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Betroffenenorientierung in Forschung und Lehre

Am Beispiel des Arbeitskreises "Psychiatrie-Erfahrung: Kritik und Alternativen"

Titre: Betroffenenorientierung in Forschung und Lehre

Travail de Recherche , 2006 , 19 Pages , Note: 1

Autor:in: Jasmin Becker (Auteur)

Travail Social
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Psychosoziale Angebote basieren meist nur auf dem fachlichem Wissen und Verständnis der Professionellen, die in den Projekten und Entscheidungsgremien tätig sind. In wichtige Entscheidungsprozesse bezüglich der Qualitätsmerkmale und Standards der Arbeit wurden bisher also diejenigen, an die sich die Angebote richten kaum einbezogen, was vielleicht mit der in unserer Gesellschaft allgemein niedrigen Wertschätzung von Erfahrungswissen und der hohen Wertschätzung von akademischem Wissen zu tun hat. In diesem Sinne bedeutet die Beteiligung von Betroffenen die Anerkennung und Wertschätzung von Erfahrungswissen als unverzichtbarer Wissensressource für die Planung und Gestaltung des psychosozialen Bereichs.
Sowohl die Professionellenseite als auch die Seite der Betroffenen profitieren von der Beteiligung Betroffener an der Forschung und Planung von Angeboten. Professionellen bieten sich Lernmöglichkeiten anhand des Erfahrungswissens Betroffener zu extremen Krisen, Bedürfnissen in diesen Krisen, dem Sinn von Krisen, verschiedenen Bewältigungsstrategien und Lösungswegen aus extremen Krisen. Betroffene haben auch Erfahrungen bezüglich der Konsequenzen, die mit psychiatrischen Diagnosen verbunden sind, den Wirkungen von Psychopharmaka, verschiedenen Behandlungsmethoden und den damit verbundenen Gefühlen und der Funktionsweise des psychiatrischen Netzes.
enschen, die selbst Psychiatrieerfahrungen gemacht haben, wird durch ihre Beteiligung an der Forschung die Möglichkeit geboten ihre persönlichen Erfahrungen und ihr Wissen nutzen zu können und einen Beitrag einzubringen. Außerdem haben sie die Möglichkeit sicherzustellen, dass in der Forschung die Perspektive der Betroffenen angemessen berücksichtigt wird. Wenn sie beteiligt werden, können Betroffene Hilfsangebote so beeinflussen, dass sie selbst zukünftig eine bessere und passendere Hilfe erhalten. Durch gleichberechtigte Beteiligung in der Forschung können Menschen mit Psychiatrieerfahrungen auch neue Erfahrungen und Selbstvertrauen gewinnen und Lernen wie Forschung funktioniert. Betroffene können auch mit entscheiden, welche Art von Forschung wie durchgeführt werden sollte, damit das Ergebnis „normale“ - also nicht-professionelle – Menschen wirklich betrifft. Wenn sich Betroffene an der Forschung beteiligen, haben sie auch die Möglichkeit zu helfen, dass von ihnen für gut befundene Forschung verbreitet und in der Praxis umgesetzt wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Der betroffenenorientierte Ansatz

1.1. Wieso sollte sich Forschung an Betroffenen orientieren?

1.2. Probleme und Vorurteile bei der Beteiligung Betroffener

1.3. Wichtige Voraussetzungen für die Zusammenarbeit von Betroffenen und Professionellen

1.4. Ziele von Betroffenenbeteiligung in der Forschung

1.5. Möglichkeiten der Betroffenenbeteiligung

2. Der Forschungsprozeß, quantitative und qualitative Forschung

3. Die Transkription der Interviews

4. Beispiele betroffenenorientierter Forschung

4.1. „Stellung nehmen“

4.2. „Diskriminiert“

5. Anregungen für den AKPEKA von Rea Maglajlic

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung von Betroffenenorientierung in der Forschung und Lehre innerhalb des psychosozialen Bereichs, mit einem Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Menschen mit Psychiatrieerfahrung.

  • Methodische Grundlagen der betroffenenorientierten Forschung
  • Herausforderungen und Voraussetzungen für gleichberechtigte Kooperation
  • Analyse von Fallbeispielen und Transkriptionsstandards
  • Empowerment und die Stärkung von Nutzerperspektiven im Hilfesystem
  • Praktische Anregungen für den Arbeitskreis „Psychiatrie-Erfahrung: Kritik und Alternativen“ (AKPEKA)

Auszug aus dem Buch

1.1. Wieso sollte sich Forschung an Betroffenen orientieren?

Psychosoziale Angebote basieren meist nur auf dem fachlichem Wissen und Verständnis der Professionellen, die in den Projekten und Entscheidungsgremien tätig sind. In wichtige Entscheidungsprozesse bezüglich der Qualitätsmerkmale und Standards der Arbeit wurden bisher also diejenigen, an die sich die Angebote richten kaum einbezogen, was vielleicht mit der in unserer Gesellschaft allgemein niedrigen Wertschätzung von Erfahrungswissen und der hohen Wertschätzung von akademischem Wissen zu tun hat. In diesem Sinne bedeutet die Beteiligung von Betroffenen die Anerkennung und Wertschätzung von Erfahrungswissen als unverzichtbarer Wissensressource für die Planung und Gestaltung des psychosozialen Bereichs.

