Warum wir uns für das Thema Frühkindliche Bildung entschieden haben, liegt daran, dass dieses gerade sehr aktuell in den Medien diskutiert wird. Die KiTas streiken, da sie neben ihrem Erziehungsauftrag nun in gewissem Maße auch den Bildungsauftrag übernehmen sollen, obwohl sich das Pädagogische Personal ohnehin schon unterbezahlt fühlt. Außerdem steht in diesem Jahr die Bundestagswahl an, bei der im Bereich Familienpolitik der Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen mit Sicherheit ein großes, umstrittenes Thema sein wird. Aufgrund dieser Aktualitäten haben wir uns die Frage gestellt, ob der Schulerfolg von der Frühkindlichen Bildung abhängig ist. Unsere daran angelehnte These lautet daher, ob Kinder die nicht in den Genuss Frühkindliche Bildung kamen, in ihrem späteren Bildungswerdegang benachteiligt sind.
Zuerst wollen wir eine Definition zur Frühkindlichen Bildung geben. Darin wird der Begriff Bildung näher definiert und anschließend speziell erklärt, was frühkindliche Bildung eigentlich ist. Vom 16. Jahrhundert bis Heute, folgt dann ein kurzer geschichtlicher Überblick und was frühkindliche Bildung alles beinhalten sollte. In 3. wird die Bildungsstudie PISA allgemein vorgestellt, mit der Begründung, warum ich mich für die Durchführung vom Jahr 2000 entschieden haben. Darauf folgt, was uns PISA eigentlich sagt und wie die Frühkindliche Bildung in unterschiedlichen Bundesländern Deutschlands aussieht und abschneidet. Um Aussagen über den Erfolg Frühkindlicher Bildung zu treffen, wird die Frühkindliche Bildungspolitik der Bundesländer und deren Ergebnisse bei PISA 2000 mit den Forschungsergebnissen von Roßbach (2005) verglichen. Bevor es zu diesem Vergleich kommt, werden allerdings noch die Forschungsergebnisse von Roßbach vorgestellt. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit, zusammen mit der Beantwortung der vorher aufgestellten These.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frühkindliche Bildung
2.1 Was ist frühkindliche Bildung
2.2 Geschichtlicher Überblick
2.3 Was sollte frühkindliche Bildung beinhalten
3. Die Bildungsstudie PISA 2000
3.1 Vorstellung der Bildungsstudie PISA 2000
3.2 Was sagt Pisa wirklich?
3.3 Frühkindliche Bildung in verschiedenen deutschen Bundesländern
4. Auswertung
4.1 Beobachtete Effekte frühkindlicher Bildung nach Roßbach
4.2 Vergleich der Bundesländer mit den Ergebnissen von Roßbach
5. Fazit
6. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob Kinder, die keine frühkindliche Bildung im Alter von unter drei Jahren erfahren haben, in ihrem späteren Bildungswerdegang benachteiligt sind, und gleicht diese mit Forschungsergebnissen der PISA-Studie 2000 sowie der Analyse von Hans-Günther Roßbach ab.
- Definition und Bedeutung frühkindlicher Bildungsprozesse
- Die PISA-Studie 2000 als Instrument der Bildungsforschung
- Vergleichende Analyse der frühkindlichen Bildungspolitik in verschiedenen deutschen Bundesländern
- Wissenschaftliche Evaluierung der Effekte frühkindlicher Betreuung nach Roßbach
- Kritische Reflexion über Zusammenhänge zwischen frühkindlicher Förderung und Schulerfolg
Auszug aus dem Buch
2.1 Was ist frühkindliche Bildung
Gerd Schäfer beschreibt den Bildungsprozess, als das Lernen im Kontext. Man lernt nur, wenn man das Neue in einen bekannten Kontext setzen kann. Ein Kind wird dem Physikunterricht über schiefe Ebenen nicht folgen können, wenn es in seinem Leben noch keine Erfahrungen (beispielweise auf einer Rutsche) damit gemacht hat. Nicht-Verstehen und Nicht-Lernen hat sehr oft etwas damit zutun, ob jemand einen Kontext hat, der ihm verständlich macht, worum es bei der Sache geht. Wir brauchen später nicht mehr erklären was Hund, Katze oder haus bedeutet, da der Kontext klar ist. Wenn Kinder aber Verständnisschwierigkeiten haben, muss man sich die Frage stellen, ob man vielleicht zu ungenau erklärt hat. Damit man also sinnvolle Bildungsangebote machen kann, ist es wichtig die Vorerfahrungen, die die Kinder als Kontext mitbringen, zu kennen und zu berücksichtigen. Indem man es von anfang an tut, lernt man auch das Lernen. Dazu gehören auch sinnliche Erfahrungen, Vorstellungen, Phantasie, Imagination, Emotion, Spiel und Gestaltung sowie rationale Kontrolle und kritisches Nachdenken.
