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Sozialarbeit und Demenz - Konzeptionelle Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke

Title: Sozialarbeit und Demenz - Konzeptionelle Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke

Diploma Thesis , 2002 , 74 Pages , Grade: 2

Autor:in: Mandy Beyer (Author)

Sociology - Old Age
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Summary Excerpt Details

Der Sommer war so wie dein Haus,
drin weißt du alles stehn-
jetzt mußt du in dein Herz hinaus
wie in die Ebene gehn.
Die große Einsamkeit beginnt,
die Tage werden taub,
aus deinen Sinnen nimmt der Wind
die Welt wie welkes Laub.

Rainer Maria Rilke


Das Gedicht von Rainer Maria Rilke beschreibt eigentlich den Übergang vom Sommer zum Winter. Man könnte damit aber genauso das Bewusstsein eines Menschen beschreiben, der an einer Demenz erkrankt ist. Die vertraute Welt des Menschen verschwimmt immer mehr und verschwindet irgendwann ganz. Eine endlose Einsamkeit beginnt.

Fast in meiner gesamten Praxiszeit hatte ich Kontakt zu Demenzkranken. Ich merkte, welche Ansprüche sie an mich als Mitarbeiter stellen. Sie bedürfen einer ganz besonderen Betreuung; einer Betreuung mit viel Geduld und Verständnis.

Jetzt zum Ende des Studiums bekam ich eine andere Sicht auf viele Dinge. Ich merkte, dass für den Umgang mit Demenzkranken mehr da sein muss als nur Geduld und Verständnis. Wissen über die Person des Kranken und auch die Kenntnis über gewisse therapeutische Maßnahmen sind für eine ergebnisreiche Arbeit mit dementen Menschen wichtig.
Nicht nur mein wachsendes Wissen, sondern vor allem auch die steigenden Krankenzahlen und die damit einhergehenden Probleme, machen die Brisanz dieses Themas deutlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIAGNOSE: DEMENZ

