In vorliegender Arbeit sollen Untersuchungen zur Modalpartikel ( in folgenden MP) ja ange-stellt werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass ja in unbetonter Form ( im Folgenden durch Kleinbuchstaben ja symbolisiert), als auch in betonter ( im Folgenden durch Großbuchstaben JA symbolisiert) auftritt. Es soll dafür argumentiert werden, dass es sich hierbei um einen Fall von Polysemie handelt. Dazu wird die Bedeutung und die Funktion von ja/JA nach semantischen und pragmatischen Kriterien betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. ZUM GEGENSTAND
1.2. SCHWIERIGKEIT DER TERMINOLOGIE
2. DIE BEDEUTUNG VON ja/JA
2.1. UNBETONTES ja
2.2. BETONTES JA
3. ja / JA EIN FALL VON POLYSEMIE
2. ZUSAMMENFASSUNG
4. LITERATURNACHWEIS
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pragmatischen und semantischen Unterschiede der deutschen Modalpartikel ja in ihrer unbetonten (ja) und betonten (JA) Form, um zu klären, ob es sich dabei um ein Phänomen der Polysemie handelt.
- Semantische Bestimmung der Modalpartikel ja
- Pragmatische Funktionen von ja und JA
- Differenzierung zwischen propositionaler Ebene und Illokution
- Sprachhistorische Aspekte der Modalpartikeln
- Analyse der Polysemie-Hypothese
Auszug aus dem Buch
1.2. Schwierigkeit der Terminologie
Bewegt man sich auf dem Gebiet der Partikelforschung, wird man mit dem Problem konfrontiert, dass man einer terminologischen Unsicherheit gegenübersteht. Im Grunde muss jede linguistische Untersuchung zu diesem Thema zunächst den Begriff Partikel definieren. Helbig weist z.B. darauf hin, dass der Begriff heute zumindest in vierfacher Weise verwendet wird (Helbig 1990 : 19 ff). Ebenso gilt die Notwendigkeit einer Definition für die Termini MP und Modalität. Helbig z.B. benutzt den Begriff Abtönungspartikel äquivalent zu dem der MP (Helbig 1990 : 28). Engel (Engel 1988) unterscheidet dagegen innerhalb der Wortarten Abtönungspartikeln ( ja, doch, schon) von MPn ( freilich, sicherlich usw.).
In dieser Arbeit wird in Anlehnung an Helbig unter Partikeln eine Wortklasse verstanden, „[...] die nur solche unflektierbaren Wörter [umfasst], die [...] sich von den Adverbien und Modalwörtern, erst recht von den Präpositionen und Konjunktionen unterscheiden.“ (Helbig 1990 : 20).
Der Modalitätsbegriff, der ja zur Abgrenzung der MPn gegenüber anderer Partikelsubklassen dient, ist sehr unterschiedlich definiert (vgl. Gornik-Gerhardt 1981 : 16f). Man kann daraus lediglich ableiten, dass die MPn nichts zur Proposition eines Satzes beitragen, also auch die Wahrheitsbedingungen nicht verändern können (vgl. Thurmair1989 : 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in den Untersuchungsgegenstand, die Symbolik der Formen sowie die grundlegenden terminologischen Herausforderungen bei der Definition von Partikeln.
2. DIE BEDEUTUNG VON ja/JA: Analyse der semantischen und pragmatischen Ebenen beider Varianten, wobei ja eine semantische Bedeutung zugeschrieben wird, während JA primär illokutiv wirkt.
3. ja / JA EIN FALL VON POLYSEMIE: Diskussion über die lexikalische Einordnung und das Fazit, dass aufgrund eines gemeinsamen Ursprungs und funktionaler Zusammenhänge eine Polysemie vorliegt.
2. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse zur Sprechereinstellung, der Funktion der Verstärkung und der Bestätigung des Polysemie-Modells.
4. LITERATURNACHWEIS: Auflistung der verwendeten linguistischen Fachliteratur zur Partikelforschung.
Schlüsselwörter
Modalpartikel, ja, JA, Pragmatik, Semantik, Polysemie, Illokution, Faktizität, Sprechereinstellung, Abtönungspartikel, deutsche Sprache, Sprachwissenschaft, Partikelforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der deutschen Modalpartikel „ja“ und analysiert deren unterschiedliche Verwendungsweisen in betonter und unbetonter Form.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Partikeln, die semantische Bedeutung des unbetonten „ja“, die illokutive Funktion des betonten „JA“ sowie die etymologische Herkunft beider Formen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu belegen, dass die verschiedenen Funktionen von „ja“ und „JA“ als ein Fall von Polysemie (Mehrdeutigkeit eines Lexems) betrachtet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kriterienbasierte Analyse nach semantischen und pragmatischen Merkmalen durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich bestehender linguistischer Forschungsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definitionsschwierigkeiten bei Partikeln, die Wirkungsweise der Partikel auf Satzebene bzw. Illokutionsebene und die Argumentation für ein einheitliches Lexem trotz unterschiedlicher funktionaler Ausprägung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Modalpartikel, Polysemie, Pragmatik, Illokution und Faktizität charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen „ja“ und „JA“?
Der Autor unterscheidet „ja“ (unbetont) durch eine semantische Bedeutung (Faktizität) von „JA“ (betont), dem primär eine pragmatische Verstärkerfunktion zugeschrieben wird.
Warum hält der Autor am Modell der Polysemie fest?
Trotz der funktionalen Unterschiede stützt sich der Autor auf sprachhistorische Überlegungen und die Annahme, dass beide Varianten einen gemeinsamen etymologischen Ursprung teilen und somit in einem lexikalischen Zusammenhang stehen.
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- Andreas Weidmann (Author), 2000, Pragmatik von Modalpartikeln - Zur Modalpartikel JA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18687