Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle im Rahmen beruflicher Handlungskompetenz


Hausarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Besonderheiten des Berufskollegs

3. Handlungskompetenz und Handlungsorientierter Unterricht
3.1. Berufliche Handlungskompetenz
3.2. Handlungsorientiertes Lernen
3.3. Beispiel für Handlungsorientierten Unterricht: Problemorientierter Unterricht

4. Die Lehrpläne der Berufsschule
4.1 Der Lehrplan für die Ausbildung zum/zur Kaufmann/ Kauffrau im Einzelhandel
4.2 Stärken und Schwächen des Lehrplans

5. Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle
5.1 Erfolgssicherung
5.2 Die traditionelle Erfolgskontrolle
5.3 Die Handlungsorientierte Erfolgskontrolle

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Deutschunterricht in den beruflichen Schulen unterscheidet sich stark von dem anderer Schulformen, da der Lerninhalt berufsbezogen vermittelt wird. Im Zentrum stehen die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler (SuS) für ihren späteren Beruf benötigen, zum Beispiel das erfolgreiche Kommunizieren oder das Verfassen von Geschäftsbriefen.

Ziel dieser Hausarbeit ist, die Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle im Rahmen beruflicher Handlungskompetenz näher zu betrachten und dabei auch die Bewertung zu berücksichtigen.

Im ersten Schritt wird geklärt, welche Besonderheiten das Berufskolleg besitzt. Hierbei wird der Unterschied zwischen den Begriffen Berufsschule und Berufskolleg verdeutlicht. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt lediglich auf der Berufsschule, da aufgrund der Komplexität die Betrachtung aller Bildungsgänge zu weit führen würde.

Darauf folgend wird ein Überblick über die Fachtermini gegeben, indem die berufliche Handlungskompetenz und handlungsorientiertem Lernen definiert werden. Zur näheren Erläuterung wird der problemorientierte Unterricht als Beispiel angefügt.

Nachdem die theoretischen Grundlagen gelegt sind, werden im weiteren Verlauf die Lehrpläne mit Blick auf die darin enthaltenen Lernziele und die damit verbundene Erfolgssicherung und -kontrolle anhand eines exemplarischen Planes analysiert und die Stärken und Schwächen herausgearbeitet.

Weiterhin werden die Möglichkeiten der Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle dargestellt und bewertet. Es werden sowohl die traditionellen Methoden als auch moderne, welche sich noch in der Entwicklung befinden und noch nicht vollständig ins Lehrsystem eingefügt wurden.

2. Besonderheiten des Berufskollegs

Obwohl die beiden Begriffe Berufskolleg und Berufsschule häufig gleichbedeutend verwendet werden, verhält es sich gegenteilig. Die Berufsschule ist lediglich ein Bestandteil des Berufskollegs, welches ferner die Bildungsmöglichkeiten der Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule beinhaltet.

Die Berufsschule umfasst sowohl die Bildungsgänge der Fachklassen des dualen Systems[1], des Berufsgrundschuljahres und des Berufsorientierungsjahres, als auch diese für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis.

Die Berufsfachschule ist ein weiterer komplexer Bereich. Dieser gibt den Lernenden die Chance innerhalb von ein bis vier Jahren verschiedene Abschlüsse, die von der Fachoberschulreife (mittlere Reife) über die Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe bis zur allgemeinen Hochschulreife reichen, zu erlangen.

In diesem Teil der Ausbildungsstätte befindet sich unter anderem die Sekundarstufe II, welche wiederum mit der Fachoberschule inhaltlich und strukturell verbunden ist. Der Zusammenhang besteht darin, dass die Teilnehmer dieses Bildungsganges in ein bis zwei Jahren erweitere berufliche Kenntnisse und die Fachhochschulreife erhalten können. Die Absolventen einer Berufsausbildung können zudem durch den einjährigen erfolgreichen Schulbesuch die Fachhochschulreife oder das Abitur erwerben.

Der letzte Zweig des Berufskollegs ist die Fachschule, in welcher die schulischen Ausbildungen, wie beispielsweise Erzieher/Erzieherin und staatlich geprüfte Technikerin/staatlich geprüfter Techniker, zu finden sind.[2]

Anhand der kurzen Erläuterungen ist an dieser Stelle bereits erkennbar, dass das Berufskolleg eine sehr komplexe und vielseitige Institution ist, welche den SuS viele Arten des Abschlusses ermöglicht. Durch die große Anzahl an Bildungsgängen ist die Heterogenität in der Schülerschaft extrem hoch. Sie reicht von Jugendlichen ohne jeglichen Abschluss bis zu ausgelernten Kräften, wodurch die Anforderungen an die Lehrpersonen besonders hoch sind.

