Motivation zur Elternarbeit


Hausarbeit, 2009

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Kurzexposé
1.1 Gegenstand/Abgrenzung/Ziel
1.2 Aufbau

2 Begriffsbestimmungen
2.1 Eltern
2.2 Arbeit
2.3 Elternarbeit

3 Motivation
3.1 Grundlagen
3.2 Die Motivationstheorie von MASLOW
3.2.1 Kritik
3.2.2 Stellungnahme
3.3 Die Zwei-Faktoren-Theorie von HERZBERG
3.3.1 Kritik
3.3.2 Stellungnahme
3.4 Die Motivation freiwillig Engagierter

4 Das Praxisgeschehen
4.1 Beschreibung
4.2 Analyse

5 Lösungsmöglichkeiten/Fazit
5.1 Kommunikation/Identifikation
5.2 Integration/Sozialisation in die Elternarbeit
5.3. Arbeitsgestaltung

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: „Die beiden entscheidenden Übergänge auf dem Weg von der Motiv-von von der Motivation zum Handeln“

Abb. 2: „Bedingungen des Verhaltens“

Abb. 3: „MASLOW’s Hierarchie of Needs“

Abb. 4: „Was die Einstellung zur Arbeit beeinflusst“

Abb. 5: „Motive für das freiwillige Engagement (2004)“

Abb. 6: „Erwartungen an die freiwillige Tätigkeit (1999 und 2004)“

1 Kurzexposé

Die Weltwirtschaftskrise ist auch in Baden-Württembergs Ersatzschulen in freier Trägerschaft, wie es etwa reformpädagogische Schulen sind, angekommen. Diese müssen einen beträchtlichen Anteil ihrer Gesamtkosten durch Schulgeld von den Eltern decken, welches sich in seiner Höhe einkommensabhängig bemisst. Angesichts veränderter Familienstrukturen, steigender Familienarmut und drohender Arbeitslosigkeit gerät nun zunehmend der Finanzhaushalt vieler dieser Bildungseinrichtungen erheblich unter Druck. Auch sind viele Familien wohl nicht mehr in der Lage das vereinbarte Schulgeld aufzubringen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Elternarbeit verstärkt an Bedeutung. Welche Möglichkeiten hat dabei die Schule, die Motivation der Eltern zu beeinflussen?

1.1 Gegenstand/Abgrenzung/Ziel

Die vorliegende Arbeit möchte diese Frage schwerpunkmäßig aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht beleuchten. Dabei wird weder Anspruch auf eine umfassende Berücksichtigung sämtlicher bedeutsamer Einflussgrößen und Interdependenzen, noch auf Allgemeingültigkeit erhoben, sondern lediglich Bezug genommen auf eine Situation, die aus einer individuellen und somit subjektiv wahrgenommenen Perspektive erfolgt. Ziel der Ausführungen ist es dennoch gleichermaßen, mögliche Ursachen für den bisherigen Mangel an Engagement aufzuzeigen, daraus einige Lösungsansätze abzuleiten sowie zu einer weiterführenden Auseinandersetzung mit dieser vielschichtigen Thematik anzuregen.

1.2 Aufbau

Im folgenden Kapitel 2 werden Schlüsselbegriffe im Sinne einer einheitlichen Verständigungsbasis erläutert. Kapitel 3 gewährt Einblick in die Motivationstheorie. Es erfolgt darin eine Auseinandersetzung mit den beiden bekanntesten inhaltstheoretischen Motivationsmodellen. Im Anschluss finden spezielle Aspekte der Motivation in Hinblick auf Freiwilligenarbeit Beachtung. Danach beschreibt und analysiert Kapitel 4 den Praxisfall. Schlussfolgerungen aus den vorangegangenen Ausführungen sind in Kapitel 5 dargestellt. Adäquat und praktikabel erscheinende Lösungsmöglichkeiten schließen die Betrachtungen ab.

