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Re-education in Westdeutschland

Title: Re-education in Westdeutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Birte Jessen (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Geschichte der politischen Bildung beginnt in Deutschland mit dem Zusammenbruch eines totalitären Systems. Mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft ging in Deutschland 1945 eine Besatzungspolitik einher, die eine Re-education anstrebte: die Deutschen sollten zur Demokratie umerzogen werden.
Die vorliegende Arbeit betrachtet zunächst die Ausgangssituation im besetzten Deutschland nach 1945. Die Erziehung und damit verbunden die Schule waren für die westlichen Alliierten der Hauptansatzpunkt, um aus der deutschen Bevölkerung eine demokratische zu machen. Daneben war die kulturelle Umerziehung durch beispielsweise Radio und Zeitungen wichtig. Bekannt geworden ist der von der amerikanischen Armeeführung angeordnete Besuch von Bürgern der Stadt Weimar im Konzentrationslager Buchenwald, ein Beispiel der Aufklärung durch Abschreckung. In dieser Arbeit soll jedoch der Fokus auf die Pläne der Alliierten bezüglich der Schule gelegt werden – wie sollte hier die Umerziehungspolitik aussehen, welche Vorstellungen hatten die westlichen Besatzungsmächte? Diese Frage soll im nächsten Abschnitt geklärt werden. Der Schwerpunkt wird auf dem amerikanischen Re-education-Programm liegen. Somit wird auch bei der Betrachtung der Wirkung des Umerziehungsprogramms, das heißt, der Resonanz bei den Deutschen sowie Erfolgen und Misserfolgen dieser Politik, vornehmlich auf den amerikanischen Einfluss eingegangen werden. Das Problem des Kulturtransfers wird im Nachkriegsdeutschland deutlich und in dieser Arbeit im Anschluss behandelt. Eine Schlussbetrachtung soll die Frage aufwerfen, wie aktuell solche Umerziehungsabsichten und die Debatten von damals, das heißt von vor ca. 60 Jahren, heute noch sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Besatzungspolitik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

3. Die Umerziehungspolitik der Amerikaner

3.1 Das Re-education-Programm

3.2. „Learning by Dewey“

4. Die Umerziehungspolitik der Briten und Franzosen

5. Die Wirkung der Re-education-Politik

5.1 Die Resonanz bei den Deutschen

5.2 (Miss-)Erfolge der Re-education

6. Das Problem des Kulturtransfers

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Umerziehungspolitik (Re-education) der westlichen Alliierten in Deutschland nach 1945, mit einem besonderen Fokus auf das amerikanische Programm im Bereich des Bildungswesens. Sie analysiert die Ziele der Besatzungsmächte, die Resonanz bei der deutschen Bevölkerung sowie die damit verbundenen Herausforderungen des Kulturtransfers.

  • Die Besatzungspolitik und Demokratisierungsziele nach 1945
  • Das amerikanische Re-education-Programm und seine pädagogischen Wurzeln
  • Vergleich der Umerziehungsansätze zwischen den USA, Großbritannien und Frankreich
  • Die Wirkung der Re-education-Politik und ihre Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung
  • Das Problem des Kulturtransfers bei der Demokratisierung von Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

3.2 „Learning by Dewey“

Das Verständnis von Demokratie als Lebensform geht auf den amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859-1952) zurück, dessen Werk „Democracy and Education“ als „Epoche machend[]“ gilt. Dort schreibt er: „Die Demokratie ist mehr als eine Regierungsform; sie ist in erster Linie eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrung.“ Die amerikanischen Vorstellungen einer demokratischen Erziehung waren stark von Dewey geprägt; sie sollte zu einer gerechten Gesellschaft mit gleichen Bildungschancen beitragen (s. 3.1, „Das Re-education-Programm“). Die Amerikaner orientierten sich zudem an Dewey, da er den deutschen Idealismus kritisierte. „Erhöhung des Staates und Unterwerfung des einzelnen waren für ihn die Folge dieser Lehre.“ Die Schulen würden dabei zu Instrumenten des Staates, die diese Lehre weitergeben. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sollten sich die Deutschen nach Auffassung der amerikanischen Siegermacht viel mehr selbst als Bürger begreifen und Verantwortung für die menschliche Gemeinschaft übernehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Ausgangslage im besetzten Deutschland und definiert das Ziel der Arbeit, die Umerziehungspläne der Alliierten im Schulwesen kritisch zu untersuchen.

