Die aktive Auseinandersetzung mit Veränderungen in der Wirtschaft war schon immer das besondere Kennzeichen eines „dynamischen Unternehmens“. Durch die Herausfor-derungen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, der Emerging Markets, des Umweltschutzes und neuer Schlüsseltechnologien befindet sich die deutsche Wirt-schaft in einem Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken, welches immer neue Fragen der Restrukturierung, der Weiterentwicklung der Produktpalette oder der Ab-satzstrategie erfordert.
Diese Veränderungen bleiben nicht ohne Einfluß auf das Firmenkundengeschäft der Sparkassen in Deutschland. Die Auswirkungen dieser Veränderungen bewirken einen zunehmenden Wettbewerb um Marktanteile und die Notwendigkeit sich als einzelnes Kreditinstitut immer wieder neu akquisitorisch und strategisch auf die speziellen Wün-sche ihrer Kunden einzustellen und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Die Sparkassenorganisation
2.1.1 Die Sicherungsziele der Sparkassen
2.1.2 Die Auftragsziele der Sparkassen
2.1.2.1 Öffentlicher Auftrag
2.1.2.2 Regionalität
2.1.2.3 Sparkassenverbund
2.2 Going public
2.3 Firmenkundengeschäft
3 Analyse der Ausgangssituation
3.1 Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen
3.1.1 Das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz
3.1.2 Weitere relevante Gesetzesänderungen
3.2 Veränderung der institutionellen Rahmenbedingungen
3.2.1 Der Neue Markt
3.2.2 Die Bedeutung der Regionalbörsen
3.2.3 Europäisches Börsennetzwerk
3.3 Aktuelle Entwicklungen am Aktienmarkt
3.4 Veränderung der Wettbewerbsposition der Sparkassen
3.4.1 Die Marktstellung
3.4.2 Die Ertragslage
3.4.3 Der Bedeutungsverlust der Intermediationsfunktion
3.5 Chancen der Institutionalisierung des Geschäftsfeldes Going public
3.6 Zwischenergebnis
4 Das Geschäftsfeld Going public für Sparkassen
4.1 Einordnung des Going public in die Geschäftspolitik
4.1.1 Corporate Finance
4.1.2 Diversifikation der Leistungspolitik
4.2 Identifizierung der Zielgruppen
4.3 Aufgaben der Sparkassen im Rahmen des Going public
4.3.1 Emissionsvorbereitung
4.3.2 Emissionsdurchführung
4.3.3 Die Aufgaben nach dem Going public
4.4 Strategiealternativen
4.4.1 Die Beschreibung der Going-public-Wertschöpfungskette
4.4.1.1 Die Bereitstellung des gesamten Leistungsbündels
4.4.1.2 Die Bereitstellung einzelner Bausteine
4.4.2 Mögliche Partner der Zusammenarbeit
4.4.2.1 Innerhalb der Sparkassenorganisation
4.4.2.2 Extern
4.4.3 Bewertung der Strategiealternativen
4.5 Problemfelder des Geschäftsfeldes Going public für Sparkassen
4.5.1 Emissionsrisiken
4.5.2 Risiken der geschäftspolitischen Erweiterung
4.6 Zwischenergebnis
5 Mögliche Konsequenzen
5.1 Organisatorische Implementierung
5.1.1 Institutionalisierung einer Going-public-Abteilung
5.1.2 Integration in bestehende Abteilungen
5.2 Personalpolitische Implikationen
5.3 Neuausrichtung des Sparkassenverbundes
6 Zusammenfassende Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Potential und die strategischen Anforderungen für die Einführung des Geschäftsfeldes "Going public" (Börsengang) innerhalb des Sparkassensektors. Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Institutionalisierung dieses komplexen Beratungsfeldes unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen der Sparkassenorganisation sowie der Veränderungen im Firmenkundengeschäft zu untersuchen und Handlungsalternativen aufzuzeigen.
- Analyse rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen (u.a. Drittes Finanzmarktförderungsgesetz, Neuer Markt)
- Untersuchung der Wettbewerbsposition der Sparkassen und des Wandels im Firmenkundengeschäft
- Erarbeitung der Wertschöpfungskette für das Going-public-Geschäft
- Identifizierung von Zielgruppen und strategischen Kooperationsmöglichkeiten im Sparkassenverbund
- Diskussion der Risiken und organisatorischen Implikationen für Sparkassen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz
Zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland sind in den vergangenen Jahren zahlreiche gesetzgeberische Maßnahmen verabschiedet worden. In diese Reihe paßt sich auch das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz ein. Als Artikelgesetz novelliert es insbesondere das Börsen- und Wertpapierhandelsrecht, das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften sowie das Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften.
