Die vorliegende Seminararbeit im Fach Banking zeigt einen Überblick über die Deutsche Einlagensicherung sowie der Bankenrettung am Beispiel der Commerzbank AG. Erstellt wurde die Seminararbeit im Mai 2011
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deutsche Einlagensicherung
2.1. Gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken
2.2. Freiwillige Einlagensicherung der privaten Banken
2.2.1. Umfang der Einlagensicherung
2.3. Wie arbeitet die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und der Einlagensicherungsfonds?
2.4. Ablauf eines Entschädigungsverfahrens
3. Die Finanzkrise und die Rettung der Commerzbank AG
3.1. Von der Immobilienkrise zur Finanzkrise
3.2. Die Commerzbank AG
3.2.1. Die Krise der Commerzbank AG und die Hilfe des Staats
3.2.3. Der Weg aus der Staatsbeteiligung
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Mechanismen der deutschen Einlagensicherung sowie die Ursachen und den Verlauf der staatlichen Rettung der Commerzbank AG während der globalen Finanzkrise. Dabei wird analysiert, wie das Finanzinstitut stabilisiert wurde und welche Schritte zur Rückzahlung der staatlichen Hilfen unternommen wurden.
- Strukturen und Funktionen der gesetzlichen sowie freiwilligen Einlagensicherung in Deutschland
- Ablauf und rechtliche Rahmenbedingungen bei Entschädigungsverfahren im Insolvenzfall
- Ursprung und Ausbreitung der Finanzkrise ausgehend von der US-Immobilienkrise
- Chronologie der Rettungsmaßnahmen für die Commerzbank AG durch den SoFFin
- Strategien zur Kapitalerhöhung und Reduzierung der staatlichen Beteiligung
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Die Krise der Commerzbank AG und die Hilfe des Staats
Als die Commerzbank AG am 01.September 2008 ankündigte, die Dresdner Bank AG zu übernehmen, konnte Vorstandsvorsitzender Martin Blessing noch nicht wissen, dass er bald auf Staatshilfen angewiesen sein wird. Nach der Insolvenz von Lehmann Brothers Mitte September, stürzte die Finanzbranche in eine große Krise. Das vierte Quartal 2009 ist für beide Kreditinstitute schlecht gelaufen. Der vereinbarte Kaufpreis lag zunächst bei 9,8 Milliarden Euro. Am 27. November 2008 haben sich die Commerzbank AG und die Allianz AG, als Verkäufer der Dresdner Bank AG, darauf geeinigt, den Kaufpreis auf rund fünf Milliarden Euro zu senken.
Am 03.November 2008 hat die Commerzbank AG mit der Finanzmarktstabilisierungsanstalt vereinbart, dass der Bank Finanzhilfen in Höhe von 8,2 Milliarden zu kommen.
Im Dezember 2008 stellt der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) der Commerzbank AG eine stille Einlage in Höhe von 8,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Commerzbank AG ist somit die erste Bank in Deutschland, die das von der Bundesregierung im Zuge der Finanzmarktkrise ins Leben gerufenem Programm zur Stärkung der Kapitalbasis und Stabilisierung der Finanzmärkte in Anspruch genommen hat. Die stille Einlage wird zu 100 % auf das Kernkapital (Tier 1) angerechnet. Die stille Einlage wurde am 31.Dezember 2008 gezahlt und in das Eigenkapital der Commerzbank ein gebucht. Mit der ersten Tranche lag die Kernkapitalquote bei 11,2 % (bisher 7,6 %), was deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 4 % liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Sorgen deutscher Sparer infolge der Finanzkrise und skizziert den Aufbau der Arbeit von der Einlagensicherung bis hin zur Rettung der Commerzbank AG.
2. Deutsche Einlagensicherung: Dieses Kapitel beschreibt das zweistufige System aus gesetzlicher und freiwilliger Einlagensicherung sowie den Ablauf eines Entschädigungsverfahrens.
3. Die Finanzkrise und die Rettung der Commerzbank AG: Hier werden die US-Immobilienkrise als Auslöser, die spezifische Krise der Commerzbank und die staatlichen Rettungsmaßnahmen detailliert dargelegt.
4. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Effektivität der staatlichen Stützungsmaßnahmen und diskutiert die langfristigen Herausforderungen wie den Verkauf der Eurohypo und die Profitabilität der Bank.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Einlagensicherung, Commerzbank AG, Staatshilfe, SoFFin, Immobilienkrise, Kapitalerhöhung, Eigenkapital, Bankenrettung, EAEG, Schuldverschreibung, Entschädigungsverfahren, Finanzmarktstabilisierung, Kernkapital, Eurohypo
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Absicherung von Bankeinlagen in Deutschland sowie die Hintergründe und den Ablauf der staatlichen Rettung der Commerzbank AG während der weltweiten Finanzkrise.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentral sind die Funktionsweise der Einlagensicherung, die Ursachen der Finanzkrise (Subprime-Krise) und die Details der staatlichen Kapitalstärkung der Commerzbank.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das deutsche Einlagensicherungssystem funktioniert und wie der Staat durch Kapitalhilfen ein systemrelevantes Kreditinstitut vor der Insolvenz bewahrte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachspezifische Literatur- und Dokumentenanalyse, die auf offiziellen Berichten, Presseinformationen und Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der deutschen Sicherungssysteme und eine detaillierte Aufarbeitung der Commerzbank-Rettung inklusive der Kapitalerhöhungsmaßnahmen von 2011.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Finanzkrise, Staatshilfe, Commerzbank AG, SoFFin und Einlagensicherung beschreiben.
Welche Rolle spielt die Allianz AG bei der Rettung der Commerzbank?
Die Allianz AG war Verkäuferin der Dresdner Bank und beteiligte sich zudem mit einer stillen Einlage an der Commerzbank, wodurch sie zum zweitgrößten Aktionär wurde.
Warum war der Verkauf der Eurohypo laut Autorin kritisch?
Der Verkauf der Eurohypo stellt aufgrund milliardenhoher Abschreibungen und EU-Auflagen einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor für die zukünftige Ertragslage der Commerzbank AG dar.
Wie bewertet die Autorin die Bedingungen der staatlichen Rettung?
Die Autorin kritisiert, dass die Zinssätze für die Staatshilfe teilweise zu hoch waren und die Konstruktion der Zinszahlung (nur bei Gewinn) den Steuerzahler benachteiligte.
- Quote paper
- Manuela Gönsch (Author), 2011, Deutsche Einlagensicherung und Bankenrettung ab 2008 am Beispiel der Commerzbank AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182600