Übersicht über Benchmarking-Pools für Facility Management in Deutschland und deren Anwendung


Masterarbeit, 2006

83 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

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Dipl.-Ing. (FH) Siegmund Schönberger
Übersicht über Benchmarking-Pools für
Facility Management in Deutschland
und deren Anwendung
Kennzahlenquellen für FM im Kontext eines erweiterten
Benchmarking-Begriffes
Masterarbeit im Weiterbildungsstudiengang Facility Management der
Fachhochschulen München ­ Nürnberg

Weiterbildender Masterstudiengang
Facility Management
Masterarbeit
Bearbeiter: Siegmund Schönberger
Studiengang: Facility Management
Ausgabedatum: 28.10.2005
Abgabedatum: 28.04.2006
Thema der Arbeit:
Übersicht über Benchmarking-Pools für das Facility Management in Deutschland
und deren Anwendung.
Kennzahlenquellen für FM im Kontext eines erweiterten Benchmarking-Begriffes.

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I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.1.2-1: Entwicklung des Facility Managements (Seite 6)
Abbildung 2.1.3-1: FM-Personalentwicklung in Deutschland der
35 führenden Anbieter (Seite 7)
Abbildung 2.1.3-2: Aufschlüsselung des FM-Marktes in Deutsch-
land 2004 (Seite 8)
Abbildung 2.1.3-3: Auftraggeber für FM-Leistungen in Deutschland
2004 (Seite 8)
Abbildung 2.1.3-4: Aufteilung des FM-Marktes 2004 in Deutschland
nach Segmenten (Seite 9)
Abbildung 5.3-1:
Kennzahlenbildung ­ Kennzahleneinsatz (Seite 72)

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II
Abkürzungsverzeichnis
AfA
Absetzungen für Abnutzungen
AFM
Association of Facility Management (Great Britain)
AHO
Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure
und Archtitekten für die Honorarordnung
AMEV
Arbeitskreis Maschinen und Elektrotechnik staatlicher
und kommunaler Verwaltungen
BKI
Baukosteninformationszentrum der deutschen
Architektenkammern
BM
Benchmarking
CAFM
Computer Aided Facility
Management
CEN
Comité Européen de Normalisation
CREM
Corporate Real Estate Management
DIN
Deutscher Industrie- und Normenausschuss
FM
Facility Management
GEFMA
German Facility Management Association
HOAI
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
IFMA
International Facility Management Association
NFMA
National Facility Management Association
TGA
Technische Gebäudeausrüstung
VDE
Verband der Elektrotechnik Elektronik
Informationstechnik
VDI
Verein Deutscher Ingenieure
VDMA
Verband Deutscher Maschinen- und
Anlagenbau

___________________________________________________________________________
III
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis
II
Inhaltsverzeichnis
III
Abstract
1
1. Einleitung
2
1.1
Aufgabenstellung
2
1.2
Vorgehensweise
2
2. Begriffe, Definitionen, Abgrenzungen
4
2.1
Facility Management
4
2.1.1
Begriff
4
2.1.2
Facility Management in Amerika und Europa
5
2.1.3
Facility Management in Deutschland
7
2.2
Benchmarking
10
2.2.1
Begriff des Benchmarkings
10
2.2.2
Arten des Benchmarkings
11
2.2.3
Benchmarking-Pools
12
2.2.4
Benchmarking im Facility Management
12
2.3
Anwendungen von Benchmarks im FM
13
2.3.1
als Richtwerte im Planungsstadium
13
2.3.2
als Controlling-Instrument
13
2.3.3
zur Kalkulation und Budgetierung
14
3. Einteilung der Benchmarking-Pools im FM
15
3.1
nach Kennzahlarten
15
3.2
nach internen und externen Kennzahlen
15
3.3
nach Gebäudenutzungen
16
3.4
nach kostenfreien und kostenpflichtigen Pools
16
3.5
nach Lebenszyklusphasen
17

