„Die Warenwirtschaft ist das Herzstück der Administration in einem Handelsunternehmen, nur aus der Warenwirtschaft resultieren Gewinne !“ )
Dieses Zitat kennzeichnet auch heute noch den Stellenwert, der einer Optimierung des Warenwirtschaftsprozesses zukommt. Im Zeitalter der Informationsgesellschaft und zahlreicher Neuentwicklungen im Hard- und Softwarebereich gewinnen dabei mit Hilfe elektronischer Datenverarbeitung operierende Warenwirtschaftssysteme immer mehr an Bedeutung. Sie bieten zunehmend lückenlose Informationen über die Kerntätigkeit eines Handelsbetriebes und werden mit anderen Systemen zum geschlossenen Informationssystem integriert. Diese Integration wird sowohl innerhalb eines Unternehmens (z.B. durch Verknüpfung mit Buchhaltungs- und Personalinformationssystemen) als auch zwischen verschiedenen Unternehmen in Form stufenübergreifender Warenwirtschaftssysteme vorangetrieben. Die Frage, inwieweit das Warenwirtschaftssystem die betrieblichen Abläufe effizienter gestalten kann, ist neben Standort, Sortiment und Personal zum strategischen Wettbewerbsfaktor geworden.
Vor diesem Hintergrund der Bedeutung eines Warenwirtschaftssystems steht die Handelsagentur Ream vor der Aufgabe, ihr derzeitiges System abzulösen. In diesem Zusammenhang wurde auf eine bestehende Lösung zurückgegriffen, die an die Besonderheiten der Handelsagentur Ream angepaßt werden muß. Ziel dieser Arbeit soll es deshalb sein, die wichtigsten Inhalte der Anpassung aus den Unternehmensspezifika abzuleiten und konzeptionell darzustellen. Dabei soll am Beginn der Begriff des Warenwirtschaftssystems definiert und ein Überblick über verschiedene Warenwirtschaftssysteme gegeben werden. Im Anschluß wird die grundsätzliche Funktionsweise eines derartigen Systems am Beispiel erläutert, wobei zahlreiche, mit Hinweisen ergänzte Bildschirmausdrucke die Ausführungen verständlicher gestalten sollen. Im dritten Teil werden die wichtigsten Besonderheiten des Einsatzes von Warenwirtschaftssystemen in der Handelsagentur Ream geschildert, aus denen letztendlich die Anforderungen für die Anpassung und Erweiterung abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziel und Anliegen der Arbeit
1.2 Begriffe der Warenwirtschaft und des Warenwirtschaftssystems
1.2.1 Enges Verständnis des Begriffes Warenwirtschaft
1.2.2 Umfassende Begriffsauslegung
1.2.3 Die Warenwirtschaft als komplexer Prozeß aus Warenprozeßgestaltung, Warenprozessen und warenwirtschaftlichem Informationssystem
1.2.4 Abgrenzung der Warenwirtschaft zu den übrigen Geschäftsbereichen
1.3 Ziele und Aufgaben von Warenwirtschaftssystemen
1.3.1 Strategische Ziele des Einsatzes von Warenwirtschaftsystemen
1.3.2 Operative Ziele
1.4 Überblick über die verschiedenen Arten von Warenwirtschaftssystemen
1.4.1 Geschlossene Warenwirtschaftssysteme
1.4.2 Der Einsatz geschlossener Warenwirtschaftssysteme im Einzelhandel
1.4.2.1 Der EAN - Code als Grundlage geschlossener Warenwirtschaftssysteme
1.4.2.2 Vom geschlossenen Warenwirtschaftssystem zum Data Warehouse
1.4.3 Stufenübergreifende Warenwirtschaftssysteme
1.4.3.1 Funktionsweise stufenübergreifender Warenwirtschaftssysteme
1.4.3.2 Inhalte und Träger der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit
1.4.3.3 Ansätze zur Verwirklichung mehrstufiger Warenwirtschaftssysteme
2. Funktionsweisen von Warenwirtschaftssystemen anhand des Programmes Apertum
2.1 Vorbemerkungen
2.1.1 Zur Systematik der Vorgehensweise
2.1.2 Zur Prozeßdarstellung
2.1.3 Zusammenfassende Darstellung des Gesamtprozesses eines Handelsbetriebes
2.2 Der Einkaufsprozeß
2.2.1 Begriffsabgrenzung
2.2.2 Prozeßmodell - Einkauf
2.2.3 Erfassung der Artikelstammdaten
2.2.4 Stammdaten im Bereich Kunden und Lieferanten
2.2.5 Pflege der Konditionsdaten
2.3 Disposition
2.3.1 Begriff und organisatorische Einordnung
