Theorien und Formen des Rassimus

Biologischer, kultureller und institutioneller Rassismus


Seminararbeit, 2007

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Gibt es Menschenrassen?
1.1 Begriffsklärung
1.2 Kategorisierung der Menschen
1.3 UNESCO Deklarationen

2. Biologischer Rassismus
2.1 Ursachen für die Hierarchisierung von Menschenrassen
2.2 Kolonialismus
2.3 Nationalsozialismus

3. Kultureller Rassismus
3.1 Ethnozentrismus
3.2 „ Rassismus ohne Rassen“
3.3 Erscheinungsformen

4. Institutioneller Rassismus
4.1 Definition
4.2 Asyl- und Einwanderungspolitik
4.3 Arbeitsmarkt
4.4 Schulsystem

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Folgende Hausarbeit hat den Rassismus mit seinen Theorien und Formen zum Thema. Bei der Untersuchung habe ich mich auf die drei großen Formen des Rassismus beschränkt. Zuerst behandle ich jedoch die Frage, ob es überhaupt Menschenrassen gibt. Ich werde den biologischen Bergriff Rasse klären, auf die UNESCO Erklärungen eingehen und beurteilen, wie sie mit diesem Problem umgeht. Danach widme ich mich den Formen des Rassismus. Zuerst dem Biologischen, indem die Wertung der Menschen hauptsächlich auf der Basis von morphologische Erscheinungen und deren Charakterisierung liegen. Warum es überhaupt zur Einteilung und Hierarchisierung der Menschenrassen kam, wird sich anhand der Evolutionstheorien klären. Wie sich dieser Rassismus auslebte, wird durch den Imperialismus und Nationalsozialismus klar .

Dann betrachte ich den kulturellen Rassismus, in dem nicht mehr der genetische sonder kulturelle Charakter der diskriminierenden Personen in den Vordergrund rückt. Als Grundlage für diese Form kann man den sogenannten Ethnozentrismus sehen, der im ersten Teil dieses Punktes erläutert wird. Es folgt die Erklärung des Ausdrucks „Rassismus ohne Rassen“, wie zum Teil der kulturelle Rassismus genannt wird.

Schließlich untersuche ich den institutionellen Rassismus. Ich werde den Begriff definieren und anschließend auf seine Auswirkungen in Deutschland eingehen. Diese werden besonders deutlich in der Asyl- und Einwanderungspolitik, auf dem Arbeitsmarkt und dem deutschen Schulsystem.

Zum Schluss werde ich die Ergebnisse meiner Untersuchungen zusammenfassen und ein Fazit ziehen.

1. Gibt es Menschenrassen?

1.1 Begriffsklärung

Der Begriff Rasse, auch Unterart oder Subspezies genannt, wird in der Biologie folgendermaßen definiert: „ systematische Einheit, in der sich- innerhalb einer Tier –oder Pflanzenart- besonders gleichende, von anderen Artgenossen durch vererbbare Eigentümlichkeiten unterscheidbare Individuen zusammengefasst werden. Rassen derselben Art kreuzen sich meist fruchtbar. Für die Rassenenstehung ist die Isolierung von Teilen einer Population Voraussetzung.“[1] Population ist auf folgende Weise definiert: „ Fortpflanzungsgemeinschaft gleichartiger Individuen mit gemeinsamen Genbestand (Genpool) und gemeinsamen Lebensraum (Biotop)“[2]

Einige Wissenschaftler wenden diese Begriffe auch auf den Menschen an. Besonders schwierig wird der Gebrauch durch das Wort Rasse. Die Bezeichnung ist durch verschiedene historische Vorkommnisse ideologisch missbarucht und emotionell aufgeladen. Es muss aber deutlich gesagt werden, dass Biologen diese Bezeichnung, wenn sie auf Menschen angewandt wird, nur im biologischen Sinne verstanden werden darf. Auf keinen Fall soll die Benennung einer sozialen Kategorie zugewiesen werden. Auf dieser neutralen Ebene der Wissenschaftler wurden die Menschen schließlich anhand der Definition von oben, bestimmten Rassen zugewiesen.

