Die vorliegende Arbeit über die Entstehung des Buchdrucks mit Schwerpunkt Schrift und Layout beschäftigt sich mit der technischen Innovation des Buchdrucks – vorwiegend in Europa durch Johannes Gutenberg – und mit der daraus resultierenden Weiterentwicklung der äußeren Erscheinung des gedruckten Buches ab Mitte des 15. Jahrhunderts.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I HISTORISCHER HINTERGRUND: DIE ENTSTEHUNG DES BUCHDRUCKS IN EUROPA
1 Ende des Mittelalters – Beginn einer großen Entwicklung
1.1 Europa und das Buch im 15. Jahrhundert
1.2 Johannes Gutenberg – Leben und Werk
2 Wirkung des Buchdrucks
2.1 Luther und das Buch im 16. Jahrhundert
2.2 Das Buch und seine mediale Entwicklung
II DIE ENTSTEHUNG DES BUCHDRUCKS: DAS GEDRUCKTE BUCH
1 Inkunabeln
2 Die Schrift des gedruckten Buches
2.1 Die Schrift im 15. Jahrhundert
2.1.1 Textura
2.1.2 Schwabacher
2.2 Die Schrift des 16. Jahrhunderts
2.2.1 Fraktur
2.2.2 Antiqua
2.3 Deutsche Schriften in der Neuzeit
3 Das Layout des gedruckten Buches
3.1 Das handschriftenorientierte Layout im 15. Jahrhundert
3.2 Ökonomisierungsprozesse im Buchdruck
3.3 Aldus Manutius
3.4 Grundlegende gestalterische Entwicklungen der Inkunabelzeit
Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die technische Innovation des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg sowie die daraus resultierende Entwicklung von Schrift und Layout des gedruckten Buches ab Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Frühen Neuzeit.
- Historischer Kontext der Buchdruckerfindung in Europa
- Die mediale Wirkung und Bedeutung des Buchdrucks
- Typologische Entwicklung von Druckschriften (Textura, Schwabacher, Fraktur, Antiqua)
- Wandel des Buchlayouts und ökonomische Faktoren der Buchherstellung
- Gestalterische Innovationen der Inkunabelzeit als Grundlage des modernen Buches
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Textura
Ein Beispiel für ein lateinisches Werk in der Schriftart Textura (siehe Abb.6) ist die 42-zeilige Gutenberg-Bibel aus dem Jahre 1455 (siehe Anhang B). Die lateinische Vulgata wurde auf 1282 Seiten mit 3 500 000 Buchstaben unter Verwendung von 90 Typen als größtes typographisches Meisterwerk aller Zeiten vom Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg, gedruckt.27
Die Textura (gotische Buchminuskel) war eine dunkle und kaum lesbare gotische Schriftart; sie bildete sich im 11. Jahrhundert in Belgien und Frankreich aus. Charakteristisch für diese Schrift sind stark ausgeprägte senkrechte, oben oder unten gebrochene Schäfte ohne Unterlängen. Die Textura wurde im profanen Bereich als zu schwer empfunden, blieb aber im liturgischen Bereich bis in das 17. Jahrhundert in Verwendung.28
Zusammenfassung der Kapitel
Ende des Mittelalters – Beginn einer großen Entwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im 15. Jahrhundert, der den Nährboden für die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg bereitete.
Wirkung des Buchdrucks: Hier wird analysiert, wie Luthers Bibelübersetzung und die neue Drucktechnik die Verbreitung reformatorischer Ideen und die Nationalsprache nachhaltig prägten.
Das Buch und seine mediale Entwicklung: Das Kapitel betrachtet die medientheoretische Rolle des Buches als primäres Medium für Wissen und Unterhaltung sowie die aufkommende staatliche Zensur.
Inkunabeln: Es werden die wirtschaftlichen Bedingungen und Produktionsweisen der frühen Buchdruckzeit (bis 1500) dargestellt.
Die Schrift des gedruckten Buches: Ein detaillierter Überblick über die Entwicklung von Druckschriften von der Textura bis zur Antiqua im 16. Jahrhundert.
Das Layout des gedruckten Buches: Dieses Kapitel zeigt den Übergang von handgeschriebenen Kodices zu ökonomisierten Drucklayouts und die gestalterischen Innovationen der Inkunabelzeit.
Schlüsselwörter
Buchdruck, Johannes Gutenberg, Inkunabeln, Textura, Schwabacher, Fraktur, Antiqua, Buchlayout, Reformation, Mediengeschichte, Typographie, Frühdrucke, Buchgestaltung, Schrifterlass, Papier.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung des Buchdrucks mit einem spezifischen Fokus auf die Entwicklung der Schriftarten und des Layouts im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der historische Kontext der Gutenberg-Erfindung, die typographische Evolution, der ökonomische Wandel der Buchproduktion sowie die mediale Bedeutung des Buches.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technische Innovationen und gestalterische Entscheidungen während der Inkunabelzeit die äußere Form des modernen Buches maßgeblich beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer Quellen zur Buchwissenschaft und Typographie, um die mediale Entwicklung des Buches zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Erfindung, eine Analyse der wichtigsten Druckschriften wie Textura und Fraktur sowie eine Untersuchung der Layout-Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Buchdruck, Johannes Gutenberg, Inkunabeln, Typographie, Textura, Fraktur und Antiqua charakterisiert.
Welche Rolle spielte Kaiser Maximilian I. bei der Entwicklung der Fraktur?
Er initiierte die Entwicklung einer eigenen deutschen Schrift mit „deutschem Charakter“, was zur Entstehung der Fraktur im Werk „Theuderdank“ führte.
Warum war der Schrifterlass von 1941 von Bedeutung?
Der Schrifterlass durch die Nationalsozialisten verbot die Fraktur und verordnete die Antiqua als Standard, was eine Zäsur in der deutschen Schriftgeschichte darstellte.
Was kennzeichnet die „Ökonomisierungsprozesse“ im Buchdruck?
Es handelt sich um den Prozess, bei dem aufwändige, farbige Handarbeit bei Illustrationen durch mechanische Stiche und eine einheitliche Typographie ersetzt wurde, um Kosten zu senken.
Was ist die Bedeutung des „Aldus Manutius“ für die Buchgeschichte?
Er gilt als einer der bedeutendsten Drucker, der kleine Buchformate für das private Lesen einführte und Illustrationen als festen Bestandteil des Textes etablierte.
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- B.A. Cornelia Reinhardt (Author), 2008, Die Entstehung des Buchdrucks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183721