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Mikrogeschichte in der Ethnologie

Ein wertvoller Beitrag

Title: Mikrogeschichte in der Ethnologie

Term Paper , 2011 , 9 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Klaus Cleber (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die postmoderne Erkenntnis dass Geschichtswissenschaft im Grunde eine subjektive Konstruktion ist führte zu Veränderungen und Strömungen innerhalb der Disziplin. Unter ihnen sticht die Mikrogeschichte für Ethnologen besonders hervor, da die Ethnologie einigen Einfluss auf die Entwicklung dieser Strömung hatte und eine Reihe Gemeinsamkeiten und ähnliche Forschungsstandards vorhanden sind. Im Folgenden möchte ich mich daher mit der Mikrogeschichte ausführlich auseinandersetzen. Zuerst gebe ich eine allgemeine Einführung, um dann näher auf konzeptionelle Besonderheiten einzugehen. Der zweite Teil bietet einen Überblick über Kritiken und Überlegungen zur Mikrogeschichte, speziell zur Beziehung der Mikro- und Makroebene. Insgesamt können im vorliegenden Text lediglich die Hauptgedanken und -argumente zusammengefasst werden, da die Diskussionen zum Thema einen erstaunlichen Umfang erreicht haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Mikrogeschichte?

2.1 Allgemein

2.2 das außergewöhnliche Normale

2.3 Gemeinsamkeiten mit ethnologischer Feldforschung

3. Kritische Überlegungen und der Mikro-Makro-Link

3.1 Kritik

3.2 Die Beziehung von Mikro und Makro

4. Schluss

5. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Strömung der Mikrogeschichte auseinander, beleuchtet deren theoretische Grundlagen, methodische Besonderheiten sowie das Spannungsfeld zwischen Mikro- und Makroanalyse, um den interdisziplinären Wert dieser historischen Forschungsperspektive zu verdeutlichen.

  • Grundlagen und Definitionen der Mikrogeschichte
  • Konzept des "außergewöhnlichen Normalen"
  • Interdisziplinäre Verbindungen zur Ethnologie
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Mikro-Makro-Problematik
  • Methodologische Abgrenzung und Erkenntnispotenziale

Auszug aus dem Buch

2.2 Das außergewöhnliche Normale

Wie wählt der Mikrohistoriker seine Fälle aus? Er beginnen mit etwas, das nicht ganz passt, einer Merkwürdigkeit, und sehen dies gegebenenfalls als Zeichen für eine zu entdeckende größere Geschichte (Peltonen 2001: 349). In Ginzburgs Fall wird Menocchio von der Inquisition zweimal verhört. Daran können wir sehen, dass er keinesfalls ein typisches, unauffälliges Mitglied seiner Gemeinde war. Dennoch erfahren wir im Buch eine Menge über die Normalität, die Struktur und Meinungen des Dorfes anhand der Fremdheit Menocchios.

Ein Fall kann also gerade deshalb ausgewählt werden, weil er herausragend ist und das Versagen der sozialen Mechanismen demonstriert (Burke 2005: 42). Hinzu kommt, dass häufig nur von sozial Auffälligen umfangreiche schriftliche Zeugnisse überdauert haben, wie Gerichtsakten oder Inquisitionsakten, da sie die Aufmerksamkeit von Autoritäten erregt haben. Somit zeigen sie auch nach welchen Regeln diese Institutionen arbeiten. (Magnusson 2003: 710). Gewissermaßen kann also genau das rekonstruiert werden, was die Quellen eigentlich verschweigen (Medick 1994: 47) und Diskrepanzen zwischen den normativen Systemen und den Reaktionen der Individuen auf sie aufgedeckt werden (Levi 1991: 97). Es geht demzufolge auch darum, das Fragmentarische und den Pluralismus der Lebenswelten darzustellen und damit die Fluidität von Systemen stärker in den Mittelpunkt zu rücken (Levi 1991: 107).