1.2 Kategorisierung der Menschen

Der Jetztmensch, lat. Homo sapiens sapiens, ist hervorgegangen aus der Homo-erectus Gruppe, den Frühmenschen. Der Homo sapiens sapiens trat vor ca. 70 000 Jahren zum erstenmal in Erscheinung. Diese äußerte sich in zwei Einwanderungswellen in jeweils zwei geographische Populationen. Zum einen der Cro-Magnon-Typ, eher breitschädlig, und zum anderen der Chancelade-Typ mit einem etwas länger gestreckten Schädel. Jene kamen aus dem asiatischen Raum und wanderten Richtung West- Europa. Dabei stießen sie auf die Hindernisse Himalaja und Altai, die unüberwindlich waren. So kam es zur geographischen Isolation und deshalb zur Bildung von Rassen. Grob werden drei Hauptrassenkreise unterschieden. Der weiße Rassenkreis mit den dort lebenden sogenannten Europiden. Bevölkerungsgebiet ist Westasien mit Ausbreitung Richtung Europa. Dann gibt es noch den gelben Rassenkreis mit den Mongoliden in Zentralasien und der Ausbreitung nach Asien und Amerika. Der dritte Kreis ist der Schwarze Rassenkreis mit den Negriden. Diese leben in Südasien und Afrika. Unterscheidungsmerkmale sind unter anderem die Pigmentation der Haut, der Typ des Kopfhaares und die Entwicklung der Terminalbehaarung.

In diesem Zusammenhang muss deutlich gesagt werden, dass die verschiedenen Rassenmerkmale nichts über das Subjekt aussagen, das sie charakterisieren. Durch diese Einteilung wird nicht ersichtlich, ob eine Rasse höher- oder geringwertiger ist als eine andere. Oder ob sie in biologischer Hinsicht weiter- oder minderentwickelt ist. Die gesamte lebende Menschheit steht auf einem biologischen Entwicklungsniveau.

Nun kann man aber auch diese großen Rassen noch in kleinere unterteilen, in sogenannte Rassen zweiter Ordnung oder Nebenrassen. So hat zum Beispiel der Biologe Th. Dobzhansky die Menschen in vierunddreißig Rassen unterteilt.[3] Da sich die Menschen immer mehr untereinander vermischen und demnach immer wieder neue Rassen entstehen, sagen auch viele Leute es gibt keine Menschenrassen. Denn die Grenzen und Unterschiede sing oft so gering, dass keine bestimmte Zuweisung einer bestimmt definierten Gruppe mehr erfolgen kann. Demzufolge gibt es nur eine einzige Menschenrasse der alle Menschen auf der Erde angehören. Die des Homo sapiens sapiens.

1.3 UNESCO Deklarationen

Um dem Problem des Rassismus entgegenzutreten trat 1950 ein Komitee von Anthropologen, Psychologen und Soziologen zusammen, die das Thema Menschenrassen und ihre Diskriminierung bearbeiteten. Ergebnis war eine Deklaration über Rassen und Rassenvorurteile, die von der Generalkonferenz der UNESCO verabschiedet wurde. 1962 wurde dies Erklärung noch einer überarbeitet und veröffentlicht. In dieser heißt es zusammengefasst, dass alle heute lebenden Menschen zu einer Spezies (Art) gehören. Außerdem ist festgehalten, dass der größte Teil der Lebenden Menschheit in mindestens drei große Einheiten aufgeteilt werden kann (siehe Rassenkreise oben). Betont wird auch ausdrücklich, dass alles Rassen gleichwertig sind und sich nur in körperlichen Merkmalen unterscheiden. Noch einmal wurde die Erklärung 1978 überarbeitet. In dieser Fassung kommt der Absatz mit der Einteilung der Menschen nicht mehr vor, aber alle anderen Artikel werden beibehalten. Was jedoch noch indirekt darauf hinweist, dass Menschenrassen existieren, ist im Artikel 9 (1) zu sehen. Dieser besagt, alle Menschen sind ungeachtet ihrer Rasse gleich an Würde und Rechten.[4]

