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Freigelassene in der frühen Kaiserzeit am Beispiel der Briefe Plinius des Jüngeren

Título: Freigelassene in der frühen Kaiserzeit am Beispiel der Briefe Plinius des Jüngeren

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2011 , 66 Páginas

Autor:in: Martin Miehe (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Die vorliegende Arbeit hat ihren Schwerpunkt in der Quellenanalyse. Ich werde ausloten, welche Informationen sich aus dem Briefwerk des jüngeren Plinius für die Thematik der Freigelassenen herausziehen lassen. Die Ergebnisse der Analyse, kontrastiert und angereichert durch weitere Quellen, werden in den jeweiligen historischen Kontext eingefügt. Sich ergebende Übereinstimmungen sollen herausgearbeitet, Unstimmigkeiten und Besonderheiten sollen geklärt werden. Eine systematische Darstellung der Freilassungspraxis der frühen Kaiserzeit ist in diesem Zusammenhang allerdings weder möglich noch beabsichtigt. Daher wurden die allgemeinen Darstellungen so knapp wie möglich gehalten.

Bei meiner Untersuchung werde ich mich auf zwei Fragenkomplexe konzentrieren:
1. Welche Motive konnten den Herren eines Sklaven bewegen, sein Eigentum an diesem aufzugeben?
2. Welche Spielräume ergaben sich für die Sklaven nach der Freilassung?

Dabei werde ich wie folgt vorgehen:
Das erste Kapitel der Arbeit ist der Einordnung ihres Themas in den Gesamtzusammenhang gewidmet: In aller Kürze wird die Entwicklung von Sklaverei und Freilassung bis in das 2. Jahrhundert n. Chr. skizziert. Anschließend wird die Epoche, die den Hintergrund der Arbeit bildet, in ihren Grundzügen umrissen. Darauf folgt eine kurze Diskussion der dieser Arbeit zugrunde liegenden Quelle: der Briefe des Plinius.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der Frage, aus welchen Gründen die Freilassungen überhaupt stattfanden und welche Sklaven am ehesten dafür in Betracht kamen.
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf dem dritten Kapitel, in welchem der juristische, politische und soziale Status der Freigelassenen behandelt wird.
Am Schluss steht ein Fazit, das die eingangs gestellten Fragen beantwortet und die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammenfasst.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einordnung des Themas

1.1 Sklaven und Freigelassene in Rom

1.2 Frühe Kaiserzeit

1.3 Die Briefe Plinius des Jüngeren

1.3.1 Briefe als Quelle

1.3.2 Plinius als Person

1.3.3 Plinius als Autor

2 Vor der Freilassung – Warum wurden Sklaven freigelassen?

2.1 Zuneigung und Dankbarkeit

2.2 Selbstdarstellung

2.3 Weitere Gründe

2.4 Welche Sklaven kamen für eine Freilassung in Frage?

3 Nach der Freilassung – Welchen Status besaßen Freigelassene?

3.1 Juristisch: Rechte und Pflichten

3.1.1 Bürgerrecht

3.1.2 Klientelverhältnis

3.1.3 operae libertorum

3.1.4 SC Silanianum

3.2 Politisch: Freigelassene in Ämtern und Verwaltung

3.3 Sozial: Lebensumstände und Prestige

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Hausarbeit analysiert das Briefwerk von Plinius dem Jüngeren, um Erkenntnisse über die Praxis, Motive und Konsequenzen der Freilassung von Sklaven in der frühen Kaiserzeit zu gewinnen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Motive die Herren zu einer Freilassung bewegen konnten und welche rechtlichen sowie sozialen Spielräume sich für die Freigelassenen anschließend ergaben.

  • Motive für Sklavenfreilassungen (Zuneigung, Dankbarkeit, Selbstdarstellung).
  • Rechtlicher Status und Pflichten (Bürgerrecht, Klientelverhältnis, operae libertorum).
  • Die Rolle der Freigelassenen in der Verwaltung und im öffentlichen Leben.
  • Soziale Lebensumstände und Prestige in Abhängigkeit vom ehemaligen Herrn.

Auszug aus dem Buch

2.1 Zuneigung und Dankbarkeit

Die stärksten Freilassungsmotive, die sich aus den Pliniusbriefen erschließen lassen, sind die Zuneigung zum Sklaven und die Dankbarkeit für geleistete Dienste. Zwar nennt Plinius sie an keiner Stelle ausdrücklich, doch sie lassen sich deutlich an seinem Umgang mit den Freigelassenen ablesen sowie an der Art und Weise, wie er über sie spricht.

In Brief 5,19 äußert er gegenüber seinem Freund Paulinus seine Besorgnis um den erkrankten freigelassenen Komöden Zosimos: quod si essem natura asperior et durior, frangeret me tamen infirmitas liberti mei Zosimi, cui tanto maior humanitas exhibenda est, quanto nunc illa magis eget. [...] ante aliquot annos, dum intente instanterque pronuntiat, sanguinem reiecit atque ob hoc in Aegyptum missus a me post longam peregrinationem confirmatus rediit nuper; deinde, dum per continuos dies nimis imperat voci, veteris infirmitatis tussicula admonitus rursus sanguinem reddidit.

