Ziel dieser Arbeit ist, die bestehende Organisationsstruktur der HÜCO electronic GmbH derart zu verbessern, daß durch verringerte Durchlaufzeiten und Lagerbestände erstens die Anforderungen der neuen Kunden erfüllt und zweitens Vorteile gegenüber den Wettbewerbern geschaffen werden können. Dazu ist die Problemstellung zunächst
allgemein zu untersuchen und ein geeigneter Lösungsweg aufzuzeigen, der dann auf die HÜCO electronic GmbH übertragen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Auftragsabwicklung
2.1 Grundlagen der Auftragsabwicklung
2.1.1 Definition der Auftragsabwicklung
2.1.2 Aufgaben der Auftragsabwicklung
2.1.3 Traditionelle Organisationsform der Auftragsabwicklung
2.2 Bedeutung der Auftragsabwicklung für die Durchlaufzeiten
2.3 Bedeutung der Auftragsabwicklung für die Lagerbestände
3 Einführung in die Logistik
3.1 Definition der Logistik
3.2 Grundstrukturen und Abgrenzung von Logistiksystemen
3.2.1 Grundstrukturen von Logistiksystemen
3.2.2 Institutionelle und Funktionelle Abgrenzung von Logistiksystemen
3.3 Charakterisierung der Logistikkonzeption
3.3.1 Systemdenken
3.3.2 Gesamt- und Totalkostendenken
3.3.3 Servicedenken
3.3.4 Rentabilitätsdenken
3.4 Das logistische Ypsilon
3.5 Bedeutung der Logistikkonzeption für Durchlaufzeiten und Lagerbestände
3.6 Bisherige Ansätze zur Umsetzung einer Logistikkonzeption
3.6.1 Traditionelle Organisationsformen intraorganisatorischer Logistiksysteme
3.6.2 Einsatz technischer und informationstechnischer Systeme
4 Prozeßorientierte Logistik
4.1 Entwicklung und Abgrenzung der Prozeßorientierung in der Logistik
4.2 Der Prozeßansatz von Gaitanides
4.2.1 Prozeßanalyse als vororganisatorische Aktivität
4.2.2 Verteilung von Prozeßelementen
4.2.3 Koordination von Prozeßelementen und Prozeßketten
5 Ist-Situation der HÜCO electronic GmbH
5.1 Das Unternehmen HÜCO electronic GmbH
5.1.1 Charakteristische Daten der HÜCO electronic GmbH
5.1.2 Einordnung der HÜCO electronic GmbH in ein betriebstypologisches Modell
5.1.3 Die Produktstruktur der HÜCO electronic GmbH
5.1.4 Die Aufbauorganisation der HÜCO electronic GmbH
5.2 Die Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH
5.2.1 Die Ablauforganisation als organisatorisches Gegenstück zur Aufbauorganisation
5.2.2 Komponenten der Auftragsabwicklung
5.2.3 Darstellung der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH mit der Beschreibungssprache der Methode zur prozeßorientierten Reorganisation
5.3 Die räumlichen Gegebenheiten am Stammsitz der HÜCO electronic GmbH in Espelkamp
5.4 Das Schnittstellenproblem bei der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH
6 Reorganisation der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH nach dem Prozeßansatz von Gaitanides
6.1 Die Prozeßanalyse als vororganisatorische Aktivität
6.1.1 Ausgrenzung des organisatorischen Bereichs der Prozeßgestaltung
6.1.2 Zerlegung in Teilprozesse und Prozeßelemente
6.1.3 Festlegung der Aufeinanderfolge von Prozeßelementen
6.1.4 Abschätzung des Zeitaufwandes von Prozeßelementen
6.2 Verteilung von Prozeßelementen
6.2.1 Notwendigkeit einer Mehrfach-Interdependenten Prozeßstrukturierung
6.2.2 Gestaltung einer mehrfach-interdependenten Prozeßstrukturierung für die Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH
6.2.3 Bildung und Bewertung alternativer Prozeßstrukturen
6.2.4 Überprüfung der vorläufig optimalen Prozeßstruktur auf Realisierbarkeit
6.2.5 Umsetzung einer realisierbaren Prozeßstruktur durch Übertragung auf Stelleninhaber
6.3 Koordination von Prozeßelementen und Prozeßketten
6.3.1 Intraprozessuale Koordination
6.3.2 Interprozessuale Koordination
7 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Verbesserung der Organisationsstruktur der HÜCO electronic GmbH, um durch eine effizientere Auftragsabwicklung die Durchlaufzeiten und Lagerbestände zu verringern und damit Kundenanforderungen als Erstausstatter zu erfüllen sowie Wettbewerbsvorteile zu generieren.
- Analyse der Auftragsabwicklung in funktionalen Organisationen
- Einführung in logistische Konzepte und Systemdenken
- Darstellung des prozessorientierten Ansatzes nach Gaitanides
- Untersuchung der Ist-Situation bei HÜCO electronic GmbH
- Entwicklung und Bewertung alternativer Prozessstrukturen
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Auftragsabwicklung für die Durchlaufzeiten
Fasziniert von den Ergebnissen der Untersuchungen von F.W. Taylor und H. Ford zur Arbeitsteilung und Massenproduktion waren die Optimierungsmaßnahmen in der Vergangenheit primär auf die Reduzierung der Bearbeitungszeit sich ständig wiederholender Einzeltätigkeiten ausgerichtet. Nachdem man das menschliche Optimierungspotential diesbezüglich weitgehend ausgeschöpft hatte, versuchte man im Rahmen der Automatisierung immer größere und leistungsfähigere Maschinen zu entwickeln und einzusetzen.
