Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick darüber, inwiefern der kulturelle Hintergrund von Menschen aus Schwarzafrika in der AIDS-Beratung in Deutschland berücksichtigt werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 5
1 DEFINITION VON HIV UND AIDS 9
2 KULTURELLER HINTERGRUND VON MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA 11
2.1 WERTE UND GLAUBENSKULTUR 11
2.1.1 RELIGION UND WELTANSCHAUUNG 11
2.1.1.1 Ahnenkult 13
2.1.1.2 Begräbniszeremonien 14
2.1.1.3 Der Glaube an Hexen 15
2.1.1.4 Einfluß des Islam und des Christentums auf traditionelle Religionen 16
2.1.2 TRADITIONELLE MEDIZIN 17
2.1.2.1 Aufgabenbereiche eines traditionellen Heilers 19
2.2 GESELLSCHAFTSKULTUR 22
2.2.1 DEFINITION DER STÄMME ALS SEGMENTÄRE GESELLSCHAFTEN 22
2.2.2 SENIORITÄTSPRINZIP 25
2.2.3 INITIATIONSRITUS 26
2.2.4 STELLENWERT DER ACHTUNG IN STAMMESGESELLSCHAFTEN 27
2.2.5 SOZIALE IDENTITÄTEN 28
2.2.6 REICHTUM UND ARMUT 29
2.2.7 INDIVIDUALISIERUNG IN SCHWARZAFRIKA 29
2.3 FAMILIENKULTUR 30
2.3.1 ROLLE DER FRAU 32
2.3.2 EHEGESETZGEBUNG ALS ABBILD DER TRADITIONELLEN STRUKTUREN AM BEISPIEL UGANDA 33
2.4 SOZIOKULTURELLE RISIKOFAKTOREN FÜR EINE ÜBERTRAGUNG DES HI-VIRUS 35
2.4.1 ÜBERTRAGUNGSWEGE 35
2.4.2 RISIKOFAKTOREN 35
2.4.2.1 Allgemeines Infektionsrisiko bei Frauen und Kindern 36
2.4.2.2 Wirtschaftskrise und Verarmung: 37
2.4.2.3 Ehegesetzgebung 39
2.4.2.4 Geschlechtskrankheiten: 40
2.4.2.5 Homosexualität und Analverkehr 40
2.4.2.6 Kulturelle Praktiken 41
2.4.2.6.1 Weibliche Beschneidung 42
2.4.2.6.2 Weitere kulturelle Praktiken 43
2.4.2.7 Diskriminierung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken 44
3 EPIDEMIOLOGISCHE SITUATION 46
3.1 EPIDEMIOLOGISCHE SITUATION IN SCHWARZAFRIKA 46
3.2 EPIDEMIOLOGISCHE SITUATION VON MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA IN DEUTSCHLAND 47
4 AIDS-BERATUNG VON MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA IN DEUTSCHLAND 49
4.1 AUF DIE BERATUNG ANGEWANDTE THEORIEN DER SOZIALEN ARBEIT 49
4.1.1 DAS „LIFE-MODEL“ DER SOZIALEN ARBEIT NACH GERMAIN/GITTERMAN 49
4.1.1.1 Einführung in das „Life-Model“ 49
4.1.1.2 Die Eingangsphase 51
4.1.1.3 Lebensverändernde Ereignisse 53
4.1.1.4 Arbeitsphase: Probleme und Anforderungen aus der Umwelt 54
4.1.1.4.1 Arbeitsphase: Fehlangepaßte interpersonale Beziehungs- und Kommunikationsmuster 55
4.1.1.5 Ablösungsphase: Beendigung des Hilfeprozesses 57
4.1.2 DIE ETHNOSPEZIFISCHE UND INTERKULTURELLE SOZIALARBEIT NACH SILVIA STAUB-BERNASCONI 58
4.2 FOLGEN DER MIGRATION FÜR DIE PSYCHISCHE UND PHYSISCHE GESUNDHEIT 59
4.3 RECHTLICHE ASPEKTE BEI MIGRANTEN AUS SCHWARZAFRIKA NACH DER EINREISE 62
4.4 LEBENSSITUATION VON MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND 66
4.4.1 SCHILDERUNG DER LEBENSSITUATION ANHAND VERSCHIEDENER BEREICHE 66
