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Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik

Titre: Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik

Mémoire (de fin d'études) , 2000 , 83 Pages , Note: 2.3

Autor:in: Nikolas Seifert (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das 20. Jahrhundert war nicht nur das Zeitalter der europäischen Diktaturen, sondern auch das Zeitalter der Massenmedien. Die totalitären Systeme setzten das damalige Leitmedium Rundfunk gezielt zur Indoktrination und Manipulation der Bürger ein und Presse und Literatur wurden gleichgeschaltet. Die Einflussnahme war im „Dritten Reich“ so stark, dass das nationalsozialistische Gedankengut verinnerlicht wurde und das Volk dieser Politik zustimmte. Mit dem Ende des Nationalsozialismus galt es, die Prozesse der Meinungsbildung und –änderung zu untersuchen und festzustellen, welche Rolle das Medium Rundfunk bei diesem Prozess gespielt hatte. Die Erkenntnisse sollten genutzt werden, um eine Änderung in den Köpfen der Menschen zu bewirken und sie nun für pluralistische Werte, Humanität und Toleranz und den Aufbau einer freiheitlichen Demokratie zu gewinnen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik. Ziel ist es, die Bedeutung der Massenmedien, besonders des neuen Leitmediums Fernsehen, in einem demokratischen System zu untersuchen und deren Einfluss auf Meinungsbildung und Politik aufzuzeigen. Um diesen gesamtgesellschaftlichen Themenkreis darstellen zu können ist es erforderlich, die Auswirkungen auf die verschiedenen Ebenen der Gesellschaft, also auch auf den Einzelnen und auf die Gruppe, zu untersuchen. Daraus ergibt sich der Aufbau der Arbeit, die zunächst mit der Bildung der privaten Meinung beginnt, um dann mit der Bildung der öffentlichen Meinung fortzufahren. So fließen in die Arbeit sowohl sozialpsychologische als auch soziologische Erkenntnisse ein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Einführung in die Thematik

