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Ein deutsches Antitrust-Gesetz?

Die Konzeption des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB 1957)

Title: Ein deutsches Antitrust-Gesetz?

Seminar Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Nicola Kiermeier (Author)

Economics - History
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„Der Kern der modernen Ethik muss die Freiheit sein: die Freiheit des Einzelnen, am globalen Spiel teilnehmen und sich aktiv verwirklichen zu können, und zwar nicht nur zum eigenen, sondern zum Nutzen aller.“ (Hans-Olaf Henkel)

In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie frei unsere Marktwirtschaft wirklich ist und welche Rolle der Staat, als übergeordnete Institution, einnehmen muss. Wie frei sind die einzelnen Akteure im Wettbewerb und wie kann Freiheit langfristig gewährleistet werden? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Kartellpolitik Deutschlands und wie stark ist der amerikanische Einfluss auf die deutsche Kartellpolitik in der Nachkriegszeit?
Diesen Fragen werde ich in der vorliegenden Arbeit am Beispiel des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen vom 27. Juli 1957 (BGBl. 1957 I S.1081) nachgehen. Grundsätzlich wird die Dilemmastruktur, in der sich die Unternehmer befinden, die Informationsasymmetrie und das Kernproblem des Wettbewerbs aufgezeigt. Nachfolgend wird auf die historische Entstehungsgeschichte und die Konzeption des GWB eingegangen. Der Aufbau und die Gliederung des GWB werden deutlich herausgearbeitet und einige Kernparagraphen im Detail vorgestellt. Schließlich folgt die Abgrenzung des GWB gegenüber dem Antitrustgesetz der Vereinigten Staaten von Amerika. Abschließend werden die Ausnahmeregelungen, welche das grundsätzliche Verbot von wettbewerbsbeschränkenden Zusammenschlüssen abmildert, und die damit verbundene Handlungsfähigkeit des GWB hinterfragt.
Als Grundlage meiner Arbeit benutze ich das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen von 1957. Des Weiteren wird Literatur von Walter Eucken, als Begründer des Ordoliberalismus, von Buchheim, Isay, Kirschstein, Langen, Murach-Brand, Rauhut und Suchanek sowie einen Artikel von Hüttenberger in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte von 1976 verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)

1. Dilemmastrukturen und Wettbewerb als Kernproblem

2. Entstehungsgeschichte des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)

3. Konzeption des GWB

3.1 Aufbau und Gliederung des GWB

3.2 Ausgewählte Kernparagraphen des GWB

3.3 Abgrenzungen des GWB zum Antitrustgesetz der USA

4. Ausnahmeregelungen (§§ 98- 103) und Analyse der Handlungsfähigkeit des GWB

III Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und die inhaltliche Konzeption des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) von 1957 im Kontext der westdeutschen Nachkriegswirtschaft und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen ordoliberalen Prinzipien und dem Einfluss der amerikanischen Antitrust-Politik.

  • Die Rolle des Staates als Rahmengeber in der Marktwirtschaft
  • Spieltheoretische Analyse von Dilemmastrukturen im Wettbewerb
  • Historische Entwicklung des GWB unter alliierter Besatzung und deutscher Gesetzgebung
  • Struktur, Kernparagraphen und die Abgrenzung zum US-Antitrustrecht
  • Die Wirksamkeit von Ausnahmeregelungen für spezifische Wirtschaftszweige

Auszug aus dem Buch

1. Dilemmastrukturen und Wettbewerb als Kernproblem

Menschen, demnach auch Akteure auf einem Spielfeld, haben immer divergente Interessen. Einerseits streben sie nach größtmöglicher Selbstverwirklichung und auf der anderen Seite nach erfolgreicher Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. Diese Kombination birgt natürlich extremes Konfliktpotenzial. Aus diesem Grund sind Spielregeln und festgeschriebene Rahmenbedingungen, in denen die Akteure handeln können, auf jeder Ebene des Lebens unverzichtbar. Um die Situation zum gegenseitigen Vorteil gewährleisten zu können, muss jeder einzelne Spieler einen Beitrag dazu leisten. Jedoch entstehen häufig durch Informationsasymmetrien und Anreizschwierigkeiten Dilemmastrukturen, welche die Zusammenarbeit der Akteure verhindern.

Ein Modell aus der Spieltheorie, das Gefangenendilemma, kann das Grundproblem veranschaulichen und wird im folgenden Abschnitt erläutert.

