Die Bedeutung gesundheitswissenschaftlicher Zusammenhänge für die praktische Arbeit im Gesundheitswesen dargestellt anhand eines Praxisbeispiels

Demographischer Wandel: Wie entwickelt sich der Rettungsdienst bis 2050?


Hausarbeit, 2008
16 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung

3 Theoretischer Rahmen
3.1 Definition demographischer Wandel
3.2 Beschreibung des Rettungsdienstes in Deutschland

4 Methodik
4.1 Datenquellen und Recherchen
4.2 Ein- und Ausschlusskriterien

5 Ergebnisse

6 Herausforderungen an den Rettungsdienst

7 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis/ Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

Deutschland befindet sich gegenwärtig in einem Prozess einer älter werdenden Gesellschaft. Bis Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der Zielgruppe der Älteren in der Bevölkerung, trotz der bekannten zu erwartenden demo-graphischen Entwicklung, kaum besondere Bedeutung geschenkt. Mit den drängenden Fragen einer Finanzierung des Versorgungssystems, einer effektiveren Versorgung, einer zunehmenden Patientenorientierung sowie einer Differenzierung des Angebots erfährt auch die Zielgruppe der Älteren vermehrt Aufmerksamkeit (Backes, 2003).

Dieser „demographische Wandel“ hat auch weit reichende Auswirkungen auf den Rettungsdienst, als integralen Bestandteil des Gesundheitswesens.

Die vorliegenden, recherchierten Ergebnisse über das zukünftig zu erwartende notärztliche Leistungsgeschehen beruhen auf der „mittleren Variante“ der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung und zeigen, dass trotz abnehm-ender Bevölkerung bis zum Jahr 2050 das Aufkommen an Notarztalamierungen um ein Viertel steigen wird , wobei dies, in Relation zu der dann existierenden Bevölkerungszahl, einer Steigerung von 56% entspricht (Behrendt, 2005).

In dieser Hausarbeit wird der Versuch unternommen, die gesundheits-wissenschaftlichen Zusammenhänge, zwischen dem demographischen Wandel und den daraus resultierenden Folgen für den Rettungsdienst auf-zuzeigen.

Nach einer Einführung in die Thematik wird im zweiten Kapitel der Hausarbeit auf die Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung eingegangen.

Das dritte Kapitel bildet den theoretischen Rahmen, und in Kapitel vier wird die Methodik zur Beantwortung der Fragestellung dieser Hausarbeit erläutert.

Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse dargestellt.

Die Kapitel sechs und sieben betrachtet die zu erwartenden Herausforderun-gen für den Rettungsdienst, und schließen mit einer Zusammenfassung und Schlussfolgerung die Hausarbeit ab.

2 Ausgangslage und Entwicklung der Fragestellung

Die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland hat sich bereits in der Vergangenheit verändert und wird sich auch in der Zukunft in Richtung einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft entwickeln. Ein solcher demographische Wandel hat weit reichende ökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen, wie unter anderem die Diskussionen um die Sicherheit der sozialen Systeme aufgrund der Veränderung der Proportion zwischen Erwerbstätigen auf der einen Seite und Rentnern/Pensionären auf der anderen Seite zeigen. Die Folgen einer älter werdenden Gesellschaft als Bestandteil der so genannten „personellen Infrastruktur“ wirken sich selbstverständlich auch auf die „materielle Infrastruktur“ wie zum Beispiel Wohnungswesen, Freizeiteinrichtungen sowie Bildungs-, Gesundheits- und Führsorgewesen aus.

Damit ist auch der Rettungsdienst als integraler Bestandteil des Gesundheitssystems von den Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung betroffen, die letztlich durch Geburten- und Sterbezahlen auf der einen Seite als „natürliche Bevölkerungsbewegung“ und Ein- und Auswanderungen als „räumliche Bevölkerungsbewegung auf der anderen Seite bestimmt werden (Pötzsch, 2003).

Nachfolgend sollen die Auswirkungen einer sich bundesweit verändernden Bevölkerungsstruktur auf den Rettungsdienst und die damit verbundene Entwicklung des Einsatzaufkommens aufgezeigt werden.

Darüber hinaus sind weitere Auswirkungen einer älter werdenden Gesellschaft auf den Rettungsdienst vor allem aus medizinischer Sicht denkbar und bereits heute prognostisch darstellbar, da Art und Umfang der zu behandelnden Krankheitsbilder sich mit dem Alter der Patienten ändern werden und damit veränderte Anforderungen ebenso an das Rettungsdienstfachpersonal mit seinen Aus- und Fordbildungen stellen wie an das medizinische Personal. Die anstehenden Ausführungen untersuchen die zukünftige Entwicklung des Aufkommens von Notarztalamierungen im Rettungsdienst und die damit verbundenen Krankheitsbilder.

3 Theoretischer Rahmen

3.1 Definition Demographie und demographischer Wandel

„Demographie“

Der Begriff Demographie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten, „demos= das Volk“ und „graphe= die Beschreibung“ zusammen ().