Sowohl die Professionellenseite als auch die Seite der Betroffenen profitieren von der Beteiligung Betroffener an der Forschung und Planung von Angeboten. Professionellen bieten sich Lernmöglichkeiten anhand des Erfahrungswissens Betroffener zu extremen Krisen, Bedürfnissen in diesen Krisen, dem Sinn von Krisen, verschiedenen Bewältigungsstrategien und Lösungswegen aus extremen Krisen. Betroffene haben auch Erfahrungen bezüglich der Konsequenzen, die mit psychiatrischen Diagnosen verbunden sind, den Wirkungen von Psychopharmaka, verschiedenen Behandlungsmethoden und den damit verbundenen Gefühlen und der Funktionsweise des psychiatrischen Netzes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der betroffenenorientierte Ansatz: Dieses Kapitel erläutert, warum die Einbindung von Betroffenen in psychosoziale Forschung essenziell ist, welche Hürden bestehen und welche Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe notwendig sind.

2. Der Forschungsprozeß, quantitative und qualitative Forschung: Hier wird der Ablauf eines Forschungsprojekts dargestellt und die methodische Unterscheidung zwischen quantitativer Datenerhebung und qualitativer, interpretativer Forschung vorgenommen.

3. Die Transkription der Interviews: Das Kapitel definiert konkrete Standards und Regeln zur Transkription von qualitativen Interviews, um die Qualität und Anonymisierung bei der Datenaufbereitung zu gewährleisten.

4. Beispiele betroffenenorientierter Forschung: Anhand zweier konkreter Studien werden unterschiedliche Grade der Betroffenenbeteiligung illustriert, von der inhaltlichen Partizipation bis hin zu den Grenzen konsulativer Ansätze.

5. Anregungen für den AKPEKA von Rea Maglajlic: Dieses Kapitel verarbeitet fachlichen Input und Empfehlungen internationaler Expertinnen, um den laufenden Arbeitsprozess des AKPEKA-Projekts methodisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

6. Literatur: Eine Zusammenstellung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die theoretische Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Betroffenenorientierung, Psychiatrieerfahrung, Sozialarbeit, qualitative Forschung, Empowerment, Partizipation, Nutzerbeteiligung, psychosoziale Versorgung, Transkriptionsregeln, Erfahrungswissen, Forschungsmethodik, Hilfesystem, Emanzipation, Antidiskriminierung, Forschungsethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, psychosoziale Forschung nicht nur durch Fachpersonal, sondern aktiv unter Einbeziehung der Betroffenen zu gestalten, um eine praxisnahe und bedürfnisgerechte Versorgung zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernpunkten zählen das Erfahrungswissen von Psychiatrieerfahrenen, die verschiedenen Grade der Partizipation in der Forschung sowie die methodischen Herausforderungen bei der Durchführung partizipativer Studien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Argumente für die Gleichwertigkeit von Erfahrungswissen gegenüber akademischem Wissen zu liefern und Wege aufzuzeigen, wie Betroffene als Experten in eigener Sache aktiv in Forschungsprozesse integriert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit fokussiert primär auf qualitative Forschungsmethoden, wobei insbesondere die Transkription von Interviews und die Arbeit in themenzentrierten Gruppen als zentrale Instrumente der Datengewinnung hervorgehoben werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zum Ansatz, methodische Vorgaben für die Interviewtranskription sowie die Analyse konkreter Praxisbeispiele betroffenenorientierter Forschung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Empowerment, Partizipation, Gleichrangigkeit und die kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Machtstrukturen in der Forschung.

Wie unterscheidet sich "partnerschaftliche Forschung" von "betroffenenkontrollierter Forschung"?

Der Unterschied liegt im Grad der Einflussnahme: Während bei der partnerschaftlichen Forschung Fachleute und Betroffene als gleichrangige Partner agieren, setzt die betroffenenkontrollierte Forschung die Entscheidungsgewalt über alle Phasen – von der Finanzierung bis zur Veröffentlichung – in die Hände der Betroffenen.

Welche Bedeutung hat der fachliche Austausch mit Rea Maglajlic für das Projekt?

Der Austausch lieferte praktische Hinweise für den AKPEKA, insbesondere zur Bedeutung der Prozessreflexion, der Klärung des Zielpublikums und der methodischen Begleitung durch klare Kommunikationsstrukturen im Forschungsteam.

Warum ist die Anonymisierung in dieser Forschungsarbeit so zentral?

Aufgrund des sensiblen Kontextes der Psychiatrieerfahrung ist der Schutz der Identität der interviewten Personen unerlässlich, um sie vor Diskriminierung oder negativen beruflichen Konsequenzen zu bewahren.

Welche Rolle spielen "Stellung nehmen" und "Diskriminiert" im Text?

Diese beiden Studien dienen als konkrete Fallbeispiele, um zu verdeutlichen, wie in der Praxis mit der Beteiligung von Betroffenen umgegangen wurde und welche Vor- bzw. Nachteile sich daraus ergeben haben.

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Résumé des informations

Titre
Betroffenenorientierung in Forschung und Lehre
Sous-titre
Am Beispiel des Arbeitskreises "Psychiatrie-Erfahrung: Kritik und Alternativen"
Université
University of Applied Sciences Mittweida
Note
1
Auteur
Jasmin Becker (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
19
N° de catalogue
V186306
ISBN (ebook)
9783869437897
ISBN (Livre)
9783656994251
Langue
allemand
mots-clé
betroffenenorientierung forschung lehre
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jasmin Becker (Auteur), 2006, Betroffenenorientierung in Forschung und Lehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186306
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Extrait de  19  pages
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