportler
7.3.1. Idole und Botschafter des Sports
7.3.2. Testimonial

8. Auswirkungen
8.1. auf den Sport
8.2. auf den internationalen Tennismarkt
8.3. auf den nationalen Tennismarkt

9. Abschließende Bemerkung

10. Anhang

11. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Struktur ATP World Tour Quelle: ATP World Tour (Hrsg.) 2011 Online: [http://www.atpworldtour.com/Corporate/About.aspx]

Abb. 2 Zuschauerentwicklung Herren-Profiturniere (Deutschland), in Anlehnung an TENNIS MAGAZIN März 2011, S. 36-37

Abb. 3 ATP-Tour - Wachstum, In TENNIS MAGAZIN (April 2010). Die Tour blüht. S. 34.

Abb. 4 WTA-Tour - Wachstum, In TENNIS MAGAZIN (April 2010). Die Tour blüht. S. 35.

Abb. 5: "Das kostet ein Wimbledon-Sieg" Quelle: Kicker (o.J.). In Trosien (2003). Sportökonomie. S. 61

Abb. 6 Der Tennismarkt in Deutschland - "Bröckelnder Umsätze" Quelle: Sports Tracking Europe. In Trosien (2003). Sportökonomie. S. 67

Abb. 7: Markt in Deutschland Quelle: Sports Tracking Europe, In TENNIS MAGAZIN (März 2010). Ein Markt frischt auf. S. 40.

Abb. 8: Meinung über Berichterstattung im TV, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Abb. 9: Wo sollte die Berichterstattung größer sein? Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Abb. 10: Bereitschaft für Tennisübertragungen zu zahlen, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Abb. 11: Gründe für die nachlassende Berichterstattung, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Abb. 12: So funktioniert das Hawk-Eye, Quelle: Der Tagesspiegel (Hrsg.) 2007, Online: [http://www.tagesspiegel.de/sport/das-dritte-auge/1062162.html]

Abb. 13 Wimbledon Quelle: Dunhill (Hrsg.) 2011 Online: [http://sites.dunhill.com/day8/wp-content/blogs.dir/8/files/website-populous/wimbledon-2009_2_credit-aeltc_land.jpg]

Anhangsverzeichnis

Auswertung der Befragung

Interview mit Sascha Bandermann

1. Einleitung

„Tennis ist tot!“

„Tennis ist nicht mehr interessant.“

„Der Tennisboom ist vorbei!“

oder

„Erfolg in der Doppelrolle – Wimbledon-Sieger Petzschner“ (Spiegel-Online)[1]

„Ein Sternchen greift nach den Sternen“ (Julia Görges in der Bild)[2]

„Tennis-Stern Petkovic“ (Andrea Petkovic in der Bild)[3]

An den obigen Schlagzeilen, welche man in diesem oder in leicht verändertem Wortlaut in der Vergangenheit gehört hat, lässt sich erkennen, wie unterschiedlich die öffentliche Wahrnehmung sein kann. Bis vor kurzem waren vor allem die ersten drei Schlagzeilen meinungsbildend, wenn es darum ging, den aktuellen Stand im Tennissport zu beschreiben. Seit einigen Monaten gibt es aber auch bereits wieder andere Schlagzeilen und Stimmen, die die Runde machen. Grund dafür sind z.B. der Wimbledonsieg 2010 von Philipp Petzschner zusammen mit Jürgen Melzer im Doppel[4], aber vor allem auch die Erfolge unserer jungen Damen in den letzten Wochen. Andrea Petkovic, aktuell die deutsche Nummer 1 im Damentennis und vor den French Open 2011 die Nummer 12 der Weltrangliste.[5] Julia Görges die Siegerin des Porsche Tennis Grand Prix 2011[6] steht ebenfalls unter den zwanzig besten Spielerinnen der Welt.[7]

Ob die letzten drei Schlagzeilen die ersten drei Schlagzeilen über kurz oder lang ersetzen werden, wird in dieser Arbeit nicht die Frage sein, sondern es wird vor allem auch die Zeit zeigen. Entscheidend ist aber, dass über die Jahre ein Meinungsbild geschaffen wurde, welches mit Sicherheit nicht nur ein solches darstellt, sondern auch durch Zahlen und Fakten belegbar ist. Beispielsweise hat Tennis als Sportart an Wert verloren, als die großen Erfolge, der Becker, Graf und Stich’s nicht mehr das Geschehen prägten.

Im Rahmen dieser Arbeit soll es primär darum gehen, dass positive oder negative Faktoren aufgezeigt werden, die Einfluss auf die Entwicklung einer Sportart haben können.

Um dies beantworten zu können, muss man sich natürlich mit der Entwicklung der Sportart „Tennis“ auseinandersetzen. Dabei ist eine Trennung zwischen nationaler und internationaler Entwicklung und Wahrnehmung vorzunehmen.

Gerade im Tennissport lässt sich hier ein klarer Unterschied in den verschiedenen Entwicklungen erkennen. Lange Jahre sprach man von einem Tennisboom und dann sprach man aber schnell auch von genau dem Gegenteil. Wie kommt es zu eben diesem genannten „Boom“ und wie kommt es dann zu der konträren Negativentwicklung? Fragen, welche ebenso beantwortet werden sollen.

Worauf bezieht sich diese Meinung? Ist das nur eine Momentaufnahme der Medien? Bezieht sich dieses Meinungsbild auf den Weltmarkt Tennis, oder ist das nur reduziert auf Deutschland? In der vorliegenden Arbeit ist es nicht die primäre Aufgabe, die eben genannten Fragen zu beantworten. In Teilen muss man sich aber trotzdem mit der aktuellen Situation und der Entwicklung auseinandersetzen. Die Kernfrage befasst sich aber letztlich damit, wie es zu diesem Meinungsbild kommen kann, sprich welche Faktoren Einfluss, egal ob positiven oder negativen, auf eine Sportart nehmen. Beispielhaft wird hierzu der Profitennissport herausgegriffen. So müssen wir uns eher damit beschäftigen, was überhaupt ursächlich für die obige Meinung ist. Wie kommt es dazu, dass man von einer sogenannten „Boomsportart“ spricht und was ist dann auch wieder für den angeblichen Abstieg der Sportart verantwortlich.

Stimmen diese Aussagen und wenn ja, was sind die Ursachen dafür? Kann man dies einzig und allein mit den Erfolgen von deutschen Tennisprofis verknüpfen?

Damit wird sich die folgende Arbeit auseinandersetzen und versuchen die entscheidenden Einflussfaktoren auf die Entwicklung einer Sportart darzustellen.

2. Vorgehensweise und Begrifflichkeiten

Vorab soll darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen dieser Bachelorarbeit eine Umfrage durchgeführt wurde, bei der es letztlich darum ging, Meinungen zum Tennissport und dessen aktuellen Status zu bekommen und zu ermitteln. Hierzu wurden 529 vollständig ausgefüllte Umfragen ausgewertet. Die gesamte Umfrage und deren Ergebnisse sind im Anhang zu finden. Neben dieser Umfrage wurde auch mit dem Moderator Sascha Bandermann ein Interview geführt. Sascha Bandermann war früher selbst Tennisprofi und ist mittlerweile für Sport1 und Sky als Moderator in den Bereichen Fußball, Tennis, Golf und Eishockey tätig. Auf Grund seiner persönlichen Nähe zum Tennissport und seiner beruflichen Tätigkeit hat sich das Interview angeboten, um hier eine zusätzliche fachlich fundierte Meinung einzuholen. Dieses Interview ist ebenfalls in vollem Umfang im Anhang zu finden. Sowohl das Interview, wie auch die Umfrage fließen in Teilen in die nachfolgende Arbeit mit ein.