1.1 Begriffsklärung: Demenz

1.2 Verschiedene Formen von Demenz

1.3 Entstehung einer Demenz

1.4 Der Verlauf

1.4.1 Das Anfangsstadium

1.4.2 Die mittlere Phase

1.4.3 Das dritte Stadium

1.5 Vorstellung von Testverfahren zur Einordnung einer Demenz

1.5.1 Der Mehrfachwahl- Wortschatztest (MWT-B)

1.5.2 Die Mini- Mental- State- Examination (MMSE)

1.5.3 Der Uhrentest

2. DIE EPIDEMIOLOGIE DER DEMENZ

2.1 Prävalenz

2.2 Inzidenz

2.3 Geschlechtsunterschiede

2.4 Demographische Entwicklung

3. DER ALLTAG VON DEMENZKRANKEN

3.1 Einblick in das täglich Leben eines Demenzkranken

3.2 Spezifische Verhaltensweisen von Demenzkranken

3.2.1 Aggressivität

3.2.2 Angst

3.2.3 Antriebslosigkeit

3.2.4 Probleme mit der Verständigung

3.2.5 Bewegungsdrang

3.3 Grundregeln für die Betreuung von Demenzkranken

3.3.1 Die Tatsachen akzeptieren

3.3.2 Auf Unerwartetes einstellen

3.3.3 Gewohnheiten erhalten

3.3.4 Kommunikation

3.4 Finanzielle Hilfen für den Betreuungsalltag

3.4.1 Finanzielle Leistungen, die unabhängig vom Einkommen sind

3.4.1.1 Hilfen bei anerkannter Behinderung nach dem Schwerbehindertengesetz

3.4.2 Finanzielle Hilfen, die nur bei niedrigem Einkommen gewährt werden

3.4.2.1 Befreiung von Zuzahlungen

3.4.2.2 Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz

4. SOZIALPÄDAGOGISCHE HANDLUNGSFELDER UND THERAPEUTISCHE BETREUUNGSMÖGLICHKEITEN BEI DER ARBEIT MIT DEMENZKRANKEN

4.1 Lerntheoretische Handlungsansätze

4.1.1 Das Realitäts- Orientierungs- Training (ROT)

4.1.2 Selbst- Erhaltungs- Therapie (SET)

4.1.3 Die Erinnerungstherapie

4.2 Der verstehende Umgang zum dementiell Erkrankten

4.2.1 Validation

4.2.2 Biographiearbeit

4.2.3 Angehörigenarbeit

4.2.4 Begleitende Angebote in der Betreuung Demenzkranker

4.2.4.1 Basale Stimulation

4.2.4.2 Kunst- und Musiktherapie

5. STRUKTURELLE ANFORDERUNGEN AN DEN INSTITUTIONELLEN WOHN- UND LEBENSRAUM VON DEMENZKRANKEN – MILIEUGESTALTUNG

5.1 Betreuungsmodelle

5.2 Anforderungen an das architektonische Milieu

5.3 Entwurfsprinzipien für die Gestaltung der Umgebung für Verwirrte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht konzeptionelle Rahmenbedingungen für die Betreuung von Demenzkranken in Pflegezentren. Das primäre Ziel ist es, neue Wege aufzuzeigen, wie Demenzkranke als Individuen mit spezifischen Ressourcen wahrgenommen und gefördert werden können, anstatt sie lediglich als leidende, hilfsbedürftige Schwerkranke zu betrachten.

  • Medizinische und epidemiologische Grundlagen der Demenz
  • Analyse der Alltagssituation und spezifischer Verhaltensweisen
  • Methoden der Betreuung (z.B. Validation, Realitäts-Orientierungs-Training)
  • Anforderungen an eine demenzgerechte architektonische Milieugestaltung

Auszug aus dem Buch

3.1 Einblick in das täglich Leben eines Demenzkranken

„Es ist 7.00 Uhr am Morgen. Für Frau M. – sie ist 79 Jahre alt – geht eine unruhige Nacht zu Ende. Erholsamen Schlaf konnte sie kaum finden. Zweimal musste sie ihren gleichaltrigen Mann, der an der Alzheimer Krankheit leidet, im Laufe der Nacht wieder in sein Bett zurückbringen. Er war aufgewacht, aufgestanden und fand sich in seiner eigenen Wohnung, in der er nun schon seit 40 Jahren lebt, nicht mehr zurecht, bekam Angst und fing an lautstark nach seiner „Mami“ zu rufen. Frau M. musste ihn beruhigen, nutzte die Unterbrechung zugleich , um ihren Mann zur Toilette zu schicken, und brachte ihn schließlich wieder ins Bett. Gott sei Dank hatte ihr Mann sie in dieser Nacht gleich erkannt, und sie musste nicht lange erklären, wer sie denn nun eigentlich sei. Nach diesen „Aktionen“ konnte Frau M. wie gewöhnlich nur noch schlecht einschlafen, und so steht sie jetzt ziemlich gerädert auf, um sich an ihre tägliche Arbeit zu machen.

Herr M. ist zwar ebenfalls schon aufgewacht, liegt aber wie selbstvergessen in seinem Bett und scheint vor sich hin zu träumen. Während Frau M. sich selber im Badezimmer schnell richtet, muss sie ihren Mann immer wieder daran erinnern, dass es jetzt Zeit zum Aufstehen und Waschen ist. Sie macht dies sehr behutsam, möglichst nicht ungeduldig, denn sonst kann es passieren, dass ihr Mann aggressiv wird, sie anbrüllt und in extremen Fällen anfängt, Gegenstände in ihre Richtung zu werfen. Nach der 5. bis 6. Wiederholung steht Herr M. dann in der Regel auf und zieht und zieht den immer am selben Platz für ihn vorbereiteten Morgenmantel an und erscheint schließlich im Bad. Es ist jetzt 7.20 Uhr.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIAGNOSE: DEMENZ: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen, verschiedene Demenzformen sowie Testverfahren zur Einordnung.

