In der vorliegenden Diplomarbeit soll die Rechnungslegung einer deutschen AG dargestellt werden, die eine Zulassung (Listing) zur New Yorker Börse (New York Stock Exchange -> N.Y.S.E.) erhalten möchte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Notwendigkeit zur Harmonisierung der Rechnungslegung
3. Der Jahresabschluß nach deutschem Handelsrecht
3.1 Die Aufgaben des Jahresabschlusses
3.1.1 Die Informationsfunktion
3.1.2 Die Dokumentationsfunktion
3.1.3 Die Ausschüttungsbemessungsfunktion
3.2 Rechnungslegungsvorschriften und Umfang der Rechnungslegung
3.3 Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
3.3.1 Grundsatz der Bilanzklarheit
3.3.2 Grundsatz der Vollständigkeit
3.3.3 Grundsatz der Bilanzkontinuität
3.3.4 Grundsatz der Einzelbewertung
3.3.5 Grundsatz der Stichtagsbezogenheit der Wertansätze
3.3.6 Grundsatz der Unternehmensfortführung
3.3.7 Grundsatz der Vorsicht als oberstes Prinzip der Rechnungslegung
3.3.8 Grundsatz der Periodenabgrenzung
3.3.9 Grundsatz der Willkürfreiheit und Grundsatz der Wesentlichkeit als nicht kodifizierte Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
3.4 Die Bilanz
3.4.1 Anlagevermögen
3.4.1.1 Immaterielle Anlagen
3.4.1.2 Sachanlagen
3.4.1.3 Finanzanlagen
3.4.2 Umlaufvermögen
3.4.2.1 Vorräte
3.4.2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
3.4.2.3 Wertpapiere
3.4.2.4 Scheck, Kassenbestand, Bundesbank- und Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten
3.4.3 Rechnungsabgrenzung
3.4.3.1 Aktive Rechnungsabgrenzung
3.4.3.2 Passive Rechnungsabgrenzung
3.4.4 Eigenkapital
3.4.4.1 Grundkapital
3.4.4.2 Kapitalrücklage
3.4.4.3 Gewinnrücklagen
3.4.5 Sonderposten mit Rücklageanteil
3.4.6 Stille Rücklagen
3.4.7 Verbindlichkeiten
3.4.8 Vermerkposten
3.5 Die Gewinn- und Verlustrechnung
3.5.1 Umsatzerlöse
3.5.2 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
3.5.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge
3.5.4 Außerordentliche Aufwendungen und Erträge
3.5.5 Steuern
3.6 Die Dokumentation der Gewinnverwendung
3.7 Der Anhang
3.8 Der Lagebericht
3.9 Die Bilanzierungs- und Bewertungskonzeption des deutschen Handelsrechts
3.9.1 Das Maßgeblichkeitsprinzip
3.9.2 Bilanzierungsfähigkeit und Bilanzierungspflicht bei Vermögensgegenständen und Schulden
3.9.2.1 Bilanzierungshilfen
3.9.2.2 Bilanzierungswahlrechte
3.9.2.3 Bilanzierungsverbote
3.9.3 Bewertungsmaßstäbe des deutschen Handelsrechts
3.9.3.1 Anschaffungskosten
3.9.3.2 Herstellungskosten
3.9.3.3 Verfahren zur Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
3.9.3.4 Fortgeführte Kostenwerte
3.9.3.4.1 Planmäßige Abschreibung
3.9.3.4.2 Außerplanmäßige Abschreibung
3.9.3.4.3 Rückzahlungsbetrag
3.9.3.4.4 Barwert
3.9.3.4.5 Tages- oder Zeitwerte
3.9.3.4.6 Zukunftswert
3.9.3.4.7 Vernünftiger kaufmännischer Wert
3.9.3.4.8 Steuerlich zulässige Werte
3.10 Bewertung des Anlagevermögens
3.10.1 Bewertung von Sachanlagen und immateriellen Anlagen
3.10.2 Bewertung von Finanzanlagen
3.11 Bewertung des Umlaufvermögens
3.12 Bewertung von Verbindlichkeiten und Rentenverpflichtungen
3.13 Bewertung von Rückstellungen
3.14 Latente Steuern und Steuerabgrenzung