Plinius bittet Paulinus, dieser möge Zosimos auf einem seiner Güter aufnehmen, weil es sich zu einer Kur besonders gut eigne. Die Worte und das Verhalten des Plinius offenbaren echte Sorge wie um ein Familienmitglied. Schon die erste Kur, für die er seinen Freigelassenen bis Ägypten schickte, war langwierig und entzog Zosimos seinen Aufgaben bei Plinius. Dass Zosimos nun auf eine zweite Kur geschickt wird, beweist, dass Plinius an ihm nicht nur in seiner Funktion als Komöde, sondern an Zosimos als Person interessiert ist. Und in der Tat: Er sieht sich seinem Freigelassenen gegenüber in der Rolle eines freundlichen Vaters, wie er im selben Brief mit einer Anspielung auf Homer schreibt. Eine solche Auffassung konnte auch von Freigelassenen geteilt werden, wie der Ausspruch des Publilius Syrus beweist: Probus libertus sine natura est filius.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einordnung des Themas: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Sklaverei und Freilassung im Römischen Reich sowie die historische Epoche der frühen Kaiserzeit, ergänzt durch eine methodische Diskussion der Briefe des Plinius als historische Quelle.

2 Vor der Freilassung – Warum wurden Sklaven freigelassen?: Hier werden die verschiedenen Motive für Freilassungen – von persönlicher Zuneigung über Selbstdarstellung bis hin zu politischem Nutzen – untersucht und analysiert, welche Sklavengruppen die besten Chancen auf eine Freilassung hatten.

3 Nach der Freilassung – Welchen Status besaßen Freigelassene?: Dieser Hauptteil analysiert detailliert den juristischen Status mit seinen Rechten und Pflichten (wie die operae libertorum), die politische Rolle in der Verwaltung sowie die sozialen Lebensbedingungen der Freigelassenen.

4 Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und betont, dass die Freilassung zwar einen erheblichen Statusgewinn bedeutete, aber keineswegs die vollständige Beendigung aller Abhängigkeitsverhältnisse darstellte.

Schlüsselwörter

Plinius der Jüngere, Sklaverei, Freigelassene, Frühe Kaiserzeit, Freilassung, Bürgerrecht, Patronat, Klientelverhältnis, römische Rechtsgeschichte, soziale Mobilität, Sklavenfreilassung, Quellenanalyse, Kaiserzeitliche Verwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Praxis und die Motive der Sklavenfreilassung in der römischen Kaiserzeit auf Basis der Briefe von Plinius dem Jüngeren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen von Manumissionen, die persönlichen Motive der Herren, den rechtlichen sowie sozialen Status nach der Freilassung und das Verhältnis zwischen Patron und Freigelassenem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu klären, warum Herren ihre Sklaven freiließen und welche Spielräume den Freigelassenen nach ihrem Statuswechsel tatsächlich zur Verfügung standen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Quellenanalyse der Briefe des jüngeren Plinius, die durch den Abgleich mit anderen historischen Quellen und zeitgenössischer Rechtsliteratur validiert werden.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem juristischen Status der Freigelassenen, der politischen Teilhabe an Ämtern sowie den sozialen Lebensumständen und dem Prestige der Gruppe innerhalb der römischen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Freigelassene, Plinius der Jüngere, Sklaverei, Patronat, Bürgerrecht, Manumission, römische Sozialgeschichte und operae libertorum.

Welche Rolle spielt das SC Silanianum für Freigelassene?

Das SC Silanianum verpflichtete die Sklaven, ihren Herrn zu schützen, und weitete diese Haftung in gewissem Maße auf Freigelassene aus, was sie bei Verbrechen gegen den Herrn in eine gefährliche rechtliche Lage brachte.

Wie veränderte sich das Verhältnis zwischen Patron und Freigelassenem nach der Manumission?

Die Sklaven-Herren-Beziehung wandelte sich in ein Patronatsverhältnis, das weiterhin Abhängigkeiten und spezifische Dienstverpflichtungen (operae) beinhaltete, auch wenn der Freigelassene nun als rechtlich freie Person agierte.

Final del extracto de 66 páginas  - subir

Detalles

Título
Freigelassene in der frühen Kaiserzeit am Beispiel der Briefe Plinius des Jüngeren
Autor
Martin Miehe (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
66
No. de catálogo
V183548
ISBN (Ebook)
9783656080022
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sklaven Freigelassene Sklaven Römische Kaiserzeit Plinius der Jüngere Freigelassene
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Miehe (Autor), 2011, Freigelassene in der frühen Kaiserzeit am Beispiel der Briefe Plinius des Jüngeren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183548
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