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Das Menschenbild bei Thukydides

Titre: Das Menschenbild bei Thukydides

Essai , 2010 , 8 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Marius Kurschus (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Thukydides gilt als einer der bedeutendsten Historiker der Antike. Sein Werk über den Peloponnesischen Krieg wird als frühes Muster einer historischen Monographie, dem viele andere Historiker gefolgt sind, gesehen.
Wie in jedem selbstverfassten Werk kann man bei einer tieferen Analyse verschiedener Textstellen auch die Motivationen und Meinungen des Autors erkennen. In Thukydides Werk gibt es mehrfach solche Stellen, in denen er unterschwellig seine eigene Meinung einbaut oder es ganz bewusst macht. Durch diese Auszüge lässt sich für den Leser das Menschenbild Thukydides herausarbeiten. Es ist zu erwarten, dass Thukydides den Menschen sehr schlecht darstellt und mit ihm hart ins Gericht geht, denn er war ein Anhänger der sophistischen Lehre , die sich dadurch charakterisiert, dass der Mensch als ein von Machttrieb und Überlebenswillen gesteuertes Wesen, dass über allen anderen Wesen steht, gesehen wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Hinführung zum Thema

Der Pestbericht (II, 47–54)

Der Mytilene-Beschluss (III, 35–50)

Die Pathologie des Krieges (III, 82–85)

Der Melierdialog (IV, 85–115)

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Menschenbild des antiken Historikers Thukydides anhand ausgewählter Schlüsselstellen aus seinem Werk "Der Peloponnesische Krieg" zu analysieren und herauszuarbeiten, inwiefern sein Geschichtsbild von der sophistischen Lehre geprägt ist.

  • Analyse der menschlichen Reaktion in Ausnahmesituationen wie Epidemien.
  • Untersuchung der Machtdynamiken und des "Rechts des Stärkeren" in politischen Entscheidungsprozessen.
  • Betrachtung der moralischen Verrohung durch Bürgerkriege (Stasis).
  • Kritische Reflexion der Rolle von Egoismus und Herrschsucht als zentrale menschliche Antriebsfedern.

Auszug aus dem Buch

Die Pathologie des Krieges (III, 82–85)

Bei der Pathologie des Krieges handelt es sich um ein Musterbeispiel Thukydides über den Ausbruch eines des Bürgerkrieges und dessen Folgen für eine Polis. Er wählt sein Muster am Beispiel Kerkyras, dem heutigen Korfu. In der kerkyranischen Gesellschaft gab es, wie in allen griechischen Polis, Vertreter der Demokraten und Aristokraten. Schon in den ersten Sätzen schreibt Thukydides, dass die Menschen, solange sie in Frieden und Wohlstand nach besseren Grundsätzen leben würden, durch den Peloponnesischen Krieg jedoch versuchte jedes Lager, die Führer des Volkes die Athener, der Adel die Spartaner, auf seine Seite zu bringen und von ihnen Unterstützung zu bekommen, um gegen den jeweils andern vorzugehen. Der Bürgerkrieg entbrannte nicht nur auf Kerkyra. Thukydides spricht davon, dass es der erste Krieg dieser Art war und später in ganz Hellas solche Kriege vorkamen.

Durch diese entstandene Zwietracht, kam es laut Thukydides in der Bevölkerung zu einem Sittenverfall oder eher zu einer Inversion der Tugenden. Beispiele dafür sind „unüberlegte Tollkühnheit“ die fortan als „aufopfernde Tapferkeit“ galt. Thukydides fügt noch sehr viele Beispiele an, an denen man erkennen kann, dass die ganzen Tugenden der damaligen Zeit fast in ihr Gegenteil umgekehrt wurden. Unüberlegtes Handeln, wildes Draufgängertum und Böses tun, war auf einmal angesehen und Eigenschaften wie Vorsicht, Besonnenheit und Klugheit wurden verspottet und als feige abgetan. All diese Sittenlosigkeit kam durch den Bürgerkrieg in ganz Hellas auf und den Grund sieht Thukydides wieder in der „Herrschsucht[…], die sich in Habgier und Ehrgeiz äußert“. Ein weiteres Mal bringt er den menschlichen Trieb nach Macht ein und auch am Ende der Pathologie erwähnt er wieder die menschliche Natur, die „ohnehin gewohnt [ist] gegen die Gesetze Unrecht zu tun“ und sich daran auch noch erfreut.

