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Der Transfer von Kreditrisiken - Systemische Risiken und Reformvorschläge

Titre: Der Transfer von Kreditrisiken - Systemische Risiken und Reformvorschläge

Mémoire (de fin d'études) , 2010 , 96 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Bauer (Auteur)

Economie politique - Finances
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Die Entwicklung von Instrumenten zum Transfer von Kreditrisiken gilt als bedeutendste Finanzinnovation der letzten Jahrzehnte. Mit Kreditverbriefungen wie Asset Backed Securities (ABS) und Collateralized Debt Obligations (CDO) konnten ganze Kreditportfolios in Form von Wertpapiertranchen an Investoren weitergereicht werden, mit Credit Default Swaps (CDS) ließen sich Ausfallrisiken von Krediten und Anleihen absichern. Die Bankenaufsicht verzichtete jahrelang auf eine umfassende Regulierung des Kreditrisikotransfers und betonte die nützlichen Einsatzmöglichkeiten dieser Instrumente. Doch nahm im Sommer 2007 eine Finanzkrise ihren Lauf, die mit dem Kreditrisikotransfer in Verbindung steht.

Im Rahmen der Diplomarbeit „Der Transfer von Kreditrisiken: Systemische Risiken und Reformvorschläge“ wird untersucht, welche Eigenschaften der Instrumente des Kreditrisikotransfers systemische Risiken nach sich zogen und die Stabilität des Finanzsystems gefährdeten. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei Anreiz- und Informationsprobleme zwischen Originatoren, Ratingagenturen und Investoren, die schließlich zu einer massiven Ausweitung der Kreditvergabe, sinkenden Kreditvergabestandards und der Verbriefung schlechter Kreditportfolios geführt haben. Außerdem wird beschrieben, wie diese Instrumente die Umgehung von regulatorischen Anforderungen erlaubten, die nur für den Bankensektor galten, und wie ein unreguliertes System von Schattenbanken durch Rückkopplungseffekte auf das regulierte Bankensystem die Stabilität des Finanzsystems gefährden konnte. Schließlich werden die systemischen Risiken des unregulierten Markets für Credit Default Swaps beschrieben.

Ausgehend von diesen Problemen und Schwachstellen des Kreditrisikotransfer werden Reformvorschläge unterbreitet, die im Rahmen der Reform des Finanzsystems nach einer der größten Finanz- und Wirtschaftskrisen aller Zeiten, einen Beitrag zur Minderung der Risiken des Kreditrisikotransfers leisten können. Hierbei stehen die Minderung der Anreiz- und Informationsprobleme und die Regulierung des Marktes für Credit Default Swaps im Zentrum der Betrachtung. Diese Reformen können einen Beitrag dazu leisten, künftig einen sinnvollen Einsatz des Kreditrisikotransfers zu ermöglichen, ohne dass dieser gleichzeitig ein großes systemisches Risiko darstellt und die Stabilität des Finanzsystems gefährdet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Alan Greenspan, Finanzsystemregulierung und die Krise