3.14.1 Zeitliche Differenzen zwischen handelsrechtlichem Erfolg vor Ertragsteuern und zu versteuerndem Einkommen
3.14.2 Steuerabgrenzung nach § 274 Abs. 1 und 2 HGB
3.15 Stille Rücklagen
3.16 Offenlegungs- und Prüfungspflicht bei publizitätspflichtigen Kapitalgesellschaften
4. Prinzipien der US-amerikanischen Rechnungslegung: GAAP
4.1 Zentrale Grundsätze der Rechnungslegung
4.2 Annual Report
4.2.1 Gewinn- und Verlustrechnung
4.2.2 Die Bilanz (Balance Sheet)
4.2.2.1 Aktivseite
4.2.2.2 Passivseite
4.2.2.3 Bewertungsmaßstäbe
4.2.2.4 Ausgewählte Posten der Aktivseite (Assets and other Debits) und ihre Bilanzierung
4.2.2.4.1 Umlaufvermögen
4.2.2.4.1.1 Flüssige Mittel
4.2.2.4.1.2 Forderungen des Umlaufvermögens und Besitzwechsel
4.2.2.4.1.3 Wertpapiere des Umlaufvermögens
4.2.2.4.1.4 Vorratsvermögen
4.2.2.4.2 Anlagevermögen
4.2.2.4.2.1 Finanzanlagen
4.2.2.4.2.2 Sachanlagen
4.2.2.4.2.3 Immaterielle Anlagen
4.2.2.5 Ausgewählte Posten der Passivseite (Liabilities and Stockholder´s Equity) und ihre Bilanzierung
4.2.2.5.1 Verbindlichkeiten
4.2.2.5.2 Rückstellungen
4.2.3 Statement of Cash Flows (Kapitalflußrechnung)
4.2.3.1 Aufgaben, Strukturen und Gestaltungsgrundsätze von Kapitalflußrechnungen
4.2.3.1.1 Die Abgrenzung des Finanzmittelfonds
4.2.3.1.2 Der Finanzmittelfonds als Bruttogröße
4.2.3.1.3 Die Veränderung des Finanzmittelfonds
4.2.3.2 Die Gliederung der Kapitalflußrechnung nach Tätigkeitsbereichen
4.2.3.2.1 Mittelherkunft und Mittelverwendung aus laufender Geschäftstätigkeit
4.2.3.2.2 Mittelherkunft und Mittelverwendung aus der Investitionstätigkeit
4.2.3.2.3 Mittelherkunft und Mittelverwendung aus der Finanzierungstätigkeit
4.2.3.3 Ermittlung der Zahlungsströme
4.2.3.3.1 Direkte Darstellungsform
4.2.3.3.2 Indirekte Darstellungsform
4.2.4 Annual Report und steuerliche Gewinnermittlung
4.2.5 Statement of Owner´s Equity und Notes
4.3 Publizität und Prüfung
5. Wirkung der Umstellung der Rechnungslegung vom HGB auf GAAP
5.1 Unterschiede in den Ansatz- und Bewertungsregeln nach HGB und GAAP
5.1.1 Ansatzebene
5.1.2 Bewertungsebene
5.1.2.1 Bewertung von Aktiva
5.1.2.2 Bewertung von Passiva
5.2 Konsequenzen einer Umstellung auf GAAP
5.2.1 Wirkungen auf Gewinn und Eigenkapital im Umstellungsjahr
5.2.2 Wirkungen auf Gewinn und Eigenkapital in den Folgejahren
5.2.3 Weitere Wirkungen einer Umstellung
6. Zusammenfassende Gegenüberstellung wesentlicher Unterschiede zwischen den deutschen Rechnungslegungsvorschriften und den GAAP
6.1 Die Bedeutung der Fair Presentation für die Bildung stiller Reserven
6.2 Die Bedeutung der Fair Presentation für Wahlrechte
7. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen der deutschen Rechnungslegung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) und der US-amerikanischen Rechnungslegung nach den Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) für publizitätspflichtige Aktiengesellschaften, die einen Zugang zum US-Kapitalmarkt anstreben. Ziel ist es, die divergienden Rechnungslegungsvorschriften darzustellen, deren Auswirkungen auf den Jahresabschluss zu vergleichen und die Konsequenzen einer Umstellung von HGB auf GAAP für deutsche Unternehmen zu erörtern.
