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Bankenregulierung: Ursachen, Ziele und Formen

Titre: Bankenregulierung: Ursachen, Ziele und Formen

Dossier / Travail de Séminaire , 2003 , 30 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Johannes Treu (Auteur)

Economie politique - Théorie et Politique monetaire
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Es gehört zu den unumgänglichen Tatsachen, dass der Bankensektor in hoch entwickelten Volkswirtschaften eine starke Regulierungsdichte aufweist. Als Grund wird oft das bestehende Misstrauen in die Funktionsfähigkeit des Sektors oder die starke Verflechtung mit anderen Bereichen einer Volkswirtschaft genannt. Diese Arbeit soll sich mit den Ursachen, Zielen und Formen der Bankenregulierung auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang, erscheint es sinnvoll, die Begriffe Bank und Bankenregulierung bzw. Bankenaufsicht näher zu erläutern.
Eine Legaldefinition von Banken lässt sich in fast jedem Wirtschaftslexikon oder im Kreditwesengesetz (KWG) finden. Laut § 1 KWG sind Kreditinstitute sämtliche Unternehmungen, „die Bankgeschäfte betreiben, wenn der Umfang dieser Geschäfte einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.“ Im KWG folgt nach dieser Definition eine Liste mit möglichen Bankgeschäften. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kreditinstitute privat organisiert sind oder sich in öffentlicher Hand befinden. Von dieser Legaldefinition ausgeschlossen sind die Bundesbank, Bausparkassen, Versicherungsunternehmen und Pfandleihunternehmen. Weitere Erklärungen des Begriffes Bank lassen sich in der vielfältigen bankwirtschaftlichen Literatur finden. So definiert z.B. Linder-Lehmann (2001) eine Bank als einen Intermediär, wobei die Tätigkeit in der Transformation von Kapital nach Risiko, Größe und Fristigkeit besteht. Hinzu kommt das Angebot einer risikolosen, festverzinslichen und kündbaren Einlage sowie die Bereitstellung von langfristigen Krediten.
Als Bankenregulierung lassen sich „alle Maßnahmen des Staates, die sich mit der Aufsicht und Kontrolle der Struktur, Organisation und Funktionsweise des Bankensystems in einem Land beschäftigen,“ definieren. Unter dem Begriff Bankenaufsicht sind demnach, sämtliche Organe der Bankenaufsicht, die laufende Überwachung der Kreditinstitute und alle Rechtsvorschriften zu verstehen, die sich speziell auf bankgeschäftliche Tätigkeiten und Kreditinstitute beziehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursachen für eine Bankenregulierung

2.1 Externe Effekte

2.2 Natürliche Monopole

2.3 Asymmetrische Informationen

3. Ziele der Bankenregulierung

3.1 Gläubiger- und Einlegerschutz

3.2 Systemschutz

3.3 Effizienzverbesserung

4. Formen der Bankenregulierung

4.1 Selbstregulierung

4.2 Staatliche Regulierung

4.2.1 Protektive Maßnahmen

4.2.1.1 Einlagen- und Institutsicherung

4.2.2.2 Die Zentralbank als Lender of Last Resort

4.2.2 Präventive Maßnahmen

4.2.2.1 EK-Regulierung

4.2.2.2 Liquiditätsnormen

4.2.2.3 Sonstige Normen bzw. Maßnahmen

4.2.3 Wettbewerbspolitik

4.3 Veränderungen in der Bankenaufsicht – Basel II

4.4 Kosten der Regulierung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und Ausgestaltung der Bankenregulierung in modernen Volkswirtschaften. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Ursachen (Marktversagen), die verfolgten Ziele (Schutz und Stabilität) sowie die konkreten Formen der staatlichen Aufsicht und Selbstregulierung systematisch darzustellen und kritisch zu reflektieren.

  • Analyse von Marktversagen im Bankensektor (externe Effekte, Monopole, Informationsasymmetrien).
  • Untersuchung der Schutzziele: Einleger- und Gläubigerschutz sowie Systemschutz.
  • Vergleich von Selbstregulierung und staatlicher Bankenaufsicht.
  • Diskussion präventiver Instrumente wie Eigenkapital- und Liquiditätsnormen.
  • Evaluation der aktuellen regulatorischen Herausforderungen durch Basel II.

Auszug aus dem Buch

4.2.1.1 Einlagen- und Institutsicherung

Bei der Einlagen- und Institutsicherung geht es darum, glaubwürdige Mechanismen zu schaffen, die so wirken sollen, dass die Einleger keine Anreize haben ihre Einlagen vorzeitig abzuziehen, um somit Bankenkrisen zu verhindern.