Vorab sollten noch ein paar Begrifflichkeiten geklärt werden, welche zum einen im allgemeinen Zusammenhang mit Sport stehen oder aber aus der Welt des Tennis stammen und verschiedene Organisationsformen und Turnierformate bezeichnen.

2.1. Allgemein

Sobald über den professionellen Sport geschrieben wird, werden verschiedene Begriffe genannt, die zum Teil aus einer Verknüpfung von Wirtschaft und Sport entstanden sind. Einige wenige sollen hier vorab erläutert werden.

2.1.1. Sport

Sport kann auf verschiedene Art und Weise definiert werden, je nachdem aus welcher Sichtweise man den Sport betrachtet. Eine meines Erachtens passende Definition fand Walter Freyer: „Die gängige Auffassungen, dass zum Sport – im weitesten Sinne – alle (organisierten) körperlichen Bewegungen zählen, oder die pragmatische Definition, Sport sei das „was die Menschen darunter verstehen“,…. Unter ökonomischen Aspekten sind vor allem die Sportleistungen von Interesse, die zu Tauschprozessen (Geld oder andere Gegenleistungen) zur Verfügung gestellt werden. Die Palette reicht von Übungsstunden, Wettkämpfe bis zu Mitgliedschaften, Erfolgen, Geselligkeit, Sportberichterstattung usw.“[8]

2.1.2. Sport-Marketing

„Sport-Marketing ist die Anwendung betriebswirtschaftlicher Methoden (des Marketings) für verschiedene Organisationen des Sports. Es ist eine Führungskonzeption, die Sportinstitutionen vermehrt „vom Markt her“ oder auf den „Markt ausgerichtet“ leiten will. Es verlangt langfristiges und konzeptionelles Handeln.“[9]

2.1.3. Sport-Sponsoring

„Unter Sport-Sponsoring werden diejenigen Maßnahmen von Unternehmenskommunikation verstanden, für die der Sport Plattformen bietet und für deren Nutzung er von den werbenden bzw. kommunizierenden Unternehmen Entgelt (ggf. auch in Form von Sachleistungen) erhält.“[10]

2.1.4. Sportrechtevermarktung

Im Rahmen der Sportrechtevermarktung gibt es Unternehmen und Anbieter, die sich damit befassen, den Sportunternehmen (Vereine, Clubs, Verbände, etc.) die wirtschaftliche Arbeit abzunehmen bzw. sie dabei zu unterstützen. Hierbei geht es primär darum die Rechte so optimal wie möglich auszunutzen und somit die größtmögliche wirtschaftliche Grundlage und Sicherheit für den Sportbetrieb zu schaffen. Ein Beispiel hierfür sind unter anderem Ausrüsterverträge. Teil der Sportrechtevermarktung ist die Vermarktung der medialen Rechte, sprich Fernsehrechte, welche gerade heutzutage eine wichtige Rolle einnehmen.[11]

2.2. Tennis

Nach einigen allgemeinen Begrifflichkeiten nun noch ein paar Begriffe und deren Erläuterung aus dem Bereich des Tennissports, welche in der Arbeit des Öfteren Erwähnung finden und deshalb vorab behandelt werden sollten.

2.2.1. ATP

ATP steht für Association of Tennis Professionals und bezeichnet damit die Spielervereinigung der männlichen Profis, welche im Jahr 1972 gegründet wurde. Seit 1990 wird auf der sogenannten ATP Tour bzw. mittlerweile ATP-World-Tour gespielt, welche die ehemalige Grand-Prix-Serie der ITF ablöste. Nach der Gründung traten ebenfalls die Turnierdirektoren der ATP bei.[12]

2.2.2. WTA

WTA steht für Women Tennis Association und steht für die Spielervereinigung der Profi-Tennisspielerinnen. Sie wurde 1970 gegründet und umfasst derzeit 62 Turniere, die in der sogenannten WTA-Tour zusammengefasst sind. [13]

2.2.3. Open Era

Open Era (dt. offene Ära) oder auch Open Tennis steht für die Öffnung der Turniere sowohl für Amateure, wie auch für Profis, welche im Jahr 1968 von statten ging. [14]

2.2.4. Grand Slams

Als Grand Slams werden die 4 Grand Slam Turniere bezeichnet. Australian Open in Melbourne, French Open in Paris, Wimbledon in London, US Open in Flushing Meadows/New York. Als Grand Slam wird des Weiteren noch der Gewinn aller 4 Grands Slam Turniere innerhalb eines Jahres bezeichnet. [15]

2.2.5. ATP World Tour

Die ATP World Tour bezeichnet die Turnierserie der ATP. Die folgende Grafik hilft dabei etwas bei der Erklärung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Struktur ATP World Tour Quelle: ATP World Tour (Hrsg.) 2011 Online: [http://www.atpworldtour.com/Corporate/About.aspx]

Im Rahmen der ATP World Tour gibt es 4 Arten von Turnieren, die sich auf Grund ihrer Größe, der Preisgelder und der zu gewinnenden Punkte unterscheiden. An der Spitze stehen die vier sogenannten Grand Slams, bei denen für den Sieger 2000 Weltranglistenpunkte warten. Darunter gibt es dann die ATP Tour 1000, ATP Tour 500- und ATP 250-Turniere, bei denen es dann entsprechend 1000, 500 und 250 Weltranglistenpunkte für den Sieger gibt. Am Ende der Saison findet die sogenannten Barclay World Tour Finals statt, welche derzeit jährlich in London ausgetragen werden. Hier treten die besten 8 Doppelpaarungen und die besten 8 Einzelspieler gegeneinander an. Im Rahmen der Barclay World Tour Finals wird dann die Nummer 1 der Saison gekürt.[16]

2.3. World Team Cup

Der World Team Cup ist die offizielle Mannschaftsweltmeisterschaft und wurde im Jahr 1978 ins Leben gerufen. Seit diesem Jahr findet die Veranstaltung alljährlich im Düsseldorfer Rochusclub statt.[17]

2.4. Davis Cup

„Der Davispokal-Wettbewerb, der als jährliche Team-Weltmeisterschaft mit je vier Einzeln und einem Doppel an drei aufeinanderfolgenden Tagen in mehreren Runden ausgetragen wird, geht auf eine Idee des Amerikaners Dwight F. Davis zurück, der auch den Pokal stiftete. Erstmals wurde er 1900 zwischen den USA und Großbritannien ausgetragen.“[18]

2.5. Federation Cup

Der Federation Cup (kurz Fed Cup) ist das Gegenstück zum Davis Cup bei den Damen und wird seit 1963 ausgetragen.[19]

2.6. Hopman Cup

Der Hopman Cup ist ein Mixed-Mannschaftswettbewerb der jährlich im australischen Perth stattfindet und bei dem Damen und Herren gemeinsam für Ihre Nation gegeneinander antreten. Erstmals fand der Hopman Cup 1990 statt.[20]

3. Entwicklung der Sportart Tennis unter historischen und wirtschaftlichen Aspekten

Um die Einflussfaktoren auf den Tennissport näher erläutern zu können, muss auf jeden Fall ein Blick auf die Entwicklung des Sports geworfen werden. Primär natürlich erst einmal bezogen auf die geschichtliche Entwicklung von den Anfängen bis heute. Damit einher geht aber natürlich auch die wirtschaftliche Entwicklung, die in gewisser Weise aus der Geschichte mit hervorgeht. Gerade was die vergangenen Jahre angeht, ist vor allem auch der Vergleich zwischen dem deutschen und dem internationalen Markt interessant. Gab es hier eine ähnliche oder differenzierte Entwicklung?

