Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die projektbezogene Einführung eines Flottentelematiksystems in dem Kleinstunternehmen.
Auslöser für dieses Vorhaben sind die zunehmende Globalisierung der Beschaffungs- und Absatzmärkte, die überdurchschnittlichen Wachstumsraten des Güterverkehrsaufkommens sowie der steigende Zeitdruck im nationalen und internationalen Güterverkehr.
??Die Zeit wird im Straßengüterverkehr mehr und mehr zu einer kritischen Komponente.??
Durch den Just-in-Time-Gedanken nimmt bei gleichzeitiger Verkleinerung der Sendungen die Tourenhäufigkeit zu.
Vor diesem Hintergrund werden im Transportgewerbe der Aufbau weitreichender Kooperationen und somit auch der Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung sein.
Electronic Business (E-Business) bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten des Einsatzes elektronischer Kommunikations- und Kooperationsmechanismen zur Realisierung, Optimierung und Unterstützung bzw. Abwicklung inner- und zwischenbetrieblicher Prozesse durch Informations- und Kommunikationstechniken. Treiber für die zunehmende Bedeutung von E-Business sind das Internet, das kontinuierlich verbesserte Preis-Leistungsverhältnis im Bereich der Informations- und Kommunikationstechniken und die fortschreitende Digitalisierung.
Die Branchenanalyse verdeutlicht die angespannte Lage auf dem Güterverkehrsmarkt: Hohe Kraftstoffkosten, gestiegene Lohn- und Lohnnebenkosten, die hohe Lkw-Maut in Deutschland sowie die EU-Osterweiterung sind nur einige von vielen Herausforderungen, denen sich die deutsche Transport- und Logistikwirtschaft stellen muss. Für kleine und mittelständische Transportunternehmen sind die daraus resultierenden Anforderungen meist nicht aus eigener Kraft realisierbar. Daher sind Unternehmenszusammenschlüsse und die Integration von Subunternehmern keine Seltenheit mehr.
In Verbindung mit dem steigenden Kostendruck wird eine effizientere Fahrzeugeinsatzsteuerung unerlässlich sein. Mit der Flottentelematik können nahezu alle ?mobilen" Prozesse im und am Fahrzeug erfasst und in die betriebswirtschaftliche Prozesssteuerung integriert werden.
Unter Einsatz des Flottentelematiksystems können Unternehmensstrukturen optimiert und Prozesse effizienter gestaltet werden. Ein im Flottentelematiksystem integriertes Kommunikations- und Navigationsmodul erleichtert die Arbeit und die Kommunikation für Fahrer und Disponenten.
Die Auswahl eines geeigneten Flottentelematiksystems kann einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für ein Transportunternehmen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Motivation der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Aufbau
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Güterkraftverkehr
2.2 Transport und Logistik
2.3 Dienstleistung
2.3.1 Notwendigkeit der Leistungsfähigkeit
2.3.2 Integration des externen Faktors
2.3.3 Immaterialität von Dienstleistungen
2.4 Verkehrstelematik
2.4.1 Ziele
2.4.2 Grundlagen
2.4.3 Nutzen
2.4.4 Existierende Systeme und Dienste
2.5 Electronic Business
2.5.1 Definition und Abgrenzung von Electronic Business
2.5.2 E-Business-Anwendungen
2.5.3 Transaktionspartner
2.5.4 Managementbereiche des E-Business
2.5.5 Trends und Perspektiven
2.5.6 Chancen und Risiken
2.6 Flottenmanagement
2.6.1 Übersicht
2.6.2 Transportmanagement
2.6.3 Verkehrsmanagement
2.6.4 Fahrzeugmanagement
2.7 Flottentelematik
2.7.1 Flottentelematik im Profil
2.7.2 Vorteile Flottentelematik
2.7.3 Branchenlösungen
2.7.4 Telematikanbieter
2.8 Geschäftsprozessoptimierung – „Business Process Reengineering“
2.8.1 Definition und Grundlagen
2.8.2 Gründe und Ziele
2.8.3 Phasen
2.8.4 Vor- und Nachteile
3 E-Business – Zukunftsstrategie für Kleinst- bis mittlere Transportunternehmen
3.1 Bedeutung kleiner bis mittlerer Unternehmen
3.1.1 Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen
3.2 Globalisierung und wachsende Wertschöpfungsnetzwerke
3.2.1 Die Welt als Einkaufsquelle
3.2.2 Veränderte Kundennachfrage
3.2.3 Globale Logistikanbieter
3.2.4 Wertschöpfungsübergreifende Transparenz der Warenflüsse
3.2.5 Professioneller Umgang mit Zeit
3.2.6 Just-in-time / Just-in-sequence
3.3 Flottentelematik als Informations- und Kommunikationstechnologie
3.3.1 Ausgangslage
3.3.2 Fahrzeugkommunikation
