Ziel der Analyse ist, den Einfluß des Stadtfestes „erstes großes BonnFest“ mit verkaufsoffe-nen Sonntag, veranstaltet am 3. und 4. Oktober 1998 in der Bonner Innenstadt, unter eingehender Betrachtung der durch Projektkonzeption, -organisation und -realisierung berührten Kommunikationswege und Kooperationen zwischen den am Projekt beteiligten Akteuren, auf die kommunikationsorientierte Stadtentwicklung im Rahmen des City-Marketing in Bonn herauszuarbeiten. Aus dieser Grundüberlegung ergibt sich folgende zent-rale geographische Forschungsleitfrage: Inwieweit leistet ein im Rahmen des City-Marketing konzipiertes, organisiertes und rea-lisiertes Stadtfest einen Beitrag zur kommunikationsorientierten Stadtentwicklung?
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSTELLUNGEN DER ARBEIT
1.3 STRUKTURELLER AUFBAU DER ARBEIT
2 METHODISCHE VORGEHENSWEISE
2.1 FORSCHUNGSMETHODE FALLSTUDIE
2.2 AUSWAHL DES FALLBEISPIELS - KURZDARSTELLUNG DER BUNDESSTADT BONN UND SEINER INNENSTADT
2.3 METHODEN DER DATENGEWINNUNG
2.3.1 Literaturanalyse
2.3.2 Primärerhebung
2.3.2.1 Leitfadengespräche
2.3.2.2 Konzeption der Leitfragen
2.3.2.3 Auswahl der Gesprächspartner
2.3.2.4 Durchführung und Aufbereitung der Interviews
2.3.2.5 Auswertung der Interviews
2.3.3 Sekundärerhebung
2.3.4 Sonstige Quellen
2.4 STELLUNGNAHME
3 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN
3.1 ENTSTEHUNGSGRÜNDE FÜR DAS INSTRUMENT CITY-MARKETING
3.1.1 Wettbewerbsdruck
3.1.2 Neue Anforderungskataloge an die Kommunen
3.1.3 Fehlen kommunikativer und kooperativer Strukturen
3.1.4 Lösungsstrategien aus kommunaler Sicht
3.2 CITY-MARKETING
3.2.1 Begriffsdefinition und -differenzierung
3.2.2 Zielstellungen von City-Marketing
3.2.3 public-private-partnership (ppp)
3.3 KOMMUNIKATIONSORIENTIERTE STADTENTWICKLUNG
3.3.1 Kommunikation und Kooperation als Methode
3.3.2 Prozeßhafter Ablauf von City-Marketing
3.3.2.1 Anschubphase
3.3.2.2 Analysephase
3.3.2.3 Leitbildphase
3.3.2.4 Umsetzungsphase
3.3.3 Institutionalisierung
3.3.4 Aufgaben und Funktionen des City-Managers
3.3.5 Abgrenzung zu anderen Konzepten der Stadtentwicklung
3.4 BEDEUTUNG VON STADTFESTPROJEKTEN IM RAHMEN DES CITY-MARKETING-PROZESSES
3.4.1 Funktionen von Veranstaltungsprojekten
3.4.1.1 Externe Orientierung von Veranstaltungsprojekten
3.4.1.2 Innenorientierung von Veranstaltungsprojekten
3.4.1.3 Situation in den Städten
3.4.2 Kooperative Konzeption von Veranstaltungen
3.4.2.1 Kooperation mit professionellen Veranstaltungsagenturen
3.4.2.2 Vergleich Organisationsformen im Veranstaltungsbereich
3.4.2.3 Kooperationsmodell
3.4.3 Funktion von verkaufsoffenen Sonntagen im Rahmen von Stadtfestveranstaltungen
3.5 STELLUNGNAHME
4 UNTERSUCHUNG
4.1 ANSCHUB VON STADTMARKETING-AKTIVITÄTEN IN BONN
4.1.1 Das „Bonner Modell“
4.1.2 Einzelprojekte für den Stadtbezirk Bonn
4.2 INSTITUTIONALISIERTES CITY-MARKETING IN BONN
4.2.1 city-marketing bonn e.V.