3.1. Allgemein

Die Geschichte des Tennissports geht zurück bis in das 13. Jahrhundert. Die ersten Schilderungen des Spiels berichten unter anderem von den Anfängen aus Frankreich und England. Die Urform des Tennis, welche in Frankreich unter dem Namen „Jeu de Paume“ bekannt war, wurde vor allem von Mönchen in Klosterhöfen betrieben. Als Spielfeld wurde das halbierte Quadrat des Klosterhofs genutzt und wurde durch eine Mittellinie unterteilt. Wie der französische Name „paume“, der für Handfläche steht, bereits erahnen lässt, wurde der Ball damals mit der flachen Hand gespielt. Diese Art des Tennis wird bis heute unter anderem in England (Real Tennis), Frankreich (Jeu de paume), Australien (Royal Tennis) und in den USA (Court Tennis) gespielt. Erst im 16. Jahrhundert wurde erstmals mit einem Schläger (Racket), welches mit Saiten bespannt war, über ein Netz gespielt. Beschreibungen dieser Art des Spiels gehen auf Erzählungen und Beschreibungen aus den Niederlanden, sowie aus Italien und Spanien zurück. Die Anfänge des heutigen Tennis, liegen im 18 Jahrhundert in England. Für das damals in die Wege geleitete Rasentennis (engl. Lawn Tennis) gab es zu dem Zeitpunkt die entsprechenden technischen Voraussetzungen, wie die Erfindung der Rasenmähmaschine und die Verwendung von Gummibällen. Das Regelwerk, welches zum Teil heute noch Anwendung findet, wurde im Zuge der ersten Meisterschaften, welche vom All England and Lawn Tennis Club in Wimbledon (London) veranstaltet wurden, festgelegt. Die Meisterschaften fanden erstmals vom 09. bis 19.07.1877 statt.

Ab dem September des Jahres 1877 wurde Tennis nach den neu festgelegten Regeln in Deutschland gespielt. Zu Beginn spielten in erster Linie englische Kurgäste und später auch die Militärs. Der erste deutsche Club entstand 1881 in Baden-Baden. Im Jahr 1902 wurde der Deutsche Lawn Tennis Bund (DLTB) gegründet, aus dem nach dem ersten Weltkrieg, durch Streichung des Buchstabens L im Namen, der Deutsche Tennis Bund (DTB) hervorging.[21]

Tennis galt in Deutschland lange Zeit als elitärer Sport, der den Reichen vorbehalten war. Dies hat sich im 20. Jahrhundert nach und nach geändert. Grund dafür war mit Sicherheit auch die Öffnung des Sports im Zuge der Einführung der Open Era Ende der 1960er Jahre. Daraus ergaben sich dann auch eine größere mediale Bekanntheit und ein gesteigertes Interesse. Entscheidend beeinflusst wurde die Entwicklung des Tennissports in Deutschland dann allerdings in den 1980er Jahre, als die deutschen Profis mit großen Erfolgen aufwarteten. 1985 siegte Boris Becker als erster Deutscher und jüngster Spieler aller Zeiten bei den All England Championships in Wimbledon. Diesen Erfolg konnte er im folgenden Jahr gleich wiederholen.[22] Parallel dazu gelangte Stefanie Graf zur selben Zeit in die Weltspitze, gewann 1987 mit den French Open ihr erstes Grand Slam Turnier und lies 1988 erstmals den Sieg in Wimbledon folgen.[23] Graf und Becker schafften 1989 beide jeweils den Erfolg in Wimbledon. Auch Michael Stich zählte in dieser Zeit zu den Besten der Welt und gewann ebenfalls einmal in Wimbledon, 1991 gegen Boris Becker.[24] Beide zusammen gewannen 1992 in Barcelona olympisches Gold im Doppel.[25] Die Erfolge der drei besten deutschen Spieler könnten noch einige Seiten füllen, sollen hier aber nur beispielhaft dafür stehen, was der entscheidende Grund für den Ausbruch des sogenannten „Tennisbooms“ in Deutschland war. Bevor jetzt detaillierter der deutsche Markt betrachtet wird und ein Vergleich zum internationalen Markt gezogen wird, noch ein kurzer Blick auf die Entwicklung des Sports.

Alle Sportarten haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Das hängt natürlich auch mit der technischen Entwicklung zusammen. Im Tennis hat allein die Entwicklung der Schläger und der verwendeten Materialien das Spiel verändert, bzw. es ermöglicht, dass heutzutage anders gespielt. Bis in die 1980er Jahre wurden Schläger aus Holz verwendet. Diese wurden dann nach und nach von Stahl und Aluminiumschlägern und schließlich von Graphiteschlägern abgelöst. Heutzutage bestehen die meisten Tennisschläger aus einem Materialmix, bei dem unter anderem Kohlefaser (Karbon), Kunststoffharz und Kevlar zum Einsatz kommen. Dadurch wurde erreicht, dass die Schläger heutzutage zum einen extrem steif, sprich stabil und gleichzeitig sehr leicht sind.[26]

Die Materialentwicklung hat das Spiel natürlich mitgeprägt und dafür gesorgt, dass inzwischen ganz anders gespielt werden kann, wie etwa vor 40 Jahren. Veränderungen haben sich auch allein dadurch ergeben, dass auf Grund der allgemeinen Generationsentwicklung der Menschheit die Körpergröße der Frauen und Männer zugenommen hat. Diese anderen Körpermaße haben sich auch auf das Spiel verändernd ausgewirkt.

Ein Beispiel dafür stellt ein verbesserter Aufschlag, oder eine größere Reichweite dar. Die Spieler haben insgesamt, neben der Entwicklung der Körpergröße, auf die sie keinen persönlichen Einfluss haben, auch an Muskelmasse gewonnen und somit insgesamt an Athletik. Durch gezieltes Konditionstraining und Krafttraining ist der Tennissport viel athletischer geworden und unterscheidet sich bereits in Geschwindigkeit und Dynamik deutlich von dem Spiel von vor 10 Jahren und ganz wesentlich von dem Spiel von noch früheren Jahren.

Durch die höhere Dynamik im Spiel hat sich auch die Länge der Ballwechsel verändert. So wurde im Rahmen von Untersuchungen festgestellt, dass im Jahr 1988 bei den US Open ein durchschnittlicher Ballwechsel 12,2 Sekunden gedauert hat. Diese Zeit hat sich innerhalb von 15 Jahren deutlich verändert. Im Jahr 2003 lag die durchschnittliche Ballwechseldauer bei den US Open nur mehr bei 5,99 Sekunden. Eine eindeutige Verkürzung, die sich auch in der Matchdauer niederschlägt, die von 294 auf 101,46 Minuten gesunken ist. So konnte bereits innerhalb dieser 15 Jahre eine dramatische und deutliche Veränderung des Tennisspiels festgestellt werden. Die Art zu spielen ist deutlich dynamischer, schneller, härter und aggressiver geworden.[27] Ohne die statistische Betrachtung kann auch festgestellt werden, dass bestimmte Spieltypen nicht mehr existieren. Beispielsweise der Spieltyp des Serve-an-Volley-Spielers[28], der nach seinem Aufschlag direkt ans Netz läuft. Früher gab es eine Vielzahl an Spielern die auf Rasen, bzw. zum Teil auf allen Belägen, so agiert haben. Einige Namen die diese Art des Spiels vertreten haben waren, Boris Becker, Stefan Edberg, Patrick Rafter, Tim Henman und noch einige mehr.

Demzufolge kann man in den verschiedensten Bereichen die Entwicklung und Weiterentwicklung des Tennissports feststellen. Insbesondere handelt es sich hierbei um eine historisch gewachsene Entwicklung in Verbindung, mit neuen Materialien, neuen Techniken und gestiegener Athletik.

3.2. Vergleich Deutschland und International

Bei dem Vergleich zwischen Deutschland und dem Rest der Welt sollte jetzt primär der Vergleich aus wirtschaftlicher Sicht und aus Interessenssicht im Mittelpunkt stehen. Wie verhielt sich das Interesse für Tennis und wie haben sich die Märkte entwickelt? Gibt es parallelen, oder liefen die Entwicklungen konträr zueinander?