4.4.1.1 Bildung 66
4.4.1.2 Sprache und Integration 67
4.4.1.3 Erwerbstätigkeit 68
4.4.1.4 Asylbewerber 69
4.4.1.5 Einkommenssituation 69
4.4.1.6 Wohnsituation 70
4.4.1.7 Gesundheit 70
4.4.1.8 Religion 72
4.4.2 BESONDERE SOZIOPOLITISCHE ASPEKTE BEI MIGRANTEN MIT HIV/AIDS 72
4.5 WAHRNEHMUNGSEBENEN UND WIRKLICHKEITSEBENEN 74
4.5.1 INTERNALISIERENDE UND EXTERNALISIERENDE KULTUREN 75
4.5.2 KULTURELLE UNTERSCHIEDE IM KRANKHEITSVERSTÄNDNIS 76
4.5.3 ERWARTUNGEN AN DEN BERATER VON SEITEN AFRIKANISCHER KLIENTEN 77
4.5.4 EINFLUß VON RASSISMEN AUF DIE BERATUNG 78
4.6 THEMEN IN EINER BERATUNG VON HIV-INFIZIERTEN UND AIDS-KRANKEN MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA 80
4.6.1 INFORMATION 81
4.6.1.1 Besondere Aspekte in der sozialrechtlichen Beratung 82
4.6.1.2 Safer-Sex-Beratung 92
4.6.1.3 Klärung von sonstigen Unklarheiten über AIDS 93
4.6.2 SEXUALITÄT 94
4.6.3 UMGANG MIT SUCHT UND SUCHTMITTELN 96
4.6.4 TOD UND STERBEN 97
4.6.5 BESONDERE PSYCHOLOGISCHE PROBLEME 99
4.6.5.1 Chronische Angst 100
4.6.5.2 Depressionen 100
4.6.5.3 Hirnorganische Schädigungen 101
4.6.5.4 Suizid 102
4.6.6 RESSOURCEN IM BEREICH DER BEWÄLTIGUNGSMÖGLICHKEITEN 103
4.7 EVALUATION UND BEENDIGUNG DER BERATUNG 109
4.8 BERATUNG VON PARTNERN, ANGEHÖRIGEN UND FREUNDEN 110
SCHLUSSBEMERKUNG 113
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Defizite in der medizinisch-psychosozialen AIDS-Beratung für Migranten aus Schwarzafrika in Deutschland aufzuzeigen und durch eine interkulturelle Perspektive zu optimieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die Kenntnis und Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes der Klienten für den Erfolg einer AIDS-Beratung maßgeblich ist.
- Kultureller Hintergrund und Wertesysteme schwarzafrikanischer Gesellschaften.
- Soziokulturelle Risikofaktoren und deren Einfluss auf die HIV-Übertragung.
- Anwendung der Theorie der Interkulturellen Sozialarbeit nach Silvia Staub-Bernasconi.
- Herausforderungen in der Lebenssituation afrikanischer Migranten in Deutschland.
- Strategien und Methoden für eine kulturell angemessene AIDS-Beratung.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Religion und Weltanschauung
Das Denken und die volkstümlichen Traditionen wurden in ganz Afrika durch die Erfahrungen bei der Besiedelung tiefgreifend geprägt [22, S. 116-127 u. S. 163-166]. Den Busch zu roden und zu bepflanzen war für die sich ansiedelnden Bauern die Schaffung von Zivilisation und Besitz, weshalb die Nachkommen der ersten Siedler das Land auch als ihr Eigentum betrachteten. Die grundlegenden menschlichen Aktivitäten (z.B. der Geschlechtsverkehr, Bestattung der Toten,...) waren auf das kultivierte Land beschränkt. Der Wald bzw. der ungerodete Busch dagegen wurde mit Hexerei und Magie in Verbindung gebracht.
