Die vorliegende Arbeit soll sich grundsätzlich der Fragestellung widmen, ob Trusts aus der Perspektive des steuerlichen Beraters ein attraktives Gestaltungsmittel zur Vermögensnachfolge darstellen. Dabei ist es letztendlich unerheblich, wie der Trust rechtlich eingeordnet wird und die wirtschaftliche Zurechnung des Vermögens bei den Beteiligten stattfindet. Es geht vielmehr darum, zu untersuchen, ob durch die Vermögensübertragung auf Trusts die Erbschaft- und Schenkungsteuer gemindert oder gar vermieden werden kann und ob diese Art der Vermögensverwaltung in der Summe bei allen Beteiligten zu einer geringeren Steuerlast führt. Dazu sind auch die Ertragsteuern und eventuell Vermögensteuern entscheidungsrelevant.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Darstellung des Rechtsinstituts des Trusts
2.1 Die Ausstattung
2.2 Die Parteien eines Trusts
2.2.1 Treugeber
2.2.2 Treunehmer
2.2.3 Begünstigte
2.3 Die verschiedenen Gestaltungsformen eines Trusts
2.3.1 Widerruflicher und unwiderruflicher Trust
2.3.2 Nachlasstrust und Trust unter Lebenden
2.3.3 Strict und discretionary Trust
2.3.4 Vielfalt der Kombinationen
2.4 Zur Rechtslage
2.4.1 Der Trust im deutschen Privatrecht
2.4.2 Der Trust im internationalen Privatrecht
2.4.3 Die Haager Übereinkommen
2.4.4 Der Trust im deutschen Steuerrecht
2.4.5 Der Trust im internationalen Steuerrecht
2.4.6 Problem der Doppelbesteuerung
3. Steuerliche Auswirkungen durch die Trustgestaltung
3.1 Ertragsteuerliche Auswirkungen
3.1.1 Besteuerung bei der Errichtung eines Trusts
3.1.2 Besteuerung während der Laufzeit des Trusts
3.1.3 Besteuerung bei der Auflösung des Trusts
3.2 Erbschaftsteuerliche Auswirkungen
3.2.1 Besteuerung bei der Errichtung eines Trusts
3.2.2 Besteuerung während der Laufzeit des Trusts
3.2.3 Besteuerung bei der Auflösung des Trusts
4. Bedeutung des Trusts für die Vermögensnachfolge eines deutschen Erblassers
4.1 Zugrundeliegende Annahmen
4.2 Ertragsteuerliche Auswirkungen
4.3 Erbschaftsteuerliche Auswirkungen
4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse und Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aus der Perspektive des steuerlichen Beraters, ob Trusts ein attraktives Gestaltungsmittel zur Vermögensnachfolge darstellen und ob die Vermögensübertragung auf Trusts die Erbschaft- und Schenkungsteuer mindert oder eine geringere steuerliche Gesamtlast ermöglicht.