___________________________________________________________________________
IV
4. Übersicht über Benchmarking-Pools im FM
in Deutschland eingeteilt nach Lebenszyklus-
phasen (LzPh) und deren Anwendung
18
4.1.
Konzeptionsphase
18
4.1.1. Bauprojektmanagement in LzPh.1
18
4.1.2
Projektentwicklung
18
4.1.3
Grundstück
19
4.1.4
Planungsgrundlagenermittlung
20
4.1.5
Wettbewerbe durchführen
20
4.2
Planungsphase
20
4.2.1
Bauprojektmanagement in LzPh 2
20
4.2.2
Objektplanung
21
4.2.3
Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen
22
4.3
Errichtungsphase
23
4.3.1
Bauprojektmanagement in LzPh. 3
23
4.3.2
Bauleistungen erbringen
23
4.3.3
Bauüberwachung
24
4.4
Vermarktungsphase
24
4.5
Beschaffungsphase
24
4.6
Betriebs- und Nutzungsphase
25
4.6.1
Objektmanagement
4.6.2
Bereitstellung von Arbeits- und Produktionsflächen
25
4.6.3
Objektbetrieb / Betriebsführung
25
4.6.4
Ver- und Entsorgung
26
4.6.5
Reinigung und Pflege
26
4.6.6
Schutz- und Sicherheitsdienste
27
4.6.7
Objektverwaltung und Controlling
27
4.6.8
Supportleistungen
27
4.7
Umbau- und Sanierungsphase
28
4. 8
Leerstandsphase
28
4.9
Verwertungsphase
28
4.9.1
Abbruch / Rückbau
28
4.9.2
Altlastenbeseitigung
29
4.9.3
Recycling / Entsorgung
29
4.10
Tabellarische Übersicht der Kennzahlenquellen
30

___________________________________________________________________________
V
5.
Anmerkungen zur Anwendung des
Benchmarkings im Facility Management
68
5.1 Hinweise
zur
Anwendung
68
5.1.1 bei
Konzeption,
Planung
und
Errichtung
68
5.1.2 beim
Controlling
69
5.1.3 bei
Optimierungsprozessen
69
5.2
Probleme bei der Anwendung von Kennzahlen
70
5.2.1
in Hinblick auf die Beschaffung
70
5.2.1
hinsichtlich deren Vergleichbarkeit
70
5.2.2 bezüglich
der
Aktualität
71
5.3
Kennzahlenbildung und deren Einsatz
72
6.
Schlussbetrachtungen 73
Literaturverzeichnis
74

1
______________________________________________________________________
Abstract
Sinn und Zweck eines erfolgreichen Facility Managements ist u. a., Immo-
bilien bereitzustellen, die aus Sicht des Kapitalanlegers eine marktgerechte
Rendite erzielen, in der sich der Nutzer wohlfühlt, indem seine individuellen
Anforderungen voll erfüllt werden und die auch wirtschaftlich zu betreiben
sind. Unter diesen Aspekten spielen neben den Erstinvestitionskosten auch
Umnutzungs- und Rückbaukosten und vor allem die Betriebs- und Nutzungs-
kosten eine wesentliche Rolle.
Um vorgenannte Ziele zu erreichen, wird u. a. das Instrument der Lebenszy-
kluskostenbetrachtung eingesetzt. In diesem Zusammenhang auch wichtig
ist, dass der Facility Manager bereits bei Konzeption und Planung mitwirkt.
Nur durch seine frühe Mitarbeit in diesen Phasen wird es möglich sein, eine
werthaltige Immobilie zu schaffen, die auch wirtschaftlich zu betreiben ist.
Ein wichtiges Werkzeug, um ein über deren Gesamtlebensdauer wirtschaft-
liches Gebäude zu erstellen, ist das Benchmarking. Diese Methode wird mit-
tlerweile auch in Deutschland auf vielen Gebieten erfolgreich eingesetzt.
Auch im Bereich des Facility Managements gibt es bereits mehrere Bench-
marking-Pools, in denen Benchmarks (Kennzahlen) des Immobilienbetriebes
gesammelt bzw. gebildet werden.
Jedoch schon bei Konzeption und Planung eines Gebäudes ist das zurück-
greifen können auf aussagekräftige Kennzahlen wichtig. Nur auf deren
Grundlage ist es möglich bereits in der Konzeptionsphase fundierte Ent-
scheidungen zu treffen und bei den sich anschließenden Vor-, Entwurfs- und
Ausführungsplanungen die optimalen Systemlösungen zu finden und auch
baulich umzusetzen.
Der Begriff des Benchmarkings wird aus diesem Grunde bei dieser Ausarbei-
tung sehr weit gefasst. Neben den Benchmarks im Sinne von Best Practice
werden hierin auch Kennzahlen bezeichnet, die sich in Forschung, Lehre und
Praxis herausgebildet haben und sich in der Fachliteratur, in technischen
Regelwerken, in Verordnungen, Gesetzen, Richtlinien und Empfehlungen
wiederfinden. Außerdem auf diesem Feld auch wichtig sind die marktgepräg-
ten Kennzahlen (Grundstückspreise, erzielbare Mieten u. ä.)
Ziel dieser Arbeit ist, den Immobilienentwicklern, Planern, Bauausführenden
und Betreibern einen schnellen Überblick über zur Verfügung stehende
Bezugsquellen von Benchmarks und Kennzahlen und deren Kosten zu
geben.
Da aber jede Kennzahl unter individuellen Bedingungen zustande kommt,
sind diese Umstände - um optimale Ergebnisse zu erzielen - bei der Anwen-
dung zu berücksichtigen. Erforderlichenfalls sind entsprechende Korrektu-
ren vorzunehmen.
Nur der Einsatz aussagekräftiger, für den konkreten Fall auch anwendbarer
Benchmarks bzw. Kennzahlen, wird zum gewünschten Erfolg führen.