3. Handlungskompetenz und Handlungsorientierter Unterricht

3.1. Berufliche Handlungskompetenz

Die Ziele der Berufsschule wurden in der „Rahmenvereinbarung über die Berufsschule

(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.03.1991)“ festgesetzt. Zu den Aufgaben gehört, den SuS eine Berufsfähigkeit zu vermitteln und die Verbindungen zwischen Fachkompetenz, d.h. „die Bereitschaft und Fähigkeit auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbstständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen“[3], und allgemeinen humanen und sozialen Fähigkeiten zu schaffen.

Ferner soll eine berufliche Flexibilität entwickelt werden, da das zu bewältigende Spektrum in der Berufswelt und Gesellschaft aufgrund der EU immer größer wird.

Weitere Aufträge sind, das Interesse an der Teilnahme beruflicher Fort- und Weiterbildung zu wecken und das verantwortungsbewusste Handeln im privaten und öffentlichen Leben zu fördern.

Um die genannten Ziele zu erreichen, muss die Berufsschule den Unterricht handlungsorientiert gestalten, berufs- und berufsfeldübergreifende Qualifikationen für den zu erlernenden Berufs vermitteln, eine breite Palette mit Bildungsangeboten anbieten, um ein individuelles Lernen zu ermöglichen und „Einblicke in unterschiedliche Formen von Beschäftigung einschließlich unternehmerischer Selbstständigkeit vermitteln, um eine selbstverantwortliche Berufs- und Lebensplanung zu unterstützen“[4].

Um die aufgezeigten Bestreben zu erreichen, stellt die Berufsschule die Entwicklung der Handlungskompetenz ins Zentrum ihrer Arbeit. Diese wird definiert „als die Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.“[5] Zur Handlungskompetenz gehören als Unterpunkte die Fachkompetenz, die Methodenkompetenz, die Humankompetenz und die Sozialkompetenz.

Nachdem die Begrifflichkeit der Fachkompetenz bereits klar ist, sind die restlichen zu klären. „Methodenkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Befähigung zu zielgerichtetem, planmäßigem Vorgehen bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der Planung der Arbeitsschritte).“[6]

Unter Human- bzw. Personalkompetenz versteht man „die Bereitschaft und Befähigung, als individuelle Persönlichkeit, die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.“[7]

Bei der Sozialkompetenz handelt es sich um „die Bereitschaft und Befähigung, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit Anderen rational und verantwortungsbewusst auseinander zu setzen und zu verständigen. Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.“[8]

Eine gelungene Kombination der genannten Fähigkeiten macht eine gute Handlungskompetenz aus.

3.2. Handlungsorientiertes Lernen

Es gibt verschiedene Unterrichtskonzeptionen um die Lernziele zu erreichen. Die berufliche Handlungskompetenz beinhaltet unter anderem das handlungsorientierte Lernen.

Lernen wird definiert als ein aktiver Erkundungs- und Suchprozess[9], durch welchen beim Lernenden eine Veränderung und Stabilisierung von Fähigkeiten und Wissen erreicht wird. Ferner werden Kenntnisse erweitert, die Einstellung von Werten verändert und Wahrnehmungs- und Erlebensfähigkeiten, sowie körperliche und psychomotorische Fähigkeiten verbessert[10]. Dieses bewirkt beim Lernenden eine nach außen sichtbare Verhaltensänderung, die am Besten durch das handlungs- und prozessorientierte Lernen erzeugt werden kann. Dies wird dadurch erklärt, dass sich die Abläufe an Handlungen und Prozessen orientieren, die so in der Realität bzw. im Berufsalltag ablaufen. Jedoch liegen hierfür keine Forschungsergebnisse vor.[11]

[...]


[1] Unter dem dualen System ist die Form der Ausbildung, in welcher diese sowohl im Betrieb als auch in der Schule stattfindet, zu verstehen.

[2] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2006 – 2008. http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Schulformen/Berufskolleg/index.html [08.09.2008]

[3] Handreichung für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Ausbildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe. www.kmk.org/doc/publ/handreich.pdf [17.09.08]. S.11.

[4] Ebd.

[5] Ebd., S. 10.

[6] Handreichung für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Ausbildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe. www.kmk.org/doc/publ/handreich.pdf [17.09.08]. S.10.

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] Vgl.: Skript: Sloane, Prof. Dr. Peter F.E.: Didaktik sozialökonomischer Erziehung. S.40.

[10] Vgl.: Ebd. S.13.

[11] Vgl.: Gehlert, Berthold; Heiko Pohlmann: Praxis der Unterrichtsvorbereitung. 3. Auflage. Troisdorf: Bildungsverlag EINS 2005. S.10.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle im Rahmen beruflicher Handlungskompetenz
Hochschule
Universität Paderborn  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Bewertung und Bewertbarkeit im Deutschunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V184743
ISBN (eBook)
9783656096702
ISBN (Buch)
9783656096573
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erfolgssicherung, erfolgskontrolle, rahmen, handlungskompetenz
Arbeit zitieren
Magdalena Malinowski (Autor), 2008, Erfolgssicherung und Erfolgskontrolle im Rahmen beruflicher Handlungskompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184743

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