Ein Spieler A und ein Spieler B befinden sich in der gleichen Situation. Jeder Spieler hat zwei Wahlmöglichkeiten, entweder kooperieren (k) oder nicht kooperieren (nk). Die Entscheidungen von Spieler A sind horizontal durch die Spalten gekennzeichnet und diejenigen von Spieler B vertikal in den Zeilen. Das Ergebnis der Entscheidungen, welche von beiden unabhängig getroffen werden können, und die jeweiligen Bewertungen kann man in den Quadraten I-IV ablesen. Vor dem Komma steht die Bewertung von Spieler A und nach dem Komma die Bewertung von Spieler B. Umso höher eine Bewertung ausfällt, desto größer ist die Affinität des Spielers zu dieser Entscheidung. Es besteht die Annahme, dass die Spieler über die Struktur der Situation informiert sind, jedoch nicht die Möglichkeit haben sich untereinander abzustimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung definiert das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und staatlicher Regulierung in der Marktwirtschaft und führt in die Fragestellung zur Entstehung des GWB ein.

II Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB): Dieses Hauptkapitel analysiert die theoretischen Dilemmastrukturen des Wettbewerbs sowie die historische Genese und die konkrete Ausgestaltung des GWB inklusive seiner Abgrenzung zum US-Recht und notwendiger Ausnahmen.

III Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das GWB einen notwendigen Kompromiss darstellt, um trotz der Unvollkommenheit des Marktes einen fairen Wettbewerb zu wahren.

Schlüsselwörter

GWB, Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, Kartellpolitik, Ordoliberalismus, Marktwirtschaft, Antitrust, Wettbewerb, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Wettbewerbsbeschränkungen, Marktbeherrschung, Ludwig Erhard, Alliierte, Dekartellisierung, Wirtschaftsordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Konzeption und Entstehungsgeschichte des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) von 1957 im westdeutschen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte sind die ordnungspolitische Rolle des Staates, das Problem des fairen Wettbewerbs und der Einfluss der amerikanischen Besatzungsmächte auf die deutsche Gesetzgebung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu hinterfragen, wie das GWB als Instrument zur Erhaltung fairen Wettbewerbs konzipiert wurde und wie es den Spagat zwischen ordoliberalen Vorstellungen und den Bedingungen der Nachkriegsrealität bewältigt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt spieltheoretische Ansätze (Gefangenendilemma) zur Veranschaulichung ökonomischer Dilemmata sowie eine rechts- und wirtschaftshistorische Analyse der Entwürfe und Verhandlungen zum GWB.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historische Entwicklung ab 1923, den Aufbau des Gesetzes, die Rolle marktbeherrschender Unternehmen und die Auswirkungen zahlreicher Ausnahmeregelungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind GWB, Kartellpolitik, Ordoliberalismus, Marktbeherrschung und Wettbewerbsregulierung.

Inwiefern beeinflusste das US-Antitrustrecht das deutsche Gesetz?

Das US-Recht prägte insbesondere das Verbotsprinzip, auch wenn deutsche Traditionen und ordoliberale Ideen zu einem spezifischen Kompromiss führten, der Ausnahmen zuließ.

Warum sind Ausnahmeregelungen im GWB (§§ 98-103) so bedeutend?

Sie ermöglichen es, spezifischen Wirtschaftszweigen mit strukturellen Besonderheiten, wie etwa der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft, Rechnung zu tragen, für die eine universelle Wettbewerbsregelung nicht praktikabel wäre.

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Details

Title
Ein deutsches Antitrust-Gesetz?
Subtitle
Die Konzeption des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB 1957)
College
University of Mannheim  (Seminar für Wirtschaftsgeschichte)
Course
Wie "frei" ist unsere Marktwirtschaft? Wirtschaftsordnung und Regulierung in Westdeutschland seit 1945
Grade
2,0
Author
B.A. Nicola Kiermeier (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V181435
ISBN (eBook)
9783656043836
ISBN (Book)
9783656043799
Language
German
Tags
Wirtschaftsgeschichte Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen Kartell Antitrust Nachkriegszeit 1957 Marktwirtschaft Wettbewerb Kapitalismus Geschichte Neueste Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Nicola Kiermeier (Author), 2010, Ein deutsches Antitrust-Gesetz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181435
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