Vor dem Hintergrund einer immer schneller werdenden und sich wandelnden Gesellschaft stehen Worte wie Komplexität und Globalisierung im Mittelpunkt der Unternehmensführung. Unternehmensleitlinien sind darauf ausgerichtet, langfristige Konzepte zur Zukunftssicherung des Unternehmens zu entwickeln. Effizientes Handeln, konzeptionelle Planung, Prozeßorientierung
und Implementierungsprobleme werden zu Schlüsselbegriffen des internen Marketings. Kunden- und mitarbeiterorientiertes Marketing
werden als wichtige Bestandteile für eine erfolgreiche Unternehmensführung erkannt. Konflikt- und Krisenmanagement werden als erfolgreiche Modelle zur Bewältigung von Problemsituationen im Unternehmen diskutiert. Doch inhaltlich beschränken sich diese Modelle auf externe Krisen- und Konfliktsituationen und Kommunikationsprobleme zwischen den Hierarchieebenen. Was geschieht, wenn ein Problem persönlicher wie gesellschaftlicher Natur ist, teilweise gar nicht als Problem erkannt wird und alle Hierarchieebenen gleichermaßen betrifft, ist weitgehend ungeklärt
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit
2 ALKOHOLKONSUM UND ALKOHOLISMUS: BESTANDTEIL UNSERER GESELLSCHAFT
2.1 Geschichtliche Entwicklung
2.2 Der Alkoholkonsum in Deutschland
2.3 Alkoholmißbrauch, Alkoholabhängigkeit, Alkoholismus und ihre Ursachen
2.4 Alkoholismus - zwischen Krankheit und sozialem Problem
2.5 Alkohol und Arbeit
2.6 Zwischenfazit: Bedeutung für die betriebliche Alkoholprävention
3 DIE MÖGLICHKEITEN INNERBETRIEBLICHER HILFSMAßNAHMEN
3.1 Entwicklung der Suchtvorbeugung
3.2 Rechtliche Aspekte der Suchtvorbeugung im Betrieb
3.3 Handlungsmöglichkeiten in Betrieben und Unternehmen
3.4 Prävention als Bestandteil innerbetrieblicher Hilfsmaßnahmen
3.5 Zwischenfazit: Bedeutung für die betriebliche Alkoholprävention
3.6 Betriebliche Praxis - Alkoholpräventionsprogramme in deutschen Unternehmen
3.6.1 Aufbau und Wirkungsweise von Alkoholpräventionsprogrammen
3.6.2 Das Alkoholpräventionsprogramm der Berliner Stadtreinigung (BSR)
3.6.3 Das Alkoholpräventionsprogramm der Schering AG
3.6.4 Zusammenfassung und kritische Betrachtung der Alkoholpräventionsprogramme
3.7 Zwischenfazit: Bedeutung für ein integriertes Alkoholpräventionskonzept
4 UNTERSUCHUNG
4.1 Ziel der Befragungen innerhalb der Diplomarbeit
4.2 Methodik/Befragungsdesign
4.3 Auswertung der Befragungen
4.4 Zwischenfazit
5 ANSATZMÖGLICHKEITEN UND EMPFEHLUNGEN ZUR IMPLEMENTIERUNG EINES BETRIEBLICHEN ALKOHOLPRÄVENTIONSPROGRAMMES IN DIE INTERNE UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION
5.1 Theoretischer Diskurs und Erscheinungsformen der internen Unternehmenskommunikation
5.2 Anforderungen an die interne Unternehmenskommunikation
5.3 Ansatzpunkte zur Einbindung der Alkoholprävention in die interne Unternehmenskommunikation
6 FAZIT UND ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht, wie betriebliche Alkoholprävention als integraler Bestandteil der internen Unternehmenskommunikation etabliert werden kann, um den Umgang mit Suchtproblemen zu enttabuisieren und Mitarbeiter nachhaltig zu unterstützen. Dabei wird analysiert, wie Unternehmen den Status quo der Suchtprävention optimieren können, indem sie die Verantwortung von rein medizinischen Sozialberatungen auf eine breitere, kommunikative Ebene verlagern.
- Analyse von Suchtentstehung und betrieblichen Rahmenbedingungen
- Evaluation bestehender Alkoholpräventionsprogramme in Großbetrieben
- Untersuchung der Rolle von Unternehmenskultur und Führungskräften
- Entwicklung von Strategien für eine integrierte interne Unternehmenskommunikation
- Explorative Befragung zu Trinkkultur und Präventionsstand
Auszug aus dem Buch
Die Möglichkeiten innerbetrieblicher Hilfsmaßnahmen
Die vorangegangen Ausführungen sollten deutlich machen, wie wichtig eine Beschäftigung mit dem Thema Alkohol im Betrieb für eine funktionierende und intakte Unternehmenskultur ist und umgekehrt. Innerbetriebliche Hilfsangebote nützen nicht nur dem Alkoholabhängigen, sondern in erster Linie auch dem Betrieb. Betriebswirtschaftlich gesehen spart er Ausgaben ein, durch eine gezielte Aufklärungsarbeit nimmt er Einfluß auf die Bewußtseinsbildung und die Selbständigkeit seiner Mitarbeiter und kann dadurch zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen.