2.3.2 Prozeßmodell
2.3.3 Automatische Bedarfsrechnung
2.3.4 Erstellung von Lager- und Streckenbestellungen
2.3.5 Übermittlung der Bestellung und Bestellüberwachung
2.3.6 Warenprüfung, Wareneinlagerung und Behandlung der Eingangsrechnung
2.4 Rechnungsprüfung
2.4.1 Zum Begriff der Rechnungsprüfung
2.4.2 Prozeßmodell
2.4.3 Erfassung und Überprüfung der Eingangsrechnung
2.4.4 Bearbeitung nachträglicher Konditionen und Übergabe an die Finanzbuchhaltung
2.5 Der Lagerprozeß
2.5.1 Zum Begriff des Lagerprozesses
2.5.2 Prozeßmodell
2.5.3 Anlegen einer Lagerstruktur
2.5.4 Bestandsführung und Umlagerungen
2.5.5 Inventuren
2.6 Der Verkaufsprozeß
2.6.1 Begriffsabgrenzung
2.6.2 Prozeßmodell
2.6.3 Erfassung der Abnehmer- und Konditionsdaten
2.7 Distribution
2.7.1 Begriff der Distribution
2.7.2 Prozeßmodell
2.7.3 Unterstützung der Bonitätsprüfung
2.7.4 Auftragserfassung und -überprüfung
2.7.5 Bestandsreservierung und Erstellung der Lieferpapiere
2.8 Prozeß der Rechnungserstellung
2.8.1 Zum Begriff der Rechnungserstellung
2.8.2 Prozeßmodell
2.8.3 Realisation der Rechnungserstellung
2.9 Informationsbeziehungen inner- und außerhalb des Warenwirtschaftssystems
2.9.1 Informationsbeziehungen innerhalb des Warenwirtschaftssystems
2.9.2 Verbindungen zu anderen Unternehmensbereichen
3. Besonderheiten des Einsatzes von Warenwirtschaftssystemen in der Firma Ream
3.1 Spezifische Arbeitsweise der Firma Handelsagentur Ream
3.1.1 Klassifizierung nach Kriterien der Handelsbetriebslehre
3.1.2 Lieferanten- und Kundenstruktur
3.1.3 Besondere Dienstleistungen der Firma Ream
3.1.4 Zur Entscheidung für Standardsoftware
3.2 Dispositionsunterstützung und Bestandskontrolle
3.2.1 Bedeutung der Lagerhaltung für die Handelsagentur Ream
3.2.2 Dispositionsverfahren
3.2.3 Unternehmensspezifische Probleme beim Einsatz der Dispositionsverfahren
3.2.4 Realisationsmöglichkeiten der Dispositionsunterstützung
3.3 Einsatz des Warenwirtschaftssystems als Grundlage zur Ermittlung der direkten Produktrentabilität (DPR)
3.3.1 DPR als neuere Entwicklung der Kosten- und Leistungsrechnung im Handel
3.3.2 Ermittlung der direkten Produktrentabilität in der Firma Ream
3.4 Das Warenwirtschaftssystem als wichtiger Teil einer Controlling - Konzeption
3.4.1 Zum Begriff Controlling
3.4.2 Ausprägung der Informationsstruktur des operativen Controllings in der Firma Ream
3.4.3 Möglichkeiten der Verknüpfung von Warenwirtschaftssystemen und Entscheidungs- und Informationssystemen (EIS)
4. Konzept zur Anpassung und Erweiterung des Warenwirtschaftssystems Apertum
4.1 Anpassungen des Warenwirtschaftssystems Apertum
4.1.1 Ergänzungen im Bereich Kunden- und Lieferantenstammdaten
4.1.2 Ergänzungen der Artikelstammdaten
4.1.3 Ergänzungen der Einkaufs- und Verkaufspreisfindung
4.2 Erweiterung des Warenwirtschaftssystems Apertum um eine automatische Bestellungsüberprüfung
4.3 Berechnung der direkten Produktrentabilität
4.3.1 Abbildung der spezifischen Kostenstruktur
4.3.2 Speicherung und Abfrage der Ergebnisse der Berechnung der DPR
4.3.3 Beispiel für die Berechnung einer DPR
4.4 Individuelles Abfragewerkzeug für die Daten des Warenwirtschaftsprozesses
4.4.1 Dialogmaske einer individuell einstellbaren Abfragemöglichkeit für Kunden- / Lieferanten- und Artikeldaten
4.4.2 Selektionsmöglichkeiten, Gruppierung und Ausgabewerte der Abfrage
4.4.3 Beispiel zur Veranschaulichung der angestrebten Funktionsweise
5. Kritik und Schlußbetrachtung
5.1 Kritik zur Arbeit
5.2 Das Jahr 2000 und die Umstellung auf den Euro als Aufgaben für weitere Betrachtungen
5.3 Zusammenfassende Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Anforderungen an die Anpassung und Erweiterung des bestehenden Warenwirtschaftssystems Apertum für die spezifischen operativen Gegebenheiten der Handelsagentur Ream zu definieren und konzeptionell darzustellen.