3.3.3 Fahrzeugeinsatzsteuerung
3.3.4 Flottentelematik und Supply Chain Management
3.3.5 Unterstützung des Fuhrparkmanagements
3.3.6 Personalmanagement
3.3.7 Fahrzeug- und Ladungssicherheit
4 Ist-Situation – Situationsanalyse des Transportdienstleisters
4.1 Unternehmensprofil
4.2 Unternehmensanalyse
4.2.1 Begriff und Zweck der Unternehmensanalyse
4.3 Stärken-Schwächen-Analyse
4.3.1 Unternehmensleitung und Management
4.3.2 Aufbau- und Ablauforganisation
4.3.3 Finanzielle Mittel und Sachmittel
4.3.4 Personal
4.3.5 Kommunikation
4.3.6 Prozesse und Prozessabläufe
4.3.7 Kunden und Bedürfnisse
4.3.8 Stärken-Schwächen-Profil
4.4 Umfeldanalyse
4.4.1 Chancen-Risiken-Analyse
4.4.2 Globale Umweltanalyse
4.4.3 Marktbedingungen heute und Entwicklung
4.4.4 Aktuelle Marktlage
4.4.5 Die Marktgröße des Logistiksektors und dessen Relevanz für die Volkswirtschaft
4.4.6 Die brancheninterne Strukturanalyse
4.4.7 Transportorientierte Unternehmen
4.4.8 Speditionsorientierte Unternehmen
4.4.9 Ausblick
4.5 Verknüpfung der Stärken-Schwächen-Analyse mit der Chancen-Risiken-Analyse (SWOT-Analyse)
4.6 E-Business-Strategie
4.6.1 Zielsetzung für den Transportdienstleister
4.6.2 Strategie-Umsetzung
5 Soll-Konzept – Einführung von Flottentelematik als E-Business-Projekt
5.1 Projekt-Definition
5.2 Abgrenzung und Definition von E-Business-Projekten
5.3 Projektplanung
5.3.1 Vorüberlegung
5.3.2 Organisation und Team
5.3.3 E-Business Know-how
5.3.4 Vorgangsliste
5.3.5 Projekt-Start
5.4 Grob-Konzeption
5.4.1 E-Business-Ziele
5.4.2 Identifikation Quantitativer und Qualitativer Potentiale
5.4.3 Identifikation Zielgruppen-Bedürfnisse
5.4.4 Projektauftrag
5.4.5 Definition von Teilprojekten
5.4.6 Lastenheft
5.5 Feinkonzeption
5.5.1 Pflichtenheft
5.6 System-Auswahl
5.6.1 System-Grobselektion
5.6.2 System-Feinselektion
5.6.3 System-Vorführungen
5.6.4 Besuch von Referenzkunden
5.7 Realisierung - Systemeinführung
5.7.1 Implementierung der Basiskomponente
5.7.2 Implementierung des Administrationsteils
5.7.3 Implementierung der externen Schnittstellen
5.7.4 Ausführliche Tests
5.8 Inbetriebnahme
5.8.1 Daten-Eingabe
5.8.2 Benutzer-Schulung
5.8.3 Einführung im Unternehmen
5.8.4 Einführung beim Kunden
6 Ökonomische Bewertung und Nutzenbetrachtung
6.1 Nutzenbetrachtung
6.1.1 Begriffe Nutzen und Nutzenanalyse
6.1.2 Nutzenanalyse
6.2 Ökonomische Bewertung
6.2.1 Bewertungskriterien für Flottentelematiksysteme
6.3 Kritische Erfolgsfaktoren für Business Networking Systeme
6.3.1 Business Networking Systeme
6.3.2 Kritische Masse als übergeordneter Erfolgsfaktor
6.3.3 Wechselseitiger Nutzen - Reziprozität
6.3.4 Menschen initiieren Netzwerke
7 Zusammenfassung
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die projektbezogene Einführung eines Flottentelematiksystems bei der Scholz Internationale Transport- und Logistik GmbH, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch Prozessoptimierung nachhaltig zu sichern. Die Arbeit adressiert dabei die Herausforderungen von kleinen bis mittleren Unternehmen in einem zunehmend globalisierten Marktumfeld.
- Grundlagen und Definitionen zu Transport, Logistik, Verkehrstelematik und E-Business
- Analyse des Ist-Zustandes und der Stärken-Schwächen eines Transportdienstleisters (SWOT-Analyse)
- Projektplanung und methodische Einführung eines Flottentelematiksystems
- Ökonomische Bewertung und Nutzenbetrachtung der Systemimplementierung
- Erfolgsfaktoren für Business Networking Systeme in der Logistik
Auszug aus dem Buch
2.7.1 Flottentelematik im Profil
Telematik ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Begriffen Telekommunikation und Informatik. Allgemein bezeichnet Telematik die Zusammenführung, Verarbeitung und Weitergabe von Datenbeständen über große Entfernungen. Flottentelematik ist also ein Werkzeug, das einen Informationsaustausch zwischen mindestens zwei EDV-Systemen mit Hilfe eines Telekommunikationssystems ermöglicht, um Fahrzeuge effizient steuern zu können.
Bereits seit einiger Zeit werden beim Gütertransport logistische Abläufe wie Tourenplanung oder Frachtenkalkulation durch Softwaretools unterstützt. Mit der Flottentelematik können jetzt auch die „mobilen" Prozesse im und am Fahrzeug mit aktuellen Informationen in die betriebswirtschaftliche Prozesssteuerung eingebunden werden.