Das seit Menschengedenken der Alkoholkonsum zum Leben gehört und seit dieser Zeit die damit verbundenen unerwünschten Verhaltensweisen bekannt sind, löste bereits frühzeitig das Bemühen aus, ihnen durch Vermeidung und Vorbeugung entgegenzuwirken. Dies geschah zunächst durch politische Maßnahmen (bspw. Prohibition) im gesellschaftlichen Bereich und durch pädagogische Maßnahmen (bspw. Bestrafung) im individuellen Bereich. Seit dem 16. Jahrhundert traten mehr und mehr medizinische Aspekte in den Vordergrund, bis sie schließlich - als Sozialmedizin/Sozialhygiene - Gesicht und Charakter der gesamten Gesundheitsvorsorge dominierten. Ende der 60er Jahre, im Zusammenhang mit der Studentenbewegung und dem vermehrten Konsum von Drogen, entstand in der Bevölkerung eine erhebliche Unruhe und die Politiker stellten bedeutende Geldmittel zur Verfügung. Die Ansätze zur Suchtprävention waren vorwiegend als Abschreckung und Warnung vor Drogen ausgerichtet und arbeiteten mit der einfachen Botschaft: „Drogen sind gefährlich und führen zu Abhängigkeit, sozialer Verelendung, Krankheit und Tod“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel definiert die Problemstellung der Arbeit, betont die Relevanz der Alkoholprävention im Arbeitskontext und skizziert die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung.
2 ALKOHOLKONSUM UND ALKOHOLISMUS: BESTANDTEIL UNSERER GESELLSCHAFT: Hier werden theoretische Grundlagen zu Suchtentstehung und kulturellen Trinkmustern dargelegt, wobei der Zusammenhang zwischen Arbeitswelt und Alkoholkonsum kritisch hinterfragt wird.
3 DIE MÖGLICHKEITEN INNERBETRIEBLICHER HILFSMAßNAHMEN: Dieses Kapitel untersucht bestehende Präventionsmodelle und Maßnahmenkataloge sowie deren rechtliche und organisatorische Grundlagen in deutschen Unternehmen.
4 UNTERSUCHUNG: Es werden die Ergebnisse der qualitativen Experteninterviews und der telefonischen Blitzumfrage unter Personalleitern vorgestellt, die den aktuellen Stand und die Defizite der Präventionsarbeit aufzeigen.
5 ANSATZMÖGLICHKEITEN UND EMPFEHLUNGEN ZUR IMPLEMENTIERUNG EINES BETRIEBLICHEN ALKOHOLPRÄVENTIONSPROGRAMMES IN DIE INTERNE UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION: Das Kapitel leitet Strategien ab, wie Alkoholprävention kommunikativ in die Unternehmenskultur eingebettet werden kann, um eine ganzheitliche Gesundheitsförderung zu erreichen.
6 FAZIT UND ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Ergebnisse werden zusammengefasst und die Notwendigkeit einer aktiven Einbindung der Alkoholprävention in die interne Unternehmenskommunikation unterstrichen.
Schlüsselwörter
Alkoholprävention, interne Unternehmenskommunikation, Sucht am Arbeitsplatz, betriebliche Gesundheitsförderung, Alkoholismus, Betriebsvereinbarung, Sozialberatung, Suchtkrankenhelfer, Unternehmenskultur, Primärprävention, Sekundärprävention, Tertiärprävention, Führungsverantwortung, Suchtvorbeugung, Kommunikationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum und wie Alkoholprävention als fester Bestandteil der internen Unternehmenskommunikation und Unternehmenskultur verankert werden muss, statt sie als isolierte Aufgabe an Sozialberatungen abzugeben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der betrieblichen Suchtprävention, der Rolle der Unternehmensführung, dem Umgang mit Trinknormen im Betrieb sowie der psychologischen und soziologischen Einordnung von Suchtprozessen in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, neue Denk- und Handlungsansätze für Unternehmen zu liefern, um Alkoholprobleme durch eine integrierte Kommunikation zu enttabuisieren und frühzeitig zu adressieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf einen empirischen Teil, der aus qualitativen Experteninterviews mit Suchtbeauftragten, befragten Alkoholkranken und einer telefonischen Blitzumfrage unter Personalleitern besteht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Darstellung bestehender Praxisprogramme bei ausgewählten Großunternehmen sowie eine Analyse der notwendigen Anforderungen an eine moderne Unternehmenskommunikation.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Alkoholprävention, integrierte Unternehmenskommunikation, Sucht am Arbeitsplatz, Betriebsvereinbarungen und Unternehmenskultur.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von herkömmlichen Präventionsratgebern?
Sie fokussiert sich nicht nur auf die Hilfeleistung für bereits erkrankte Mitarbeiter, sondern auf die strategische Gestaltung des gesamten Unternehmensumfeldes durch Kommunikation.
Was bedeutet das "5-Lücken-Modell" für die betriebliche Prävention?
Das Modell dient als Analyseinstrument, um Kommunikationslücken zwischen den Erwartungen der Mitarbeiter und der Wahrnehmung durch die Unternehmensleitung aufzudecken, die eine erfolgreiche Alkoholprävention behindern.
- Quote paper
- Anja Bezocd (Author), 1998, Alkoholprävention als Bestandteil der internen Unternehmenskommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185288