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Förderungsprozesse für Hochbegabte

Eine Kindheit in Gefahr?

Titel: Förderungsprozesse für Hochbegabte

Masterarbeit , 2011 , 33 Seiten

Autor:in: Janina Scheel (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Für Kinder in der Schule ist der Einsatz spezieller Förderung, die ihr Potential und ihre Fähigkeiten weiter ausbaut, ein wichtiger Bestandteil. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist eine sensibilisierte Begleitung seitens der Schule, aber auch des Elternhauses. Das Thema der individuellen Förderung in der Schule tritt vermehrter in den Fokus des Geschehens und auch die Gruppe der hochbegabten Schülerinnen und Schüler zählt immer mehr zu diesem Bereich.
Doch was ist Hochbegabung? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Mit dieser Frage wird sich im ersten Teil der Ausarbeitung beschäftigt. Dabei soll zunächst der Begriff der Begabung von dem der Hochbegabung abgegrenzt werden, um dann die verschiedenen Fördermöglichkeiten vorzustellen. In dieser Arbeit soll der Schwerpunkt auf dem Enrichment liegen, welches den Teil der Förderung darstellt, der von einer Anreicherung des Unterrichts ausgeht. Dabei wird von einer Unterrichtsgestaltung und einer Organisation der Schule gesprochen, die die individuellen Begabungen und Fähigkeiten eines Kindes erkennt und auf diese Weise Angebote zum Lernen macht, die die Entwicklung des Kindes fördert. Dieses soll an den Beispielen der Sommerakademien, Pull – Out – Programmen, Schülerwettbewerben und speziellen Maßnahmen im Bundesland Niedersachsen verdeutlicht werden.
Doch bei Betrachtung auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten des Kindes stellt sich immer wieder die Frage, wie viel Förderung ein Kind verkraftet, ohne dass es überfordert wird. Geht die Kindheit bei zu viel Förderung verloren oder ist es viel mehr eine Bereicherung für das Kind, spezielle Hilfe in Anspruch zu nehmen? Um diese Frage klären zu können, werden verschiedenen Kindheitstheorien herangezogen, um letztlich darüber urteilen zu können, ob und wenn ja die Kindheit durch zu weitgehende Förderung verloren geht. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden immer wieder Beispiele aus dem Schulleben herangezogen.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begabung und Hochbegabung

3 Hochbegabtenförderung

3.1 Akzeleration

3.2 Enrichment

3.2.1 Pull-Out-Programme

3.2.2 Sommerakademien und Schülerakademien

3.2.3 Begabtenförderung Niedersachsen

3.2.4 Schülerwettbewerbe

4 Theorien

4.1 Psychologisch orientierte Theorien

4.1.1 Kindheit aus Sicht der Lerntheorie

4.1.2 Kindheit aus der Sicht der kognitiven Entwicklungspsychologie

4.2 Soziologisch orientierte Theorie

4.2.1 Kindheit aus der Sicht der Sozialisationstheorie

4.3 Bewältigungs- und Stressmodell

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der gezielten schulischen Förderung hochbegabter Kinder und deren Recht auf eine unbeschwerte Kindheit. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit verschiedene Fördermaßnahmen wie Enrichment und Akzeleration die kindliche Entwicklung unterstützen oder durch Überforderung gefährden können, basierend auf lerntheoretischen, entwicklungspsychologischen und soziologischen Ansätzen.

  • Abgrenzung der Begriffe Begabung und Hochbegabung
  • Gegenüberstellung der Förderstrategien Akzeleration und Enrichment
  • Analyse von Förderprogrammen (Sommerakademien, Pull-Out, Wettbewerbe)
  • Theoretische Fundierung der Kindheitsentwicklung und Sozialisation
  • Ethische Reflexion über die Balance zwischen Förderung und Kindsein

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Pull-Out-Programme

Eine Enrichtmentmaßnahme stellen die Pull-Out-Programme dar, die 72% der Grundschulbezirke als schulische Fördermöglichkeit für hochbegabte Schüler übernommen haben. In diesen Programmen werden besonders befähigte Schülerinnen und Schüler für einige Stunden oder auch Tage in der Woche aus ihrem regulären Klassenverband herausgenommen und in speziellen Kursen zusammengefasst. Diese Programme stellen eine zeitbegrenzte „separierende Form der Begabtenförderung“ dar, bei der jedoch darauf geachtet wird, dass die Schülerinnen und Schüler trotzdem einen Großteil der Zeit in ihrem regulären Verband verweilen. Neben den herkömmlichen akademischen Inhalten werden in den Kursen auch Themen wie soziale Beziehungen, Freundschaften und das Sozialverhalten angesprochen, um mögliche negative soziale Effekte zu vermeiden.

