Jules Verne - Autor von mehr als 80 Romanen und Kurzgeschichten, darunter so weltberühmte Werke wie »Die Reise um die Erde in 80 Tagen« oder »20.000 Meilen unter dem Meer«. Viele, die einmal in seine abenteuerliche Welt eingetaucht sind, zeigen sich begeistert von den spannenden Abenteuern und dem wissenschaftlichen Detailreichtum der Geschichten, aber auch vom ironischen Humor und den kritischen Zukunftsvisionen Vernes. Dieser hat mit seinen Romanen schon etliche Generationen fasziniert und unterhalten und gilt heute als einer der größten französischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Am 24. März 2005 jährte sich der Todestag des beliebten Romanautors zum 100. Mal. Als Jules Verne am 24. März 1905 starb, hinterließ er ein umfangreiches literarisches Erbe, das in aller Welt bekannt war. Doch wie sieht es heute aus - hundert Jahre nach seinem Tod? Die technischen Erfindungen und wissenschaftlichen Errungenschaften, die Verne in seinen Romanen beschreibt und die das Publikum des 19. Jahrhunderts in Staunen versetzten, sind längst von der Wirklichkeit eingeholt worden. Hat dies der Faszination, die von seinen Büchern ausgeht, einen Abbruch getan? Ist Jules Verne zusammen mit dem 19. Jahrhundert ein Teil der Vergangenheit geworden oder sind seine Werke auch heute noch präsent? Was hat sich verändert im Verlauf von 150 Jahren Rezeption? Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, auf diese Fragen eine Antwort zu finden. Zu diesem Zweck sollen sowohl die Verbreitung der Verne'schen Romane in den einzelnen Medien als auch die Aufnahme und Beurteilung derselben durch das Publikum betrachtet werden. Dabei setzt die Untersuchung der Rezeptionsgeschichte Jules Vernes am Beginn seiner schriftstellerischen Karriere an und endet mit der Gegenwart, rund 150 Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Romans.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jules Verne
2.1 Biographie
2.1.1 Lebenslauf
2.1.2 Der Mensch Jules Verne
2.2 Werk
2.2.1 Wegbereiter und Nachfolger
2.2.2 Gesamtwerk
2.2.3 Der naturwissenschaftliche Abenteuerroman
2.3 Jules Verne als Begründer der »Science-Fiction«?
2.4 Jules Verne als »Technik-Prophet«?
3. Rezeptionsforschung
3.1 Definition von »Rezeption«
3.2 Rezeptionsforschung als wissenschaftliche Methode
3.2.1 Was macht Rezeptionsforschung?
3.2.2 Rezeptionstheoretische Modelle
3.2.3 Empirische vs. Historische Rezeptionsforschung
3.3 Methodische Vorgehensweise dieser Arbeit
4. Die Rezeptionsgeschichte Jules Vernes
4.1 Forschungsstand
4.2 Rezipientenschichten
4.3 Internationale Rezeption
4.4 Verlagswesen
4.5 Rezensionen und berühmte Kritiker
4.6 Theater
4.7 Literatur
4.8 Filme
4.9 Comics
4.10 Hörbücher
4.11 Computerspiele
4.12 Die Verehrung Jules Vernes
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte von Jules Verne, indem sie analysiert, wie seine Werke in verschiedenen Medien (Literatur, Theater, Film, Comic, Hörspiel, Computerspiel) über einen Zeitraum von rund 150 Jahren verbreitet und vom Publikum sowie der Kritik aufgenommen wurden, um ein umfassendes Bild der Entwicklung seines Ruhms und seiner kulturellen Bedeutung zu zeichnen.
- Biographische und werkanalytische Grundlagen des Autors
- Wissenschaftliche Fundierung durch die Rezeptionsforschung
- Analyse der Verbreitung in zentralen Mediengattungen
- Untersuchung der zeitgenössischen und heutigen Wahrnehmung durch Publikum und Kritik
- Kulturelle Verehrung und forschungsgeschichtliche Einordnung
Auszug aus dem Buch
2.4 Jules Verne als »Technik-Prophet«?
In seinen Romanen und Erzählungen schildert Verne zahlreiche Erfindungen wie elektrisch betriebene U-Boote, Hubschrauber oder die bemannte Raumfahrt, die später tatsächlich entwickelt wurden. Sowohl damals als auch heute noch sagt man ihm deshalb seherische Fähigkeiten nach. Dass eben jene Schilderungen aber nicht Produkte seiner eigenen Phantasie, sondern vielmehr Bestandteile seiner Sammlung von wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnissen waren, soll dieses Kapitel zeigen.
