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Der Todesdiskurs in Wim Wenders' Essay-Film "Nick's Movie - Lightning Over Water"

Título: Der Todesdiskurs in Wim Wenders' Essay-Film "Nick's Movie - Lightning Over Water"

Tesis de Maestría , 1990 , 124 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Björn Jensen (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Ähnlich wie der literarische Essay sich lange Zeit einer genaueren wissenschaftlichen Untersuchung sperrte und erst in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts eingehend untersucht wurde, fand der Essay-Film bisher kaum Beachtung in filmtheoretischen Abhandlungen. Auch die Filmemacher sind sich ihrer stilistischen Verwandtschaft zum Essay nur selten bewußt und versehen ihre Filme daher mit den unterschiedlichsten Titeln. Das zweite Kapitel dieser Arbeit wird sich zuerst einmal mit dem Begriff des "Essays" in Literatur und Film auseinandersetzen, sowie seine historische Entwicklung nachzeichnen, um ihn schließlich vom Dokumentarfilm abzugrenzen.
Als Wim Wenders 1981 seinen Film Nick's Movie - Lightning Over Water in die deutschen Kinos brachte, stieß er damit weitgehend auf Ablehnung und Unverständnis. Man warf ihm vor, das Sterben Nicholas Rays für seine Zwecke ausgenützt zu haben. Es wurde von Peinlichkeiten und überlegener Selbstdarstellung gesprochen.
Der Grund, warum dieser Film vor allem in Deutschland so negativ aufgenommen wurde, mag mit unserem Verhältnis zum Tod zusammenhängen, das von dem amerikanischer oder auch dem anderer europäischer Staaten sehr verschieden ist. Zum anderen mag es damit zusammenhängen, daß der Essay-Film ähnlich wie der literarische Essay sehr viel schwerer in Deutschland Fuß fassen konnte, als in anderen Ländern.
Die vorliegende Arbeit bemüht sich, Nick's Movie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um so der Qualität dieses Filmes gerecht zu werden. Er wird dabei in die Tradition des Essay-Filmes und des Todesdiskurses im Film gestellt. Ebenso werden Parallelen zu Wenders' und Rays früheren Filmen gezogen werden. Auf der Grundlage einer mikrostrukturellen Analyse des Films (vgl. das Filmprotokoll in Teil 2 dieser Arbeit), wird der Film auf seinen narrativen Aufbau, seine visuelle und akustische Gestaltung und essayistischen Elemente hin untersucht werden.