In Deutschland hat das Tennis in den vergangenen 20 Jahren eine beispiellose Berg- und Talfahrt erlebt. Dank deutscher Stars gelang es in den 1980ern und 1990ern die Leute für Tennis zu begeistern, vor den Fernsehen zu bekommen und auch dazu zu bewegen, selbst in den Vereinen aktiv zu werden. Im neuen Jahrtausend fehlten dann die Siege der Profis und die Einschaltquoten gingen zurück, bzw. die Medien haben sich aus der Berichterstattung zurückgezogen. Zum Teil wurden Turniere aus Deutschland in andere Länder verlegt.[29] Wieso es zu dieser Talfahrt gekommen ist, wird später versucht, an Hand verschiedener Einflussfaktoren zu ermitteln.

Den Rückgang des Zuschauerinteresses bis zum Jahr 2010 kann man sehr gut an Hand der folgenden Grafik erkennen, welche die Zuschauerentwicklung bei den 5 deutschen Profi-Herrenturnieren, München, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Halle darstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Zuschauerentwicklung Herren-Profiturniere (Deutschland), in Anlehnung an TENNIS MAGAZIN März 2011, S. 36-37

Hier lässt sich bei allen Turnieren im Vergleich zu den frühen 1990ern eine negative Entwicklung feststellen. Einzig und allein das Turnier in Halle/Westfalen hat einen positiven, bzw. zumindest gleichbleibenden Trend. In Hamburg kam es im Jahr 2009 zu einem eklatanten Einbruch, nachdem das Turnier von Seiten der ATP zurückgestuft wurde und nun kein Masters ATP-1000-Turnier mehr war, sondern nur noch ein ATP-500-Turnier. Durch diese Rückstufung kamen dann weniger Topspieler nach Hamburg, was auch den Zuschauerrückgang erklärt.[30]

In München konnte dieses Jahr wieder eine Trendwende eingeleitet werden. Auf Grund des schönen Wetters, aber auch wegen der guten Leistungen der deutschen Spieler, konnte mit 38.000 Zuschauern ein großer Erfolg gefeiert werden.[31]

Ebenso verlief die Entwicklung im Damen-Tennis in Deutschland innerhalb der vergangenen Jahre negativ. So fiel das größte deutsche Damen-Tennisturnier, die German Open in Berlin, im Jahr 2009 weg.[32] Das hat zur Folge, dass in Deutschland nur noch ein Damenturnier ausgetragen wird. Der Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart, der bei den Spielerinnen 2010, wie auch schon 2007 und 2008, zum beliebtesten Turnier auf der WTA-Tour gewählt wurde.[33] Bei den Damen scheint es insgesamt, wie bereits auch schon in der Einleitung erwähnt, einen Aufschwung zu geben. Man kann vielleicht sogar von einem Mini-Tennisboom sprechen. Zwei deutsche Spielerinnen unter den Top20, den besten zwanzig Spielerinnen der Welt. Siege gegen die Nummer 1 der Welt, Turniersieg in Stuttgart durch Julia Görges, Davis Cup Sieg gegen die USA, das sind einige positiven Meldungen der letzten Wochen bzw. Monate, die einen optimistisch stimmen können und möglicherweise die Basis dafür sind, dass nach einer langen Talfahrt der Weg wieder nach oben geht.

Wenn man nun im Vergleich dazu das internationale Tennis betrachtet, stellt sich dort ein ganz anderes Bild dar. Eine stetig positive und ansteigende Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren, sowohl bei den Männern, wie auch bei den Damen. Es gab zwar auch hier eine Phase, welche im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise zu Beginn des Jahres 2009 stand, als die einen oder anderen Sponsoren Ihre Engagement zurückgezogen haben. Doch diese kurze Krise hatte keine großen Auswirkungen auf den internationalen Tennissport. Schon wenig später ging die Superlative weiter. Die Australian Open, das erste Grand Slam Turnier des Jahres, verzeichneten im Jahr 2010 neue Rekorde. Die meisten Zuschauer (653.860) in der Geschichte des Turniers und das höchste jemals in Australien ausgeschüttete Preisgeld (24 Millionen australische Dollar).[34]

Parallel dazu konnte die ATP im Februar 2010 wieder einen neuen Hauptsponsor mit ins Boot holen. Corona extra, eine bekannte Biermarke einer mexikanischen Brauerei hat einen Vertrag über 5 Jahre mit der ATP geschlossen und wird ca. 70 Millionen Dollar in die ATP-Tour investieren.[35] Die Tour boomt, bzw. die Touren, ATP und WTA-Tour, boomen.

Beide erleben eine Zuschauerresonant, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die Zuschauerzahlen sind in den vergangenen 10 Jahren auf der ATP-Tour von 3,7 Millionen im Jahr 2000 auf 4,4 Millionen im Jahr 2009 gestiegen, was einer prozentualen Steigerung von 16% entspricht. Auf der WTA-Tour gab es ebenso eine Steigerung um 15% im gleichen Zeitraum (2000: 2,2 Millionen, 2009: 2,6 Millionen). Dies kann an Hand der beiden folgenden Grafiken aus dem TENNIS MAGAZIN noch besser verdeutlicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 ATP-Tour - Wachstum, In TENNIS MAGAZIN (April 2010). Die Tour blüht. S. 34.

Beide Grafiken, die zur WTA-Tour befindet sich auf der nächsten Seite, zeigen einen ebenfalls sehr starken Anstieg bei den Preisgeldern. Der beträgt auf der ATP-Tour 22% und auf der WTA-Tour sogar 48% innerhalb der vergangenen 10 Jahre.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 WTA-Tour - Wachstum, In TENNIS MAGAZIN (April 2010). Die Tour blüht. S. 35.

In den beiden Grafiken sind allerdings noch nicht einmal die vier Grand Slam Turniere enthalten, die ebenfalls im Bereich der Zuschauer und Preisgelder enorme Zuwächse verzeichnen konnten. Allein bei den Australian Open gab es in der Zeit von 2000 bis 2010 eine Verdopplung der Preisgelder. Der internationale Tennissport ist eine Erfolgsgeschichte, der schwächelnde Märkte nicht viel anhaben können. So sagt Fernando Soler, Tennisdirektor der Vermarktungsagentur IMG, die 115 Profispieler unter Vertrag hat (u.a. Roger Federer und Rafael Nadal) und 20 Turniere besitzt: „Tennis hat gegenüber anderen Sportarten einige Vorteile. Es ist ein globaler Sport, der in jedem Erdteil gespielt wird. Wenn die Krise in Europa und den USA einigen Turnieren zu schaffen gemacht hat, so wurde das in Asien wieder ausgeglichen, weil dort die Einbrüche vergleichsweise gering waren“.[36] Für den wirtschaftlichen Erfolg ist laut Soler ebenfalls entscheidend, dass der Tennissport auf eine gute Mischung bei den Einnahmen setzt. Ein Turnier ist nicht einzig und allein von seinem Titelsponsor abhängig, sondern hat mehrere Sponsoren, so dass der Verlust eines Sponsors nicht so stark ins Gewicht fällt.