2. DIE EPIDEMIOLOGIE DER DEMENZ: Hier werden statistische Daten zu Prävalenz, Inzidenz und der demografischen Entwicklung sowie deren Bedeutung für die Versorgung betrachtet.

3. DER ALLTAG VON DEMENZKRANKEN: Dieses Kapitel beschreibt anhand eines Fallbeispiels die täglichen Herausforderungen und leitet daraus Grundregeln sowie finanzielle Hilfsmöglichkeiten für die Betreuung ab.

4. SOZIALPÄDAGOGISCHE HANDLUNGSFELDER UND THERAPEUTISCHE BETREUUNGSMÖGLICHKEITEN BEI DER ARBEIT MIT DEMENZKRANKEN: Hier werden pädagogische und therapeutische Ansätze wie das Realitäts-Orientierungs-Training, Validation und Biographiearbeit vorgestellt.

5. STRUKTURELLE ANFORDERUNGEN AN DEN INSTITUTIONELLEN WOHN- UND LEBENSRAUM VON DEMENZKRANKEN – MILIEUGESTALTUNG: Dieses Kapitel behandelt bauliche und konzeptionelle Anforderungen an Pflegeeinrichtungen, um ein für Demente förderliches Lebensumfeld zu schaffen.

Schlüsselwörter

Demenz, Alzheimer, Sozialarbeit, Pflegezentrum, Validation, Biographiearbeit, Milieugestaltung, Betreuung, Angehörigenarbeit, Epidemiologie, kognitive Fähigkeiten, Demenzkranke, Demographische Entwicklung, Demenz-Patienten, Pflegeversicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit konzeptionellen Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke unter Berücksichtigung sozialpädagogischer und architektonischer Aspekte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die medizinischen Grundlagen, epidemiologische Daten, die Gestaltung des Alltags von Betroffenen sowie therapeutische Ansätze und bauliche Anforderungen in Pflegeeinrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Demenzkranke durch ein individualisiertes, wertschätzendes Betreuungskonzept und eine angepasste Umgebung in ihrer Lebensqualität gestärkt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Darstellung praxisorientierter Fallbeispiele und Konzepte zur Demenzbetreuung und Umgebungsgestaltung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die spezifischen Verhaltensweisen Demenzkranker und Grundregeln der Betreuung als auch konkrete therapeutische Ansätze wie Validation und Biographiearbeit sowie architektonische Milieugestaltung detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Demenz, Alzheimer, Validation, Biographiearbeit, Milieugestaltung, Betreuungsmodelle und Angehörigenarbeit.

Wie unterscheidet sich die Validation von anderen Ansätzen?

Im Gegensatz zum Realitäts-Orientierungs-Training, bei dem die Realität im Mittelpunkt steht, versucht die Validation, die Erlebniswelt des verwirrten Menschen als gültig anzunehmen und Gefühle wertzuschätzen.

Warum ist die Biographiearbeit für Demenzkranke so wichtig?

Die Biographiearbeit hilft, das Verhalten und die Bedürfnisse des Kranken besser zu verstehen, da sie den Schlüssel zu noch vorhandenen Fähigkeiten und zur Identität des Individuums darstellt.

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Details

Title
Sozialarbeit und Demenz - Konzeptionelle Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke
College
University of Cooperative Education Breitenbrunn
Grade
2
Author
Mandy Beyer (Author)
Publication Year
2002
Pages
74
Catalog Number
V185772
ISBN (eBook)
9783656982258
ISBN (Book)
9783867466547
Language
German
Tags
sozialarbeit demenz konzeptionelle rahmenüberlegungen schaffung pflegezentrums demenzkranke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Beyer (Author), 2002, Sozialarbeit und Demenz - Konzeptionelle Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185772
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