Extracto


Gliederung

1. Einführung

2. Der Essay-Film

2.1. Der literarische Essay

2.1.1. Historische Entwicklung

2.1.2. Form des Essays

2.1.3. Ziel des Essays

2.1.4. Stoffgebiete

2.2. Die Entwicklung des Essay-Filmes

2.3. Abgrenzung des Essay-Filmes vom Dokumentarfilm

3. Der Todesdiskurs in der filmischen Narration

3.1. Der Begriff >Diskurs<

3.2. Tod und Gesellschaft

3.3. Angst vor dem Tode

3.4. Der Tod des Anderen

3.4.1. Erlebnis des Todes

3.4.2. Filmische Vermittlung des Todes

3.5. Systematisierung der Todesdarstellung im Film

3.5.1. Der Tod im fiktionalen Film

3.5.2. Der Tod im nicht-fiktionalen Film

4. Wim Wenders

4.1. Narrativität

4.2. Die Figuren

4.3. Der Tod

5. Nick's Movie: Zur Filmgenese

5.1. Historische Ausgangssituation

5.1.1. Nicholas Ray

5.1.2. Wim Wenders

5.2. Ausgangsposition zu Nick's Movie

5.3. Dreharbeiten

5.3.1. Erster Teil: Anfang April 1979

5.3.2. Zweiter Teil: Anfang Mai 1979

5.3.3. Epilog: Juni 1979

5.4. Nachbearbeitung

6. Nick's Movie: Narrativer Aufbau

6.1. Erzählinstanz

6.1.1. Erzählstrategie

6.1.2. Erzähler

6.1.3. Point-of-view

6.2. Erzählstil

6.2.1. Chronologizität

6.2.2. Innen vs. Außen

6.2.3. Ausnutzen der Krankheit Rays

6.2.4. Inszenierung vs. Dokumentarismus

6.2.5. Gleichzeitigkeit von Produkt und Genese

6.3. Dramaturgie

6.3.1. We Can't Go Home Again

6.3.2. The Lusty Men

6.3.3. Tagebuch

6.3.4. Ein Bericht für eine Akademie

6.4. Essayistische Elemente

7. Die kinematographische Ordnung des Todesdiskurses in Nick's Movie

7.1. Die subjektive Instanz Wenders

7.2. Reflexion der eigenen Arbeit

7.3. Der sterbende Mensch als Gegenstand der Kamera

7.4. Filmen als Therapie

7.5. Symbole und Todeszeichen

8. Die Montage

8.1. Die erste Fassung

8.2. Die zweite Fassung

8.3. Die dritte Fassung

9. Gestaltung

9.1. Visuell

9.2. Akustisch

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Film "Nick's Movie - Lightning Over Water" von Wim Wenders unter besonderer Berücksichtigung des Todesdiskurses und der essayistischen Filmtradition. Ziel ist es, die ästhetische und moralische Komplexität des Werks zu beleuchten, indem der Film in die Tradition des Essay-Filmes gestellt und seine filmische Genese analysiert wird.

  • Die historische Entwicklung und Formbestimmung des Essay-Films.
  • Die filmische Vermittlung des Todes als Diskurs und tabuisiertes Thema.
  • Die Analyse der filmischen Genese von "Nick's Movie" unter Einbeziehung von Nicholas Ray.
  • Die Untersuchung der narrativen und ästhetischen Struktur (Montage, Kamera, Ton) des Films.
  • Die Auseinandersetzung mit den moralischen Implikationen des Filmemachens angesichts des Sterbens.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Historische Entwicklung

Der Begriff "Essay" geht zurück auf die 1580 veröffentlichten Essais des Seigneur Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592). Das Wort selbst leitet sich aus dem vulgärlateinischen 'exagium' (wägen) her. Montaigne umschrieb damit den tastenden, nach Wahrheit suchenden Charakter seiner Reflexionen.

Entsprechende Sprachmuster gibt es bereits in der Antike. Peter M. Schon untersuchte Montaignes Essais auf dialogische, autobiographische und sentenziöse Elemente und wies eine Verwandtschaft zu Plato, Seneca und Cicero in den Stilformen Brief, Dialog und Diatribe nach. Nach Hugo Friedrich entwickelte sich der Essay vor allem aus der Briefform heraus, weil das dialogische Element erlaube, verschiedene Sichtweisen durch den Standortwechsel der Perspektive auszudrücken.

Nur wenige Jahre nach Montaigne schrieb Francis Bacon of Verulam (1561-1626) in England seine Essays (1597). Bacon bezieht sich nicht auf Montaigne, obwohl man davon ausgehen kann, daß er dessen Essais gelesen hatte, sondern verweist auf die antike Tradition, indem er Senecas Briefe an Lucilius als Vorbild nennt. Im Gegensatz zu Montaigne, fehlt bei Bacon das abwägende Element, das dem Leser letztlich die Entscheidung überläßt, sondern er schreibt, im Glauben an eine objektive Wahrheit, von einem sicheren überlegenen Standpunkt aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung verortet das Thema und erläutert die bisherige wissenschaftliche Vernachlässigung des Essay-Films sowie die Problematik der Rezeption von "Nick's Movie".

2. Der Essay-Film: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Essay" in Literatur und Film, zeichnet seine historische Entwicklung nach und grenzt ihn methodisch vom klassischen Dokumentarfilm ab.

3. Der Todesdiskurs in der filmischen Narration: Hier werden theoretische Grundlagen des Todesdiskurses erläutert und die filmische Vermittlung sowie Systematisierung des Todes thematisiert.

4. Wim Wenders: Eine Analyse von Wenders' narrativen Ansätzen, seiner Figurengestaltung und seinem speziellen Verhältnis zum Tod in seinem bisherigen Werk.