Die beiden letzten Grafiken haben die vier wichtigsten Turniere, die Grand Slam Turniere, nicht beleuchtet. Auch hier gab es enorme Zuwächse sowohl im Bereich der Zuschauerzahlen, wie auch bei den Preisgeldern. In Australien gab es, wie bereits erwähnt eine Verdopplung der Preisgelder innerhalb der letzten zehn Jahre. Bei den restlichen drei Grand Slam Turnieren haben wir jeweils eine Steigerung, die sich im Bereich von ca. 30% bewegt.[37] Wenn man allein die Zuschauerzahlen und die Preisgelder betrachtet, kann von einer positiven Entwicklung im internationalen Tennis gesprochen werden. Die Nachfrage ist enorm groß. Weitere Beispiele für das internationale Interesse, können in der Folge aufgezeigt werden. Im Dezember 2010 haben Roger Federer und Rafael Nadel binnen zwei Tagen jeweils zwei Matches gegeneinander bestritten, deren Einnahmen Ihren Wohltätigkeitsorganisationen zugutegekommen sind. Die erste Partie fand in Zürich statt und die zweite am Tag darauf in Madrid. Die Karten für beiden Matches waren innerhalb von wenigen Minuten komplett ausverkauft.[38]

Eine ebenfalls beispiellose Euphorie entfachten, die 4 ehemaligen Top-Stars, Pete Sampras, Andre Agassi, John McEnroe und Ivan Lendl, als sie in diesem Jahr zu zwei Show-Einzeln, im komplett ausverkauften Madison Square Garden in New York vor mehr als 19.000 Zuschauern antraten.[39]

Eine weitere wohltätige Showveranstaltung, welche im Vorfeld des Turniers von Indian Wells in Miami stattfand, war das sogenannte „Nike Clash of Champions“, bei dem die Topstars Victoria Azarenka, Maria Sharapova, Rafael Nadal und Roger Federer teilnahmen.[40] Der Vorverkauf für die 12.000 Tickets dauerte ebenfalls nur 60 Minuten.[41]

Diese paar Beispiele zeigen, dass das Interesse für den Tennissport weltweit sehr groß ist. Schließlich ging es bei diesen drei Veranstaltungen, nicht um Weltranglistenpunkte, Preisgeld, oder eine wichtige Trophäe. Es waren „nur“ Schaukämpfe, die aber trotzdem eine enorme Begeisterung ausgelöst haben.

4. Wirtschaftsfaktor Sport – Darstellung verschiedener Einnahmequellen

Sport zu betrachten und zu analysieren, ohne auf die wirtschaftliche Komponente einzugehen, ist heute in keiner Weise möglich. Gerade auch dann, wenn es um die Entwicklung einer Sportart geht, fällt dem ökonomischen Faktor eine entscheidende Bedeutung zu. Sport ist inzwischen zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsgut geworden. Die gesamte Sportindustrie, mit samt ihren Ausbreitungen erwirtschaftet pro Jahr 2% des Brutto-Inlandprodukts (BIP). Gemeinsam mit der IT-Branche hat die Sportbranche in den vergangenen Jahren, bzw. im letzten Jahrzehnt, die größten Zuwachsraten gehabt.[42] Um die wirtschaftliche Komponente besser darzustellen, wurden nachfolgend exemplarisch einige Bereiche herausgegriffen, die sowohl allgemein, als auch speziell beim Tennis eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielen.

4.1. TV-Gelder bzw. TV-Rechte

TV- bzw. Fernsehgelder, d.h. die Übertragungsrechte an (Sport-)Veranstaltungen nehmen eine wichtige Stellung ein. Hierbei geht es um das Recht von TV-Anstalten z.B. bestimmte Turniere ausstrahlen zu dürfen. Eine herausragende Rolle, nehmen in diesem Zusammenhang die Fußball-TV-Rechte ein. Hier geht es schnell einmal um mehrere hundert Millionen Euro für Vertragslaufzeiten von ein paar Jahren.[43] Erst dieses Jahr waren in diesem Zusammenhang wieder einmal die Rechte an der UEFA Champions League im Gespräch welche sich das ZDF für ca. 50 Millionen Euro pro Jahr gesichert hat.[44] Um zu erläutern, warum hier diese enormen Summen gezahlt werden, müsste man tiefer in dieses Thema einsteigen und könnte vermutlich eine eigene Arbeit damit füllen. Es hängt mit Sicherheit viel mit dem Interesse der Zuschauer und Medien, dem Prestige, aber auch der Möglichkeit der Refinanzierung und Gewinnerzielung, durch z.B. Werbeinnahmen etc. zusammen. Im Tennis gibt es ebenso den Bereich der TV-Rechte. Über viele Jahre, gerade nach den sogenannten Boom-Jahren mit Graf, Becker und Stich, war es für den deutschen Tennisfan schwierig, Tennis im Fernsehen live zu verfolgen. Vor allem, wenn es um das Herrentennis ging. Eurosport nimmt im Bereich der Tennisübertragung eine gewisse Vormachtstellung ein. So überträgt Eurosport die gesamte WTA-Tour.[45] Parallel dazu überträgt Eurosport die 3 Grand Slam-Turniere (Damen und Herren) aus Melbourne, Paris und New York vollständig. Der Vertrag für die Australian Open in Melbourne wurde sogar bereits vorzeitig verlängert und läuft nun noch weitere 5 Jahre bis 2017.[46]

Das vierte und berühmteste Grand Slam in Wimbledon wird unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit im Pay-TV bei Sky übertragen. Der Münchner Pay-TV-Sender sicherte sich die Rechte bis einschließlich 2013.[47]

Von den Turnieren der ATP-Tour wurde bereits seit längerem sowohl im Pay-TV, wie auch im Free-TV nicht berichtet. Einzig ausgewählte Turniere wurden von Eurosport übertragen und bei den deutschen Turnieren war bzw. ist primär SPORT1 und vereinzelt das ZDF bzw. der WDR aktiv und überträgt hier. Der DavisCup wird ebenfalls von SPORT1 übertragen. Von den großen Turnieren der ATP-Tour wurde bisher allerdings in keiner Form berichtet. Sport1 hat sich 2011 nun aber die Rechte für die ATP World Tour gesichert und darf nun bis 2013 von den Turnieren der ATP World Tour Masters 100 und 500 Serie live und in Ausschnitten übetragen. SPORT1 wird die Live-Berichterstattung in erster Linie, über den hauseigenen Pay-TV-Sender SPORT1+ laufen lassen und Finalspiele kostenpflichtig auch über die Online-Plattform SPORT1.de ausstrahlen. Ausgewählte Spiele sollen auch im Free-TV über SPORT1 gezeigt werden.[48] Über die Kosten für die Rechte gibt es bisher keine verbindlichen Angaben. Es gibt Gerüchte, die von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag pro Jahr ausgehen.

Durch diesen Einstieg von SPORT1 gibt es eine positive Kehrtwende in der Tennisübertragung, die es nun auch möglich macht, sowohl Livebilder, wie auch Aufzeichnungen im deutschen Fernsehen verfolgen zu können.

4.2. Werbeeinnahmen

Ein weiterer Bereich, der eine elementare Größe darstellt, sind die Werbeeinnahmen. Den Begriff „Werbeeinnahmen“ muss man noch weiter aufschlüsseln und in mehrere Teilbereiche zerlegen. Der Bereich Werbung verschwimmt auch schnell mit den Bereichen Sponsoring, Ausrüsterverträge, etc.