In vielen Bereichen der Industrie liegen seit einiger Zeit die Voraussetzungen zu einer Massenproduktion nicht mehr vor. Um trotzdem die angeschafften Maschinen auslasten und weiterhin in großen Stückzahlen produzieren zu können, hat man versucht, die Aufgaben weiter zu segmentieren und die Organisationsstrukturen noch funktionsorientierter auszurichten. Ergebnis dieser Bemühungen ist lt. [Wass,1989,S.15f.]:
Viel zu hohe Kosten für die sogenannte Planung und Steuerung der Herstellung und eine viel zu hohe Kapitalbindung in Vorräten
Viel zu lange Liefer- und Durchlaufzeiten trotz hoher Kapitalbindung und Regiekosten
Zugesagte Liefertermine werden immer wieder überschritten
In den Zeiten, in denen der Preis (neben der Qualität) noch das einzige Entscheidungskriterium zur Vergabe von Aufträgen war, ließen sich die hier genannten Mehrkosten zum Teil erfolgreich durch die Kostenvorteile einer Massenproduktion („economies of scale“) kompensieren. Mittlerweile ist der Wettbewerb unter den Anbietern aber so groß geworden, daß die Kunden nicht mehr bereit sind, Wartezeiten und Terminüberschreitungen in Kauf zu nehmen - „der Liefertermin“ ist mittlerweile „genauso wichtig wie der Preis“ ([Wass,1989,S.14]).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Aufgabenzerlegung und die resultierenden Probleme wie Effizienzverluste an Schnittstellen, die durch den Wandel in der Kundenstruktur bei der HÜCO electronic GmbH aktuell verschärft wurden.
2 Auftragsabwicklung: Dieses Kapitel definiert die Auftragsabwicklung als übermittlungs-, bearbeitungs- und kontrollorientierten Prozess und untersucht die sequentielle funktionale Organisation sowie deren negative Auswirkungen auf Durchlaufzeiten und Lagerbestände.
3 Einführung in die Logistik: Hier werden logistische Konzepte wie Systemdenken, Gesamt- und Totalkostendenken sowie Servicedenken eingeführt, um eine ganzheitliche Koordination von Material- und Informationsflüssen als Lösungsweg darzustellen.
4 Prozeßorientierte Logistik: Dieses Kapitel erläutert den Prozessansatz von Gaitanides als Methode, um die Barrieren funktionaler Organisationen zu überwinden und eine bottom-up-Strukturierung betrieblicher Prozesse zu ermöglichen.
5 Ist-Situation der HÜCO electronic GmbH: Eine detaillierte Analyse der Unternehmensstruktur und -prozesse bei HÜCO electronic GmbH, die die vorhandenen Schnittstellenprobleme und die Auswirkungen auf die Durchlaufzeit aufzeigt.
6 Reorganisation der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH nach dem Prozeßansatz von Gaitanides: In diesem zentralen Teil wird die Methodik von Gaitanides angewendet, um durch Prozessanalyse und -umstrukturierung eine Minimierung der Schnittstellen bei der HÜCO electronic GmbH zu erreichen.
7 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Reorganisationsvorschläge zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl organisatorische als auch technische Maßnahmen (wie EDV-Erweiterungen) umzusetzen.
Schlüsselwörter
Auftragsabwicklung, Logistik, Prozessorientierung, Durchlaufzeit, Lagerbestand, Schnittstellenmanagement, HÜCO electronic GmbH, Gaitanides, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Prozesskostenrechnung, Prozeßstrukturierung, Prozesskette, CIM, Just-in-Time.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Reorganisation der Auftragsabwicklung bei der HÜCO electronic GmbH, um die negativen Auswirkungen starrer funktionaler Strukturen, insbesondere lange Durchlaufzeiten und hohe Lagerbestände, zu reduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft logistische Theoriekonzepte (System- und Kostendenken) mit der praktischen Anwendung des Prozessansatzes nach Gaitanides zur prozessorientierten Organisationsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist eine signifikante Reduzierung der Durchlaufzeiten der Aufträge bei gleichzeitiger Optimierung der Lagerbestände, um die Anforderungen neuer Kunden in der Automobilindustrie zu erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode zur prozessorientierten Reorganisation (entwickelt u.a. am WZL der RWTH Aachen) angewendet, welche eine Zerlegung in Prozessschritte, deren Quantifizierung und anschließende Neuverteilung auf Stelleninhaber vorsieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Ist-Analyse des Unternehmens, die Modellierung der bestehenden Auftragsabwicklung mittels einer spezifischen Beschreibungssprache und die anschließende Entwicklung einer neuen, optimierten Prozessstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prozessorientierung, Auftragsabwicklung, Schnittstellenproblematik, Durchlaufzeiten, Lagerbestände und der Prozessansatz nach Gaitanides.
Wie unterscheidet sich der Prozessansatz von der klassischen Aufbauorganisation?
Während die klassische Aufbauorganisation funktionsorientiert und top-down strukturiert ist, fokussiert der Prozessansatz auf den flussorientierten Ablauf über Abteilungs- und Stellengrenzen hinweg, um Schnittstellenverluste zu minimieren.
Welche Rolle spielt die EDV bei der angestrebten Reorganisation?
Die EDV ist zentral für die angestrebte Reorganisation, da sie für die Integration der Prozessdaten, die Kapazitätsbestandsrechnung und die informationstechnische Überbrückung der Schnittstellen unerlässlich ist.
- Citation du texte
- Carsten Riechmann (Auteur), 1998, Reorganisation im Logistikbereich zur Verringerung der Durchlaufzeiten und Lagerbestände , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185268