5. Nick's Movie: Zur Filmgenese: Das Kapitel widmet sich der konkreten Entstehungsgeschichte, den handelnden Personen (Ray, Wenders) und den Dreharbeiten von "Nick's Movie".

6. Nick's Movie: Narrativer Aufbau: Eine Untersuchung der narrativen Struktur, der Erzählinstanz, des Erzählstils und der Dramaturgie sowie essayistischer Elemente.

7. Die kinematographische Ordnung des Todesdiskurses in Nick's Movie: Die Analyse des subjektiven Blicks von Wenders, der Reflexion der eigenen Arbeit und der Rolle des sterbenden Menschen vor der Kamera.

8. Die Montage: Eine detaillierte Betrachtung der verschiedenen Schnittfassungen und der daraus resultierenden interpretatorischen Unterschiede.

9. Gestaltung: Dieses Kapitel analysiert die visuelle und akustische Gestaltung des Films und deren Wirkung.

10. Zusammenfassung: Ein abschließendes Fazit, das die Bedeutung von "Nick's Movie" innerhalb der Tradition des Essay-Films und als filmische Auseinandersetzung mit dem Tod herausstellt.

Schlüsselwörter

Essay-Film, Todesdiskurs, Wim Wenders, Nicholas Ray, Nick's Movie, Lightning Over Water, Dokumentarfilm, Narration, Filmgenese, Montage, Kamera, Authentizität, Sterben, Filmtheorie, Filmästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Essay-Film "Nick's Movie - Lightning Over Water" des Regisseurs Wim Wenders und untersucht dessen filmische Aufarbeitung eines Sterbeprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition des Essay-Films, die diskursive Darstellung des Todes im Medium Film sowie die biografische und filmische Interaktion zwischen Wim Wenders und dem sterbenden Regisseur Nicholas Ray.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, "Nick's Movie" als bedeutendes Werk des Essay-Films zu würdigen und aufzuzeigen, wie Wenders durch eine spezifische Montage- und Erzählstrategie den Tod thematisiert, ohne dabei in voyeuristische oder rein dokumentarische Muster zu verfallen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine mikrostrukturelle Filmanalyse angewandt, die den narrativen Aufbau, die visuelle/akustische Gestaltung sowie die verschiedenen Schnittfassungen des Werks systematisch untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Essay-Films und Todesdiskurses, die Analyse von Wenders' filmischem Stil, die detaillierte Filmgenese von "Nick's Movie" sowie die Untersuchung der filmischen Montage und Gestaltungsmittel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Essay-Film, Todesdiskurs, Nick's Movie, Wim Wenders und Nicholas Ray sowie Montageanalyse und Filmgenese charakterisieren.

Wie geht Wenders mit dem Sterben von Nicholas Ray um?

Wenders versucht, das Sterben von Ray nicht als bloßes Objekt darzustellen, sondern bezieht sich selbst als Regisseur ein, wodurch eine essayistische Reflexion über die moralische Verantwortung des Filmemachens entsteht.

Warum ist die Montage für diesen Film so entscheidend?

Die Montage ist zentral, da verschiedene Schnittfassungen existieren, die das Verhältnis zwischen Dokumentation und Inszenierung unterschiedlich gewichten und somit die ethische Haltung des Regisseurs maßgeblich beeinflussen.

Was bedeutet der "Todesdiskurs" in dieser Arbeit?

Der Todesdiskurs meint hier nicht die reine Abbildung des Todes, sondern die filmische Art der "Rede" über das Sterben, die Krankheit, die Einsamkeit und das Umfeld des Sterbenden.

Final del extracto de 124 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Todesdiskurs in Wim Wenders' Essay-Film "Nick's Movie - Lightning Over Water"
Universidad
LMU Munich
Calificación
1
Autor
Björn Jensen (Autor)
Año de publicación
1990
Páginas
124
No. de catálogo
V185574
ISBN (Ebook)
9783656980964
ISBN (Libro)
9783656981060
Idioma
Alemán
Etiqueta
todesdiskurs wenders essay-film nick movie lightning over water
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Jensen (Autor), 1990, Der Todesdiskurs in Wim Wenders' Essay-Film "Nick's Movie - Lightning Over Water", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185574
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