2. Das systemische Risiko

2.1 Stabilität des Finanzsystems

2.2 Systemische Ereignisse und Ansteckungseffekte

2.3 Systemische Relevanz von Finanzinstituten und Finanzmärkten

3. Grundlegendes zum Transfer von Kreditrisiken

3.1 Das Kreditrisiko

3.2 Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken

3.2.1 Kreditderivate: Der Credit Default Swap

3.2.2 Kreditverbriefungen: ABS und CDO

3.3 Anwendungsmöglichkeiten aus Sicht des Originators

3.3.1 Aktives Management von Kreditportfolios

3.3.2 Regulatorische Eigenkapitalentlastung

3.4 Anwendungsmöglichkeiten aus Investorensicht

4. Systemische Risiken des Kreditrisikotransfers

4.1 Anreizprobleme und asymmetrische Informationsverteilung

4.1.1 Das Agency-Modell

4.1.2 Ex-Ante-Problem der Adverse Selection

4.1.3 Komplexität der Verbriefung und Anreizprobleme der Ratingagenturen

4.1.4 Ex-Post-Problem des Moral Hazard

4.2 Das Schattenbankensystem

4.3 Gefahren des Marktes für Credit Default Swaps

4.3.1 Marktgröße und Intransparenz

4.3.2 Marktkonzentration und Interdependenzen

4.3.3 Liquiditätsrisiken

5. Reformen zur Minderung von systemischen Risiken

5.1 Überblick über die aktuelle Debatte zur Reform des Finanzsystems

5.2 Abbau von Anreizkonflikten beim Transfer von Kreditirisiken

5.3 Regulierung der Ratingagenturen

5.3.1 Die Bedeutung von Ratings im Bankenaufsichtsrecht

5.3.2 Anpassen des Geschäftsmodells

5.3.3 Förderung eines qualitätsorientierten Wettbewerbs

5.4 Regulieren des Marktes für Credit Default Swaps

6. Der Kreditrisikotransfer: Die Lehren aus der Krise

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systemischen Risiken, die durch Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken – insbesondere Kreditderivate und Verbriefungen – entstanden sind. Ziel ist es, die Schwachstellen dieser Finanzinnovationen aufzuzeigen, die maßgeblich zur Finanzkrise ab 2007 beigetragen haben, und konkrete Reformvorschläge zur Minderung dieser Risiken zu erarbeiten.

  • Analyse der Funktionsweise und Anwendung von Kreditrisikotransferinstrumenten
  • Untersuchung von Agency-Problemen und asymmetrischer Informationsverteilung
  • Bewertung der Rolle von Schattenbanken und dem Markt für Credit Default Swaps
  • Diskussion von Reformansätzen für Ratingagenturen
  • Evaluierung von Maßnahmen zur Reduzierung systemischer Risiken im Finanzsystem

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Ex-Ante-Problem der Adverse Selection

Vor Vertragsabschluss, also vor dem Kauf einer Verbriefungstranche oder der Übernahme der Sicherungsposition in einem Kreditderivat, besteht für den Investor die Hauptgefahr darin, dass der Kreditgeber bei der Bonitätsprüfung nachlässig handelt, Vergabestandards seiner Kredite senkt oder bewusst schlechte Kredite mit hohem Risiko weitergibt – also eine negative Auswahl von Krediten (Adverse Selection) trifft. Ein solches Verhalten ist dem Kreditgeber möglich, wenn der Sicherungsgeber nicht in der Lage ist, die Kreditwürdigkeit der zugrundeliegenden Referenzschuldner richtig einzuschätzen und das von ihm übernommene Kreditrisiko nicht umfassend bewerten kann.

Doch vergeben Banken angesichts der Möglichkeit, Kreditrisiken zu transferieren, leichtfertiger Kredite? Vergleicht man amerikanische Banken, die durch die Emission von Collateralized Debt Obligations Kreditrisiken transferieren, mit solchen die sich dieser Instrumente nicht bedienten, so stellt man fest, dass die Kreditvergabe Ersterer über mehrere Jahre um 50 anstieg. Diese Ausweitung der Kreditvergabe bedeutet nicht zwangsläufig, dass es einen direkten Zusammenhang mit gesunkenen Kreditvergabestandards gibt. Doch scheint das tatsächlich der Fall gewesen zu sein: Die Analyse des US-amerikanischen Hypothekenmarkts der Jahre 2001 bis 2006 macht deutlich, dass es einen empirisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Ausweitung des Geschäfts mit Kreditverbriefungen und sinkenden Ablehnungsquoten bei Kreditanträgen gab. Auch kam es zu einer Abnahme der ualität der Kredite. So steht die Verdopplung der Emission von Kreditverbriefungen im Zusammenhang mit einer Zunahme der Ausfallrate von 10 bis 25.

Die Verbriefung von Krediten hat jedoch nicht nur zu einer Ausweitung des Volumens der Kreditvergabe geführt und die Standards bei der Bonitätsprüfung gesenkt, sondern auch Banken dazu verleitet, die schlechten Kredite aus ihren Büchern zu entfernen und die guten Kredite weiterhin zu halten. In den Jahren 2003 bis 2007 entwickelten sich verbriefte US-Hypothekenkredite deutlich schlechter, als jene, die die Kreditgeber nicht verbrieften und bis zum Ende der Laufzeit halten wollten. Die Ausfallraten der verbrieften Kredite lagen dabei um bis zu 20 höher als die der einbehaltenen Kredite.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Alan Greenspan, Finanzsystemregulierung und die Krise: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle von Alan Greenspan und die Entwicklung der Finanzkrise, wobei der Fokus auf dem Vertrauen in die Selbstregulierung der Märkte und den anschließenden systemischen Erschütterungen liegt.