Zusammenfassung der Kapitel

Hinführung zum Thema: Diese Einleitung stellt Thukydides als bedeutenden Historiker vor und erläutert die methodische Herangehensweise, das Menschenbild des Autors durch die Analyse von Schlüsselstellen zu erschließen.

Der Pestbericht (II, 47–54): Dieser Abschnitt untersucht das Verhalten der Menschen während der Epidemie in Athen, wobei Thukydides den moralischen Verfall und die Abkehr von gesellschaftlichen Normen kritisiert.

Der Mytilene-Beschluss (III, 35–50): Die Analyse dieser Debatte verdeutlicht die Mechanismen von Machtgier, Zorn und nützlichkeitsorientiertem politischen Handeln in der athenischen Volksversammlung.

Die Pathologie des Krieges (III, 82–85): Anhand der Unruhen auf Kerkyra wird die Inversion gesellschaftlicher Tugenden während des Bürgerkrieges und der menschliche Trieb zur Destruktivität aufgezeigt.

Der Melierdialog (IV, 85–115): Dieser Teil thematisiert das Zynische am "Recht des Stärkeren" und zeigt auf, wie der Besitz von Macht zur Korruption eines ganzen Volkes führt.

Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst das von der Sophistik geprägte, realistische und pessimistische Menschenbild zusammen, welches das Streben nach Macht als zentrale Konstante menschlichen Handelns definiert.

Schlüsselwörter

Thukydides, Peloponnesischer Krieg, Menschenbild, Sophistik, Machtgier, Sittenlosigkeit, Recht des Stärkeren, Athen, Mytilene, Kerkyra, Bürgerkrieg, Geschichte der Antike, Politische Philosophie, Gesellschaftskritik, Herrschsucht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Menschenbild des antiken Historikers Thukydides anhand ausgewählter Textpassagen aus seinem Hauptwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Feldern gehören die menschliche Natur in Ausnahmesituationen, politische Machtdynamiken, die Korruption durch den Besitz von Macht und die ethische Entwicklung während kriegerischer Konflikte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse bestimmter Ereignisse zu zeigen, wie Thukydides den Menschen als ein von Machttrieb und Egoismus gesteuertes Wesen begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Textanalyse angewandt, die ausgewählte Stellen (Pestbericht, Mytilene-Debatte, Pathologie des Krieges, Melierdialog) interpretiert, um die zugrundeliegende sophistische Weltsicht des Autors aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische historische Ereignisse analysiert, die Thukydides nutzt, um verschiedene Aspekte des menschlichen Verhaltens und seiner moralischen Bewertung zu veranschaulichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind insbesondere Machtgier, Sittenlosigkeit, das Recht des Stärkeren, politischer Realismus und der Einfluss der sophistischen Lehre.

Wie bewertet Thukydides den Menschen in Krisenzeiten?

Laut der Arbeit stellt Thukydides dar, dass Menschen in Extremsituationen, wie der Pest oder dem Bürgerkrieg, gesellschaftliche Normen ablegen und ihr Handeln ausschließlich auf den eigenen Vorteil und Überlebensinstinkte ausrichten.

Welche Rolle spielt der Melierdialog für das Verständnis des Autors?

Der Melierdialog dient als Musterbeispiel für das rücksichtslose "Recht des Stärkeren", durch das Thukydides die Arroganz und die korrumpierende Wirkung politischer Macht auf die Athener verdeutlicht.

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Résumé des informations

Titre
Das Menschenbild bei Thukydides
Université
University of Freiburg
Note
1,0
Auteur
Marius Kurschus (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
8
N° de catalogue
V182273
ISBN (ebook)
9783656056447
Langue
allemand
mots-clé
Thukydides Menschenbild Antike Antike Griechenland Peloponnesischer Krieg Athen und Sparta Geschichtsschreibung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marius Kurschus (Auteur), 2010, Das Menschenbild bei Thukydides, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182273
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