Vor dem theoretischen Hintergrund des unvollkommenen Kapitalmarktes werden Begründungen zur Relevanz der Finanzierung deutscher Nicht-Finanzunternehmen vor und nach der Erosion der Deutschland AG hergeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Deutschland AG – empirische Evidenz
2.1 Grundlagen: Grundformen der Unternehmensverflechtung
2.2 Personalverflechtungen
2.3 Kapitalverflechtungen
2.4 Zusammenfassung
3. Deutschland AG – theoretische Analyse
3.1 Signalwirkungen
3.1.1 Verschuldung und Kreditverlängerung als Signal
3.1.2 Dividende als Signal
3.2 Anreizwirkungen
3.2.1 Externe Fremdfinanzierung und Anreizwirkungen
3.2.2 Externe Eigenfinanzierung und Anreizwirkungen
3.2.2.1 Kontrolle durch Eigenkapitalgeber
3.2.2.2 Überinvestitionsanreize
3.2.2.3 Mitbestimmung als Free Cash Flow-Problem?
3.3 Stärken und Schwächen der Deutschland AG
3.3.1 Finanzierungsweise
3.3.2 Informationsverteilung
3.3.3 Unternehmenskontrolle
3.4 Zusammenfassung
4. Erosion der Deutschland AG – empirische Evidenz
4.1 Personalverflechtungen
4.2 Kapitalverflechtungen
4.3 Zusammenfassung
5. Erosion der Deutschland AG – theoretische Analyse
5.1 Ursachen der Erosion
5.1.1 Motive der Kreditgeber
5.1.2 Motive der Industrieunternehmen
5.2 Konsequenzen der Erosion
5.2.1 Finanzierungsweise
5.2.2 Signalwirkungen
5.2.3 Anreizwirkungen
5.2.3.1 Überinvesitionsanreize
5.2.3.2 Arbeitseinsatz
5.2.4 Unternehmenskontrolle
5.3 Zusammenfassung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht aus finanzierungstheoretischer Perspektive das Verflechtungsnetzwerk "Deutschland AG" und dessen Erosion unter besonderer Berücksichtigung der Interessen von Nicht-Finanzunternehmen. Im Zentrum stehen dabei Kapitalmarktunvollkommenheiten wie Informationsasymmetrien, die die Finanzierungsweise deutscher Unternehmen maßgeblich beeinflusst haben.
- Empirische und theoretische Analyse der Unternehmensverflechtungen (Personal- und Kapitalverflechtungen)
- Untersuchung von Signalwirkungen externer Finanzierungsmethoden
- Analyse von Anreizproblemen und Unternehmenskontrolle im Kontext von Insider-Systemen
- Evaluation der Stärken und Schwächen der Deutschland AG sowie der Ursachen und Konsequenzen ihrer Erosion
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Die Deutschland AG kann als Netzwerk aus Personalverflechtungen (PVen) und Kapitalverflechtungen (KVen), zwischen deutschen Finanzunternehmen (insbesondere Banken) und Nicht-Finanzunternehmen (insbesondere Industrieunternehmen) verstanden werden, welches bereits in den 1870ern geknüpft, und vor allem in den 50er Jahren ausgebaut wurde. Mit Bezug auf die Nachkriegszeit wird die Deutschland AG als Interessenkoalition aus ‚big business, big banks and big labour’ bezeichnet. Seit Mitte der 90er Jahre ist von der Erosion des Netzwerks Deutschland AG die Rede.