2 Begriffsbestimmungen

Es erfolgt zunächst eine Erläuterung der zentralen Begriffe.

2.1 Eltern

Unter „Eltern“ werden im Folgenden allgemein die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler verstanden.

Eltern nehmen im vorliegenden Kontext gleich mehrere Schlüsselrollen ein: sie sind gleichermaßen „Kunden“ wie auch freiwillige Mitarbeiter. Neben dem Lehrerkollegium und dem Geschäftsführer (worunter sich auch Eltern befinden) können sie überdies als Mitunternehmer in einer sich selbstverwaltenden Schulorganisation angesehen werden. Dies nicht zuletzt wegen ihres Stimmrechts in der Mitgliederversammlung des Schulvereins. Je nach Anzahl der Kinder und nach deren angestrebtem Schulabschluss, kann die elterliche Bindung an die Schule u.U. über dreizehn Jahre lang bestehen.

2.2 Arbeit

Der Begriff Elternarbeit beinhaltet das Wort „Arbeit“, das gemeinhin individuell verschiedene Assoziationen auslösen dürfte. Deshalb soll es hier näher betrachtet werden: der Begriff Arbeit stammt aus dem Althochdeutschen „arebit“ und wurde früher als „ etwas Notwendiges, mit Pein und Mühsal behaftetes und für freie Menschen Unwürdiges “ aufgefasst (vgl. MERKEL/WÜNSCH 2004, 11). Heute hingegen gilt Arbeit als gesellschaftliche Norm. Wer nicht arbeitet, fällt in seinem sozialen Umfeld oft in Misskredit oder wird gar mit Verachtung bestraft (vgl. ROSENSTIEL 2001, 53). Im Kontext der Arbeitspsychologie wird u.a. auf folgende Definitionen von WLADIMIR ELIASBERG aus dem Jahr 1926 hingewiesen. „ In der Arbeit wird beabsichtigt, einen die Zeit der Tätigkeitüberdauernden, objektiven Wert hervorzubringen. Motivation Werk und Wert zusammen ergeben die Arbeit. Die Absicht ist ein psychologischer Vorgang ELIASBERG 1926, 253 (zitiert nach ULICH 2001, 29).

2.3 Elternarbeit

Je nach Sichtweise und Themengebiet gibt es mehr oder weniger klare Auffassungen über den Begriff der Elternarbeit. Während sich in der schulischen Praxis Elternarbeit häufig auf Randbereiche wie Spenden- bzw. Hilfeleistungen begrenzt (o.V. 08.2005) soll im vorliegenden Kontext eine Auffassung zugrunde gelegt werden, die das Elternengagement als längerfristig angelegte, systematische und partizipative Arbeit zur Erreichung primär wirtschaftlichorganisatorischer Ziele versteht. Pädagogische Aspekte der Elternarbeit werden in dieser Abhandlung bewusst ausgeklammert, da sie aufgrund ihrer besonderen Bedeutung einer umfassenden und separaten Betrachtung bedürfen.

Die Begriffe Elternarbeit, Freiwilligenarbeit und frei-gemeinnützige Arbeit werden im vorliegenden Rahmen synonym verwendet.

3 Motivation

Die Arbeits- und Organisationspsychologie hat in den vergangenen Jahren zunehmend die Notwendigkeit erkannt, neben der Erwerbsarbeit auch die Freiwilligenarbeit in ihre Untersuchungen aufzunehmen (vgl. ULICH 2001, 167ff). Ein Transfer der Forschungsergebnisse aus dem Bereich der erwerbsmäßigen Arbeit auf die Freiwilligenarbeit erscheint innerhalb des gegebenen Zusammenhangs berechtigt und angebracht.