Werbung lässt sich laut Freyer, wie folgt erklären: „Werbung verkörpert alle bewussten Versuche, Menschen durch den Einsatz spezifischer Werbemittel im Sinne der Marketingziele zu beeinflussen.“[49]

Werbung, in Verbindung mit den dazugehörigen Werbeeinnahmen, kann sich in unterschiedlichster Art und Weise darstellen. So gibt es natürlich zum einen die klassische Fernsehwerbung, die immer noch einen großen Bereich einnimmt. Ein Beispiel hierfür sind die Kosten, für eine Werbeminute in Deutschland, die 2010 bei RTL zur Hauptsendezeit bei 60.000 Euro lagen. Die höchsten Preise werden in diesem Zusammenhang beim amerikanischen Super-Bowl erzielt. Da kostet eine Minute ca. 1,5 Mio. Euro.[50] Im Sport gibt es aber nicht nur die Fernsehwerbung. Andere Werbeformen sind z.B. Bandenwerbung, Werbung mit Sportlern (Testimonialwerbung), Werbung bei Sportveranstaltungen, Werbung auf Sportausrüstung, Werbung mit Titeln und Prädikaten, Werbung mit Namensrechten, etc.[51] Auf die Bereiche Sponsoring und Ausrüsterverträge wird in der Folge noch präziser eingegangen. Wie wichtig die Werbung für die Sportler ist, bzw. welche Einnahmen dadurch generiert werden können, zeigt das Beispiel von Anna Kournikova, die es trotz der Tatsache, dass sie nie einen Sieg auf der WTA-Tour erreicht hat, geschafft hat, zu Ihrer aktiven Zeit durch Werbeeinnahmen zu den Top-Verdienerinnen zu zählen. So hat sie pro Jahr ca. 10 Millionen Euro allein durch Werbung verdient.[52]

4.3. Sponsoring

Sponsoring, in diesem Fall speziell Sport-Sponsoring, kann als Teilbereich der Werbung verstanden werden und wird von Bühler/Nufer wie folgt definiert:

„Professional sports sponsorship is a business-related partnership between a sponsor and a sponsee based on reciprocity. The sponsor provides financial or non-financial resources directly to the sponsee and receives a predefined service in return in order to fulfill various sponsorship objectives.”[53]

Sponsoren haben einen großen Einfluss und spielen eine entscheidende Rolle in der Sportwelt. Oftmals sind Sponsoren ausschlaggebend dafür, ob Sportveranstaltungen überhaupt durchgeführt werden können oder nicht. Ein Beispiel dafür ist der World Team Cup, der seit Jahren eine der traditionsreichsten Tennisveranstaltungen im Kalender darstellte. Im Januar 2011 stand die innoffizielle Mannschaftsweltmeisterschaft vor dem Aus, da kein Titelsponsor gefunden werden konnte und somit eine so große Finanzierungslücke entstanden ist, welche nicht hätte gefüllt werden können.[54] Wenig später konnte allerdings eine positive Nachricht vermeldet werden. Der World Team Cup konnte durch einen neuen Hauptsponsor, dem österreichischen Getränkehersteller Power Horse Energy, gerettet werden.[55]

Gerade Sport-Sponsoring ist ein sehr beliebtes Instrument, da durch den Sport ein Umfeld geschaffen wird, das eine positive Wirkung auf den Empfänger der Werbebotschaft hat und somit die Basis schafft, dieselbe ebenfalls positiv aufzunehmen.[56]

4.4. Ausrüsterverträge

„Ausrüstervertrag: In diesem Vertragsverhältnis stattet ein Sportartikelerzeuger den Sportler zum Teil oder zur Gänze mit jener Ausrüstung aus, die er zur Ausübung seiner Sportart benötigt. Als Gegenleistung ist zumindest vereinbart, dass der Sportler ausschließlich die zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenstände verwendet. Meist ist mit dieser Vertragsform ein Sponsoringvertrag verknüpft, der den Sportler darüber hinaus verpflichtet, für werbliche Aktivitäten des Ausstatters zur Verfügung zu stehen.“[57]

Gerade im Tennissport sind diese Verträge Standard und man findet Sie bereits bei den Amateuren, bzw. Nachwuchsspielern. Grund dafür sind zum einen die vergleichsweise hohen Kosten, welche für die Tennisausrüstung entstehen können, vor allem wenn man mehrere Jahre betrachtet. Eine interessante Grafik, die einmal vom Magazin „Kicker“ im Rahmen des Wimbledon-Siegs von Michael Stich gemacht wurde, sieht man im Folgenden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: "Das kostet ein Wimbledon-Sieg" Quelle: Kicker (o.J.). In Trosien (2003). Sportökonomie. S. 61

Diese Zusammenstellung der Kosten, sollte einen Überblick geben, welcher Aufwand hier erbracht werden musste, damit eine Karriere in Richtung Weltspitze funktionieren konnte. Hieraus geht deutlich hervor, welche Kosten unter dem Punkt 2 für den Bereich Kleidung/Ausrüstung entstehen. Solche Verträge werden daher schon für Spieler in jungen Jahren geschlossen. Auch für weniger erfolgreiche Spieler sind diese Verträge ebenso wichtig. Bekleidungs- und Schlägerfirmen machen dann natürlich, je nach Erfolg des Sportlers auch von der Möglichkeit Gebrauch, mit dem Spieler entsprechende Sponsoringverträge zu schließen. Beispiele hierfür sind die Verträge von Roger Federer, Maria Sharapova und Anna Ivanovic. Anna Ivanovic hat mit Adidas einen lebenslangen Vertrag geschlossen, der ihr jährlich 2 Millionen Euro zzgl. Erfolgsprämien garantiert. Des Weiteren wird sie nach Ihrer aktiven Laufbahn als Repräsentantin des Sportartikelherstellers agieren.[58] Die russische Top-Tennisspielerin hat den höchstdotierten Vertrag geschlossen, den es je für eine weibliche Sportlerin gab. Mit Ihrem Ausrüster Nike hat Sie Ihren Vertrag um weitere 8 Jahre verlängert und erhält dafür ca. 50 Millionen Euro. Teil der Vereinbarung ist auch, dass Sharapova gemeinsam mit Nike eine eigens entworfene Tenniskollektion auf den Markt bringt. Neben den Einnahmen durch Nike erhält die junge Russin noch weitere 15 Millionen Euro durch andere Sponsoren pro Jahr.[59] Das letzte Beispiel kommt aus dem Herrentennis und befasst sich mit Roger Federer, der ebenfalls einen lebenslangen Kontrakt geschlossen hat. In diesem Fall mit seiner Schlägerfirma Wilson. Hier ist von einer zweistelligen Millionensumme pro Jahr die Rede.[60]

4.5. Antrittsgelder

Antrittsgelder kennt man aus der Leichtathletik und auch im Tennissport sind sie ein probates Mittel um die Top-Spieler zu einem Turnier zu locken. Laut ATP-Statuten sind diese Antrittsgelder eigentlich verboten. Strafen werden aber so gut wie nicht ausgesprochen. Dieses „Handgeld“ ist vor allem für die kleinen Turniere eine wirksame Möglichkeit absolute Spitzenspieler für das Turnier zu verpflichten. Dadurch wird in der Folge auch ein größeres Zuschauer- und Medieninteresse geweckt. So zahlte der Turnierdirektor eines amerikanischen Turniers im Jahr 2004 ein Antrittsgeld von 300.000 Dollar an Andre Agassi.[61] Eine andere Form das Thema Antrittsgeld anzugehen, ist die Lösung über langfristige Verträge zwischen Turnieren und Spieler. Beispielsweise hat Roger Feder im Jahr 2010 einen „Lifetime-Vertrag“ unterzeichnet, der zwischen ihm und den Gerry-Weber-Open in Halle geschlossen wurde. Der Vertrag beinhaltet die Zusicherung Federers, so lange er aktiv Tennis spielt, in Halle zur Vorbereitung für Wimbledon anzutreten. Über den finanziellen Rahmen des Vertrags gibt es keine Angaben.[62]

4.6. Sportartikelmarkt

Der Sportartikelmarkt, ist gerade bei einer Sportart wie Tennis, bei der man eine aufwendige Ausrüstung, bestehend aus Tennisschläger (einschl. Saiten), Tennisbälle, Tennisschuhe, etc. benötigt, ein ebenfalls wichtiger Wirtschaftssektor. In den Jahren nach dem sogenannten Tennis-Boom ist in Deutschland der Umsatz im Bereich der Tennisschläger, -bekleidung, -bälle deutlich zurückgegangen. Grund dafür war die Tatsache, dass gerade Nichtmitglieder in dieser Zeit weitaus weniger Tennis gespielt haben und dadurch entsprechend deren Nachfrage nach Tennisartikeln zurückgegangen ist. Die folgende Grafik zeigt dies:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Der Tennismarkt in Deutschland - "Bröckelnder Umsätze" Quelle: Sports Tracking Europe. In Trosien (2003). Sportökonomie. S. 67