Gegenstand dieser Arbeit ist die finanzierungstheoretische Auseinandersetzung mit dem Verflechtungsnetzwerk Deutschland AG und seiner Erosion aus der Perspektive der Nicht-Finanzunternehmen. Das Finanzsystem (im Folgenden auch: System) aus Unternehmenssicht stellt hierbei den übergeordneten Kontext dar. Den Schwerpunkt bildet eine Diskussion von Kapitalmarktunvollkommenheiten, in Form vor- und nachvertraglicher Informationsasymmetrien zwischen Kapitalnehmern und Kapitalgebern, bezogen auf das Unternehmensnetzwerk Deutschland AG. Ziel ist die Erörterung der Bedeutung der Finanzierungsweise für deutsche Nicht-Finanzunternehmen vor und nach der Erosion der Deutschland AG.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Einleitung in das Thema der Deutschland AG und Definition der Forschungsfrage.
2. Deutschland AG – empirische Evidenz: Darstellung der Grundformen von Personal- und Kapitalverflechtungen sowie empirische Belege für das Netzwerk.
3. Deutschland AG – theoretische Analyse: Finanzierungstheoretische Untersuchung der Signal- und Anreizwirkungen sowie der Stärken und Schwächen.
4. Erosion der Deutschland AG – empirische Evidenz: Analyse der empirischen Daten zum Rückgang der Verflechtungsdichte ab Mitte der 90er Jahre.
5. Erosion der Deutschland AG – theoretische Analyse: Theoretische Herleitung der Ursachen und Konsequenzen der Netzwerk-Erosion.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Deutschland AG, Personalverflechtungen, Kapitalverflechtungen, Finanzierung, Bankensystem, Unternehmensnetzwerk, Erosion, Kapitalmarktunvollkommenheiten, Signalisierung, Anreizwirkungen, Unternehmenskontrolle, Insider-Kontrolle, Mitbestimmung, Free Cash Flow, Diversifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das historische Unternehmensnetzwerk "Deutschland AG", das durch starke Verflechtungen zwischen Banken und Industrieunternehmen geprägt war, und untersucht dessen finanzierungstheoretische Bedeutung sowie die Gründe und Folgen seiner Auflösung ab den 1990er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Struktur von Personal- und Kapitalverflechtungen, die Auswirkungen dieser Strukturen auf Finanzierungssignale, Anreizprobleme zwischen Kapitalgebern und -nehmern sowie die Mechanismen der Unternehmenskontrolle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Bedeutung der spezifischen deutschen Finanzierungsweise – insbesondere die Rolle der Banken als eng verflochtene Kapitalgeber – vor und nach der Erosion dieses Systems auf die Nicht-Finanzunternehmen zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine finanzierungstheoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von empirischer Evidenz aus bestehenden Studien und Daten (wie denen der Monopolkommission) basiert, um theoretische Signaling- und Anreiz-Modelle auf die Deutschland AG anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die empirischen Grundlagen der Deutschland AG beleuchtet. Danach erfolgt eine theoretische Analyse der Signalwirkungen und Anreizprobleme. Anschließend werden die empirische Erosion des Netzwerks und die daraus resultierenden theoretischen Ursachen und Folgen diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "beziehungsbasierte Finanzierung", "Informationsasymmetrien", "Personalverflechtungen", "Kapitalverflechtungen", "Erosion" und "Unternehmenskontrolle".
Welche Rolle spielten Banken in der Deutschland AG laut der Arbeit?
Banken fungierten nicht nur als Kreditgeber, sondern über Personal- und Kapitalverflechtungen (Depotstimmrechte) als zentrale Kontrollinstanzen und "Liquiditätspuffer", was zu einer beziehungsbasierten Finanzierung führte.
Warum wird die Mitbestimmung in der Arbeit thematisiert?
Die Mitbestimmung wird im Kontext von Anreizwirkungen und als potenzielles Free-Cash-Flow-Problem analysiert, wobei diskutiert wird, inwieweit sie die Wettbewerbsfähigkeit beeinflusst oder als Instrument zur langfristigen Sicherung von Humankapital dient.
- Citation du texte
- Sandra Ifrim (Auteur), 2007, Erosion der Deutschland AG - Ursachen und Konsequenzen veränderter Personal- und Kapitalverflechtungen auf dem deutschen Kapitalmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186719