Die Sicherungssysteme, welche die Einleger vor dem Verlust ihrer Depositen bewahren und verhindern sollen, dass solvente Banken zusammenbrechen, können in privatwirtschaftlicher oder staatlicher Trägerschaft sein. Der Grund für ein privatwirtschaftliches Sicherungssystem der Banken ist darin zu sehen, dass diese sich selbst vor negativen Ansteckungseffekten schützen wollen. Die stabilisierende Wirkung kommt daher, dass die Einleger auf die Zahlungsfähigkeit des Sicherungssystems vertrauen. Dieses Vertrauen währt solange wie keine allgemeine Systemkrise herrscht.

Die Effektivität einer Einlagensicherung hängt dabei von folgenden Faktoren ab: 1. Die Höhe des Betrags für den die Einlagensicherung haftet. 2. Die Durchsetzbarkeit des Verlustausgleiches im Schadensfall. 3. Die Höhe der Transaktionskosten und der Opportunitätskosten eines vorübergehenden Liquiditätsverlustes, die bei der Schadensabwicklung entstehen. 4. Die Erfassung aller, die mit dieser Konvention brechen und so negative Externalitäten verursachen. Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, gewährt das Sicherungssystem ein hohes Maß an Effizienz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Bankenregulierung, Definition zentraler Begriffe und Überblick über die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Ursachen für eine Bankenregulierung: Erläuterung der ökonomischen Rechtfertigung staatlicher Eingriffe durch Marktversagen, insbesondere externe Effekte, natürliche Monopole und asymmetrische Informationen.

3. Ziele der Bankenregulierung: Analyse der Hauptziele, die eine Regulierung anstrebt, unterteilt in Gläubigerschutz, Schutz des Finanzsystems sowie Effizienzverbesserung.

4. Formen der Bankenregulierung: Detaillierte Betrachtung der Instrumente, von der Selbstregulierung über staatliche Schutzmaßnahmen bis hin zu Basel II und der Kostenbetrachtung.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die feststellt, dass Regulierung zwar notwendig, aber kein Allheilmittel ist, und die Notwendigkeit der internationalen Harmonisierung betont.

Schlüsselwörter

Bankenregulierung, Marktversagen, Einlagensicherung, Systemrisiko, Asymmetrische Informationen, Bank-Run, Basel II, Eigenkapitalnormen, Bankenaufsicht, Liquiditätssteuerung, Finanzplatzstabilität, Moral Hazard, Wettbewerbspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit staatlicher und marktbasierter Eingriffe in den Bankensektor, um Marktversagen zu korrigieren und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für Regulierung, den Schutzzielen (Gläubiger, Systemstabilität), den verschiedenen Formen der Aufsicht und den Auswirkungen aktueller Standards wie Basel II.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einschlägiger finanzwissenschaftlicher und ordnungstheoretischer Literatur basiert, um die Funktionsweise der Bankenregulierung zu erklären.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, warum und wie Banken reguliert werden und welche Zielkonflikte, wie z.B. zwischen Stabilität und Kosten, dabei entstehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert ausführlich die Gründe für Marktversagen, die verschiedenen Arten der Einlagen- und Institutsicherung, die Rolle der Zentralbank als "Lender of Last Resort" sowie die Herausforderungen der Eigenkapitalregulierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Bankenregulierung, Marktversagen, Stabilität des Finanzsystems und Basel II definieren.

Wie wirkt sich die Einlagensicherung auf das Verhalten der Banken aus?

Durch die Einlagensicherung sinkt der Kontrolldruck der Kunden, was zu einem moralischen Risiko (Moral Hazard) führen kann, da Banken dazu neigen könnten, riskantere Geschäfte einzugehen.

Was versteht man unter dem "too big to fail"-Problem?

Dabei handelt es sich um die Erwartung, dass besonders große Banken aufgrund ihrer systemischen Relevanz im Krisenfall durch den Staat oder die Zentralbank gestützt werden, was wiederum Anreize für riskantes Verhalten schafft.

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Résumé des informations

Titre
Bankenregulierung: Ursachen, Ziele und Formen
Université
University of Rostock  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Note
1,0
Auteur
Johannes Treu (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
30
N° de catalogue
V18309
ISBN (ebook)
9783638226813
Langue
allemand
mots-clé
Bankenregulierung Ursachen Ziele Formen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Johannes Treu (Auteur), 2003, Bankenregulierung: Ursachen, Ziele und Formen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18309
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