Die enge Beziehung und Abhängigkeit von der Natur prägte auch wesentlich das Verständnis afrikanischer Religion und Weltanschauung, die allumfassend ist. Mbiti [30, S.19f] umschreibt dies damit, daß der Mensch nach ihr in einem religiös bestimmten Kosmos lebt. Dieses tief religiöse und ganzheitliche Verständnis drückt sich darin aus, daß zum einen die Welt selbst und zum anderen alle Handlungen, die der Mensch in ihr tätigt, vom Religiösen aus gesehen, verstanden und interpretiert werden [30, S.19f]. So haben Namen von Personen eine religiöse Bedeutung, Felsen und Gesteinsblöcke haben einen religiösen Sinn, Sonnen- und Mondfinsternis sind nicht nur bloßes Naturschauspiel, sondern sie haben die Funktion, die Menschen vor kommenden Ereignissen zu warnen,... So ist für den Afrikaner die gesamte Existenz religiös bestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DEFINITION VON HIV UND AIDS: Erläutert die biologischen Grundlagen, Übertragungswege und den Verlauf einer HIV-Infektion bis hin zum Vollbild AIDS.
2 KULTURELLER HINTERGRUND VON MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA: Analysiert traditionelle Werte, Religion, Gesellschafts- und Familienstrukturen sowie soziokulturelle Risikofaktoren für die HIV-Übertragung.
3 EPIDEMIOLOGISCHE SITUATION: Beschreibt die epidemiologische Lage in Afrika und die Situation von Menschen aus Schwarzafrika in Deutschland anhand vorhandener Statistiken.
4 AIDS-BERATUNG VON MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA IN DEUTSCHLAND: Erörtert theoretische Ansätze der Sozialarbeit, die Lebensumstände von Migranten und spezifische Themenfelder in der Beratungspraxis wie Information, Sexualität und Tod.
Schlüsselwörter
AIDS-Beratung, Schwarzafrika, Interkulturelle Sozialarbeit, HIV-Infektion, Migration, Stigmatisierung, Traditionelle Medizin, Familienkultur, Risikofaktoren, Lebenssituation, Asyl, Prävention, Ethnospezifische Beratung, Bewältigungsstrategien, Sozialrechtliche Aspekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die notwendigen Konsequenzen, die sich aus dem kulturellen Hintergrund schwarzafrikanischer Klienten für eine erfolgreiche und angemessene medizinisch-psychosoziale AIDS-Beratung in Deutschland ergeben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die kulturelle Identität, der Einfluss traditioneller Religion und Medizin, gesellschaftliche Strukturen, Migrationsfolgen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen für afrikanische Migranten im deutschen Sozialsystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Beratern in der Sozialarbeit theoretisches und praktisches Wissen zu vermitteln, um ihre Beratungstätigkeit so zu gestalten, dass sie kulturell sensibel auf die Bedürfnisse schwarzafrikanischer Klienten eingeht.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit orientiert sich methodisch an der Theorie der Interkulturellen Sozialarbeit nach Silvia Staub-Bernasconi und nutzt das „Life-Model“ nach Germain/Gitterman als ökologischen Analyserahmen für den Hilfeprozess.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Darstellung des afrikanischen kulturellen Hintergrunds, die Analyse soziokultureller Risikofaktoren, eine epidemiologische Bestandsaufnahme sowie eine praktische Anleitung für die Beratungspraxis unter Berücksichtigung rechtlicher und psychosozialer Hürden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie AIDS-Beratung, interkulturelle Kompetenz, Migration, Stigmatisierung, Prävention und psychosoziale Bewältigungsstrategien charakterisiert.
Wie wirkt sich die „pharaonische Beschneidung“ auf die Beratung aus?
Diese als „pharaonische Beschneidung“ bezeichnete Form der weiblichen Genitalverstümmelung stellt eine erhebliche physische und psychische Belastung für betroffene Frauen dar, deren gesundheitliche Folgen bei einer medizinischen Beratung zwingend berücksichtigt werden müssen.
Warum wird die „Sozialrechtliche Beratung“ für afrikanische Migranten hervorgehoben?
Da viele afrikanische Migranten aus Heimatländern kommen, in denen staatliche soziale Sicherungssysteme kaum existieren, ist eine fundierte Beratung zu den deutschen Sozialversicherungssystemen essentiell, um den Klienten Sicherheit und den Zugang zu notwendigen medizinischen Leistungen zu ermöglichen.
- Quote paper
- Arnim Huhle (Author), 1999, MEDIZINISCH-PSYCHOSOZIALE AIDS-BERATUNG FÜR MENSCHEN AUS SCHWARZAFRIKA IN DEUTSCHLAND, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185325