4.2.2 Akzeptanz von Kooperationsstrategien im Bonner Einzelhandel
4.3 DAS „ERSTE GROßE BONNFEST“ VOM 3. UND 4. OKTOBER 1998
4.3.1 Konzeption, Organisation und Realisierung des BonnFestes
4.3.2 Veranstaltungsfläche
4.3.3 Projektfinanzierung
4.3.4 Bewerbung des Festes
4.4 STELLUNGNAHME
5 ANALYSE
5.1 KONZEPTIONELLER HINTERGRUND UND ZIELSTELLUNGEN DES BONNFESTES
5.2 PARTIZIPATION EINZELNER AKTEURE AN KONZEPTION UND ORGANISATION DES BONNFESTES
5.2.1 Akteure aus dem Bereich „Beethoven und Kultur“
5.2.2 Akteure aus dem innerstädtischen Einzelhandel
5.2.3 Einbindung der Stadtverwaltung und politischer Parteien
5.2.3.1 Akteure aus der Stadtverwaltung und aus städtischen Organisationen
5.2.3.2 Akteure aus der Kommunalpolitik
5.2.4 Sonstige Akteure
5.2.5 Stellungnahme
5.3 AKTEURSBEZOGENE INTENTIONEN DER TEILNAHME AM BONNFEST
5.4 EIGNUNG DES BONNFESTES ZUR UMSETZUNG AKTEURSSPEZIFISCHER ABSICHTEN
5.5 EIGNUNG DES BONNFESTES ZUR REALISIERUNG DER VOM VERANSTALTER FORMULIERTEN ZIELSTELLUNGEN
5.6 PERZEPTION DES VERKAUFSOFFENEN SONNTAGS VOM 4. OKTOBER 1998
5.6.1 Exkurs: Rechtliche Hintergründe der Sonntagsöffnung in Nordrhein-Westfalen
5.6.2 Interessendissens im Vorfeld der Sonntagsöffnung
5.6.3 Gegner des verkaufsoffenen Sonntags im Vorfeld der Entscheidung des Stadtrates
5.6.3.1 Gewerkschaften/Arbeitnehmerverbände
5.6.3.2 Kirchen/kirchliche Verbände und Institutionen
5.6.3.3 Bündnis 90/Die Grünen
5.6.4 Befürworter des verkaufsoffenen Sonntags im Vorfeld der Entscheidung des Stadtrates
5.6.4.1 Einzelhandelsverband/Industrie- und Handelskammer
5.6.4.2 CDU
5.6.4.3 SPD
5.6.4.4 Ämter der Bundesstadt Bonn
5.6.5 Funktion von city-marketing bonn e.V. innerhalb der Diskussion um den verkaufsoffenen Sonntag
5.6.6 Akteursbezogene Perzeption des verkaufsoffenen Sonntags im Anschluß an das BonnFest
5.6.7 Stellungnahme zur Diskussion um den verkaufsoffenen Sonntag
5.7 ZUKÜNFTIGE KOOPERATIONEN ALS ERGEBNIS DES BONNFESTES
6 RÜCKKOPPLUNG UND SCHLUßBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Einfluss des "ersten großen BonnFestes" vom 3. und 4. Oktober 1998 auf die kommunikationsorientierte Stadtentwicklung im Rahmen des City-Marketings in Bonn. Das primäre Ziel besteht darin zu untersuchen, inwieweit ein solches, im Rahmen des City-Marketings konzipiertes und organisiertes Stadtfest, tatsächlich als Beitrag zur Förderung kommunikativer und kooperativer Strukturen zwischen lokalen Akteuren dienen kann.
- City-Marketing als Instrument der kommunikationsorientierten Stadtentwicklung
- Die Rolle des City-Managers als Moderator und Kommunikator
- Fallstudie "BonnFest": Kooperationsformen und Akteursbeteiligung
- Diskursanalyse: Konfliktfelder um verkaufsoffene Sonntage
- Evaluierung der Auswirkungen auf lokale Identität und Kooperationsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Wettbewerbsdruck
Als Ausfluß ihrer gegenwärtigen Situation müssen sich Städte verstärkt als zukunftsträchtige nationale und internationale Standorte positionieren, um externe privatwirtschaftliche Investitionen akquirieren zu können. Innerhalb des transnationalen Wettbewerbs sind klassische harte Standortfaktoren wie verkehrliche Erreichbarkeit und Rohstoffe insbesondere für Dienstleistungsbetriebe bei der Standortwahl nicht mehr primär entscheidend. Weiche Standortfaktoren, operationalisierbar durch Merkmale wie „attraktiver Lebensraum“ und „attraktives Einkaufs- und Kulturangebot“, gewinnen somit an Bedeutung. Werbemaßnahmen für den Standort Innenstadt werden damit zur kooperativen Aufgabe, die Akteure aus Handel, Gastronomie, Kultur und Freizeit ebenso betrifft wie das Aktionsfeld der klassischen Wirtschaftsförderung.
