Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire globale - Protohistoire, Antiquité

Die Gracchische Agrarreform 133 v. Chr. als Reaktion auf die Bevölkerungsentwicklung Roms im 2. Jhd. v. Chr.

Von der Neubewertung der demographischen Entwicklung zu einer Neubewertung der Gracchischen Reformen?

Titre: Die Gracchische Agrarreform 133 v. Chr. als Reaktion auf die Bevölkerungsentwicklung Roms im 2. Jhd. v. Chr.

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Samuel Lissner (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Die althistorische Forschung hat bis in die späten 1950er Jahre die demographische Entwicklung im Vorfeld der Reform als ein Bevölkerungsschwund gewertet. Dieser quantitative Mangel an wehrfähigem Potenzial wurde als Hauptgrund für das Nichterfül-len der Vermögensqualifikation angeführt. Seitdem hat sich jedoch eine Tendenz zur Revision der demographischen Entwicklung herausgebildet. Kernaussage dieser Neubewertung ist, dass ein allgemeines Bevölkerungswachstum stattgefunden hat, dessen Konsequenz eine zunehmende Verarmung der italischen Bevölkerung war.
In dieser Arbeit werde ich mich mit der Frage befassen, inwiefern nach der wissenschaftlichen Neubewertung der demographischen Entwicklung im römisch-republikanischen Italien im 2. Jhd. v. Chr. nun nicht auch die Agrarreform von 133 selbst neubewertet werden muss.
Zunächst werde ich eine Auswertung und Interpretation der Zensuszahlen, welche als demographisches Material dienten, vornehmen (Kapitel 2). Im nächsten Schritt werde ich die bereits angesprochene Neubewertung der demographischen Entwicklung nachzeichnen (Kapitel 3). Vor diesem Hintergrund werde ich die Forschungsdiskussion um die Agrarreform darstellen (Kapitel 4).
Als historische Quelle dient Livius, der die Zensuszahlen als demographisches Material überliefert hat. Ferner berichteten die antiken Historiographen Appian und Plutarch im 1. /2. Jhd. n. Chr. sowohl über die Brüder Tiberius und Gaius Gracchus, als auch über die demographische Entwicklung im Vorfeld. Ihre Theorie prägte bis in die späten 1950er Jahre das moderne geschichtswissenschaftliche Forschungsbild und wird deshalb in dieser Arbeit ausführlicher vorgestellt. Der Schwerpunkt meiner Betrachtung liegt im Zeitraum von 200-120 v. Chr., der die Vorlaufzeit und die ersten Auswirkungen der Reform umfasst. Inhaltlich betrachtet geht es überwiegend um die freie Bevölkerung als demographisch-militärisches Potenzial. Eine sozial stratifizierte Darstellung in Sklaven, Großgrundbesitzer etc. tritt daher in den Hintergrund. Auf die Umsetzung und die Auswirkung der Agrarreform sowie deren heftige Ablehnung durch die römische Elite kann ebenfalls nur am Rande eingegangen werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Zensus als demographisches Material

3 Die Bevölkerungsentwicklung im 2. Jhd. v. Chr.

3.1 Theorie der Bevölkerungsabnahme

3.2 Theorie des Bevölkerungswachstums

4 Die Gracchischen Landreformen 133 v. Chr.

4.1 Historischer Kontext und Bewertung der Reform in der älteren Forschung

4.2 Eine Neubewertung der Agrarreform?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die im Zuge der wissenschaftlichen Neubewertung der römischen Bevölkerungsentwicklung im 2. Jahrhundert v. Chr. gewonnenen Erkenntnisse eine neue Einschätzung der Gracchischen Agrarreform von 133 v. Chr. erfordern, indem sie den Fokus von einem postulierten Bevölkerungsschwund hin zu sozio-ökonomischen Problemen wie Armut und Vermögensdisparität verschiebt.

  • Analyse des Zensus als demographisches Material und dessen methodische Grenzen
  • Gegenüberstellung der Theorien zur Bevölkerungsentwicklung (Abnahme vs. Wachstum)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Landzugang und Militärdienstfähigkeit
  • Neubewertung der Motivation Tiberius Gracchus' vor dem Hintergrund veränderter demographischer Thesen
  • Rolle der römischen Eliten und sozio-ökonomische Auswirkungen der Agrarreform

Auszug aus dem Buch

Die Gracchischen Landreformen 133 v. Chr.

Der zahlenmäßige Rückgang der wehrpflichtigen Soldatenspornte Tiberius Gracchus 133 v. Chr. zu seiner Agrarreform an, welche zu einer revolutionären Periode führte – so die der älteren Forschungsmeinung entnommene Kernthese.

Worin bestand die Agrarreform, was war ihre Agenda? Mit einem 133 v. Chr. eingebrachten Gesetz des Volkstribunen Tiberius Gracchus nahm die Agrarreform ihren Lauf. Er griff dabei auf ein faktisch ignoriertes Vorläufergesetz zurück, dass für die Okkupation des römischen Staatslandes (ager publicus) eine Höchstgrenze von 500 iugera (das entspricht ca. 125 ha) veranschlagte. Die lex agraria des Gracchus stellte dahingehend eine Abmilderung dar, dass den Erben der Okkupanten ein Anteil von 250 iugera zugestanden wurde bzw. (nach Livius) die Höchstgrenze auf 1.000 iugera erhöht wurde. Für Entschädigungen und Abmilderungen spricht auch, dass den Okkupanten für das überlassene Land ein Besitzrecht zuerkannt werden sollte.

