Die PISA-Studie von 2000 hat bestätigt und populär gemacht, was viele Lehrer und Fachdidaktiker längst wussten: Die Lesekompetenz der deutschen Schüler ist viel zu schwach ausgeprägt. Im Jahr 2004 lag dann sogar der Schwerpunkt auf der Lesekompetenz, was den Rang der Deutschen noch brisanter machte. (Vgl. Artelt, 2004, 140)
Um einen Weg zu finden, der die Schüler ihrer Lesekompetenz effektiver befähigt, suchten die Kultusminister der 16 Bundesländer nach Lösungen und verabschiedeten letztendlich die Bildungsstandards, die dafür Sorge tragen sollten, dass die deutschen Schüler im internationalen Vergleich konkurrenzfähig werden.
Viele Schulen arbeiten noch immer mit veralteten Schulbüchern, die das Alter der Schüler oft übersteigen. Aber nach dem schlechten Abschneiden bei PISA wurden auch viele neue Lehrwerke auf den Markt gebracht, die auf den Bildungsstandards basieren. In der folgenden Arbeit soll das Lehrwerk „deutsch.kombi 4“ auf die Bildungsstandards und insbesondere auf die Förderung der Lesekompetenz untersucht werden, um festzustellen, ob die Schüler durch die Arbeit mit diesem Buch ihre Lesekompetenz verbessern können bzw. ob die Autoren dieses Buches die Bildungsstandards ausreichend berücksichtigt haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bildungsstandards und Kompetenzerwerb
2.1 Bildungsstandards
2.1.1 Hintergrund
2.1.2 Aufbau/Struktur/Inhalte
2.1.3 Bedeutung
2.2 Theorien zur Lesekompetenz
2.2.1 Begriff
2.2.2 Lesekompetenz im Rahmen der Bildungsstandards
3. Lehrwerk
3.1 Aufbau und Konzept
3.1.1 Aufbau
3.1.2 Didaktisches Konzept
3.2 Analysekriterien allgemein
3.2.1 Analysekriterien nach Ehlers
3.2.2 Analysekriterien nach Hoppe
3.3 Analysekriterien hinsichtlich der Bildungsstandards und des Lesekompetenzerwerbs
3.4 Eigene Anmerkungen zu den Analysekriterien
3.4.1 Überblick
3.4.2 Exemplarische Beispiele
3.5 Auswertung der Analyse
4. Auswertung hinsichtlich der Fragestellung aus 1.
4.1 Gegenüberstellung der Kompetenzen aus 2.2 und der Analyseergebnisse aus 3.5
4.2 Beurteilung
5. Wurden in „deutsch.kombi 4“ die Bildungsstandards in einem so ausreichenden Maß berücksichtig, dass dadurch die die Lesekompetenz der Schüler gestärkt wird?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Lehrwerk „deutsch.kombi 4“ im Hinblick auf die Einhaltung der Bildungsstandards, um festzustellen, ob das Buch in geeigneter Weise zur Stärkung der Lesekompetenz von Schülern beitragen kann.
- Analyse der gesetzlichen Bildungsstandards für das Fach Deutsch.
- Darstellung theoretischer Grundlagen der Lesekompetenz.
- Evaluation des Lehrwerkaufbaus und didaktischen Konzepts nach Ehlers und Hoppe.
- Überprüfung der Integration von Aufgaben zur Förderung der Lesekompetenz.
- Bewertung der Aktualität und Schülernähe der behandelten Themen.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Didaktisches Konzept
Das Ziel der Verfasser hinsichtlich der Lesekompetenz ist es, diese ohne die Schüler zu überfordern zu entwickeln bzw. zu stärken und sich dabei an den Bildungsstandards zu orientieren. Dies wird umgesetzt, indem den Aufgaben, Texten und Übungen ein realisierbares Niveau zu Grunde gelegt wurde. Außerdem wurde darauf geachtet, dass das Lernen spiel- und handlungsorientiert abläuft, sodass die Schüler wahrscheinlich mehr Spaß an den Aufgaben haben werden, da sie nicht nur auf langweilige Art und Weise „abgehandelt“ werden. Unterstützend wirkt an dieser Stelle auch, dass die Kapitel der einzelnen Lernbereiche nicht in der abgedruckten Reihenfolge behandelt werden müssen. So lassen sie sowohl Lehrern als auch Schülern Freiheiten bei der Behandlung der Themen und Gestaltung des Unterrichts. Die Stofferarbeitung und –festigung sind so konzipiert, dass sie integrativ induktiv erfolgen, also mehrere Lernbereiche miteinander verknüpfen und vom Einzelnen zum Allgemeinen kommen. Gleichzeitig bleiben sie aber an der Systematik des jeweiligen Lernbereiches orientiert. (Vgl. www.klett.de)
Weitere Ziele, die nicht nur die Lesekompetenz betreffen, die die Verfasser verfolgten, sind lerneffektives Einprägen und Einüben der Rechtschreibung, eine kommunikativ ausgerichtet Grammatikvermittlung, das Bewusstmachen wichtiger Arbeitstechniken und Lernverfahren, eine auf das Wesentliche konzentrierte äußere Gestaltung der Schülermaterialien und die Vermittlung von Grundfertigkeiten im Umgang mit Computern. (Vgl. www.klett.de)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die PISA-Problematik und leitet zur Fragestellung über, ob das Lehrwerk „deutsch.kombi 4“ die Bildungsstandards zur Leseförderung adäquat umsetzt.