Schon das Zweite Finanzmarktförderungsgesetz hatte grundlegend neue Rahmenbedingungen für die Beziehungen zwischen Emittenten, Kreditinstituten, Anlegern und Aufsichtsbehörden geschaffen. Erreicht wurde dies u. a. durch die Institutionalisierung einer eigenständigen Wertpapieraufsicht, die Einführung von Strafvorschriften für Insiderverstöße, die Implementierung eines umfassenden Meldewesens und die Pflicht zur Ad-hoc-Publizität. Mit dem Inkrafttreten des Dritten Finanzmarktförderungsgesetzes am 01.04.1998 sind folgende für die vorliegende Arbeit wichtige Änderungen verbunden:
Die Wertpapierhandelsaufsicht hat nun im Verhältnis zu den Kreditinstituten das Recht bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für einen Insiderverstoß die gesamte Depotabwicklung der letzten sechs Monate nachzuverfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftlichen Veränderungen und deren Einfluss auf das Firmenkundengeschäft der Sparkassen, wobei die Relevanz des Going public als neues Geschäftsfeld motiviert wird.
2 Begriffliche Abgrenzungen: In diesem Kapitel werden die Strukturen der Sparkassenorganisation, das Konzept des Going public sowie der Umfang des Firmenkundengeschäfts definiert.
3 Analyse der Ausgangssituation: Es wird die Veränderung der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Wettbewerbssituation der Sparkassen untersucht, um die Chancen für ein Going-public-Geschäft zu bewerten.
4 Das Geschäftsfeld Going public für Sparkassen: Das Kapitel ordnet das Going public in die Corporate-Finance-Aktivitäten ein, identifiziert Zielgruppen und analysiert Strategiealternativen sowie Aufgaben und Risiken.
5 Mögliche Konsequenzen: Hier werden die organisatorischen, personalpolitischen sowie verbundstrukturellen Folgen für eine Implementierung des Geschäftsfeldes diskutiert.
6 Zusammenfassende Schlußbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Institutionalisierung des Going public als zukunftsweisende, wenn auch anspruchsvolle Diversifizierungsstrategie.
Schlüsselwörter
Sparkassen, Going public, Firmenkundengeschäft, Corporate Finance, Börsengang, Emissionsgeschäft, Wertschöpfungskette, Finanzplatz Deutschland, Drittes Finanzmarktförderungsgesetz, Neuer Markt, Sparkassenverbund, Allfinanz, Mittelstand, Emissionsrisiken, Strategische Planung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Geschäftsfeld "Going public" für Sparkassen ein innovatives und tragfähiges Geschäftsfeld im Firmenkundengeschäft darstellen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die strategische Einordnung im Firmenkundengeschäft, die Aufgaben der Emissionsbegleitung und die notwendige Kooperation innerhalb des Sparkassenverbundes ab.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Begründung für die Institutionalisierung des Going-public-Geschäfts bei Sparkassen zu liefern und praktische Implementierungsstrategien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive und analysierende Methode verwendet, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller bankbetrieblicher Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen basiert.
Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Einordnung in "Corporate Finance", die Entwicklung von Wertschöpfungsketten für Börsengänge und die Bewertung von Strategien (Eigenaufbau vs. Kooperation).
Welche Charakteristika definieren diese Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Kombination aus bankbetrieblicher Theorie, Analyse der gesetzlichen Novellierungen (Finanzmarktförderungsgesetze) und der spezifischen Struktur der Sparkassenorganisation aus.
Inwieweit spielt der Verbundgedanke eine Rolle für das Going-public-Geschäft?
Der Verbundgedanke ist zentral, da die Sparkassen für hochkomplexe Emissionsaufgaben auf die Expertise der Landesbanken oder Kooperationen angewiesen sind, um die Effizienzanforderungen zu erfüllen.
Warum wird das Going public als "innovatives" Geschäftsfeld für Sparkassen bezeichnet?
Obwohl das Emissionsgeschäft rechtlich möglich ist, stellt das konsequente und dauerhafte Angebot als komplexes Dienstleistungsprodukt eine Neuerung dar, die eine organisatorische Anpassung erfordert.
Was ist die größte Herausforderung bei der Implementierung für eine einzelne Sparkasse?
Die größte Herausforderung liegt im Aufbau des erforderlichen Know-hows und der personellen Ressourcen, um das komplexe Geschäftsfeld erfolgreich neben dem traditionellen Kreditgeschäft zu etablieren.
- Citar trabajo
- Bernd Brummermann (Autor), 1998, Going public als innovatives Geschäftsfeld im Firmenkundengeschäft der Sparkassen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185327