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Weise, heilende Frauen im Hochmittelalter und in Wolfram von Eschenbachs 'Parzival'

Titel: Weise, heilende Frauen im Hochmittelalter und in Wolfram von Eschenbachs 'Parzival'

Hausarbeit , 2001 , 48 Seiten , Note: 1

Autor:in: Magistra Artium Eva Köppl (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht in umfassender Weise die Funktion von Heilerinnen im Mittelalter sowie im besonderen die der höfischen Heilerinnen in Wolframs "Parzival". Sie thematisiert überdies das Verhältnis magischer und "wissenschaftlicher" Heilmethoden und liefert diesbezüglich einen Abriss der Forschungsergebnisse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zur Situation heilender Frauen im Mittelalter und zum Verhältnis von Magie und Wissenschaftlichkeit

2.1. Heilende Frauen im Mittelalter und die Trennung von Schul- und Volksmedizin. Zum Forschungsstand.

2.2. Stephan Maksymiuks Postulat der Mentalitätsforschung und der heilkundliche Bereich.

2.3. Das Phänomen der Hofmagier und die Heilkunde am Hof

2.4. Zur Bedeutung heilkundlich tätiger Frauen im Mittelalter

2.4.1. Gebildete Frauen im höfischen Bereich, ihre heilkundliche Tätigkeit und ihr „traditionelles Erbe“

2.4.2. Weise Frauen

2.4.2.1. „Pagane“ Wurzeln

2.4.2.2. Die weise Frau im Mittelalter

2.4.3. Ausgebildete Ärztinnen

2.4.4. Andere Arten von Heilerinnen

2.4.5. Mythologische Bezugspunkte

3. Heilende Frauen im „Parzival“

3.1. Wolframs von Eschenbach „Parzival“

3.2. Mythologischer Hintergrund der Schastel marveile-Episode

3.3. Die literarische Inszenierung des Heilungsprozesses. Arnive als dominierende Figur

3.3.1. 1. Stufe: Vorbereitung der Heilung durch Zuwendung, Schönheit und sublimierte Erotik

3.3.2. 2. Stufe: Arnive als Wundheilerin und Cundrie als Bereitstellerin der Salbe

3.3.3. Vermischung des medizinischen und des historisch-mythologischen Diskurses im zweiten Schritt der Heilung. Arnive als kluge höfische Dame und weise Heilerin

3.3.4. Arnive und die Wundersäule

3.3.5. Gawan und Arnive. Das Verhältnis von „weiblicher“ Weisheit und Königinnenmacht zu „männlichem“ Rittertum

3.3.6. Die „seelische Heilung Gawans“. Arnive als weise „Ärztin der Seele“ und Orgeluse als „schöne Hexe“

3.4. Cundrie la surziere

3.4.1. Vergleich mit Hartmanns „Erec“. Cundrie und Famurgan als „Bereitstellerinnen“ des Heilmittels

3.4.2. Die Heterogenität der Cundriegestalt

3.4.3. Cundrie und die „Töchter Adams“

3.4.4. Mythologische Tiersymbolik im Vergleich zu Thüring von Ringoltingens „Melusine“

3.4.5. Abschwächung des magischen Elements und das schwankende Urteil gegenüber der magischen Heilkunst der Cundrie

3.4.6. Die Bildung der Cundrie. Cundrie als Hofmagierin

3.4.7. Zur mythologischen Herkunft der Cundriefigur

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung weiser, heilender Frauen in der hochmittelalterlichen Gesellschaft sowie ihre literarische Darstellung und Funktion im „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach. Dabei soll insbesondere das komplexe Zusammenspiel von schulmedizinischen Kenntnissen, traditioneller Kräuterheilkunde und magisch-mythologischen Elementen analysiert werden, um eine Neubewertung dieser Heilerinnen-Figuren zu ermöglichen.

  • Analyse des Forschungsstandes zur Rolle heilender Frauen im Mittelalter.
  • Untersuchung des Verhältnisses von „magischen“ und „wissenschaftlichen“ Heilmethoden.
  • Deutung mythologischer Wurzeln von Figuren wie Arnive und Cundrie.
  • Vergleich der Heilungsszenen mit zeitgenössischer höfischer Epik (z.B. Hartmann von Aue).
  • Erörterung der seelischen Heilung und der Integration weiblicher Weisheit in das arthurische Weltbild.