Ginzburg betont, dass es niemandem möglich wäre, aus seiner Kultur und Klasse komplett herauszutreten. Auch in Menocchios Aussagen als Extremfall lassen sich Gemeinsamkeiten zu Texten bäuerlicher Kultur finden. Diese Technik soll dazu beitragen, zu verstehen, was in der untersuchten Situation als das „statistisch Häufigere“ zu verstehen ist. (Ginzburg 1990: 17) Was sich also an Gemeinsamkeiten zwischen Extremfall und schweigender Mehrheit finden lässt, dem kann man eine gewisse Bedeutung zuschreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehung der Mikrogeschichte als Reaktion auf postmoderne Erkenntnisse und als Annäherung an ethnologische Forschungsstandards ein.

2. Was ist Mikrogeschichte?: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte der Mikrogeschichte, darunter die Reduktion des Beobachtungsmaßstabs und das Konzept des "außergewöhnlichen Normalen".

3. Kritische Überlegungen und der Mikro-Makro-Link: Der Abschnitt diskutiert methodische Kritikpunkte an der Mikrogeschichte und das problematische Verhältnis zwischen mikrohistorischen Fallstudien und makrohistorischen Erklärungsmodellen.

4. Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung der Mikrogeschichte als interdisziplinäre Schnittstelle zusammen und reflektiert über zukünftige Kombinationsmöglichkeiten mit makrohistorischen Ansätzen.

5. Quellen: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur und Referenzen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Mikrogeschichte, Historische Anthropologie, Makrogeschichte, Ethnologie, Beobachtungsmaßstab, Agency, Außergewöhnliches Normales, Individuum, Quellenstudium, Methode, Interdisziplinarität, Sozialgeschichte, Narrative Forschung, Diskurs, Lebenswelten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Disziplin der Mikrogeschichte, ihre historischen Wurzeln und ihre theoretische Einbettung in die Geschichtswissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die methodische Verkleinerung des Beobachtungsmaßstabs, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft sowie die kritische Reflexion über die Repräsentativität von Einzelfällen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konzepte der Mikrogeschichte transparent zu machen und aufzuzeigen, wie sie sich gegenüber der klassischen Makrogeschichte abgrenzt und ergänzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die verschiedene historiographische Strömungen und Ansätze (wie die von Ginzburg oder Levi) synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse des "außergewöhnlichen Normalen" und eine kritische Auseinandersetzung mit der Mikro-Makro-Problematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mikrogeschichte, Historische Anthropologie, methodischer Individualismus, Agency, Fallstudie und das Spannungsfeld zwischen Mikro- und Makroebene.

Was bedeutet der Begriff "außergewöhnliches Normales" konkret?

Er beschreibt die mikrohistorische Praxis, einen individuellen, oft "abweichenden" Fall zu untersuchen, um durch ihn tiefere Einsichten in die allgemeine Normalität und soziale Struktur einer Epoche zu gewinnen.

Wie unterscheidet sich die Mikrogeschichte methodisch von der klassischen Geschichtsschreibung?

Während klassische Ansätze oft generalisieren und Systeme (wie Politik oder Wirtschaft) in den Vordergrund stellen, arbeitet die Mikrogeschichte induktiv, fokussiert auf das Individuum und verzichtet bewusst auf großflächige quantitative Verallgemeinerungen.

Warum spielt die Ethnologie eine wichtige Rolle für die Mikrogeschichte?

Die Ethnologie lieferte wichtige Impulse, insbesondere das Konzept der "dichten Beschreibung" von Clifford Geertz, das den Forschern half, kulturelle Bedeutung hinter sozialen Praktiken sichtbar zu machen.

Können Mikro- und Makrogeschichte überhaupt kombiniert werden?

Die Arbeit zeigt auf, dass dies ein umstrittenes Feld bleibt: Während einige Historiker eine strikte Trennung bevorzugen, diskutieren andere (wie Kracauer) Ansätze einer Multiperspektivität oder eine komplementäre Nutzung beider Ebenen.

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Details

Title
Mikrogeschichte in der Ethnologie
Subtitle
Ein wertvoller Beitrag
College
Martin Luther University
Grade
2,3
Author
Klaus Cleber (Author)
Publication Year
2011
Pages
9
Catalog Number
V182013
ISBN (eBook)
9783656057246
Language
German
Tags
mikrogeschichte ethnologie beitrag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Cleber (Author), 2011, Mikrogeschichte in der Ethnologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182013
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