Das frei werdende Land sollte in Form von kleinen Siedlerstellen an besitzlose römische Bürger umverteilt werden, gleichwohl das Eigentum weiterhin dem Staat unterstand, da der Verkauf des Landes den Siedlern explizit verboten war. Die Durchsetzung dieser Norm sollte diesmal von einer exekutiv wirkenden Dreierkommission, der Gracchus zunächst selbst vorstand, gewährleistet werden. Dennoch wurde die Arbeit nach nur vier Jahren eingestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der römischen Demographie im 2. Jhd. v. Chr. und deren vermeintlichen Zusammenhang mit der Reformtätigkeit des Tiberius Gracchus.

2 Der Zensus als demographisches Material: Erläuterung der Bedeutung, Durchführung und der methodischen Schwächen der antiken Zensuszahlen.

3 Die Bevölkerungsentwicklung im 2. Jhd. v. Chr.: Vergleich der traditionellen Theorie des Bevölkerungsschwunds mit modernen Ansätzen, die von einem Bevölkerungswachstum ausgehen.

4 Die Gracchischen Landreformen 133 v. Chr.: Analyse des historischen Kontextes der Reform sowie deren Neubewertung vor dem Hintergrund aktueller sozio-ökonomischer Forschungsergebnisse.

5 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Reform primär eine Reaktion auf soziale Armut und militärische Sicherheitsprobleme war, nicht auf einen demographischen Bevölkerungsrückgang.

Schlüsselwörter

Gracchische Agrarreform, Tiberius Gracchus, Römische Republik, Zensus, Bevölkerungsentwicklung, Demographie, ager publicus, Kleinbauern, Militärdienst, Vermögensqualifikation, Bevölkerungswachstum, soziale Armut, Sozialgeschichte, römische Elite, Landreform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit hinterfragt das traditionelle Bild der römischen Bevölkerungsentwicklung im 2. Jahrhundert v. Chr. und prüft, inwiefern eine moderne Neubewertung dieser demographischen Trends eine neue Deutung der Ziele der Gracchischen Agrarreform notwendig macht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Demographie Roms, die Interpretation der antiken Zensuslisten, das römische Militärwesen in Abhängigkeit vom Landbesitz sowie die politischen und sozialen Hintergründe der Gracchischen Landreformen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die Agrarreform von 133 v. Chr. nicht primär als Reaktion auf soziale Armut und eine drohende Instabilität des römischen Militärpotenzials zu verstehen ist, anstatt als Antwort auf einen (heute angezweifelten) demographischen Bevölkerungsschwund.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung und kritischen Revision moderner Forschungsliteratur sowie der Interpretation antiker Quellen (Livius, Appian, Plutarch) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine methodische Auseinandersetzung mit dem Zensus als Quelle, eine Gegenüberstellung der Theorien zum Bevölkerungswachstum bzw. -schwund und eine kritische Diskussion der Motive hinter der Agrargesetzgebung des Tiberius Gracchus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind neben den Gracchischen Reformen vor allem demographische Entwicklung, Bevölkerungsdichte, Vermögensqualifikation, ager publicus und sozio-ökonomische Stabilität der römischen Republik.

Warum hält der Autor die These der Fehlannahme des Gracchus für unwahrscheinlich?

Der Autor argumentiert, dass Tiberius Gracchus' Handeln zu kohärent und konsequent war, um lediglich auf einem Irrtum zu basieren; vielmehr habe er soziale und militärische Probleme pragmatisch adressiert.

Welche Rolle spielt die römische Elite in dieser Analyse?

Die Elite wird als Interessensgruppe dargestellt, deren Widerstand gegen die Agrarreform weniger auf staatsmännischen Sicherheitsbedenken, sondern primär auf dem Schutz eigener ökonomischer Vorteile (Großgrundbesitz) basierte.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Gracchische Agrarreform 133 v. Chr. als Reaktion auf die Bevölkerungsentwicklung Roms im 2. Jhd. v. Chr.
Sous-titre
Von der Neubewertung der demographischen Entwicklung zu einer Neubewertung der Gracchischen Reformen?
Université
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Cours
Die Landwirtschaft im römischen Italien (2. Jhd. v. Chr. – 2. Jhd. n. Chr.)
Note
1,0
Auteur
Samuel Lissner (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
21
N° de catalogue
V180648
ISBN (ebook)
9783656035909
Langue
allemand
mots-clé
Gracchische Agrarreform 133 v. Chr. Demographie Demographiegeschichte Sozialgeschichte Wirtschaftsgeschichte Römische Republik Land Wirtschaft Großgrundbesitzer Bevölkerungsentwicklung 2. Jhd. v. Chr.
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Samuel Lissner (Auteur), 2010, Die Gracchische Agrarreform 133 v. Chr. als Reaktion auf die Bevölkerungsentwicklung Roms im 2. Jhd. v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180648
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint