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Der Brief des Claudius an die Alexandriner und die Verfasstheit der dortigen jüdischen Diaspora

Title: Der Brief des Claudius an die Alexandriner und die Verfasstheit der dortigen jüdischen Diaspora

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 18 Pages

Autor:in: Simon Köhler (Author)

World History - Early and Ancient History
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Der Brief des Claudius stellt den Versuch des Kaisers dar, die gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen Teilen der jüdischen und griechischen Bevölkerung, die seit dem Jahr 38 n. Chr. in Alexandria stattfanden, zu beenden und die verfeindeten Lager zu befrieden. Der erste Teil dieser Arbeit bietet eine Gliederung des Briefes und beschäftigt sich mit den darin angesprochenen Maßnahmen. Darauf folgend wird zweitens eine Zusammenfassung der Ereignisse gegeben, die dazu führten, dass Claudius diesen Brief an die Alexandriner richtete. Die Kapitel drei bis sieben beinhalten Themen, die in der Literatur kontrovers dargestellt werden. Hier wird versucht, zu einer eigenen Position zu finden. Unter anderem geht es darum, in welchem Verhältnis der Brief des Claudius mit dessen Judenedikten steht. Außerdem wird eine Chronologie der verschiedenen Gesandtschaften von Alexandria nach Rom angeboten. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf der Frage, woher die Empörung über das Verhalten der Juden, die Claudius im Brief zum Ausdruck bringt, rührt. Interessant ist hierfür eine These zur Verfasstheit der antiken jüdischen Diaspora. Diese wird zur Erklärung des Gesinnungswandels des Claudius herangezogen.
Gearbeitet wurde mit der Übersetzung des Briefs an die Alexandriner, wie sie bei Bar-rett in dessen Quellensammlung zur Umwelt des Neuen Testaments zu finden ist. Als Grundlage für diese Arbeit diente unter anderem Helga Botermanns aufschlussreiche Schrift zum Judenedikt des Kaisers Claudius. Darüberhinaus beziehe ich mich für die Ausschreitungen in Alexandria auf die entsprechenden Kapitel bei Smallwood, Ferril, Bernett und Bringmann. Mittels des Aufsatzes zum Brief des Kaisers Claudius von Richard Laqueur von 1926 konnte Einblick in die Diskussion direkt nach Veröffentlichung des Pap. Lond. 1912 genommen werden. Zudem lieferten Mendels und Edrei in „Zweierlei Diaspora“ von 2010 eine These, die meines Wissens noch nicht mit den Spannungen zwischen Juden und Griechen in Zusammenhang gebracht wurde.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: verwendete Literatur, Quellen, Thematik

2. Der Brief des Claudius an die Alexandriner

2.1 Inhaltliche Gliederung

2.2 Die im Brief bezeugten Maßnahmen

3. Die Vorgeschichte des Briefes

4. Der Brief des Claudius und die Judenedikte

5. Eine Chronologie der Ereignisse

6. Die Verwirrung – die „besonderen Gesandtschaften“ der Juden

7. Ein Beitrag zur Entwirrung – Mendels` und Edreis These von „zweierlei Diaspora“

8. Schluss: Fazit, weiterführende Fragen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Brief des Kaisers Claudius an die Alexandriner, um die Hintergründe der Auseinandersetzungen zwischen der jüdischen und griechischen Bevölkerung in Alexandria zu beleuchten und eine Erklärung für die ablehnende Haltung des Kaisers gegenüber den Juden zu finden.

  • Strukturelle Analyse des Briefes des Claudius an die Alexandriner
  • Aufarbeitung der historischen Vorgeschichte und der Rolle von Kaiser Caligula
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem Brief des Claudius und den Judenedikten
  • Analyse der verschiedenen Gesandtschaften nach Rom
  • Anwendung der These der „zweierlei Diaspora“ zur Erklärung innerjüdischer Spannungen

Auszug aus dem Buch

Die Vorgeschichte des Briefes

Wie bereits erwähnt geht die Sonderstellung der Juden im römischen Reich auf Augustus zurück. Dieser hatte einerseits mit der laographia eine neue Steuer eingeführt. Zu deren Zahlung waren die Juden verpflichtet, da sie - anders als die Griechen - vom Erwerb des Bürgerrechts ausgeschlossen waren. Im Gegenzug gewährte er den Juden, dass sie nicht im selben Maße wie die Griechen an den rituellen Handlungen des Kaiserkultes teilnehmen mussten. Schließlich war die, unter Augustus aufkommende gottähnliche Verehrung der römischen Kaiser unvereinbar mit den jüdischen Glaubensgrundsätzen.

Doch spätestens mit dem Amtsantritt Caligulas war dieser Kompromiss nicht mehr tragfähig. Wie schon erwähnt forcierte der Nachfolger Tiberius die Verehrung seiner Person. Vor allem durch den Befehl, eine Statue, die ihn zeigte, im Tempel von Jerusalem aufzustellen, mussten sich die Juden provoziert fühlen. In der gegenwärtigen Forschung wird ein Vorfall in Iamneia als ein Anlass dafür gedeutet. Dort zerstörten Juden einen römischen Altar zu Ehren Caligulas. Dieser Akt wurde als eine Bezeugung politischen Ungehorsams aufgefasst. Caligula setzte, um seine Macht unter Beweis zu stellen an der empfindlichsten Stelle der Juden an; dem Tempel in Jerusalem. Die Juden versuchten die Schändung des Tempels durch einen Streik der Feldarbeiter zu verhindern. Zudem waren einige auch bereit ihr Leben zu opfern. Dies mündete darin, dass Petronius mit militärischem Widerstand gedroht wurde. Je nachdem, ob man Philo, oder Josephus mehr Glauben schenkt, wird Agrippa I. oder Publius Petronius der größere Anteil daran zugeschrieben, dass dieser Befehl bis zu Caligulas Tod nicht ausgeführt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: verwendete Literatur, Quellen, Thematik: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Brief des Claudius als Instrument der Befriedung zwischen den Bevölkerungsgruppen in Alexandria zu analysieren und methodische Grundlagen sowie die verwendete Literatur vorzustellen.

2. Der Brief des Claudius an die Alexandriner: Dieses Kapitel gliedert den Brief in fünf Teile und erläutert die darin enthaltenen kaiserlichen Maßnahmen, insbesondere den Umgang mit dem Kaiserkult und die rechtliche Einordnung der jüdischen Privilegien.

3. Die Vorgeschichte des Briefes: Hier werden die historischen Ursachen für die Unruhen beleuchtet, insbesondere die durch Caligulas Provokationen ausgelösten Spannungen und das Erstarken des Konflikts im Jahr 38 n. Chr.

4. Der Brief des Claudius und die Judenedikte: Das Kapitel vergleicht den Brief des Claudius mit den bei Josephus überlieferten Edikten und diskutiert die Debatte um deren Echtheit sowie die mögliche Diskrepanz in der Haltung des Kaisers.

5. Eine Chronologie der Ereignisse: Es wird eine zeitliche Abfolge der Ereignisse nach dem Tod Caligulas erstellt, um den Wandel im Tonfall der kaiserlichen Dokumente nachvollziehbar zu machen.

6. Die Verwirrung – die „besonderen Gesandtschaften“ der Juden: Dieses Kapitel hinterfragt die Entstehung der jüdischen Gesandtschaften nach Rom und die kaiserliche Irritation über deren Dopplung.

7. Ein Beitrag zur Entwirrung – Mendels` und Edreis These von „zweierlei Diaspora“: Hier wird die These zweier unterschiedlicher jüdischer Lager (hellenistisch-westlich vs. rabbinisch-östlich) zur Erklärung der Delegationswirren herangezogen.

8. Schluss: Fazit, weiterführende Fragen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Spaltung der jüdischen Bevölkerung in zwei Gruppen ein schlüssigerer Erklärungsansatz für die historischen Vorgänge ist als bisherige ökonomische Erklärungsmodelle.

Schlüsselwörter

Claudius, Alexandria, jüdische Diaspora, Kaiserkult, Judenedikt, Caligula, Gesandtschaften, römische Herrschaft, Bürgerrecht, laographia, Antike, soziale Spannungen, Mendels, Edrei, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Hintergründen der Spannungen zwischen Juden und Griechen in Alexandria unter der Herrschaft von Kaiser Claudius und analysiert dessen Brief an die Alexandriner als zentrales Dokument.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Verfasstheit der jüdischen Diaspora, der Kaiserkult, die Rolle der kaiserlichen Judenedikte und die gesellschaftlichen Strukturen innerhalb der alexandrinischen Judenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Sinneswandel des Kaisers Claudius gegenüber den Juden und die Ursachen für die Unruhen in Alexandria durch die Linse der „zweierlei Diaspora“ besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse, vergleicht bestehende Forschungsmeinungen und synthetisiert diese mit einem neueren soziologischen Ansatz zur antiken Diaspora-Struktur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die inhaltliche Gliederung des Briefes, die chronologische Einordnung der Konfliktereignisse unter Caligula und Claudius sowie die Problematik der widersprüchlichen diplomatischen Bemühungen der Juden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Claudius, Alexandria, jüdische Diaspora, Judenedikt, Kaiserkult, Gesandtschaften und die Differenzierung zwischen orthodoxen und modernistischen jüdischen Strömungen.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „modernistischen“ und „orthodoxen“ Juden eine so große Rolle in der Argumentation?

Der Autor nutzt diese Differenzierung, um die für Historiker bisher verwirrende Dopplung der jüdischen Gesandtschaften in Rom plausibel zu erklären.

Inwieweit beeinflusste der „Kaiserkult“ die Entscheidung des Claudius?

Der Kaiserkult war ein zentrales politisches Integrationsinstrument; die Weigerung der Juden, diesen rituellen Anforderungen zu entsprechen, führte zu wiederholten Spannungen und provozierte die kaiserliche Autorität.

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Details

Title
Der Brief des Claudius an die Alexandriner und die Verfasstheit der dortigen jüdischen Diaspora
College
Dresden Technical University
Author
Simon Köhler (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V183489
ISBN (eBook)
9783656077558
ISBN (Book)
9783656077626
Language
German
Tags
Alexadnria Diaspora Judentum Progrom Claudius Caligula Gaius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Köhler (Author), 2011, Der Brief des Claudius an die Alexandriner und die Verfasstheit der dortigen jüdischen Diaspora, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183489
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