Ein Telematiksystem besteht dabei aus Bordrechnern in den Fahrzeugen, einer geeigneten Datenübertragung (Mobilfunknetze, GSM, GPRS) zwischen Fahrzeug und Zentrale sowie einer Integration in die vor- und nachgelagerten betriebswirtschaftlichen Softwaresysteme. Mit der Telematik können Transportaufträge nun auf elektronischem Wege in das Fahrzeug bzw. zum Fahrer übertragen werden. Gleichermaßen ermöglichen die Systeme einen einfachen schriftlichen Nachrichtenaustausch zwischen Fahrer und Zentrale, welches ein besonders wichtiges Werkzeug zur einfachen, effektiven und fehlerlosen Kommunikation mit dem Fahrer darstellt. Aus dem Fahrzeug erhält die Zentrale ständig aktuelle Positions- und Statusmeldungen, womit zeitnahe Reaktionen in der weiteren Disposition der Fahrzeuge ermöglicht werden. Damit lässt sich der Einsatz der kompletten Fahrzeugflotte unter Berücksichtigung aktueller Meldungen computergesteuert optimieren und verbessern. Auf der anderen Seite können die aktuellen Daten auch zur zeitnahen Rückmeldung an den Versender und Empfänger der jeweiligen Ware genutzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit von Prozessoptimierungen für kleine und mittlere Transportunternehmen im globalen Wettbewerb und führt die Flottentelematik als zentrale Lösung ein.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Kernbegriffe Güterkraftverkehr, Logistik, Dienstleistung, Verkehrstelematik und Electronic Business als theoretisches Fundament der Arbeit.
3 E-Business – Zukunftsstrategie für Kleinst- bis mittlere Transportunternehmen: Es wird die Bedeutung von KMU hervorgehoben und die Rolle der Flottentelematik innerhalb moderner Wertschöpfungsnetzwerke und als Strategiebaustein für diese Unternehmen analysiert.
4 Ist-Situation – Situationsanalyse des Transportdienstleisters: Die Scholz Internationale Transport und Logistik GmbH wird detailliert analysiert, Schwachstellen werden identifiziert und in einer SWOT-Analyse zusammengefasst.
5 Soll-Konzept – Einführung von Flottentelematik als E-Business-Projekt: Ein detaillierter Projekt-Leitfaden wird entwickelt, der von der Definition über die Planung bis hin zur Umsetzung und Inbetriebnahme des Systems reicht.
6 Ökonomische Bewertung und Nutzenbetrachtung: Das Kapitel untersucht den direkten, relativen und schwer fassbaren Nutzen der Flottentelematik und definiert Kriterien für die Systembewertung.
7 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit der Arbeit, das die Notwendigkeit des Einsatzes moderner Kommunikationstechnik für die Wettbewerbsfähigkeit von Transportunternehmen bekräftigt.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente.
Schlüsselwörter
Flottentelematik, Transportdienstleister, E-Business, Logistik, Transportmanagement, KMU, Prozessoptimierung, Business Process Reengineering, Supply Chain Management, Fahrzeugmanagement, Nutzfahrzeuge, Wettbewerbsvorteile, Digitalisierung, Kundennachfrage, Systemintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der projektbezogenen Einführung eines Flottentelematiksystems in einem mittelständischen Transportunternehmen, um durch elektronische Prozessunterstützung die Effizienz zu steigern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Transportlogistik, E-Business-Strategien, Prozessoptimierung im Fuhrpark und die technische sowie organisatorische Umsetzung telematischer Systeme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, ein maßgeschneidertes Soll-Konzept für die ST GmbH zu erstellen, das als Projekt-Leitfaden für die Implementierung einer Flottentelematiklösung dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu theoretischen Grundlagen, Unternehmensanalyse (Ist-Zustand) und einer SWOT-Analyse, um eine fundierte E-Business-Strategie abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse des Ist-Zustandes der ST GmbH, die Entwicklung eines Soll-Konzepts (inklusive Projektplanung und Anforderungsdefinition) sowie die ökonomische Bewertung des Nutzens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Flottentelematik, Logistik, E-Business, Prozessoptimierung und Supply Chain Management.
Wie trägt die Flottentelematik zur Kostensenkung bei?
Durch die Optimierung der Tourenplanung, die Reduzierung von Leerfahrten und die bessere Kontrolle des Kraftstoffverbrauchs sowie der Fahrzeugwartung lassen sich erhebliche Betriebskosten einsparen.
Welche Rolle spielt der Mensch bei diesem digitalen Transformationsprozess?
Der Autor betont, dass der Erfolg maßgeblich von der Akzeptanz der Mitarbeiter und Fahrer abhängt, weshalb Schulungen und Überzeugungsarbeit in Change-Management-Prozessen unerlässlich sind.
- Citation du texte
- Rüdiger Quietzsch (Auteur), 2008, Flottentelematik für Transportdienstleister - E-Business-Lösung für kleinst- bis mittlere Transport-Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186532