- Grundlagen und Definitionen von Warenwirtschaftssystemen
- Prozessanalyse und Funktionsweise des Warenwirtschaftssystems Apertum
- Analyse der unternehmensspezifischen Anforderungen der Firma Ream
- Entwicklung eines Konzepts zur systemseitigen Unterstützung der direkten Produktrentabilität (DPR)
- Konzeption eines individuell einstellbaren Abfragewerkzeugs für Controlling-Zwecke
Auszug aus dem Buch
1.1 Ziel und Anliegen der Arbeit
„Die Warenwirtschaft ist das Herzstück der Administration in einem Handelsunternehmen, nur aus der Warenwirtschaft resultieren Gewinne !“ 1)
Dieses Zitat kennzeichnet auch heute noch den Stellenwert, der einer Optimierung des Warenwirtschaftsprozesses zukommt. Im Zeitalter der Informationsgesellschaft und zahlreicher Neuentwicklungen im Hard- und Softwarebereich gewinnen dabei mit Hilfe elektronischer Datenverarbeitung operierende Warenwirtschaftssysteme immer mehr an Bedeutung. Sie bieten zunehmend lückenlose Informationen über die Kerntätigkeit eines Handelsbetriebes und werden mit anderen Systemen zum geschlossenen Informationssystem integriert. Diese Integration wird sowohl innerhalb eines Unternehmens (z.B. durch Verknüpfung mit Buchhaltungs- und Personalinformationssystemen) als auch zwischen verschiedenen Unternehmen in Form stufenübergreifender Warenwirtschaftssysteme vorangetrieben. Die Frage, inwieweit das Warenwirtschaftssystem die betrieblichen Abläufe effizienter gestalten kann, ist neben Standort, Sortiment und Personal zum strategischen Wettbewerbsfaktor geworden.
Vor diesem Hintergrund der Bedeutung eines Warenwirtschaftssystems steht die Handelsagentur Ream vor der Aufgabe, ihr derzeitiges System abzulösen. In diesem Zusammenhang wurde auf eine bestehende Lösung zurückgegriffen, die an die Besonderheiten der Handelsagentur Ream angepaßt werden muß. Ziel dieser Arbeit soll es deshalb sein, die wichtigsten Inhalte der Anpassung aus den Unternehmensspezifika abzuleiten und konzeptionell darzustellen. Dabei soll am Beginn der Begriff des Warenwirtschaftssystems definiert und ein Überblick über verschiedene Warenwirtschaftssysteme gegeben werden. Im Anschluß wird die grundsätzliche Funktionsweise eines derartigen Systems am Beispiel erläutert, wobei zahlreiche, mit Hinweisen ergänzte Bildschirmausdrucke die Ausführungen verständlicher gestalten sollen. Im dritten Teil werden die wichtigsten Besonderheiten des Einsatzes von Warenwirtschaftssystemen in der Handelsagentur Ream geschildert, aus denen letztendlich die Anforderungen für die Anpassung und Erweiterung abgeleitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Bedeutung moderner Warenwirtschaftssysteme als strategischen Wettbewerbsfaktor und definiert das Ziel der Arbeit, ein bestehendes System an die spezifischen Anforderungen der Firma Ream anzupassen.