Ähnlich beschreibt Ahnert die kognitiven Anfänge von Kleinkindern. Die ersten Lebensjahre der Kleinkindzeit sind durch äußerst rasant ablaufende Entwicklungsprozesse gekennzeichnet, die auf eine besondere Weise durch soziale Interaktion vermittelt werden müssen. Die Frühphase der Kleinkindzeit beinhaltet die ersten drei Lebenshalbjahre, also von Geburt an bis zum 18. Lebensmonat. Säuglinge haben in dieser Zeit eine hohe Empfindlichkeit für die Wahrnehmung von menschlichen Gesichtern, Stimmen und Bewegungsabläufen, auch wenn die Hirn- und Intelligenzleistung noch eine inhaltlich dosierte und zeitliche begrenzte Informationsverarbeitung reflektiert. Diese Intelligenzleistungen in der Frühphase erscheinen damit als Handlungswissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autoren begründen die Relevanz des Themas angesichts aktueller politischer Debatten und stellen die These auf, dass fehlende frühkindliche Bildung zu Nachteilen im späteren Bildungsverlauf führt.
2. Frühkindliche Bildung: Es erfolgt eine begriffliche Klärung von Bildung sowie ein geschichtlicher Überblick der frühkindlichen Erziehung und eine Darstellung, welche Aspekte eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung beinhalten sollte.
3. Die Bildungsstudie PISA 2000: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der PISA-Studie, deren Zielsetzungen sowie die Unterschiede in der Bildungspolitik und Betreuungsqualität ausgewählter deutscher Bundesländer.
4. Auswertung: Anhand der Forschungsergebnisse von Hans-Günther Roßbach werden die Effekte frühkindlicher Betreuung analysiert und mit dem Abschneiden der Bundesländer bei der PISA-Studie in Bezug gesetzt.
5. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die anfangs aufgestellte These nicht haltbar ist, da kein zweifelsfreier Zusammenhang zwischen frühkindlicher Betreuung und späterem Schulerfolg nachgewiesen werden kann.
6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Frühkindliche Bildung, PISA-Studie, Schulerfolg, Bildungswerdegang, Betreuungsqualität, Roßbach, Kleinkindbetreuung, Bildungsdebatte, Kompetenzentwicklung, Sozialisation, Bundesländervergleich, Lernprozesse, frühkindliche Erziehung, Bildungsauftrag, Bildungsstudie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den möglichen Zusammenhang zwischen frühkindlicher Bildung im Alter von unter drei Jahren und dem späteren Erfolg in der Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition frühkindlicher Bildung, die PISA-Studie 2000, ein Vergleich der frühkindlichen Bildungspolitik der Bundesländer und die wissenschaftliche Auswertung von Betreuungseffekten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Prüfung der These, ob Kinder ohne frühkindliche Bildung benachteiligt sind, um den Einfluss von Kita-Besuchen auf den späteren Bildungsweg wissenschaftlich zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Abgleich von PISA-Daten mit den Forschungsergebnissen von Hans-Günther Roßbach.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Bildung, dem geschichtlichen Kontext, der PISA-Studie sowie dem detaillierten Vergleich von Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind frühkindliche Bildung, PISA-Studie, Schulerfolg, Bildungswerdegang, Betreuungsqualität und Roßbach.
Warum schneiden manche Bundesländer trotz hoher Investitionen in PISA schlechter ab?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die reine finanzielle Investition oder die Quantität der Betreuung nicht automatisch zu besseren PISA-Ergebnissen führen, da die Effekte von Bildungsprozessen komplexer sind.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die Politik?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der bloße Ausbau von Betreuungsplätzen für sich genommen nicht als Garant für Schulerfolg gilt und eine bessere Koordination der Bildungspolitik sinnvoll wäre.
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- Jana Speh (Author), 2009, Schulerfolg durch frühkindliche Bildung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184706