Die Hausarbeit "Das historische Jugendbuch" soll dem Leser einen allgemeinen Überblick bei der Suche nach Jugendbüchern geben, deren Handlungsorte und Zeiten in einen historischen Kontext gebracht wurden. Dabei wird u.a. der mögliche Einsatz im Geschichtsunterricht untersucht.
Hierzu erfolgt in einem ersten Schritt die Klärung der Begrifflichkeiten und deren Bedeutungen. Des Weiteren wird der Versuch einer Einordnung ?historischer Jugendliteratur? in eine Altersgruppe und in eine Themengruppe vorgenommen. "Historische Jugendliteratur" wird anschließend mit der Quelle und dem Sachtext verglichen, um zu klären, welchen Informationswert ein solches Medium im Verhältnis zu den alt hergebrachten Textgattungen besitzt. Danach wird der Wahrheitsgehalt in den "historischen Romanen" analysiert. Dazu wird eine allgemeine Betrachtung vorangestellt und außerdem eine Untersuchung an Jugendbüchern selbst durchgeführt. Dabei geht es vor allem um das Erkennen von Informationen, die eine Verfälschung der eigentlichen Sachlage zur Folge haben. Auch die Perspektive, aus der die Handlung erfolgt, und wie die Personen handeln werden eine Rolle spielen. Die Untersuchung mündet in einem weiteren Schritt in einer Arbeitsempfehlung für den Unterricht. Dazu werden Methoden angeboten, die das historische Jugendbuch nicht in einer Einzelbetrachtung im Unterricht vorsehen, sondern eine Verknüpfungsmöglichkeit mit anderen Medien aufzeigen. Dabei soll das Jugendbuch möglichst im Einklang mit den anderen Medien funktionieren und die Grundlage für die Stoffeinheit bilden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das historische Jugendbuch
2.1 Definitionsversuch
2.2 Historische Sachverhalte
2.3 Das historische Jugendbuch, eine Abgrenzung
3. Unterschiede zu anderen Medien im Geschichtsunterricht
3.1 Vergleich zwischen historischem Jugendbuch und Quelle
3.2 Vergleich zwischen historischem Jugendbuch und dem Sachtext
4. Der Wahrheitsgehalt von historischer Jugendliteratur
4.1. Eine allgemeine Betrachtung
4.2. Untersuchung der historischen Stimmigkeit
4.2.1 Erstes Beispiel
4.2.2 Zweites Beispiel
5. Einsatz im Unterricht
5.1 Erzählte Geschichte früher
5.2. Erzählte Geschichte im Unterricht heute
5.3. Gestaltung einer Stoffeinheit historisches Jugendbuch
6. Fazit
7. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten des historischen Jugendbuches als Medium im Geschichtsunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Informationswert dieses Medium gegenüber klassischen Quellen und Sachtexten besitzt und wie ein kritischer sowie methodisch fundierter Unterrichtseinsatz gestaltet werden kann.
- Begriffsbestimmung und Abgrenzung historischer Jugendliteratur
- Vergleich von historischem Jugendbuch, Quelle und Sachtext
- Analyse des Wahrheitsgehalts und der historischen Stimmigkeit
- Didaktische Konzepte zur Einbettung in den Geschichtsunterricht
- Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Erstes Beispiel
Das erste Jugendbuch ist von Josef Carl Grund und heißt „Gib mir meine Legionen wieder“. Die Handlung spielt in der Zeit der römischen Expansionen über den Rhein nach Germanien (rechtsrheinische Gebiet). Im Klappentext wird der Leser in die Handlung eingeführt und es findet sofort eine Vermischung von historisch belegten Informationen und historisch nicht belegten Daten statt. Die Rahmenhandlung kann als historisch belegt gelten. Sie beginnt im Jahr 4 n. Chr., als Tiberius (der Stiefsohn des Princeps) ausgesendet wird, um Germanien zu befrieden. Die Informationen zum Vorgehen der Soldaten in den Kämpfen um Germanien beruhen aber auf Fiktion. Der Princeps (Gaius Octavius Thurinus) wird auch fälschlich als Kaiser bezeichnet, was vermutlich dem allgemeinen Geschichtsbewusstsein entspricht, denn in vielen Büchern wird der Princeps sofort mit seinem Ehrentitel, also Augustus, aber nie mit seinem wirklichen Namen Gaius Octavius genannt.