2 Funktionsweisen von Warenwirtschaftssystemen anhand des Programmes Apertum: Es wird die Funktionsweise des Systems Apertum anhand zentraler Geschäftsprozesse wie Einkauf, Disposition, Lager, Verkauf und Rechnungsprüfung unter Verwendung von Prozessmodellen detailliert analysiert.
3 Besonderheiten des Einsatzes von Warenwirtschaftssystemen in der Firma Ream: Dieses Kapitel stellt die spezifische Arbeitsweise der Handelsagentur Ream dar und leitet daraus die Notwendigkeit für Anpassungen in den Bereichen Disposition, direkte Produktrentabilität und Controlling ab.
4 Konzept zur Anpassung und Erweiterung des Warenwirtschaftssystems Apertum: Es wird ein konkretes Konzept zur Systemanpassung entwickelt, das Ergänzungen der Stammdaten, eine automatisierte Bestellprüfung, eine DPR-Berechnung sowie ein individuelles Abfragewerkzeug umfasst.
5 Kritik und Schlußbetrachtung: Dieses Kapitel reflektiert die Arbeit, adressiert zukunftsrelevante Herausforderungen wie das Jahr 2000 und die Euro-Umstellung und fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen.
Schlüsselwörter
Warenwirtschaftssystem, Apertum, Handelsagentur Ream, Systemanalyse, direkte Produktrentabilität, DPR, Prozessmodell, Stammdaten, Disposition, Controlling, automatische Bestellprüfung, Unternehmensprozesse, EAN-Code, Warenwirtschaftsmanagement, Daten-Warehouse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption zur Anpassung und Erweiterung eines bestehenden Warenwirtschaftssystems (Apertum) für ein spezielles Handelsunternehmen (Handelsagentur Ream).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen zählen die Prozessanalyse von Warenwirtschaftssystemen, die Anwendung von Controlling-Methoden wie der direkten Produktrentabilität (DPR) und die Umsetzung individueller Abfragemöglichkeiten im operativen Handel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Ableitung und konzeptionelle Darstellung der notwendigen Anpassungen des Systems Apertum, um die spezifischen Anforderungen und Geschäftsprozesse der Handelsagentur Ream effizient abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Systemanalyse durchgeführt, die auf der prozessorientierten Abbildung von Geschäftsvorgängen (mittels ereignisgesteuerter Prozessketten) und dem Vergleich mit Standardwerken der Handelsbetriebslehre basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Funktionsanalyse des Systems Apertum und eine detaillierte Untersuchung der betriebsspezifischen Besonderheiten der Firma Ream, welche die Grundlage für das Anpassungskonzept bilden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Warenwirtschaftssystem, Apertum, Handelsagentur Ream, direkte Produktrentabilität (DPR), Prozessmodell, Controlling und Stammdatenverwaltung.
Warum ist die Berechnung der direkten Produktrentabilität für die Firma Ream so wichtig?
Aufgrund der speziellen Struktur der Firma Ream als Handelsagentur ohne eigenes Lager und mit geringem Personalaufwand erlaubt die DPR eine präzise Kosten- und Erlösanalyse pro Auftrag und Artikel, was als entscheidendes Steuerungsinstrument dient.
Welche Rolle spielt die Anpassung von Stammdaten im Konzept?
Die Anpassung ist essenziell, um neben Standarddaten auch spezifische Informationen wie ILN-Nummern, detaillierte Gebindeschlüssel und differenzierte Konditionen abzubilden, die für die Geschäftsprozesse der Handelsagentur Ream notwendig sind.
Warum wurde eine Individualprogrammierung für das Abfragewerkzeug gewählt?
Die Entscheidung fiel zugunsten einer Eigenentwicklung, da Standard-Front-End-Tools entweder zu unflexibel waren oder den hohen Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit und spezifische Anpassung an die Arbeitsweise der Firma Ream nicht entsprachen.
- Citar trabajo
- Ronny Bauer (Autor), 1998, Konzept zur Anpassung und Erweiterung eines Warenwirtschaftssystems an die spezifischen Anforderungen der Handelsagentur Ream mittels einer Systemanalyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185204