- Analyse der steuerrechtlichen Einordnung und Qualifikation von Trusts in Deutschland
- Untersuchung der ertragsteuerlichen Konsequenzen bei Errichtung, Laufzeit und Auflösung
- Evaluierung der Erbschaft- und Schenkungsteuerpflicht
- Quantitativer Vergleich mit einer unmittelbaren Schenkung zur Vermögenserhaltung
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Ausstattung
Es gibt im anglo-amerikanischen Rechtskreis bislang keine anerkannte Definition für das Rechtsinstitut des Trusts. Das zweite Restatement of the Law definiert den Trust wie folgt:
„A trust..., when not qualified by the word „charitable“, „resulting“ or „constructive“ is a fiduciary relationship with respect to property, subjecting the person by whom the property is held to equitable duties to deal with the property for the benefit of another person, which arises as a result of a manifestation of an intention to create it.“
Ein Trust ist somit ein Rechtsverhältnis von besonderem Vertrauenscharakter, bei dem eine Person das Eigentum an Vermögenswerten auf eine andere Person überträgt. Letztere verpflichtet sich dabei, diese Vermögenswerte zugunsten von bestimmten Personen zu verwalten und zu verwenden. Grundvoraussetzung für die Trusterrichtung ist die Festlegung des Zwecks, welcher gesetzlich zulässig sein muss, d.h. er darf nicht der Förderung krimineller, unmoralischer oder ungesetzlicher Aktivitäten dienen. Die Befugnisse und Pflichten des Treunehmers, die Begünstigten sowie die Art und Höhe des Trustvermögens werden in einem Trustvertrag (Trust Deed) schriftlich festgelegt. Das Dokument kann auch Angaben bezüglich der Ansprüche der Begünstigten enthalten oder diese Entscheidungen dem Treunehmer überlassen. In letzterem Falle erhält der Treunehmer üblicherweise eine Orientierungshilfe des Treugebers in Form eines Letter of Wishes, welcher jedoch weder Teil des Trustvertrages noch ein rechtsverbindliches Dokument darstellt. Der „Wunschzettel“ dient lediglich dazu, dem Treunehmer die Erfüllung seiner Aufgaben im Sinne des Treugebers zu erleichtern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung der Vermögensnachfolge und die Zielsetzung der Arbeit, Trusts als Gestaltungsinstrument zu analysieren.
2. Darstellung des Rechtsinstituts des Trusts: Erläutert die Parteien, Gestaltungsformen und die rechtliche Einordnung von Trusts in Deutschland.
3. Steuerliche Auswirkungen durch die Trustgestaltung: Analysiert detailliert die ertrag- und erbschaftsteuerlichen Folgen für Trusts in Deutschland.
4. Bedeutung des Trusts für die Vermögensnachfolge eines deutschen Erblassers: Führt eine quantitative Analyse und einen Vergleich zur direkten Schenkung durch und fasst die Ergebnisse zusammen.
Schlüsselwörter
Trust, Vermögensnachfolge, Steuerrecht, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Einkommensteuer, US-Trust, Treugeber, Treunehmer, Begünstigte, Zweckvermögen, Doppelbesteuerung, Außensteuergesetz, AStG, Vermögensübertragung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse von Trusts als Mittel zur Gestaltung der Vermögensnachfolge für deutsche Investoren unter besonderer Berücksichtigung der steuerlichen Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die zivilrechtliche Darstellung von Trusts, deren steuerliche Einordnung in Deutschland sowie die Auswirkungen auf die Erbschaft-, Schenkung- und Einkommensteuer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Einsatz eines Trusts aus steuerlicher Sicht eine attraktive Gestaltung zur Vermögensnachfolge darstellt oder zu Nachteilen führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus qualitativer Rechtsanalyse der deutschen Steuergesetzgebung und Rechtsprechung sowie einer quantitativen Analyse anhand einer Fallgestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ausgestaltungsformen von Trusts definiert, die Rechtslage im deutschen und internationalen Steuerrecht beleuchtet und die steuerlichen Folgen in verschiedenen Stadien (Errichtung, Laufzeit, Auflösung) untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Trust, Vermögensnachfolge, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, AStG, Doppelbesteuerung und Zweckvermögen.
Wie unterscheidet sich die steuerliche Behandlung von widerruflichen und unwiderruflichen Trusts?
Bei einem widerruflichen Trust wird das Vermögen dem Gründer zugerechnet, was ihn steuerlich weitgehend ignoriert, während beim unwiderruflichen Trust eine Vermögenseinheit und eine Zurechnung bei der Familienstiftung oder den Begünstigten geprüft wird.
Warum spielt das Steuerentlastungsgesetz eine entscheidende Rolle in der Arbeit?
Das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 hat die Besteuerung der Vermögensübertragung auf Trusts grundlegend verändert, indem diese nun wie Stiftungen behandelt werden, wodurch der frühere Steueraufschub entfallen ist.
- Arbeit zitieren
- Frank Mast (Autor:in), 2000, Trusts als Mittel zur Gestaltung der Vermögensnachfolge - eine Analyse aus steuerlicher Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185497