Zusätzlich zu den klassischen Formen der Kreditfinanzierung wurden in den letzten Jahrzehnten so genannte Kreditsubstitute entwickelt, die die klassischen Kreditarten zunehmend ersetzen können. Neben den schon seit vielen Jahren in Europa gebräuchlichen Kreditsubstitute wie Factoring und Forfaitierung, rückten durch den Ausbruch der Finanzmarktkrise im Jahr 2007 die bis dahin nur einer kleinen Anzahl von Experten bekannten Asset Backed Securities (ABS), in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Bei einer oberflächlichen Betrachtung gibt es zwischen ABS und Factoring bzw. Forfaitierung einige Parallelen. Diese Kreditsubstitute unterscheiden sich jedoch in wesentlichen Punkten. So eignet sich das Factoring z.B. ausschließlich für kurzfristige Forderungen bis 120 Tagen Laufzeit, der Einsatz von ABS ist dagegen für nahezu alle Forderungsarten geeignet. Ziel dieser Arbeit ist es, das Kreditsubstitut ABS und dessen verschiedenen Ausgestaltungsarten vorzustellen. In diesem Zusammenhang wird auf die verschiedenen Ausgestaltungsmöglichkeiten von ABS sowie deren historische Entwicklung eingegangen. Neben einer Darstellung der Vorteile, die für den Einsatz von ABS sprechen, werden auch deren Risiken detailliert thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition und Arten von ABS
2.2 Emissionsverfahren und beteiligte Parteien einer ABS Transaktion
2.3 Historische Entwicklung und Marktübersicht
2.4 Gründe für den Einsatz von ABS
2.5 Risiken von ABS
2.6 Rating von ABS
3 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit hat zum Ziel, Asset Backed Securities (ABS) als Kreditsubstitut umfassend vorzustellen und ihre verschiedenen Ausgestaltungsformen, Risiken sowie die historische Entwicklung zu analysieren, wobei die Rolle von ABS in der Finanzmarktkrise explizit ausgeklammert wird.
- Grundlegende Definition und Kategorisierung von Asset Backed Securities
- Prozess der Verbriefung und beteiligte Akteure in einer ABS-Transaktion
- Strukturvarianten wie Pass-Through- und Pay-Through-Modelle
- Bewertung von Risikokategorien und die Funktion von Ratingagenturen
- Strategische Einsatzgründe für Unternehmen und Banken
Auszug aus dem Buch
2.2 Emissionsverfahren und beteiligte Parteien einer ABS-Transaktion
Im Kern des ABS-Emissionsverfahren steht eine SPV, die die illiquiden Vermögenswerte in liquide Mittel transformiert. Die SPV erwirbt Vermögenswerte von den Forderungsverkäufern (Originatore) und refinanziert sich durch die Emission von Wertpapieren am Kapitalmarkt. Die am Kapitalmarkt emittierten Wertpapiere werden von Investoren erworben, die im Gegenzug für die Bereitstellung ihres Kapitals Zins- und Tilgungszahlungen erhalten. Die Erträge aus den Vermögens-werten dienen in der Folge dazu, den Kapitaldienst der emittierten Wertpapiere zu bedienen. Durch die Unabhängigkeit der Zweckgesellschaft vom Originator, ist gewährleistet, dass die ABS-Transaktion „konkursfern“ gestaltet wird. Da die Vermögenswerte auf die SPV übertragen werden, sind diese dem Verfügungsbereich des Originators entzogen und damit auch von dessen Geschäfts- und Managementrisiko.
Andererseits wird die SPV i.d.R. nur mit einem sehr geringen Eigenkapital von der Trust Company ausgestattet, so dass ein Konkurs der SPV nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Das laufende Management sowie der Einzug der Forderungen werden oft an einen Service-Agent delegiert. Um die Geschäftsbeziehung zu den Forderungsschuldnern unberührt zu lassen, kann der Einzug der Forderungen auch durch den Originator erfolgen. Sämtliche Transaktionen werden von einem Treuhänder überwacht, welcher für eine vertragskonforme Erfüllung sorgt. Da Zins- und Tilgungszahlungen der Forderungsschuldner unregelmäßig sein können, wird mit Hilfe der Liquiditätsgeber ein internes Zahlungs- und Zinsmanagement betrieben. Sicherungsgeber verbessern durch die von Ihnen bereitgestellten, nachrangigen Sicherungslinien die Kredit-qualität der emittierten ABS. Dies wird in der Fachsprache „Credit Enhancement“ genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Kreditsubstitute ein und grenzt Asset Backed Securities (ABS) von anderen Finanzierungsinstrumenten wie Factoring ab.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Definition, die verschiedenen Strukturvarianten, den Emissionsprozess, die historische Entwicklung sowie die mit ABS verbundenen Risiken und die Rolle der Ratings.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Bedeutung von ABS als komplexes Finanzierungsinstrument und prognostiziert deren zukünftige Rolle im Rahmen eines gestiegenen Qualitätsbewusstseins der Investoren.
Schlüsselwörter
Asset Backed Securities, ABS, Verbriefung, SPV, Originator, Finanzierungsinstrument, Risikotransfer, Asset-Risiken, Rating, Zahlungsströme, Pass-Through, Pay-Through, Kapitalmarkt, Kreditrisiko, Finanzmarktkrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Vorstellung und Analyse von Asset Backed Securities (ABS) als ein bedeutendes Finanzierungsinstrument am Kapitalmarkt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von ABS, deren Verbriefungsstrukturen, die Beteiligten einer Transaktion sowie die damit verbundenen Risiken und die Rolle von Ratingagenturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die fundierte Darstellung von ABS und deren verschiedenen Ausgestaltungsvarianten, unter Einbeziehung der Vorteile und Risiken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Methode auf Basis aktueller Fachliteratur und einschlägiger Finanzberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Erläuterung des Emissionsverfahrens, die historische Entwicklung des Marktes sowie eine detaillierte Analyse der Risiken und der Bedeutung von Ratings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verbriefung, SPV, Asset Backed Securities, Risikomanagement und Kapitalmarkffinanzierung.
Warum ist die Unabhängigkeit der Zweckgesellschaft (SPV) so wichtig?
Die Unabhängigkeit stellt sicher, dass die Transaktion „konkursfern“ gestaltet ist und die Vermögenswerte vom Geschäftsrisiko des Originators entkoppelt werden.
Was unterscheidet die Pass-Through- von der Pay-Through-Struktur?
Bei Pass-Through-Strukturen werden die Zahlungsströme direkt an Investoren weitergeleitet, während bei Pay-Through-Strukturen ein internes Management der Zahlungsströme erfolgt, um das Risiko vorzeitiger Rückzahlungen zu minimieren.
Wie beeinflussen Ratingagenturen den ABS-Markt?
Sie bewerten die Ausfallwahrscheinlichkeit und ermöglichen Investoren eine Einschätzung der komplexen Finanzinstrumente, stehen jedoch durch das Phänomen des "Rating Shopping" teilweise in der Kritik.
- Citar trabajo
- Jochen Hug (Autor), 2011, ABS. Eine Einführung zu den Asset Backed Securities, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186877