Die Handlung um die vier jungen Menschen ist recht gut gewählt, weil zum einen damit ein Identifikationsmittel für Jugendliche geschaffen ist und zum anderen Einblicke in den Alltag von verschiedenen Volksgruppen gegeben werden. Der Händler Lucius Magnus und sein Sohn Marcus sind römische Bürger. Grund beschreibt auf diese beiden Personen bezogen recht gut den Alltag von römischen Händlern und es wird dem Leser deutlich, dass die Händler auf Grund ihres Unternehmertums oft Bindeglied zwischen verschiedenen Kulturkreisen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert die Absicht, einen Überblick über historische Jugendbücher und deren Einsatzmöglichkeiten im Geschichtsunterricht zu geben.
2. Das historische Jugendbuch: Hier erfolgt eine Definition des Begriffs, eine Konkretisierung der historischen Sachverhalte sowie eine Abgrenzung von anderen literarischen Gattungen.
3. Unterschiede zu anderen Medien im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel vergleicht das historische Jugendbuch mit der klassischen Quelle sowie mit dem Sachtext hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Funktion.
4. Der Wahrheitsgehalt von historischer Jugendliteratur: Hier wird der Wahrheitsanspruch diskutiert und anhand von zwei konkreten Beispielen (Grund und Winterfeld) die historische Stimmigkeit untersucht.
5. Einsatz im Unterricht: Dieses Kapitel thematisiert die historische Entwicklung erzählter Geschichte, die heutige Rolle im Unterricht und bietet praktische Gestaltungsvorschläge für eine Stoffeinheit.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Einsatz historischer Jugendbücher als eine kritisch zu betrachtende, aber potenziell bereichernde Ergänzung des Unterrichts.
7. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Historisches Jugendbuch, Geschichtsunterricht, historische Jugendliteratur, erzählte Geschichte, Geschichtsdidaktik, Wahrheitsgehalt, historische Stimmigkeit, Quellenkritik, Sachtext, Unterrichtsgestaltung, Stoffeinheit, römische Antike, Identifikation, Medien im Geschichtsunterricht, kritische Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung des historischen Jugendbuches als Medium im Geschichtsunterricht und analysiert dessen Potenzial sowie die methodischen Herausforderungen bei dessen Einsatz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt Themen wie die Begriffsdefinition, den Vergleich mit Quellen und Sachtexten, die Analyse der historischen Korrektheit in Romanen sowie didaktische Strategien für den Geschichtsunterricht ab.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über das historische Jugendbuch zu geben und aufzuzeigen, wie dieses Medium trotz der notwendigen kritischen Distanz sinnvoll und motivierend in den Geschichtsunterricht integriert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse, kombiniert mit einer exemplarischen Untersuchung zweier historischer Jugendromane sowie einer praktischen Erprobung didaktischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Definition, Abgrenzung), der Vergleich zu anderen Unterrichtsmedien, die kritische Prüfung des Wahrheitsgehalts und konkrete Unterrichtsbeispiele detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören: historisches Jugendbuch, Geschichtsdidaktik, Quellenkritik, Unterrichtsgestaltung und historische Authentizität.
Warum wird im Buch das Werk „Caius ist ein Dummkopf“ als Beispiel gewählt?
Es dient als Fallbeispiel für eine Unterrichtseinheit zur römischen Antike, um zu zeigen, wie ein Jugendbuch als Leitfaden für weiterführende historische Diskussionen und Recherchen dienen kann.
Wie bewertet der Autor den Wahrheitsanspruch historischer Romane?
Der Autor stellt fest, dass Jugendbücher keinen absoluten Wahrheitsanspruch erheben können, da sie primär fiktional sind, weshalb eine kritische Auseinandersetzung durch die Schüler unter Anleitung der Lehrkraft notwendig ist.
Welchen Stellenwert nimmt die „erzählte Geschichte“ im Unterricht heute ein?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass erzählte Geschichte seit den 1980er Jahren stark aus dem Geschichtsunterricht verdrängt wurde, sieht jedoch bei vorsichtigem und methodisch durchdachtem Einsatz eine Chance, das Interesse der Schüler wieder zu steigern.
- Citation du texte
- Christian Zwer (Auteur), 2007, Das historische Jugendbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186827