Seit den Siebziger Jahren bemüht sich das Basel Committee vor allem um die Schaffung adäquater Standards sowie deren Beaufsichtigung. Mitte der 80ziger Jahre kam es zu einem Konkurrenzkampf zwischen den weltweit größten Banken. Daraufhin sank die Eigenmittelausstattung dieser Banken bedrohlich, da zu viele Kredite, meist viel zu großzügig, vergeben wurden. Daher sah sich das Basel Committee zur Handlung gezwungen. Resultierend daraus, kam es zur Herausgabe einer Eigenmittelempfehlung, des Basel Capital Accord (Basel I), der für die international tätigen Banken der G10 gelten sollte. Dieser verlangte von der Bank eine Mindestkapitalausstattung von 8% für ihre Kreditpositionen und implizierte somit auch das andere Risiken abgedeckt werden, da die Banken Kredite nun effektiver vergeben mussten. Obwohl Basel I nur für international tätige Banken vorgesehen war, entwickelte er sich in den 90ziger Jahren zum Standard und gilt mittlerweile in über 100 Ländern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Definition Basel I
1.2. Definition Basel II
1.3. Zeitplan der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung
2. Die drei Säulen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung
2.1. Mindesteigenkapitalerfordernis
2.1.1. Das Kreditrisiko
2.1.1.1. Der Standardansatz
2.1.1.2. Die IRB - Methode
2.1.2. Marktrisiko und operationelles Risiko
2.1.2.1 Ansätze zur Erfassung der operationellen Risiken
2.1.2.1.1 Der Basisindikatoransatz
2.1.2.1.2 Der Standardansatz
2.1.2.1.3 interner Bemessungsansatz
2.1.2.1.4 Verlustverteilungsansatz
2.2. Bankaufsichtliches Überprüfungsverfahren
2.3. Marktdisziplin
3. Auswirkungen auf Banken und Kreditnehmer
3.1. Auswirkungen auf die Banken
3.2. Auswirkungen auf die Kreditnehmer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die regulatorischen Anforderungen von Basel II und untersucht deren spezifische Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von Banken sowie auf die Finanzierungsmöglichkeiten von Kreditnehmern. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die neuen Eigenkapitalvorschriften auf die Risikobewertung und Kreditvergabe auswirken.
- Entwicklung und Zielsetzung der Basler Eigenkapitalvereinbarungen
- Die drei Säulen des neuen Aufsichtsregimes
- Methoden zur Messung von Kredit- und operationellen Risiken
- Vergleich zwischen Standardansatz und IRB-Ansätzen
- Konsequenzen für Banken bei der Risikotransparenz und Kalkulation
- Auswirkungen auf die Kreditkosten für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.1.1.2. Die IRB - Methode
Da jedoch wie schon erwähnt, gerade kleine und mittelständische Unternehmen kaum über externe Ratings verfügen, ist der Standardansatz für die Banken meist nicht sehr hilfreich. Aus diesem Grund werden in den neuen Basel II-Richtlinien auch bankinterne Ratings, die so genannten IRB-Ansätze, zugelassen. Dabei vergibt die Bank an jedem Kreditnehmer, eine Maßzahl die den Risikogehalt eines zu vergebenen Kredits wiedergibt. Dieses Rating ist, im Gegensatz zur bilanzbasierten Bonitätsanalyse, einerseits zukunftsorientierter und zum anderem werden qualitative Faktoren viel stärker berücksichtigt. Aufgrund dieser Maßzahl wird der Kunde dann einer von mindestens acht Ratingklassen zugeordnet. Für diese Ratingklassen wird dann eine durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt. Diese Ausfallwahrscheinlichkeit wiederum bestimmt die Eigenkapitalunterlegung des Kredites durch die Bank. Eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit bindet danach weniger Mittel als ein Engagement mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit.
Alle übrigen Komponenten die für die Bestimmung des Kreditrisikos wichtig sind, werden von der Bankenaufsicht vorgegeben. Sollte ein Kreditinstitut jedoch in der Lage sein, auch diese selbst zu bestimmen, kann es zum fortgeschrittenen IRB Ansatz übergehen. Zu den Komponenten, welche die Bank dann selbst schätzen muss, zählt zum einem die Verlustquote, die Restlaufzeit des Kredites sowie die Höhe des Engagements wenn der Kreditnehmer ausfällt. Durch all diese Komponenten wird letztendlich das Kreditrisiko ermittelt. Um die Banken letztendlich dorthin zuführen, wird die Eigenkapitalunterlegung bei dem fortgeschrittenen IRB Ansatz noch geringer sein als beim einfachen IRB-Ansatz, welche ohnehin schon geringer ist als beim Standardansatz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung von Basel I und die Notwendigkeit für das modernisierte Rahmenwerk von Basel II.
2. Die drei Säulen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung: Hier werden die regulatorischen Grundpfeiler, bestehend aus Mindesteigenkapitalanforderungen, bankaufsichtlicher Prüfung und Marktdisziplin, detailliert beschrieben.
3. Auswirkungen auf Banken und Kreditnehmer: Das Kapitel beleuchtet die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen der neuen Regeln für Bankinstitute sowie die veränderten Bedingungen für Kreditnehmer.
Schlüsselwörter
Basel II, Eigenkapitalvereinbarung, Kreditrisiko, operationelles Risiko, Standardansatz, IRB-Ansatz, Bankenaufsicht, Marktdisziplin, Rating, Ausfallwahrscheinlichkeit, Bonität, Eigenkapitalunterlegung, Risikomanagement, Finanzierungskosten, Risikogewichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die regulatorischen Neuerungen durch Basel II und analysiert, wie diese die Rahmenbedingungen für Banken und Kreditnehmer verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die drei Säulen der Basler Eigenkapitalvereinbarung, verschiedene Messverfahren für Kredit- und operationelle Risiken sowie die Auswirkungen auf die Bonitätsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvorschriften auf die strategische Ausrichtung der Banken und die resultierenden Kreditbedingungen für Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der offiziellen Konsultationspapiere des Basler Ausschusses sowie der fachspezifischen Literatur zum neuen Bankenaufsichtsrecht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der technischen Säulen von Basel II und die Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen für verschiedene Marktteilnehmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Eigenkapitalunterlegung, IRB-Ansätze, Risikotransparenz und Bonitätsanalyse charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das operationelle Risiko unter Basel II?
Im Gegensatz zu Basel I wird das operationelle Risiko nun explizit in die Eigenkapitalunterlegung einbezogen, um Verlustgefahren aus internen Prozessen oder externen Ereignissen besser abzubilden.
Wie beeinflusst Basel II kleine und mittlere Unternehmen?
Kleine Unternehmen könnten vor Herausforderungen stehen, wenn die Kosten für eine externe oder interne Ratingerstellung die Zinsvorteile durch eine mögliche bessere Bonitätseinstufung übersteigen.
- Citar trabajo
- Andreas Mellenthin (Autor), 2003, Basel II und seine Auswirkungen auf Banken und Kreditnehmer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186117