1.2. Methodischer Aufbau

1.3. Schematische Darstellung der Interdependenzen und Schlüsselbegriffe

2. DIE BILDUNG DER PRIVATEN MEINUNG

2.1. Meinungsbildung und Verhaltenssteuerung durch Konditionierung

2.1.1 Konditionierung durch angenehme und aversive Reize

2.1.2. Klassische Konditionierung als Verbindung zwischen neutralen und nicht neutralen Reizen

2.1.3. Stellvertretende Konditionierung durch Beobachtung

2.1.4. Meinungsbildung durch Verhaltenssteuerung aufgrund von Dissonanz

2.2. Meinungsbildung durch Sprache

2.2.1. Interdependenzen zwischen Sprache, Denken und Realität

2.2.2. Meinungsbildung durch semantische Wortwahl

2.2.3. Meinungsbildung durch verbale Konditionierung

2.3. Meinungsbildung und Personenwahrnehmung

2.3.1. Meinungsbildung durch Kommunikation

2.3.2. Meinungsbildung über Inferenz und Identifikation

2.3.3. Meinungsbildung und Selbstwahrnehmung, Selbstaufmerksamkeit

2.4. Meinungsbildung in der Gruppe

2.4.1. Meinungskonformität aufgrund sozialer Vergleichsprozesse

2.4.2. Korrelation zwischen Meinungskonformität und Sympathie

2.4.3. Meinungsbildung als Übernahme von Gruppennormen

2.4.4. Beeinflussung der Gruppenmeinung durch konsistente Minderheiten

2.5. Zusammenfassung und Erkenntnisse zur privaten Meinung

3. DIE BILDUNG DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG

3.1. Herleitung des Begriffs der öffentlichen Meinung

3.2. Öffentliche Kommunikationsbereitschaft

3.2.1. Korrelation zwischen privater Kommunikationsbereitschaft und Werteorientierung bzw. Meinung

3.2.2. Korrelation zwischen öffentlicher Kommunikationsbereitschaft und sozio-ökonomischem Status bzw. Führungsposition

3.3. Die Theorie der Schweigespirale zur Erklärung der Einheitlichkeit der öffentlichen Meinung

3.3.1. Die öffentliche Meinung als Meinung der Bevölkerungsmehrheit

3.3.2. Die öffentliche Meinung als durch die Medien veröffentlichte Meinung

3.3.3. Die öffentliche Meinung als Sanktionsmacht der Medien

3.4. Konsequenzen aus der Theorie der Schweigespirale

3.4.1. Verhaltenskonformität aufgrund von Isolationsfurcht und Sozialisation

3.4.2. Meinungsunterdrückung bis zur öffentlichen Einheitsmeinung

3.4.3. Steuerung der öffentlichen Meinungsäußerungen durch Meinungsklima und Sanktionsmacht

3.5. Zusammenfassung und Erkenntnisse zur öffentlichen Meinung

3.6. Politische Korrektheit als spezifische Ausprägung öffentlicher Meinung

3.6.1. Herleitung des Begriffes der politischen Korrektheit

3.6.2. PC und Sprache

3.6.3. PC und Konformität

3.6.4. PC und Meinungsfreiheit

3.6.5. Zusammenfassung und Erkenntnisse zur politischen Korrektheit

4. DIE MASSENMEDIEN

4.1. Informationsvermittlung durch die Medien und Massenkommunikation

4.2. Medienwirkung durch Konsonanz der Medien

4.3. Journalisten im konsonanten Meinungszirkel

4.4. Medienrealität als soziale Realität und die Schlüsselrolle des Fernsehens

4.5. Medientrends und Sendermacht

4.6. Agenda-Setting und Medienpolitik

4.7. Kommerzialisierung der Information durch Medienkonzentration

4.8. Gefährdung der Meinungsfreiheit durch Medienkonzentration

4.9. Zusammenfassung und Erkenntnisse des Abschnittes Massenmedien

5. POLITIK

5.1. Meinungsforschung und Wahlverhalten

5.1.1. Begründung der Notwendigkeit der Meinungsforschung

5.1.2. Probleme der Meinungsforschung

5.1.3. Demoskopie als Medienecho

5.1.4. Irrationale Wahlentscheidungen

5.2. Die Theorie der Neuen Politischen Ökonomie

5.2.1. Nutzenmaximierende, medienorientierte Politiker

5.2.2. Die Theorie der Demokratie

5.2.3. Die Medianwählerpositionierung beim Wahlversprechen

5.2.4. Das Konvergenzstreben der Parteien

5.3. Veröffentlichte Meinung als Richtlinie der Politik

5.4. Wahlen als machtzuweisendes Approbationsritual

5.5. Die Tendenz zur Mediokratie

5.5.1. Die Demokratie als medienabhängige Öffentlichkeitsordnung

5.5.2. Tendenz zur faktischen Medienherrschaft als Konsequenz aus politischer Medienmacht

5.6. Zusammenfassung und Erkenntnisse des Abschnittes Politik

6. ZUSAMMENFASSENDE REFLEXION

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Interdependenzen zwischen der privaten Meinungsbildung, der öffentlichen Meinung und dem Einfluss der Massenmedien auf politische Prozesse in modernen Demokratien. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Massenmedien als zentrales Gestaltungselement der sozialen Realität und ihre Wirkung auf die politische Meinungsbildung sowie das Wählerverhalten aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

  • Sozialpsychologische Grundlagen der individuellen und Gruppenmeinungsbildung
  • Mechanismen der Schweigespirale und deren Auswirkungen auf die öffentliche Kommunikation
  • Einfluss der Massenmedien auf die politische Willensbildung und Wahlentscheidungen
  • Rolle der politischen Korrektheit (PC) als Mittel der sozialen Kontrolle und Sprachregelung
  • Theorie der Neuen Politischen Ökonomie und die Konvergenz politischer Programme

Auszug aus dem Buch

3.6.1. Herleitung des Begriffes der politischen Korrektheit

Wie bereits im Kapitel 2.2. ausgeführt, gibt es eine enge Verknüpfung zwischen Sprechen und Denken. Der Sprechende beeinflußt nicht nur den Hörenden, sondern die Wörter beeinflussen auch denjenigen, der sie gebraucht. “Unser Verhalten und unser Charakter werden weitgehend von der Natur der Wörter bestimmt, die wir ständig gebrauchen, um über uns selbst und die uns umgebende Welt zu sprechen.“ (Huxley, 1940) In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre wurde diese Erkenntnis in den US amerikanischen Universitäten aufgenommen und das Phänomen der political correctness – abgekürzt PC und gesprochen „pießie“ – entstand. Dabei ging es den Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlern darum, Gleichstellung der Geschlechter, der Ethnien und Minderheiten durch Sprachregelungen und Verhaltensvorschriften zu erreichen und Toleranz aller gegenüber allen durchzusetzen. (ebd.) Die Verfechter der PC richteten an den Universitäten Ausschüsse ein, die die Redner überwachten und in Vorlesungen alles aufschreiben sollten, was als politisch nicht korrekt interpretiert werden könnte und versuchten vorzuschreiben, was in den Universitätsräumen gesagt oder gedacht werden durfte und was nicht, und welche Lehrinhalte ideologisch einwandfrei wären. Ihr Vorwurf lautete, daß die damalige Alltagssprache nicht neutral sei, sondern den Standpunkt heterosexueller, weißer Männer der privilegierten sozialen Schicht beinhalte. (ebd.)