- Vergleich der Aufgaben und Funktionen von Jahresabschlüssen nach HGB und GAAP.
- Detaillierte Analyse der Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie der Bilanzierungs- und Bewertungskonzeptionen in beiden Systemen.
- Untersuchung der Informations- und Publizitätspflichten für börsennotierte Kapitalgesellschaften.
- Beurteilung der Wirkungen einer Umstellung auf die Ertragslage, das Eigenkapital und die Gewinnverwendung.
- Gegenüberstellung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) und des US-amerikanischen "Fair Presentation"-Prinzips.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Informationsfunktion
Das Rechnungswesen ist ein Subsystem des Informationsversorgungssystems eines Unternehmens, dessen primäre Aufgabe in der Dokumentation ökonomischer Transaktionen und der Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für interne und externe Adressaten besteht. Gerade externe Adressaten, wie z. B. die Aktionäre, messen der Informationsfunktion größte Bedeutung bei, sind sie es doch, die durch die Bereitstellung ihres Kapitals die Grundlage für die künftige Existenz der AG bilden. Gem. § 238 Abs. 1 und 2 HGB ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den GoB sichtbar zu machen.
Die Bücher sind so zu führen, daß sich ein sachverständiger Dritter in angemessener Zeit aus diesen Büchern einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens (Vermögen, Schulden und geschäftlicher Erfolg) verschaffen kann. Gerade bei KapGes hat der JA gem. § 264 Abs. 2 HGB unter Beachtung der GoB ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln. Bei einer AG als juristische Person sind die dokumentierten Daten ökonomischer Transaktionen durch die gesetzlichen Vertreter materiell so aufzubereiten, daß ein sachverständiger Informationsempfänger (z. B. Aktionär) in der Lage ist, diese Daten in angemessener Zeit zutreffend und sachgerecht interpretieren und als Entscheidungsgrundlage für die künftige Bereitstellung seines Kapitals nutzen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Diplomarbeit, den Jahresabschluss einer deutschen AG nach HGB mit einem solchen nach GAAP zu vergleichen, um Voraussetzungen für eine Zulassung an der New York Stock Exchange zu beleuchten.
2. Notwendigkeit zur Harmonisierung der Rechnungslegung: Dieses Kapitel erörtert, warum das Fehlen international einheitlicher Standards den Zugang zu globalen Kapitalmärkten erschwert und verdeutlicht die Notwendigkeit, deutsche Abschlüsse für US-Investoren anzupassen.
3. Der Jahresabschluß nach deutschem Handelsrecht: Hier werden die Aufgaben, Bestandteile und Bilanzierungsgrundsätze (GoB) nach deutschem Handelsrecht sowie die speziellen Anforderungen an große Aktiengesellschaften detailliert analysiert.
4. Prinzipien der US-amerikanischen Rechnungslegung: GAAP: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Grundsätze der amerikanischen Rechnungslegung, die Funktion des Annual Reports und die Struktur des US-amerikanischen Bilanzwesens unter dem Paradigma der "Fair Presentation".