Dieser Abwärtstrend konnte mittlerweile gestoppt werden und es sieht so aus, als ob die Talsohle im Tennisartikelsektor durchschritten ist. Viele Händler sprechen inzwischen wieder davon, dass es einen positiven Aufwärtstrend gibt. Moritz Keller, Geschäftsführer von kellersports.de, einem der größten Tennis-Onlineversandhändler, sagte gegenüber dem TENNIS MAGAZIN im Jahr 2010: „Der Markt hat sich stabilisiert und zieht seit dem letzten Jahr wieder leicht an.“[63] Der leichte Aufschwung kann auch mit Hilfe einer Grafik von Sports Tracking Europe aus dem TENNIS MAGAZIN belegt werden, welche auf der folgenden Seite zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Markt in Deutschland Quelle: Sports Tracking Europe, In TENNIS MAGAZIN (März 2010). Ein Markt frischt auf. S. 40.

Diese Zahlen geben Anlass zur Hoffnung und zeigen, dass es wieder nach oben geht.

4.7. Sonstiges

Natürlich waren das nur ein paar Bereiche, die eine Rolle spielen. Es gibt noch weitere, die miteinbezogen werden können. Ein Beispiel sollte hier noch erwähnt werden. Das Thema Ticketing, sprich Eintrittskarten, ist auch ein wichtiger Sektor. Auch wenn sich Turniere heute nicht allein durch Eintrittsgelder finanzieren lassen, so ist das trotzdem ein entscheidender Bereich innerhalb der Planung und Kalkulation. So muss man bei der Gestaltung der Ticketpreise auf der einen Seite günstige bzw. bezahlbare Preise festlegen, damit genügend Zuschauer kommen, auf der anderen Seite müssen die Preise aber auch eine möglichst auskömmliche Einnahmequelle ergeben.

5. Darstellung und Auswertung Umfrage

Im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit wurde eine Umfrage durchgeführt. Diese Umfrage wurde Online durchgeführt. Über einen Internetlink konnte die Umfrage aufgerufen und dann sogleich ausgefüllt werden. Mit dieser Umfrage wurde keine spezielle Zielgruppe angesprochen. So wurde der Link online publik gemacht und durch Verteilung per E-Mail, Social-Media-Plattformen wie XING, Facebook, etc. einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Insgesamt haben Menschen aus den verschiedensten Bereichen mitgemacht, z.B. Studenten, Professoren, Führungskräfte, Arbeitnehmer, Rentner, Hausfrauen u.a.

Insgesamt wurde die Umfrage 673-mal über den Internetlink aufgerufen. Nach einer Bereinigung von nicht oder nur zum Teil ausgefüllten Formularen verblieben 529 vollständig ausgefüllte Befragungen, auf die sich die Auswertung stütz. Die komplette Auswertung, mit allen Fragen und Antworten befindet sich im Anhang. In der Folge soll nur auf einige Auswertungsergebnisse eingegangen werden.

Unter den Befragten herrschte ein fast ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern (51% Männer und 49% Frauen). Der überwiegende Teil, rund 75%, der Befragten war zwischen 18 und 29 Jahre alt. Ebenfalls eine große Mehrheit, nämlich 67%, waren Nicht-Tennisspieler, gegenüber nur 33% Tennisspieler. Immerhin gaben 23% der Befragten an, dass sie überhaupt kein Interesse für Tennis haben, während 11% interessiert und 16% sogar sehr interessiert ankreuzten.

Bei einigen Fragen wurde im Rahmen der Auswertung der Kreis der Befragten auf die Tennisspieler eingeschränkt, um genauere und spezifischere Antworten zu erhalten.

So meint fast die Hälfte der Befragten Tennisspieler, dass der Tennissport derzeit einen Rückgang erfährt. Trotzdem haben dreiviertel der Tennisspieler mindestens ein mäßiges, wenn nicht sogar ein gesteigertes Interesse am Profitennissport. Selbst unter allen Befragten interessiert sich fast die Hälfte im gleichen Ausmaß für das Profitennis.

Als Informationsquelle für den Tennis-Fan haben sich unter den Tennisspielern zwei Kernmedien herauskristallisiert. Mit 47% liegt das Fernsehen (Free-TV) ganz klar vorne. Das zweitwichtigste Medium ist mit 34% das Internet.

Wie es mit der Berichterstattung im Fernsehen und der Meinung über die Berichterstattung aussieht, kann auf der folgenden Seite an Hand einer Grafik nachvollzogen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Meinung über Berichterstattung im TV, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Nur 4% finden die Versorgung im Fernsehen sehr gut und auch nur 26% finden, dass die Berichterstattung gut ist. Die Mehrheit findet, dass die Versorgung nur mittelmäßig, bzw. zu gering ist.

Daraus ergibt sich als logische Konsequenz auch das Ergebnis der folgenden Frage.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Wo sollte die Berichterstattung größer sein? Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Hier waren sich sowohl die Tennisspieler, wie letztlich auch alle Befragten (siehe Grafik) einig, dass gerade im Fernsehen eine deutlich größere Präsenz des Tennissports nötig sei.

Interessanterweise sind aber selbst unter den Tennisspielern 84% nicht bereit, für die Übertragung von Tennisturnieren im Fernsehen zu bezahlen. z.B. durch ein Abonnement von Sky.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Bereitschaft für Tennisübertragungen zu zahlen, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Im Zusammenhang mit dieser Arbeit steht die Frage nach den Gründen für eine nachlassende Berichterstattung im Vergleich zu den 1990ern im Vordergrund. Wer oder was kann als entscheidender Einflussfaktor dafür festgemacht werden, dass der Tennissport in den letzten Jahren im Interesse gesunken ist?

Unter den Befragten, sowohl unter den Tennisspielern, wie auch unter den Nicht-Tennisspielern gab es hierzu eine klare Meinung. Die Mehrheit (73%) geht davon aus, dass der Grund darin liegt, dass es in den letzten Jahren keine deutschen Idole mehr gab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Gründe für die nachlassende Berichterstattung, Quelle: Eigene Umfrage (2011), siehe Anhang

Die Befragten konnten noch weitere Gründe für die nachlassende Berichterstattung angeben. Dabei gingen die Meinungen in die folgenden Richtungen:

- Interesse lässt nach.
- Tennis wird/wurde durch den Deutschen Tennis Bund schlecht vermarktet.
- Andere Sportarten werden beliebter (Trendverschiebung)
- Fußball nimmt die Vormachtstellung ein und ist deutlich beliebter (auch für die Werbeindustrie)

Wenn es darum geht, Veränderungen herbeizuführen, die möglicherweise wieder den Tennissport für TV-Anstalten interessanter machen, dann ist hier auch unter den Tennisspielern ein gewisser Widerstand zu spüren. Als Beispiel lässt sich das Thema „Regeländerungen“ ausführen, welche den Tennissport besser planbar und eventuell auch spannender machen sollen. Diese werden von 74% der Tennisspieler abgelehnt.

Abschließend kann noch festgehalten werden, dass 75% aller Befragten daran glauben, dass eine Rückkehr des Tennis-Booms in Deutschland möglich ist.[64]

6. Interview mit Sascha Bandermann

Neben der Umfrage konnte, wie bereits zu Beginn erwähnt, ein Interview mit Sascha Bandermann geführt werden. Sascha Bandermann ist ein ehemaliger Profitennisspieler, der seit 2003 als Redakteur und Moderator tätig ist. Zu seinen Haupttätigkeitsfeldern bei seiner Arbeit für die Münchner Sender Sport1 und Sky zählt die Berichterstattung aus den Bundesligastadien aber auch von deutschen Tennisturnieren, der Eishockey WM und vom Golf. Außerdem moderiert er regelmäßig auf Sport1 die Sport1 News, die tägliche Sportnachrichtensendung.