______________________________________________________________________
2
1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland eine Vielzahl von Benchmarking-
Pools der unterschiedlichsten Anwendungsbereiche. Ein in den letzten Jah-
ren neu hinzugekommener Bereich ist der des Facility Managements. Spe-
ziell hier gestaltet sich die Beschaffung von konkreten Zahlenwerten noch
sehr schwierig, zeitaufwändig und teuer.
Im Bereich des Facility Managements gibt es von Benchmarking eine Viel-
zahl von Anwendergruppen:
· Eigennutzung innerhalb des Unternehmens eines Anbieters von FM-
Dienstleistungen für externe (kundenspezifische) Gebäude.
· Vergleiche unterschiedlicher Gebäudegruppen eines Inhabers
· Umsetzung in Best Practice
· Planungsgrundlage für Neubauten oder Sanierungen
· Betriebskennwerte für die Kalkulation oder Budgetierung
etc.
Ziel dieser Arbeit ist es, nicht Kennwerte zu sammeln, sondern einem poten-
ziellen Nutzer viele Adressen zur Verfügung zu stellen:
· kostenlose Benchmarks in Richtlinien und Veröffentlichungen
· kostenpflichtige Benchmarks in Datenbanken
· Teilnahme an Benchmarking -Pools gegen Gebühren
· Zusammenstellung von Benchmarks von Fachverbänden o. ä.
· Austausch von Benchmarks auf Gegenseitigkeit
1.2 Vorgehensweise
In Kapitel 2 wird zunächst auf die Definition des Begriffes Facility Mana-
gement und auf dessen Entstehung - ausgehend von Amerika ­ einge-
gangen und dessen wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland darge-
stellt.
Anschließend wird der Begriff des Benchmarkings erläutert, auf die unter-
schiedlichen Formen eingegangen und Sinn und Zweck der Benchmarking-
Pools beleuchtet. Des Weiteren erfolgt die Definition des Begriffes ,,Bench-
Marking-Pool im Facility Management", die dieser Arbeit zugrunde liegt.
Schließlich wird auf die unterschiedlichen Anwendungen von Benchmarking
im Facility Management näher eingegangen.

3
______________________________________________________________________
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Kriterien, nach denen die FM-Benchmar-
king -Pools eingeteilt werden können und legt für die weiteren Ausführun-
gen das Hauptkriterium fest.
Der zentrale Kern des Themas wird in Kapitel 4 abgehandelt. Hier werden,
gegliedert nach dem Hauptkriterium ,,Lebenszyklusphase", Adressen ein-
schlägiger Kennzahlen und Benchmarking-Pools mit Gebühren- und
Preisangaben tabellarisch aufgeführt und Erläuterungen zu deren Anwen-
dungen gegeben.
Weitere Anmerkungen und Hinweise zur Anwendung der Kennzahlen und
der Benchmarking-Pools befinden sich in Kapitel 5. Hierin wird auch auf
mögliche Probleme bei der Anwendung eingegangen.
Am Schluss erfolgt in Kapitel 6 eine Zusammenfassung der wesentlichen
Aussagen mit einem kurzen Ausblick.