Schiever und Maker (1997) unterscheiden drei verschiedene Formen der Pull-Out Programme:

1. Prozessorientierte Programme: Diese bieten einen Unterricht im kreativen Problemlösen und einem kritischen Denken an. Der Unterricht vollzieht sich jedoch nicht im Kontext eines speziellen Themas oder Schulfaches.

2. Inhaltsorientierte Programme: Dieses sind kleine Kurse oder Betreuungen zu bestimmten Themengebieten.

3. Ergebnisorientierte Programme: In diesen werden den Schülern bestimmte Projekte übergeben, über diese sie anschließend Berichte verfassen und Verträge halten sollen.

Die am häufigsten genutzte Form ist der Pullout - Ansatz von Renzulli und Reis (1997). Dieses SEM (schoolwide enrichment modell) besteht aus drei verschiedenen Phasen: Einführung, Entwicklung kritischer Denkfähigkeiten, sowie der Chance ein selbstgewähltes Thema zu erforschen. Für die erste Phase des Programmes werden ca. 20% der Schüler einer Schule zugelassen und man hat feststellen können, dass diese Kinder in der dritten Phase genauso gut abschneiden, wie 3-5% der Kinder, die durch einen klassischen IQ-Test ausgewählt wurden, anstatt im Vorfeld von den Lehrern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Hochbegabtenförderung ein und stellt die zentrale Frage nach der Vereinbarkeit von Talentförderung und dem Recht auf eine normale Kindheit.

2 Begabung und Hochbegabung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Begabung und Hochbegabung und erläutert wissenschaftliche Kriterien sowie Modelle zur Identifikation intellektueller Potenziale.

3 Hochbegabtenförderung: Hier werden die Förderansätze Akzeleration und Enrichment theoretisch und praktisch diskutiert sowie spezifische Maßnahmen wie Sommerakademien und Wettbewerbe vorgestellt.

4 Theorien: Dieser Abschnitt beleuchtet kindliche Entwicklungsprozesse aus lerntheoretischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Perspektive, um die Auswirkungen von Förderung kritisch zu bewerten.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Förderung zwar sinnvoll ist, aber stets das kindliche Wohlbefinden und die Zeit zum altersgerechten Spielen im Blick behalten muss.

Schlüsselwörter

Hochbegabung, Begabtenförderung, Enrichment, Akzeleration, Pull-Out-Programme, Lerntheorie, Sozialisationstheorie, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Sommerakademien, Schülerwettbewerbe, Begabungsförderung, Individuelle Förderung, Bildungskonzepte, Kindliche Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, hochbegabte Schüler gezielt zu fördern, ohne dabei deren kindliche Entwicklung durch zu hohe Erwartungen oder zeitliche Überlastung zu gefährden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Hochbegabung, der Analyse verschiedener Förderstrategien wie Enrichment und Akzeleration sowie der theoretischen Einbettung in Kindheits- und Sozialisationsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Spannungsfeld zwischen notwendiger Förderung und der Wahrung einer unbeschwerten Kindheit zu entwickeln und pädagogische Empfehlungen abzuleiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die bestehende Literatur, Studien sowie Konzepte wie das "Mehr-Faktoren-Modell" von Mönks heranzieht, um die Argumente für und gegen spezielle Fördermaßnahmen abzuwägen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterscheidung zwischen Akzeleration und Enrichment, analysiert konkrete Maßnahmen wie die Deutsche SchülerAkademie oder Pull-Out-Programme und bewertet diese aus lerntheoretischer, entwicklungspsychologischer und soziologischer Sicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Hochbegabung, Enrichment, Akzeleration, Sozialisation, Kindheit und individuelle Förderung.

Warum ist das "Spielen" für die Argumentation des Autors wichtig?

Das Spielen wird als essenzielle Tätigkeit der kindlichen Entwicklung hervorgehoben. Der Autor warnt davor, dass zu frühe und intensive schulische Förderung diesen notwendigen Raum zur freien Entfaltung abrupt beenden könnte.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Begabtenförderung?

Der Autor befürwortet eine gezielte Förderung, betont jedoch, dass diese maßvoll sein muss und das Kind immer die Möglichkeit behalten sollte, "Kind zu sein", um psychosoziale Belastungen zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Förderungsprozesse für Hochbegabte
Untertitel
Eine Kindheit in Gefahr?
Hochschule
Universität Bielefeld
Autor
Janina Scheel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
33
Katalognummer
V187896
ISBN (eBook)
9783656115243
ISBN (Buch)
9783656116721
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begabung Kinder Schule Förderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Scheel (Autor:in), 2011, Förderungsprozesse für Hochbegabte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187896
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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