Die Enzyklopädie Brockhaus definiert Demographie folgender Maßen: „Demographie ist die Beschreibung von Zustand und Veränderung der Bevölkerungszahl und Bevölkerungszusammensetzung mithilfe der Bevölkerungsstatistik“. Die drei Größen die hierbei berücksichtigt werden müssen sind: Lebenserwartung, Geburtenrate und die Anzahl der Zu- und Abwanderung (Brockhaus, 20. Auflage, S. 208).

„Demographischer Wandel“

Die Beobachtung und Aufzeichnung von demographische Daten lassen Analysen und Interpretationen über die Bevölkerungsvorgänge zu. Diese über Jahrzehnte notierten Vorgänge werden auch als „demographischer Wandel“ bezeichnet (Brockhaus, 20. Auflage, S.209).

3.2 Beschreibung des Rettungsdienstes in Deutschland

Der deutsche Rettungsdienst ist nach heutiger Rechtsauffassung dem Bereich der Daseinsvor- und Daseinsfürsorge sowie der Gefahrenabwehr zugeordnet und fällt gemäß Artikel 30 und Artikel 70 des Grundgesetzes in die grundsätzliche Regelkompetenz der Länder und wird in deren Rettungsdienst-gesetzen geregelt. Rettungsdienst wird unterteilt in die Bereiche Notfallrettung und Krankentransport.

Die Aufgaben der Notfallrettung umfassen bei Notfallpatienten, die sich in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten (Rettungsdienstgesetz NRW §2), die Durchführung lebensrettender Maßnahmen am Unfallort, die Herstellung der Transportfähigkeit und den Transport in ein geeignetes Krankenhaus. Notfallrettung bezeichnet damit eine zeitkritische, potenziell lebensrettende und damit gefahrenabwehrende Dienst-leistung, mit der Kernstrategie der Wiederherstellung und Stabilisierung der Vitalfunktionen (Brinkmann, 2002). Aus ökonomischer Perspektive ist dabei die Zeit ein limitationaler Produktionsfaktor, das heißt das medizinische Outcome hängt nicht nur allein von der Art und Qualität der Diagnose und Therapie ab, sondern ganz wesentlich von der Zeitspanne bis zur Einleitung adäquater Therapiemaßnahmen. Entsprechend ist das Ziel der Notfallrettung diese Zeitrestriktion zu lockern, um sicherzustellen, dass die Erhöhung beziehungs-weise der Einsatz anderer Produktionsfaktoren (zum Beispiel neue medizin-ische Leistungen und Technologien) ein besseres medizinisches Outcome ermöglichen (Brinkmann, 2002). Durch den organisierten Rettungsdienst wird die Notfallrettung als integraler Bestandteil der Rettungskette gesehen, deren Glieder „Erste Hilfe“, „Notfallmeldung“, „Organisierter Rettungsdienst“ und „Krankenhaus“ ineinander greifen müssen, um eine optimale Versorgung des Notfallpatienten zu ermöglichen beziehungsweise zu gewährleisten. Dementsprechend umfasst die Notfallrettung alle Organisationsabläufe und medizinischen Maßnahmen zwischen dem Eingang der Notfallmeldung in der Rettungsleitstelle und der Übergabe des Notfallpatienten an das Krankenhaus.

Dabei gilt allerdings, dass die optimale Funktionsweise des Gesamtsystems durch das schwächste Glied der Kette limitiert wird. (Schmiedel, 2002).

Abb.1:Rettungskette

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gorgaß, 1997

Der Krankentransport hat die Aufgabe kranke, verletzte und anderweitig hilfs-bedürftige Personen, die keine Notfallpatienten sind, fachgerecht zu betreuen (Rettungsdienstgesetz NRW § 2) und zu befördern und dementsprechend liegt hier keine vitale Bedrohung des Patienten vor. Im Vordergrund des qualifizierten Krankentransportes steht die Transportleistung, und diese ist meist disponibel (Schmiedel, 2002). So genannte Krankenfahrten (oder auch einfacher Krankentransport), die keiner fachlichen Betreuung bedürfen, sind nicht Aufgabe des Rettungsdienstes. Notfallrettung ist vom Krankentransport auch über die Benutzung von Sonderrechten auf der Anfahrt abzugrenzen (Brinkmann, 2002).

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Details

Titel
Die Bedeutung gesundheitswissenschaftlicher Zusammenhänge für die praktische Arbeit im Gesundheitswesen dargestellt anhand eines Praxisbeispiels
Untertitel
Demographischer Wandel: Wie entwickelt sich der Rettungsdienst bis 2050?
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg  (Sozial- und Gesundheitswissenschaften)
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V183011
ISBN (eBook)
9783656078449
ISBN (Buch)
9783656078920
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, zusammenhänge, arbeit, gesundheitswesen, praxisbeispiels, demographischer, wandel, rettungsdienst
Arbeit zitieren
Jean-Claude Balanck (Autor), 2008, Die Bedeutung gesundheitswissenschaftlicher Zusammenhänge für die praktische Arbeit im Gesundheitswesen dargestellt anhand eines Praxisbeispiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183011

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