Stadtmarketing erscheint gegenwärtig als Modebegriff. Bereits Mitte der 80er Jahre
begannen einzelne deutsche Städte, sich mit dem "Stadtmarketing" zu befassen, um
den Bereichen Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Standortwerbung und
Öffentlichkeitsarbeit neue Impulse zu geben. Einerseits hat sich in den vergangenen
Jahren ein rasanter gesellschaftlicher Struktur - und Wertewandel vollzogen und
anderseits führen neue Ansprüche der Bürger zu erhöhten Anforderungen an ihre
Kommune vor allem in Richtung einer stärkeren Freizeit- und Erlebnisorientierung.
Viele größere und auch mittlere Städte, müssen mit Abwanderungstendenzen von
Teilen der Bevölkerung, vor allem jüngerer Bürger, in Ballungszentren rechnen.
Die zunehmende Marketingorientierung von Städten ist somit auch eine Reaktion auf
die veränderte Wettbewerbssituation der Städte. Immer mehr treten bei diesem
Wettbewerb die sog. weichen Standortfaktoren in den Vordergrund. Den Städten
stellt sich folglich die Aufgabe, neben der Wirtschaftskraft auch die Lebensqualität zu
erhalten und zu verbessern. Deshalb stellen sich die Fragen, was unter Stadtmarketing
zu verstehen ist und mit welchen Instrument es im Wettbewerb der Städte
erfolgreich bestehen kann, um sich bewußt von andern Städten abzuheben und
gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen?
Gliederung
1. Einleitung
2. Definitorische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Verwaltungsmarketing
2.3 Tourismus-Marketing
2.4 Standortmarketing
2.5 City-Marketing
3. Institutionalisierung-Rechtsform
3.1 Stadtverwaltung
3.2 Verein
3.3 Arbeitskreis
3.4 GmbH
4. Stadtmarketingprozess
4.1 Situationsanalyse
4.2 Stärken-Schwächen-Analyse
4.3 Chancen-Risiken-Analyse
4.3.1. Zielplanung
4.3.2 Strategie-und Maßnahmenplanung
4.4 Umsetzung und Kontrolle
5. Event-Marketing als Instrument des Stadtmarketing
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Event-Marketing als strategisches Instrument
5.3 Planungsgrundlagen
5.3.1 Integrierte Kommunikation
5.3.2 Zielgruppen
5.4 Konzeptionsmerkmale
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle des Event-Marketings als strategisches Instrument innerhalb des Stadtmarketings, um Städte im Wettbewerb attraktiv zu positionieren und langfristig Zielgruppen zu binden.
- Definition und Teilbereiche des Stadtmarketings
- Rechtsformen und Organisationsstrukturen in der Umsetzung
- Methodische Prozessschritte der Stadtmarketing-Strategie
- Psychologischer Zusatznutzen durch Event-Marketing
- Strategische Planung und Zielgruppenorientierung
Auszug aus dem Buch
5.1 Begriffsdefinition
In der Ökonomie wird Event-Marketing als zielgerichtetes und systematisches Planen und Gestalten von Veranstaltungen und anderen Ereignissen nach Prinzipien des Marketing gesehen. Dabei bedarf es eines Marketingkonzepts sowie eines professionellen Managements. Häufige Fehler sind der ziellose Einsatz von Prominenten und ein allzu provinzieller und unprofessioneller Auftritt. Nicht selten wird das Event-Marketing deshalb an spezielle Agenturen vergeben, die dann auch über die entsprechende und zum Teil sehr aufwendige Technik für Präsentationen und Shows verfügen. (Diller, H. 1992, S. 289).
Event-Marketing geht aus vom dem Begriff des Erlebnismarketing, der vor allem von Weinberg entwickelt wurde. " Das Erlebnismarketing zielt auf die Gefühle der Konsumenten. Es soll dem Konsumenten sinnlich vermittelt werden, daß er die Produkte bzw. Dienstleistungen erwirbt, die zu seiner Lebensqualität passen. Es geht um Strategien zur Vermittlung von Emotionen, die den Einkauf zu einem persönlichen Erlebnis werden lassen" (Weinberg, P. 1992, S. 3).