2. Das systemische Risiko: Es wird das Konzept des systemischen Risikos erläutert, wobei Stabilität, Ansteckungseffekte und die Relevanz von Finanzinstituten zentral behandelt werden.

3. Grundlegendes zum Transfer von Kreditrisiken: Hier werden die technischen Grundlagen von Kreditrisiken sowie die Instrumente wie Kreditderivate und Kreditverbriefungen aus der Perspektive von Originatoren und Investoren dargestellt.

4. Systemische Risiken des Kreditrisikotransfers: Dieses Kapitel analysiert die durch den Risikotransfer entstandenen Anreizprobleme, das Schattenbankensystem und die spezifischen Gefahren im Markt für Credit Default Swaps.

5. Reformen zur Minderung von systemischen Risiken: Es werden konkrete Reformvorschläge diskutiert, darunter die Anpassung von Anreizstrukturen beim Risikotransfer, die Regulierung von Ratingagenturen und die Stärkung des CDS-Marktes durch zentrale Kontrahenten.

6. Der Kreditrisikotransfer: Die Lehren aus der Krise: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse aus der Finanzkrise zusammengefasst und die Notwendigkeit einer umfassenden Finanzsystemregulierung hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Kreditrisikotransfer, Systemisches Risiko, Finanzkrise, Verbriefung, Kreditderivate, Credit Default Swap, Schattenbankensystem, Adverse Selection, Moral Hazard, Ratingagenturen, Finanzmarktregulierung, Eigenkapitalentlastung, Counterparty-Risiko, Ansteckungseffekte, Finanzinnovationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Kreditrisikotransferinstrumenten bei der Entstehung systemischer Risiken und der Finanzkrise ab 2007 sowie Lösungsansätze für eine stabilere Finanzmarktarchitektur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernpunkten gehören die Analyse von Verbriefungsstrukturen (ABS, CDO), der Markt für Kreditderivate (CDS), agency-theoretische Probleme wie Adverse Selection und Moral Hazard sowie regulatorische Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Schwachstellen des Kreditrisikotransfers aufzudecken, die zu einer Destabilisierung des Finanzsystems führten, und Vorschläge zur Minderung dieser systemischen Risiken unter Einbeziehung von Aufsichtsmaßnahmen zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung finanzökonomischer Konzepte sowie empirischer Erkenntnisse zur Finanzkrise und zur Wirkung regulatorischer Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung technischer Grundlagen, die Analyse systemischer Risiken (agency-theoretische Probleme, Schattenbanken, Intransparenz der CDS-Märkte) und die Diskussion konkreter Reformvorschläge (Trancheneinbehalt, Regulierung von Ratingagenturen, Einführung zentraler Gegenparteien).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Kreditrisikotransfer, systemisches Risiko, Finanzkrise, Verbriefung, Kreditderivate, Credit Default Swap und Finanzmarktregulierung.

Was unterscheidet das Issuer-Pays-Modell vom Investor-Pays-Modell bei Ratingagenturen?

Im Issuer-Pays-Modell bezahlen die Emittenten der Wertpapiere die Agenturen, was zu Interessenkonflikten führen kann. Beim Investor-Pays-Modell übernehmen Investoren die Kosten, um die Abhängigkeit der Agenturen von den Originatoren zu verringern, was jedoch operative Hürden und Free-Rider-Probleme schafft.

Warum stellen Credit Default Swaps (CDS) ein besonderes systemisches Risiko dar?

CDS-Märkte sind stark konzentriert, intransparent und durch komplexe Interdependenzen gekennzeichnet, wobei das Fehlen zentraler Clearing-Stellen und die Problematik von Leerpositionen die Anfälligkeit für Kettenreaktionen bei Ausfällen erhöht.

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Résumé des informations

Titre
Der Transfer von Kreditrisiken - Systemische Risiken und Reformvorschläge
Université
University of Applied Sciences Hof
Cours
Internationales Management - Finance
Note
1,0
Auteur
Andreas Bauer (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
96
N° de catalogue
V182041
ISBN (ebook)
9783656056294
ISBN (Livre)
9783656056126
Langue
allemand
mots-clé
transfer kreditrisiken systemische risiken reformvorschläge
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Bauer (Auteur), 2010, Der Transfer von Kreditrisiken - Systemische Risiken und Reformvorschläge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182041
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