4
______________________________________________________________________
2. Begriffe, Definitionen, Historie, Abgrenzungen
2.1 Facility Management
2.1.1
Begriff
Facilities sind nach dem Oxford Dictionary ,,aids, circumstances, which
make it easy to do things" also Hilfsmittel, Umstände bzw. Tatsachen die
das Leben leichter machen. Das Wort steht steht auch noch für Einrich-
tungen, Anlagen, Bauwerke, Gebäude und Ausstattungen. Management
wird übersetzt mit Verwaltung, Leitung, (Betriebs-) Führung, Bewirtschaf-
tung, Geschicklichkeit, Taktik, Handhabung, Behandlung.
Facility Management oder auch Facilities Management bedeutet also ins
Deutsche übersetzt das Management (Führung, Handhabung, Leitung,
Verwaltung) von Einrichtungen (Bauwerke, Gebäude, Anlagen, Ausstat-
tungen) [1].
Internationale und nationale Verbände und Organisationen wie IFMA,
GEFMA, VDMA, DIN, AMEV geben genauere, jedoch unterschiedliche
Definitionen zum selben Begriff.
So lautet die amerikanische Definition [2]:
,,Facility Management ist die Praxis, den physischen Arbeitsplatz mit den
Menschen und mit der Arbeit der Organisation zu koordinieren. Facility
Management integriert dabei die Grundlagen der wirtschaftlichen Betriebs-
führung, der Architektur und der Verhaltens- und Ingenieurwissenschaf-
ten."
Und Euro-FM definiert [2]:
,,Facility Management ist der ganzheitlich strategische Rahmen für koordi-
nierte Programme, um Gebäude, ihre Systeme und Inhalte kontinuierlich
an die wechselnden organisatorischen Bedürfnisse anzupassen."
In einem Entwurf des europäischen Normungskomitees CEN von 2005
wird FM definiert als ,,integrierter Prozess zur Unterstüzung und Verbes-
serung der Effektivität von Kernaufgaben einer Organisation durch die
Steuerung und Lieferung von Dienstleistungen, die eine entsprechende
Zielerreichung gewährleisten."[3].
Die GEFMA-Richtlinie 100-1 [4] interpretiert den Begriff wie folgt:
,,Facility Management ist eine Managementdisziplin, die durch ergebnis-
orientierte Handhabung von Facilities und Services im Rahmen geplanter,
gesteuerter und beherrschter Facility Prozesse eine Befriedigung der
Grundbedürfnisse von Menschen am Arbeitsplatz, Unterstützung der Un-
ternehmens-Kernprozesse und Erhöhung der Kapitalrentabilität bewirkt."

5
______________________________________________________________________
Trotz der etwas unterschiedlichen Auslegungen des Begriffes durch die
verschiedenen Verbände und Organisationen in den einzelnen Ländern,
liegt allen Interpretationen ein gemeinsames Ziel zugrunde, nämlich ein
Maximum an Wirtschaftlichkeit in Verbindung mit einer hohen Kunden-
und Mitarbeiterzufriedenheit. Dabei ist im Rahmen einer ganzheitlichen
interdisziplinären ökonomischen Betrachtung kein Sub- sondern ein
Gesamtoptimum anzustreben. Zur Beurteilung hierfür dienen Kennzahlen
oder Benchmarks, wobei hiermit die branchenüblichen Bestwerte (Best
Practice) bezeichnet werden.
FM kann auch als Teil des Corporate Real Estate Management (CREM)
betrachtet werden. Unter CREM wird ein ganzheitliches Immobilienmana-
gement mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt in Hinblick auf das Im-
mobilienportfolio eines Unternehmens verstanden. FM betrachtet dabei
die Optimierung des einzelnen Gebäudes bezüglich dessen Lebens-
klus und CREM beschäftigt sich mit dem gesamten Immobilienbesitz
eines Unternehmens mit dem Ziel die höchste Wirtschaftlichkeit im Zu-
sammenspiel aller Immobilien zu erreichen [5]. Das Gebäudemanage-
ment wiederum ­ das sich auf die Nutzungsphase beschränkt ­ ist wie-
derum ein Teilbereich des FM
[6].
2.1.2 Facility Management in Amerika und Europa
Die ersten Schritte in Richtung Facility Management machten in den 50er
Jahren des letzten Jahrhunderts US-amerikanische Büroeinrichtungsfir-
men und die Fluggesellschaft PAN-American-World-Services (PAWS).
Das Ziel war die Produktivitätserhöhung in Betriebsführung und Instand-
haltung . Als erstes externes FM-Unternehmen wurde PAWS Dienstleister
für die US-Air-Force [7].
In den 70er Jahren entstand in Michigan das erste FM-Institut, dass sich
wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigte. Im Jahre 1980 wurde dann
die nationale Facility-Management-Organisation (NFMA) gegründet. Aus
dieser nationalen ging dann 1983 die internationale Organisation IFMA
mit Hauptsitz in Houston/ Texas hervor [8].
In den USA wird FM als Dienstleistung rund um das Gebäude angesehen,
in deren Mittelpunkt jedoch nicht die Gebäudetechnik gesehen wird, wie
dies bis vor kurzem noch in Deutschland der Fall war [6].
Die Entwicklung in Europa begann erst 1985 mit der Gründung [9] der
ASSOCIATION OF FACILITY MANAGEMENT (AFM) in Großbritannien.
Diese Interessensgemeinschaft für das neue Geschäftsfeld Facility Ma-
nagement, wurde mit der erklärten Absicht gegründet, Einsparungen
und Qualitätsverbesserungen überall dort zu erreichen, was nichts direkt
mit dem Kerngeschäft zu tun hat [7], damit sich der Kunde ­ im Umfeld
eines immer härter werdenden Wettbewerbs - auf seine Kernkompeten-
zen konzentrieren kann.