2. Biologischer Rassismus

2.1 Ursachen für die Hierarchisierung von Menschenrassen

Wäre die Einteilung der Menschen nur auf rein wissenschaftlicher Basis geblieben und hätte man den biologischen Begriff der Rasse nicht soziologisiert, gäbe es wahrscheinlich heute keinen Rassismus. Doch da die Personen, die die Menschen klassifizierten , sich wagten über deren Eigenschaften zu urteilen, und sie nicht nur nach physischen Merkmalen zu unterschieden, stellten sie eine Hierarchie der Rassen auf. Von da ab maßte sich eine Rasse an über die andere zu bestimmen und sie zu beherrschen. Heute nennt man das Rassismus.

Ihren Anfang haben diese Gedanken in der Entwicklung der Evolutionstheorien im 18. und 19. Jahrhundert und der daraus entstandenen Wissenschaft der Anthropologie.

Der erste Evolutionstheoretiker dieser Zeit war Georges de Cuvier (1769-1832). Seine Katastrophentheorie besagte, dass die verschiedenen Arten Abbilder wiederholter Schöpfungen sind, die jeweils nach Weltkatastrophen (Sintflutgedanke ) erfolgten.

Dieser Lehre setzte der zweite Evolutionswissenschaftler Jean Baptiste de Lamarck (1744-1829) seine Deszendenztheorie entgegen. Lamarck behauptete Umweltveränderungen wecken in Lebewesen das innere Bedürfnis auf Anpassung im Sinne eines Vervollkommnungstriebes. Die Ausbildung bzw. Verkümmerung neuer oder veränderter Organe und Verhaltensweisen sind die Folge von Gebrauch bzw. Nicht- Gebrauch. Diese individuell erworbenen Eigenschaften werden dann an die Nachkommen vererbt.

Der bedeutendste Theoretiker auf dem Gebiet der Evolution war Charles Robert Darwin (1809-1882). Mit seinem Werk The origin of Species veröffentlichte er einen Meilenstein auf diesem Gebiet. Seine Selektionstheorie ist heute noch gültig, und wurde nur um neueste Kenntnisse der biologischen Chemie erweitert. Darwin sagte, sämtliche Organismen erzeugen viel mehr Nachkommen, als für die Erhaltung der Art nötig wären und ihr Lebensraum ernähren könnte. Nun entbrennt ein Kampf ums Dasein (struggle for existence) zwischen den Nachkommen, da der Bestand meist konstant bleibt und somit der Überschuß zugrunde gehen muss.

[...]


[1] Siegmund Bartl: Biologie 2. Neurobiologie, Verhaltensbiologie, Evolution- Grundkurs. 3. überarbeitete Auflage. Freising 1995. S.42

[2] Siegmund Bartl: Biologie 2.S.42

[3] Leon Poliakov, Christian Delacampagne und Patrick Girard: Über den Rassismus. Sechzehn Kapitel zur Anatomie, Geschichte und Deutung des Rassenwahns. Stuttgart 1979. S.18

[4] http://www.unesco.de/1121.html?&L=0

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Theorien und Formen des Rassimus
Untertitel
Biologischer, kultureller und institutioneller Rassismus
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V184276
ISBN (eBook)
9783656089728
ISBN (Buch)
9783656089759
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus, biologischer Rassismus, institutioneller Rassismus, kultureller Rassismus
Arbeit zitieren
Elisabeth Huber (Autor:in), 2007, Theorien und Formen des Rassimus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184276

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