Insbesondere der Einzelhandel prägt das Erscheinungsbild der Innenstädte als „Handels- und Kommunikationsräume“ und trägt wesentlich zu deren Attraktivität und Prosperität sowie zu den dort vorhandenen Nutzungen aus den Bereichen Dienstleistungen, Kultur und Freizeit bei. Der Einzelhandel sieht sich jedoch einem tiefgreifenden Strukturwandel ausgesetzt. Gravierende Konzentrationsprozesse auf der Angebotsseite sind gleichzeitig überlagert von verändertem Verbraucherverhalten auf der Nachfrageseite. Handelsendogene Umschichtungen infolge Ansiedlungen großflächigen Einzelhandels in Form von expandierenden Einkaufsmärkten in der städtischen Peripherie bzw. im näheren Umland setzen den innerstädtischen Handel, der Umsatzeinbußen verzeichnet, unter Anpassungsdruck. Auf Grund dieses Trends ist die Entwicklungsfähigkeit des Innenstadtraums beschnitten. Eine Monotonisierung des Angebots in Form von zunehmender „Filialisierung und Banalisierung“ sowie „Uniformierung“ des Einzelhandelsbesatzes ist die Folge. Weiteres „Verdrängungspotential“ beinhaltet die potentielle Ansiedlung von „Factory-Outlet-Centern“ an dezentralen, für den Individualverkehr gut erreichbaren Standorten, woraus sich ein zusätzlicher Abfluß von einzelhandelsrelevanter Kaufkraft ergeben hat und immer noch ergibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung der schwindenden Attraktivität von Innenstädten und leitet die Forschungsfrage nach der Rolle von Stadtfesten im City-Marketing ein.
2 METHODISCHE VORGEHENSWEISE: Erläutert den Einsatz der Fallstudien-Methode zur Untersuchung des BonnFestes und beschreibt die verwendeten Erhebungsmethoden (Leitfadengespräche, Dokumentenanalyse).
3 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Bietet ein theoretisches Fundament zu City-Marketing, public-private-partnerships und der Bedeutung von Veranstaltungsprojekten für die Stadtentwicklung.
4 UNTERSUCHUNG: Beschreibt die praktische Umsetzung des "Bonner Modells" und die Konzeption, Organisation sowie Finanzierung des BonnFestes 1998.
5 ANALYSE: Wertet die Partizipation der verschiedenen Akteursgruppen (Kultur, Einzelhandel, Politik) am BonnFest aus und diskutiert die kontroverse Debatte um den verkaufsoffenen Sonntag.
6 RÜCKKOPPLUNG UND SCHLUßBETRACHTUNG: Reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und zieht ein Fazit hinsichtlich der Effektivität von BonnFest als Beitrag zur kommunikationsorientierten Stadtentwicklung.
Schlüsselwörter
City-Marketing, Stadtentwicklung, BonnFest, Innenstadt, Kooperation, Kommunikation, Public-Private-Partnership, Einzelhandel, Stadtfest, Veranstaltungsmanagement, Standortfaktoren, Akteursnetzwerke, Stadtmarketing, Bürgerbeteiligung, Sonntagsöffnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Stadtfeste als Instrument des City-Marketings dazu beitragen können, eine kommunikationsorientierte Stadtentwicklung zu fördern und lokale Akteure in diesen Prozess einzubinden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen City-Marketing-Strategien, die Bedeutung von Kooperationen im städtischen Kontext, die Rolle von Großveranstaltungen für das Stadtimage sowie die rechtlichen und sozialen Spannungsfelder, die mit verkaufsoffenen Sonntagen verbunden sind.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: "Inwieweit leistet ein im Rahmen des City-Marketing konzipiertes, organisiertes und realisiertes Stadtfest einen Beitrag zur kommunikationsorientierten Stadtentwicklung?"
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Fallstudie zum "Bonner Modell" und speziell zum "ersten großen BonnFest". Dabei wurden teilstandardisierte Experteninterviews mit verschiedenen Akteuren (Stadtverwaltung, Einzelhandel, Kultur, Politik) geführt und durch Literatur- sowie Sekundärdatenanalysen ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Bezugsrahmen des City-Marketings und die Besonderheiten von Stadtfesten erarbeitet. Daran schließt sich eine detaillierte Untersuchung der Organisation des BonnFestes 1998 und eine Analyse der Akteursinteressen sowie der öffentlichen Diskussion um den verkaufsoffenen Sonntag an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören City-Marketing, Innenstadtentwicklung, Kooperation, Kommunikation, Stadtfeste und Akteursbeteiligung.
Wie bewerten die Akteure die Einbindung in das BonnFest?
Die Akteure bewerten die Einbindung gemischt. Während die Grundidee eines innovativen Vorhabens von allen Seiten begrüßt wurde, kritisierten vor allem Kulturakteure die zu enge Planungszeit und den fehlenden Spielraum für eine inhaltliche Mitgestaltung an den vom Veranstalter vorgegebenen Konzepten.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der verkaufsoffenen Sonntage?
Der Autor stellt fest, dass der verkaufsoffene Sonntag ein hochgradig polarisierendes Instrument ist. Während er kurzfristig für Umsatzsteigerungen und Aufmerksamkeit sorgt, führt er zu institutionellen Konflikten mit Gewerkschaften und Kirchen und kann die langfristigen Ziele des City-Marketings (wie z.B. Vertrauensaufbau und kooperative Netzwerke) durch die entstandenen Kommunikationsblockaden eher erschweren.
- Citar trabajo
- Andreas Peppel (Autor), 2000, Kommunikationsorientierte Stadtentwicklung im Rahmen des City-Marketing durch Stadtfeste , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185453