Nachdem Hetzel den jungen Verne unter Vertrag genommen hatte, entwickelte dieser unter der Anleitung seines Verlegers jenen publikumswirksamen Schreibstil, der märchenhafte Fiktion mit wissenschaftlichen Fakten verband.
Das 19. Jahrhundert war geprägt von herausragenden Wissenschaftlern wie Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, dem Chemiker und Erfinder Alfred Nobel oder auch dem Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß und Hetzel vermittelte Verne Kontakte zu den namhaftesten Erfindern und Wissenschaftlern Frankreichs. Jene Bekanntschaften sowie zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften wurden für den französischen Schriftsteller zur Quelle seiner detailgetreuen Beschreibungen von technischen Erfindungen wie Luftschiffen und U-Booten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt Jules Verne als Autor vor, skizziert die Problematik seines technischen Erbes und definiert das Ziel der Arbeit, die Rezeptionsgeschichte über 150 Jahre hinweg zu untersuchen.
2. Jules Verne: Bietet einen Überblick über die Biographie und das literarische Gesamtwerk des Autors und hinterfragt kritisch die Bezeichnungen als Technik-Prophet oder Begründer der Science-Fiction.
3. Rezeptionsforschung: Erläutert die wissenschaftliche Methode der Rezeptionsforschung, definiert Grundbegriffe und stellt theoretische Modelle vor, um das methodische Rüstzeug für die Arbeit zu liefern.
4. Die Rezeptionsgeschichte Jules Vernes: Analysiert detailliert den Forschungsstand, die Zielgruppen, die internationale Verbreitung sowie die Aufnahme in verschiedenen Medien von der Literatur bis hin zu modernen Computerspielen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und wirft einen Blick auf die zukünftige Bedeutung und Rezeption des Werkes von Jules Verne.
Schlüsselwörter
Jules Verne, Rezeptionsgeschichte, Rezeptionsforschung, Abenteuerroman, Literaturgeschichte, Science-Fiction, Technikgeschichte, Medienverbreitung, Pierre-Jules Hetzel, Literaturkritik, 19. Jahrhundert, Populärroman, Werkrezeption, Wirkungsgeschichte, Mediennutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rezeptionsgeschichte des französischen Schriftstellers Jules Verne von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biographie und dem Werk Vernes, der wissenschaftlichen Methodik der Rezeptionsforschung und der detaillierten Analyse der medialen Verbreitung und Rezeption seiner Romane.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Rezeption von Jules Vernes Werken über einen Zeitraum von rund 150 Jahren in verschiedenen Medien und beim Publikum verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf Methoden der historischen Rezeptionsforschung, ergänzt durch die Analyse von Statistiken, Sekundärliteratur sowie aktuelle Kritiken und Rezensionen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben dem Forschungsstand und den Rezipientenschichten die Verbreitung und Aufnahme in den Medien Theater, Literatur, Film, Comic, Hörbuch und Computerspiel untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Jules Verne, Rezeptionsforschung, Medienverbreitung, Literaturgeschichte, Abenteuerroman und der Autor als sogenannter Technik-Prophet.
Wie bewerten Zeitgenossen und heutige Leser Jules Verne?
Die Reaktionen reichen von Ablehnung als trivialer Kinderbuchautor bis hin zur Verehrung als genialer Wegbereiter technischer Entwicklungen, wobei das Bild über die Zeit hinweg stark schwankte.
Warum wird Verne oft fälschlicherweise als Technik-Prophet bezeichnet?
Die Arbeit weist nach, dass Verne seine technischen Beschreibungen auf zeitgenössischem wissenschaftlichem Wissen und Fakten basierte, anstatt auf hellseherischen Visionen, was viele seiner Zeitgenossen und nachfolgende Generationen missverstanden haben.
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- Maja Roseck (Autor), 2006, Die Rezeptionsgeschichte Jules Vernes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186243