5. Wirkung der Umstellung der Rechnungslegung vom HGB auf GAAP: Hier werden die kurz- und langfristigen Auswirkungen einer Umstellung auf Gewinn und Eigenkapital sowie weitere Konsequenzen für die Unternehmenspublizität und -führung erörtert.
6. Zusammenfassende Gegenüberstellung wesentlicher Unterschiede zwischen den deutschen Rechnungslegungsvorschriften und den GAAP: Dieses Kapitel bietet eine tabellarische und analytische Synopse der zentralen Divergenzen zwischen beiden Rechnungslegungssystemen.
7. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Entwicklung hin zu international anerkannten Standards und bewertet die Chancen und Risiken für Unternehmen im Zuge einer fortschreitenden Globalisierung der Rechnungslegung.
Schlüsselwörter
Rechnungslegung, HGB, GAAP, Jahresabschluss, Bilanzierung, US-Kapitalmarkt, Fair Presentation, Bilanzrichtlinie, Aktiengesellschaft, Handelsrecht, Kapitalflussrechnung, Publizitätspflicht, Bewertungsmethoden, GoB, Unternehmensfortführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit vergleicht die deutsche Rechnungslegung (HGB) mit der US-amerikanischen Rechnungslegung (GAAP) für deutsche Aktiengesellschaften, die eine Zulassung an der New Yorker Börse (N.Y.S.E.) anstreben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Unterschieden in der Bilanzierungs- und Bewertungssystematik, dem Informationsgehalt der Abschlüsse, den Publizitätsanforderungen sowie den Auswirkungen einer Umstellung von deutschen auf US-amerikanische Standards.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine Vergleichsgrundlage zwischen HGB und GAAP zu schaffen und zu analysieren, wie sich die divergenten Vorschriften auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende und normenorientierte Analyse, indem sie die gesetzlichen Bestimmungen (HGB/AktG) und die amerikanischen Accounting Principles (GAAP/SEC-Vorgaben) in ihren Grundzügen gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Grundsätze des deutschen Jahresabschlusses (Aufgaben, GoB, Bilanz und GuV) und im Anschluss die Prinzipien der US-amerikanischen GAAP-Rechnungslegung erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind HGB, US-GAAP, Fair Presentation, Maßgeblichkeitsprinzip, Jahresabschluss, Bilanzierungshilfen, Rückstellungen und Publizität.
Welche Rolle spielt die SEC bei der US-Rechnungslegung?
Die Securities and Exchange Commission (SEC) ist die staatliche Regulierungsbehörde in den USA, welche die Einhaltung der Wertpapiergesetze überwacht und maßgeblich die Publizitäts- und Rechnungslegungsstandards für börsennotierte Unternehmen bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von Rückstellungen im Vergleich der beiden Systeme?
Während in Deutschland das Vorsichtsprinzip und die Bildung von Rückstellungen zur Gläubigersicherung dominieren, sind die Kriterien nach GAAP enger gefasst und erfordern einen höheren Konkretisierungsgrad, wobei reine Aufwandsrückstellungen nach US-Recht unzulässig sind.
Was bedeutet das "Fair Presentation"-Prinzip?
Es ist die Generalnorm der US-Rechnungslegung, die darauf abzielt, Investoren ein wahrheitsgetreues und entscheidungsnützliches Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, wobei der Schutz der Kapitalmarktteilnehmer im Vordergrund steht.
Warum wird die Umstellung auf GAAP als kritisch betrachtet?
Die Umstellung birgt Risiken, wie etwa eine deutlichere Offenlegung von Unternehmensschwächen, Druck durch Anteilseigner auf das Management und eine höhere Volatilität der Erfolgszahlen aufgrund fehlender Möglichkeiten zur "Gewinnglättung" durch stille Reserven.
- Quote paper
- Arndt Potthoff (Author), 1999, Deutsche versus US-amerikanische Rechnungslegung für publizitätspflichtige Aktiengesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185352