2. Bildungsstandards und Kompetenzerwerb: Dieses Kapitel definiert Bildungsstandards und deren Bedeutung sowie die theoretischen Grundlagen der Lesekompetenz als Basis für die weitere Analyse.
3. Lehrwerk: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung von Aufbau, didaktischem Konzept und Analysekriterien des Lehrwerks, ergänzt um eine eigene Bewertung.
4. Auswertung hinsichtlich der Fragestellung aus 1.: Die Ergebnisse aus der Analyse werden hier kritisch gegen die in Kapitel 2 definierten Kompetenzen gespiegelt, um die Zielerreichung zu beurteilen.
5. Wurden in „deutsch.kombi 4“ die Bildungsstandards in einem so ausreichenden Maß berücksichtig, dass dadurch die die Lesekompetenz der Schüler gestärkt wird?: Das Fazit stellt fest, dass das Lehrwerk in Kombination mit einer kompetenten Lehrkraft sehr gut geeignet ist, die Lesekompetenz der Schüler zu fördern.
Schlüsselwörter
Bildungsstandards, Lesekompetenz, PISA-Studie, Lehrwerkanalyse, deutsch.kombi 4, Kompetenzerwerb, Sprachdidaktik, induktive Lernmethoden, Textverständnis, Leseförderung, Schulbuchanalyse, Unterrichtsentwicklung, Medienkompetenz, Schülermotivation, fachbezogene Kompetenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Lehrwerk „deutsch.kombi 4“ für die achte Klasse der Realschule auf seine Konformität mit den staatlichen Bildungsstandards für das Fach Deutsch.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die in dem Buch enthaltenen Texte, Aufgaben und didaktischen Ansätze ausreichen, um die Lesekompetenz der Schüler gezielt zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einem Kriterienkatalog, der sich primär auf die Ansätze von Swantje Ehlers und Henriette Hoppe stützt, ergänzt durch eigene Anmerkungen des Autors.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben dem Aufbau und der Struktur des Buches werden die Methodenvielfalt, die Aktualität der Themen, der Umgang mit Sachtexten und literarischen Texten sowie die Berücksichtigung verschiedener Lerntypen untersucht.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Lehrwerks, die Anwendung der Analysekriterien auf das Buch und die kritische Auseinandersetzung mit der Umsetzung der Kompetenzbereiche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bildungsstandards, Lesekompetenz, Lehrwerkanalyse, induktives Lernen und didaktische Konzeption.
Wie bewertet der Autor die Aktualität des Lehrwerks?
Der Autor lobt die Wahl alltagsnaher Themen wie Internet, Ernährung oder aktuelle gesellschaftliche Konflikte, da diese die Schülermotivation und den Lerneffekt positiv beeinflussen.
Inwiefern spielen moderne Medien eine Rolle in dem Buch?
Das Lehrwerk integriert Computerkompetenzen und bietet Verweise auf Zusatzmaterialien, wobei der Autor anmerkt, dass eine noch häufigere Einbindung moderner Medien wünschenswert wäre.
Was ist das Fazit zur Einsetzbarkeit des Buches?
Das Buch wird als sehr gut bewertet und in Kombination mit einer fähigen Lehrkraft als ein wirksames Werkzeug zur Förderung der Lesekompetenz eingestuft.
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- Julia Patricia Kluth (Autor), 2008, Beurteilung der Lesekompetenzförderung durch das Lehrwerk "deutsch.kombi 4", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184562