Kinder- und Jugendbücher wurden politisch korrekt umgeschrieben, um tradierte Rollenklischees aufzubrechen, und angebliche Diskriminierung wurde durch veränderte Wortwahl bekämpft. (z.B. Mensch mit alternativem Körperbild statt Übergewichtiger, anders Befähigter statt Behinderter). Eine Folge des durch feministische Sprachkritik angeregten amerikanischen Antidiskriminierungsgesetzes war, daß in Stellenanzeigen geschlechtsneutrale Bezeichnungen für Berufe durchgesetzt wurden; ferner gab es Auseinandersetzungen über sexistische Sprache in der Bibel und im religiösen Ritual.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Thematik der Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik ein und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. DIE BILDUNG DER PRIVATEN MEINUNG: Dieser Abschnitt behandelt sozialpsychologische Prozesse der individuellen Meinungsbildung, wie Konditionierung, Sprache, Personenwahrnehmung und Konformitätsdruck in Gruppen.

3. DIE BILDUNG DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG: Hier wird die Entstehung und Stabilisierung der öffentlichen Meinung erläutert, insbesondere durch die Theorie der Schweigespirale und die Auswirkungen von politischer Korrektheit.

4. DIE MASSENMEDIEN: Dieses Kapitel analysiert die Macht der Medien als Informationsvermittler, ihre Konsonanz, die Schlüsselrolle des Fernsehens sowie die Gefahren von Medienkonzentration und Kommerzialisierung.

5. POLITIK: Dieser Teil untersucht die Wechselwirkungen zwischen Meinungsforschung, Wahlverhalten und der Theorie der Neuen Politischen Ökonomie, wobei die Tendenz zur Mediokratie hervorgehoben wird.

6. ZUSAMMENFASSENDE REFLEXION: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Beeinflussung der Meinungsbildung durch Medien und Politik zusammen und reflektiert die Gefahren für die demokratische Willensbildung.

Schlüsselwörter

Meinungsbildung, Massenmedien, Politik, Schweigespirale, Politische Korrektheit, Demoskopie, Sozialpsychologie, Medienwirkung, Konformität, Kommunikationsbereitschaft, Agenda-Setting, Mediokratie, Neue Politische Ökonomie, Öffentliche Meinung, Manipulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen individueller Meinung, der öffentlichen Meinung und der Rolle der Massenmedien innerhalb eines demokratischen politischen Systems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Prozessen der privaten Meinungsbildung, der Entstehung öffentlicher Meinung durch Medieneinfluss, der Rolle von Journalisten sowie der ökonomischen Theorie der Politik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel besteht darin, den Einfluss von Massenmedien auf die politische Willensbildung zu untersuchen und aufzuzeigen, wie soziale Realität durch mediale Präsenz und Sprachregulierungen konstruiert wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Analyse soziologischer und sozialpsychologischer Erkenntnisse sowie auf theoretische Modelle der Neuen Politischen Ökonomie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die private Meinungsbildung, die theoretischen Grundlagen der öffentlichen Meinung (insbes. Schweigespirale), die Macht der Massenmedien und die Auswirkungen auf das politische Wahlverhalten analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen unter anderem Schweigespirale, politische Korrektheit, Agenda-Setting, Medienkonzentration und Mediokratie.

Wie beeinflusst politische Korrektheit (PC) die Meinungsfreiheit?

Die Arbeit argumentiert, dass PC durch Sprachregelungen und Tabuisierungen das Meinungsklima verengt und als Mittel der sozialen Kontrolle fungiert, was die freie Meinungsäußerung unter Druck setzt.

Inwiefern hat das Fernsehen eine Schlüsselrolle?

Dem Fernsehen wird eine dominante Rolle zugeschrieben, da es durch die Kombination von Bild und Ton eine besonders hohe Realitätsillusion erzeugt und somit die Wahrnehmung der Zuschauer stärker prägt als andere Medien.

Was bedeutet der Begriff "Mediokratie"?

Mediokratie beschreibt die Tendenz, dass politische Prozesse zunehmend von der medialen Darstellung abhängen und Machtstrukturen durch die Kontrolle über den Informationsfluss faktisch zu den Medien und deren Eliten wandern.

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Résumé des informations

Titre
Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik
Université
Technical University of Berlin
Note
2.3
Auteur
Nikolas Seifert (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
83
N° de catalogue
V185534
ISBN (ebook)
9783656983026
ISBN (Livre)
9783867464383
Langue
allemand
mots-clé
interdependenzen meinung massenmedien politik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nikolas Seifert (Auteur), 2000, Interdependenzen zwischen Meinung, Massenmedien und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185534
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