Auszug aus dem Buch

Die „seelische Heilung Gawans“. Arnive als weise „Ärztin der Seele“ und Orgeluse als „schöne Hexe“

In der magischen Säule erscheint Gawan die Herzogin Orgeluse in Begleitung eines Ritters - eine Tatsache, die Gawans Liebeskummer aufleben lässt. Hieraus lässt sich erkennen, dass er noch nicht von diesem seelischen Leiden geheilt ist; im Gegenteil wird sein Kummer durch die Vision in der Säule sogar noch verstärkt. Dadurch, dass er loszieht, um den Begleiter Orgeluses zu bekämpfen, gefährdet er seine Heilung und damit auch das Schicksal von Schastel marveile. Nun tritt Arnive noch deutlicher als bisher „Ärztin der Seele“ auf, indem sie mehrfach darauf hinweist, wie wichtig die Aufhebung des Liebesleidens für den Helden (und damit auch für Schastel marveile) ist; außerdem ermahnt sie Orgeluse, Gawan so zu behandeln, dass er von seiner Seelenqual befreit wird. Dabei wird der Zusammenhang zwischen der Heilung äußerer Wunden und der noch ausstehenden Heilung der liebeskranken Seele deutlich.

Die Gawan gegenüber hundertprozentig loyal agierende Arnive erscheint hier erneut als die positive, heilende Kraft, die genau weiß, woran der Held in seelischer (wie in körperlicher) Hinsicht krankt. Als Heilerin hat sie in jeder Hinsicht sehr viel mehr Ähnlichkeit mit den - positiv besetzten- weisen Frauen als mit der Konzeption der angeblich Schadenszauber verübenden „Hexen“. Arnives Funktion ist innerhalb des Romangeschehens eine sehr einheitliche und ausschließlich weißmagische.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Rolle heilender Frauen im „Parzival“ und deren medizinische wie mythologische Grundlagen kritisch neu zu bewerten.

2. Zur Situation heilender Frauen im Mittelalter und zum Verhältnis von Magie und Wissenschaftlichkeit: Es wird die medizinhistorische Forschungsdebatte dargelegt und das Postulat einer Mentalitätsforschung formuliert, um die Verbindung von Magie und Heilkunst besser zu verstehen.

3. Heilende Frauen im „Parzival“: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert detailliert die verschiedenen Heilprozesse, die mythologischen Hintergründe der Heilerinnen und deren Funktion im Kontext von Artus- und Gralswelt.

4. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass die Darstellung heilender Frauen bei Wolfram von Eschenbach eine gelungene Integration heidnischer Traditionen in ein christlich geprägtes Weltbild darstellt, wobei dem weiblichen Wissen eine hohe Wertschätzung entgegengebracht wird.

Schlüsselwörter

Heilende Frauen, Parzival, Mittelalter, Magie, Schulmedizin, Mythologie, Arnive, Cundrie, Wundheilung, Mentalitätsgeschichte, Gralsroman, Frauenheilkunde, Literaturwissenschaft, höfische Epik, weise Frauen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle und Funktion von weisen und heilenden Frauen im „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach und stellt diese in den größeren Kontext mittelalterlicher Heilmethoden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Schul- und Volksmedizin, die Rolle der Magie im Heilungsprozess sowie die mythologische Verankerung von Frauenfiguren wie Arnive und Cundrie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine Neubewertung der heilkundlich tätigen Frauen und ihrer Funktion, wobei besonders nach deren Persönlichkeitsprofilen und mythologischen Wurzeln gefragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse mit einem stark mentalitätsgeschichtlichen Ansatz gewählt, die durch Vergleiche mit anderer höfischer Epik gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Heilungsszenen, der Analyse der Figuren Arnive und Cundrie sowie der Erörterung, wie heidnisches Wissen in das christliche Weltbild des Romans integriert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Heilende Frauen, Parzival, Magie, Mythologie, Mentalitätsgeschichte und Frauenheilkunde.

Wie unterscheidet sich die Figur der Arnive von der klassischen „Hexe“?

Arnive wird durchgehend als eine ausschließlich positiv besetzte, „weißmagische“ Heilerin dargestellt, deren Handeln der Heilung und dem Wohl des Helden dient, während die „Hexe“ als negatives Pendant zur Ausübung von Schadenszauber konstruiert ist.

Welche Rolle spielt die Wundersalbe im Heilungsprozess Gawans?

Die Salbe, die Cundrie bereitstellt, symbolisiert die spirituelle und magische Dimension des Heilens und dient als Placebo-ähnliche Unterstützung, die Gawan Zuversicht und Lebensenergie zurückgibt.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext der „apokryphen Töchter Adams“ die Darstellung der Cundrie?

Die Verbindung zu diesem Motiv dient als Erklärung für Cundries Hässlichkeit und als Warnung vor der Übertretung christlicher Wissensgrenzen, wobei Wolfram gleichzeitig zeigt, dass Cundrie durch ihren Dienst am Gral bereits „erlöst“ ist.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Weise, heilende Frauen im Hochmittelalter und in Wolfram von Eschenbachs 'Parzival'
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1
Autor
Magistra Artium Eva Köppl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
48
Katalognummer
V186269
ISBN (eBook)
9783656996316
ISBN (Buch)
9783656996392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weise frauen hochmittelalter wolfram eschenbachs parzival
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magistra Artium Eva Köppl (Autor:in), 2001, Weise, heilende Frauen im Hochmittelalter und in Wolfram von Eschenbachs 'Parzival', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186269
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Leseprobe aus  48  Seiten
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