Event-Marketing ist eine hieraus entwickelte neuere Form des Marketing, bei der es sich primär um die Vermarktung von Erlebnissen bzw. Events handelt. So umfaßt Event-Marketing alle Bestandteile moderner Kommunikation, die dazu beitragen, eine Erlebnisstrategie zu entwickeln und zu vermitteln. Events sind inszenierte Ereignisse innerhalb dieser Strategie. Besonders charakteristisch für Events ist, daß sie inszenierte Markenwelten erlebbar machen, indem sie Werbebotschaften in tatsächlich erlebbare Ereignisse (Entertainment) umsetzten. Sie sind interaktionsorientiert und beziehen die Kunden über die Verhaltensebene aktiv mit ein, wobei sich die vermittelten Inhalte bewußt von deren Alltagswirklichkeit unterscheiden (Zanger/Sistenich, 1996, S.235).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und den wachsenden Wettbewerb der Städte, was das Stadtmarketing zu einem essenziellen Instrument macht.
2. Definitorische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Stadtmarketing als Managementinstrument und erläutert relevante Teilbereiche wie Tourismus- und Standortmarketing.
3. Institutionalisierung-Rechtsform: Hier werden verschiedene Trägerschaften wie Stadtverwaltung, Vereine oder GmbHs hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile untersucht.
4. Stadtmarketingprozess: Das Kapitel beschreibt den strukturierten Prozess von der Situations- und Stärken-Schwächen-Analyse über die Zielplanung bis hin zur Umsetzung und Kontrolle.
5. Event-Marketing als Instrument des Stadtmarketing: Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Fundierung und strategische Bedeutung von Event-Marketing als Instrument zur emotionalen Kundenbindung.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Event-Marketing ein wirksames Werkzeug ist, um durch Einzigartigkeit und Erlebnischarakter eine unverwechselbare Identität für Städte zu schaffen.
Schlüsselwörter
Stadtmarketing, Event-Marketing, Standortmarketing, Standortqualität, Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit, Marketing-Mix, Zielgruppenanalyse, Erlebnismarketing, Markenführung, Kundenbindung, Integrierte Kommunikation, Strategische Planung, Kommunalverwaltung, Standortfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Stadtmarketing als strategischer Ansatz genutzt werden kann und warum Event-Marketing hierbei als entscheidendes Instrument zur Differenzierung im Wettbewerb dient.
Welche zentralen Themenbereiche werden abgedeckt?
Neben der Definition verschiedener Marketingdisziplinen innerhalb einer Stadt (z.B. Tourismus- und City-Marketing) bilden Prozessanalysen und spezifische Organisationsformen das Rückgrat der Untersuchung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Städte durch gezieltes Event-Marketing eine unverwechselbare Identität aufbauen und ihre Attraktivität für Bewohner, Besucher und Investoren nachhaltig steigern können.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen theoretischen Einordnung von Marketinginstrumenten auf den Kontext der Stadtentwicklung.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Prozesskette des Marketings, der Auswahl passender Rechtsformen und der Integration von Events in die Kommunikationsstrategie.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Stadtmarketing, Event-Marketing, Standortqualität, Erlebnismarketing und Kundenbindung.
Welche Rolle spielt die Organisationsform für den Erfolg?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Wahl der Rechtsform (z.B. Verein vs. GmbH) entscheidenden Einfluss auf Flexibilität, Budgetierung und die Einbindung der Öffentlichkeit hat.
Wie unterscheidet sich Event-Marketing vom reinen Sponsoring?
Event-Marketing zielt laut Text auf eine tiefgreifende, interaktive Erlebnisinszenierung ab, die emotional verankert werden soll, statt lediglich kurzfristige Aufmerksamkeit zu generieren.
- Quote paper
- Michael Sell (Author), 2001, Elemente des Stadtmarketings - Eventmarketing als Instrument des Stadtmarketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18786