______________________________________________________________________
6
Erst 1989 etablierte sich in Deutschland die GEFMA mit Sitz in Bonn. Der
deutsche Zweig der IFMA konstituierte sich 1996 in München. Zwischen
beiden Verbänden ­ die sich u. a. mit der Einführung einheitlicher Stan-
dards sowie der beruflichen Qualifizierung widmen ­ hat sich in den
letzten Jahren eine engere Zusammenarbeit ergeben, die noch weiter
vertieft werden sollte.
Abbildung 2.1.2-1: Entwicklung des Facility Managements

Mi
ta
rb
e
it
e
r
______________________________________________________________________
7
2.1.3 Facility Management in Deutschland
In Deutschland haben eine lange technische Tradition in Verbindung mit
einer klassisch getrennten Ausbildung von Architekten, Ingenieuren und
Betriebswirten dazu geführt, dass sich zuerst im Bereich der technischen
Gebäudeausrüstung auf der einen Seite und im Bereich der Gebäuderei-
gung auf der anderen Seite Firmen als Dienstleister für diese FM-Teilbe-
reiche gebildet haben [6].
Jedoch werden auch bei uns die Aufgaben des FM immer umfangreicher
[6], so dass Facility Management auch in Deutschland mittlerweile einen
bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Im Jahre 2004 betrug der In-
landsumsatz der 35 führenden FM-Unternehmen ca. 2,3 Milliarden Euro
bei einer Beschäftigtenzahl von über 168.000 Personen, wobei die
Unternehmen von 2003 auf 2004 eine durchschnittliche Zuwachsrate von
5,5 % zu verzeichnen hatten.[10]. Die größten Umsatzanteile erzielten
dabei die Gebäudereinigung und die Gebäudetechnik. Die Bereiche
kaufmännisches FM und FM-Beratung sowie Sicherheitsdienste sind im
Wachsen.
175.000
170.000
165.000
160.000
155.000
150.000
145.000
140.000
135.000
130.000
125.000
140.168
142.200
159.350
168.016
Jahr
2002
2003
2004
2005
Abbildung 2.1.3-1: FM-Personalentwicklung in Deutschland der 35 füh-
renden Anbieter

8
______________________________________________________________________
Kaufmännisches
Flächenmanagement
Gebäudemanagement
3%
Abbildung 2.1.3-2: Aufschlüsselung des FM-Marktes in Deutschland
nach Bereichen
Technisches
Gebäudemanagement
46%
Infrastrukturelles
Gebäudemanagement
40%
11%
öffentliche Auftraggeber
14%
private Auftraggeber
86%
Abbildung 2.1.3-3: Auftraggeber für FM-Leistungen in Deutschland
(Quelle zu Abbildungen 2.1.3-1 bis 2.1.3-3: Marktübersicht der Gebäudema-
nagement-Komplettanbieter, Sonderausgabe von ,,Der Facility Manager"[11])