2. Die Besatzungspolitik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel erläutert die Ziele der Potsdamer Konferenz wie Entnazifizierung und Demokratisierung, wobei das Bildungswesen als zentrales Instrument der Umerziehung hervorgehoben wird.

3. Die Umerziehungspolitik der Amerikaner: Das Kapitel beschreibt das amerikanische Reformprogramm, das auf Chancengleichheit, dem Gesamtschulsystem und dem pragmatischen Ansatz von John Dewey basierte.

4. Die Umerziehungspolitik der Briten und Franzosen: Hier werden die zurückhaltenderen, auf Kooperation und Nichteinmischung basierenden Konzepte der Briten sowie die Ansätze der Franzosen gegenübergestellt.

5. Die Wirkung der Re-education-Politik: Dieses Kapitel thematisiert die begrenzte Akzeptanz der Umerziehungsmaßnahmen bei der deutschen Bevölkerung und bilanziert sowohl das Scheitern umfassender Schulreformen als auch langfristige Erfolge in der politischen Bildung.

6. Das Problem des Kulturtransfers: Der Autor analysiert die Schwierigkeiten, demokratische Werte und politisches Wissen von einer Gesellschaft in eine andere zu übertragen, insbesondere ohne vorhandene demokratische Traditionen.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Aktualität der Debatten um Bildungspolitik und Demokratisierung, die auch 60 Jahre später in verschiedenen Weltregionen fortbestehen.

Schlüsselwörter

Re-education, Umerziehung, Demokratisierung, Besatzungspolitik, Deutschland 1945, Bildungswesen, John Dewey, Pragmatismus, Kulturtransfer, Gesamtschule, politische Bildung, Sozialkunde, Schulreform, westliche Alliierte, Demokratieverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Strategien der westlichen Alliierten, die deutsche Bevölkerung nach 1945 durch Bildungsreformen und Umerziehungsmaßnahmen zur Demokratie zu führen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Besatzungspolitik, der Vergleich amerikanischer, britischer und französischer Bildungskonzepte sowie die Herausforderungen bei der Implementierung fremder politischer Kulturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll untersucht werden, wie die Umerziehungspolitik konzipiert war, wie sie auf die deutsche Bevölkerung wirkte und warum bestimmte Ansätze – wie das Gesamtschulsystem – am gesellschaftlichen Widerstand oder anderen Prioritäten scheiterten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die geschichtliche Ereignisse und pädagogische Konzepte in den Kontext der Nachkriegszeit stellt.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen Besatzungszonen, die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Erziehungsphilosophie sowie eine kritische Betrachtung der Erfolge und Misserfolge des Kulturtransfers.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Re-education, Demokratisierung, Bildungspolitik und den historisch-kulturellen Transfer demokratischer Werte.

Warum lehnte die deutsche Bevölkerung das amerikanische Re-education-Programm teilweise ab?

Die Maßnahmen wurden oft als aufgezwungen und missionarisch wahrgenommen; zudem war die Demokratie als Staatsform durch die Niederlage negativ besetzt und das traditionelle Schulsystem war in der Bevölkerung tief verwurzelt.

Welche Bedeutung hat der Pragmatismus für die amerikanische Umerziehungspolitik?

Der Pragmatismus, maßgeblich geprägt durch John Dewey, diente als theoretisches Fundament, um Schule nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als gelebte Praxis der Demokratie und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens zu gestalten.

Inwiefern lässt sich das Scheitern der Schulreformen erklären?

Das Scheitern ist auf das Festhalten an deutschen Bildungstraditionen, existenzielle Nöte der Bevölkerung und eine Verschiebung der Prioritäten der Besatzungsmächte im Zuge des beginnenden Kalten Krieges zurückzuführen.

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Details

Title
Re-education in Westdeutschland
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,7
Author
Birte Jessen (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V180665
ISBN (eBook)
9783656034834
Language
German
Tags
Re-education John Dewey Umerziehungsprogramm USA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birte Jessen (Author), 2008, Re-education in Westdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180665
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