Im Februar 2011 nahm er sich die Zeit, um im Rahmen eines ausführlichen Interviews seine Meinung zur aktuellen Situation im Tennissport und deren Entwicklung zu äußern.

Zu Beginn, sollte er seine persönliche Meinung dazu kundtun, was ihm derzeit zum Begriff „Tennis“ einfällt. Hierbei denkt er, dass Tennis eine „…überragende Sportart, die aktuell vor allem medial extrem unterbewertet ist.“, auch wenn man berücksichtigt, dass es derzeit zwischen Nadal und Federer „…eines der größten Duelle, die wir im Sport in den letzten 20-30 Jahren hatten,…“ gibt.

[...]


[1] Spiegel Online (Erfolg in der Doppelrolle 2010), Online.

[2] Bild (Ein Sternchen greift nach den Sternen 2011), Online

[3] Bild (Tennis-Stern Petkovic 2011), Online.

[4] Vgl. Spiegel Online (Erfolg in der Doppelrolle 2010), Online.

[5] Vgl. Top20 Andrea Petkovic

[6] Vgl. TENNIS MAGAZIN (Neue deutsche Welle 06/2011), S. 16-23

[7] Vgl. WTA Tour (WTA Singles Rankings 2011), Online

[8] Vgl. Freyer (Sport-Marketing 2011), S. 50.

[9] Vgl. Freyer (Sport-Marketing 2011), S. 59.

[10] Vgl. Krüger/Dreyer (Sportmanagement 2004), S. 67.

[11] Vgl. Richter (Sportrechtevermarktung 2004), S.58-61.

[12] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[13] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[14] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[15] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[16] Vgl. ATP World Tour (About the tour 2011), Online.

[17] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[18] BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[19] Vgl. FedCup (History 2011), Online.

[20] Vgl. Hopman Cup (About the Event 2011), Online.

[21] Vgl. Der Brockhaus multimedial 2010 (Tennis 2010), DVD.

[22] Vgl. Der Brockhaus multimedial 2010 (Boris Becker 2010), DVD.

[23] Vgl. Der Brockhaus multimedial 2010 (Stefanie Graf 2010), DVD.

[24] Vgl. Der Brockhaus multimedial 2010 (Michael Stich 2010), DVD.

[25] Vgl. Der Brockhaus multimedial 2010 (Boris Becker 2010), DVD.

[26] Vgl. about.com (An Evolutionary History of Tennis Racquets), Online.

[27] Vgl. Schönborn (Optimales Tennistraining 2006), S. 13-17.

[28] Vgl. BTV (Tennislexikon 2011), Online.

[29] Vgl. SPORT+MARKT (Auf und Ab im deutschen Tennis aus SPORT+MARKT Market Insights 1/2009), Online

[30] Vgl. TENNIS MAGAZIN (Ende des Rothenbaums 09/2008), S 30-31.

[31] Vgl. BMW Open by FWU Takaful (Zuschauerrekord und Vertragsverlängerung 2011), Online.

[32] Vgl. German Open (Startseite German Open Berlin 2009), Online.

[33] Vgl. Porsche Tennis Grand Prix (Pressemitteilung - Porsche-Tennis-Grand-Prix beliebtestes Turnier 2010), Online.

[34] Vgl. TENNIS MAGAZIN (Die Tour blüht 4/2010), S 34.

[35] Vgl. SPONSORs (ATP findet neuen Platinum Partner 2010), Online.

[36] TENNIS MAGAZIN (Die Tour blüht 4/2010), S 35.

[37] TENNIS MAGAZIN (Die Tour blüht – Grafik zu den Preisgeldern bei Grand Slam Turnieren 4/2010), S 36.

[38] Vgl. Blick (Federer - Nadal innert Minuten ausverkauft 2010), Online

[39] Vgl. TENNIS MAGAZIN (Oldie Event in New York – Big Mac & Sweet Pete 4/2011), S. 10.

[40] Vgl. Roger Federer (Nike Clash of the Champions 2011), Online.

[41] Vgl. TENNIS MAGAZIN (60 Minuten 5/2011), S.12.

[42] Vgl. Krüger/Dreyer (Sportmanagement 2004), S. 11

[43] Vgl. Richter (Sportrechtevermarktung 2004), S.60-65.

[44] Vgl. Sueddeutsche (ZDF zeigt ab 2012 die Champions League 2011), Online.

[45] Vgl. Presseportal (Sony Ericsson WTA Tour, Eurosport & Regency Enterprises kündigen größten Fernseh-Vertrag in der Geschichte des Damentennis an 2006), Online.

[46] Vgl. Sponsors (Australian Open weiter bei Eurosport 2011), Online.

[47] Vgl. Focus (Wimbledon: Sky erwirbt TV-Rechte bis 2013 2010), Online.

[48] Vgl. SPORT1 (Nadal, Federer und Djokovic schlagen auf SPORT1 auf: Sender erwirbt exklusive Ausstrahlungsrechte an der ATP World Tour 2011), Online.

[49] Vgl. Freyer (Sport-Marketing 2011), S. 505.

[50] Vgl. Freyer (Sport-Marketing 2011), S. 544.

[51] Vgl. Freyer (Sport-Marketing 2011), S. 517 und S. 521.

[52] Vgl. Trosien (Sportökonomie 2003), S. 66.

[53] Bühler/Nufer (Relationship Marketing in Sports 2009), S. 92

[54] Vgl. SPONSORs (World Team Cup nimmt Abschied 2011), S. 8

[55] Vgl. SPONSORs (Rettung für World Team Cup 2011), S. 8

[56] Vgl. Richter (Sportrechtevermarktung 2004), S.67.

[57] Holzer/Reissner (Einführung in das österreichische Sportrecht 2008), S. 151.

[58] Vgl. SPONSORs (Adidas bindet Ivanovic lebenslang 2010), Online.

[59] Vgl. SPONSORs (Sharapova schließt Rekordvertrag mit Nike 2010), Online.

[60] Vgl. SPONSORs (Federer schlägt lebenslang mit Wilson auf 2006), Online.

[61] Vgl. FAZ (Lächerliches Preisgeld 2004), Online.

[62] Vgl. Neue Westfälische (Federer schließt lebenslangen Vertrag mit Gerry Weber Open 2010), Online.

[63] Vgl. TENNIS MAGAZIN (Ein Markt frischt auf 3/2010), S 40.

[64] Vgl. Eigene Umfrage (Umfrage zum Tennissport im Rahmen der Bachelorarbeit 2011), siehe Anhang.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Einflussfaktoren für die positive und negative Entwicklung einer Sportart
Untertitel
Eine empirische Analyse am Beispiel des Profitennissports
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
83
Katalognummer
V180417
ISBN (eBook)
9783656033288
ISBN (Buch)
9783656033134
Dateigröße
4500 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Im Rahmen dieser Arbeit werden positive und negative Einflussfaktoren auf eine Sportart, am Beispiel des Profitennissports analysiert. Hierzu wurde eine umfangreiche Umfrage und ein Interview mit einem bekannten deutschen Sportkommentator/-moderator durchgeführt.
Schlagworte
Sport, Sportmanagement, Tennis, Sportrechtevermarktung, Sportartikelmarkt, Medien, Tennismarkt, Wirtschaftsfaktor Sport
Arbeit zitieren
Bernhard Mathias (Autor), 2011, Einflussfaktoren für die positive und negative Entwicklung einer Sportart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180417

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