9
______________________________________________________________________
Das gesamte FM -Leistungsvolumen (intern und extern) wurde im Jahre
2000 auf über 50 Milliarden geschätzt, davon wurden noch ca. 47 %
intern erbracht und ca. 53% eingekauft. [12]. Die daraus resultierende
geschätzte Gesamtbeschäftigtenzahl liegt bei über 1,5 Millionen Perso-
nen
.
Den größten Umsatz brachten 2004 Industrie/ Handel mit ca. 43 %,
gefolgt von Verwaltung/ Bildung (26 %), Banken (16%) und Kranken-
häuser (12 %) [10].
.
3%
26%
12%
43%
16%
Industrie, Handel
Verwaltung, Bildung
Banken
Krankenhäuser
Sonstige
Abbildung 2.1.3-4: Aufteilung des FM-Marktes 2004 in Deutschland nach
Segmenten (Quelle: EUWID-Report Oktober 2005 [10])
Die Betreiber ­ die sich FM- Leistungen einkaufen - fordern zunehmend
deren Erbringung aus einer Hand, um sich u. a. Koordinierungsarbeiten zu
ersparen und nur einen verantwortlichen Ansprechpartner zu haben. Um
dem gerecht zu werden, schließen sich immer mehr Unternehmen zu-
sammen [13]. In Folge dieser Entwicklung nimmt die Konzentration auf
große, leistungsfähige Komplettanbieter zu.

______________________________________________________________________
10
Aus Betreibersicht wächst die Erkenntnis, dass in der Professionalisierung
der Dienstleistungen rund um die Liegenschaften, die nichts mit den ei-
gentlichen Kernkompetenzen der Unternehmen zu tun haben, noch ein
enormes Einsparpotential liegt. Experten sprechen von möglichen Ein-
sparungen von bis zu 30 % und mehr [14].
Diese Rationalisierungspotentiale gilt es methodisch aufzuspüren und
umzusetzen. Ein Werkzeug hierfür ist das Benchmarking.
2.2 Benchmarking
2.2.1 Begriff des Benchmarking
Der Begriff Benchmark stammt aus der Landvermessung und bezeich-
net dort einen Referenzpunkt im Gelände.
Ausgehend von der Computer-Industrie in den Siebziger Jahren des
letzten Jahrhunderts wurde zur Verbesserung von produktionstechni-
schen und betriebswirtschaftlichen Abläufen in den USA eine Methode
entwickelt, die eine ständige Verbesserung von Prozessen und Abläufen
hinsichtlich Kosten, Qualität, Lieferzeiten und Kunden-/ Mitarbeiterzu-
friedenheit zum Ziele hat. Diese Methode wird als Benchmarking bezeich-
net. Als ihr Vater kann dabei Robert C. Camp bezeichnet werden, der bei
der Fa. Rank Xerox maßgeblich diese Methode mitentwickelte.
Benchmarking ist demnach der kontinuierliche Prozeß, Produkte, Dienst-
leistungen und Praktiken zu messen gegen den stärksten Mitbewerber,
oder die Firmen, die als Industrieführer angesehen werden.(David T.
Kearns, Rank Xerox) [15].
Auch wenn Benchmarking in der Industrie begonnen hat, wird es mit-
tlerweile in anderen Bereichen angewandt z. B. im Dienstleistungsgewer-
be wie z. B. auf dem Reinigungssektor (vgl. [16]).
Im deutschsprachigen Raum findet Benchmarking vor allem seitens des
Controlling starke Beachtung, weil die Ergebnisse gleich für mehrere
Funktionen des Controlling direkt verwertbar sind [17] so z.B. für die Bud-
getkontrolle und zur Budgetveranschlagung.
Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Übersicht über Benchmarking-Pools für Facility Management in Deutschland und deren Anwendung
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1.3
Autor
Jahr
2006
Seiten
83
Katalognummer
V186224
ISBN (eBook)
9783656998426
ISBN (Buch)
9783867469432
Dateigröße
1987 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
übersicht, benchmarking-pools, facility, management, deutschland, anwendung
Arbeit zitieren
Siegmund Schönberger (Autor), 2006, Übersicht über Benchmarking-Pools für Facility Management in Deutschland und deren Anwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186224

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