3.1 Grundlagen

Der Begriff „Motivation“ stammt aus dem Lateinischen „movere“ und bedeutet „bewegen“. „Motivation ist in der Psychologie eine Sammelbezeichnung für vielerlei Prozesse und Effekte, deren gemeinsamer Kern darin besteht, daß [!] ein Lebewesen sein Verhalten um der erwarteten Folgen willen auswählt und hinsichtlich Richtung und Energieaufwand steuert“ (vgl. HECKHAUSEN 1998, 10). Organisationspsychologisch wird Motivation u.a. betrachtet als: „Bereitschaft, eine besondere Anstrengung zur Erfüllung der Organisationsziele auszuüben, wobei die Anstrengung die Befriedigung individueller Bedürfnisse ermöglicht.“ (vgl. STRUNZ o.Jg., 53). Die Begriffsauffassungen der Sozialpsychologie und der kognitiven Psychologie heben die persönliche Wahrnehmung, die Interpretation einer Situation und die Reaktion auf sie hervor (vgl. ZIMBARDO 2008, 450). Aus anderen Blickwinkeln lassen sich etliche weitere Interpretationen finden.

Von extrinsischer Motivation ist die Rede, wenn das Handeln auf ein äußeres Ergebnis abzielt. Sie hat also nur mittelbar etwas mit der Arbeit zu tun. So ist sie etwa darauf ausgerichtet, Belohnung zu erhalten oder Bestrafung zu vermeiden. Intrinsische Motivation liegt hingegen vor, wenn in der Handlung selbst Tätigkeitsanreize gesehen werden, beispielsweise weil diese eine gewisse Herausforderung oder neue Erkenntnisse beinhaltet. (vgl. SCHEFFLER/KUHL 2006, 13). Eine ausführliche Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation findet in HECKHAUSEN 1998, S. 455-466 statt.

Wie ist aber Motivation in Bezug auf Handeln einzuordnen? Ist Motivation die einzige Bedingung für Verhalten? Der Prozess von der Motivation zum Handeln vollzieht sich schrittweise, wie die folgende Abb. 1 darstellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: „Die beiden entscheidenden Übergänge auf dem Weg von der Motivation zum Handeln“- nach HECKHAUSEN 1989, 13

Dabei gilt zu beachten, dass nicht jede Motivation in einer entsprechenden Handlung resultiert. Der Prozess kann etwa durch intra- bzw. interpersonale oder situationsbedingte Variablen an jeder Stelle abgebrochen oder verändert werden. Eine Handlungsabsicht kann im Zeitverlauf an Attraktivität verlieren und dadurch nicht zu der anfänglich intendierten Handlung führen. (vgl. HECKHAUSEN 1989, 209f).

Abb. 2 veranschaulicht die verschiedenen Bedingungen des Verhaltens:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: „Bedingungen des Verhaltens“ - nach COMELLI/ROSENSTIEL 2003, 4

3.2 Die Motivationstheorie von MASLOW

ABRAHAM MASLOW (1908-1970) war US-amerikanischer Psychologe und u.a. einer der wesentlichen Gründer der Humanistischen Psychologie. MASLOWs Motivationstheorie liegt ein positives Menschenbild zugrunde, das dem jeweiligen Individuum Potentiale zuschreibt, die nach Entfaltung drängen und als höchstes Ziel des irdischen Daseins die Selbstverwirklichung sieht. Sie basiert auf der Annahme, dass die menschlichen Bedürfnisse gemäß Ihrer existenziellen Relevanz hierarchisch organisiert sind und ein Bedürfnis erst nach einer als ausreichend empfundenen Befriedigung der vorgelagerten Bedürfnisse in den Fokus der Wahrnehmung rückt und als Handlungsimpuls wirken kann. Die Grundstruktur der MASLOWschen Motivationstheorie bildet sich in der wohl bekanntesten Modellierung zur Erklärung menschlicher Bedürfnisse ab: der Hierarchie der Bedürfnisse. Hierin werden fünf Bedürfnisebenen, die aufeinander aufbauen, unterschieden (vgl. MASLOW 1978, 74ff):

1. „Die physiologischen Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen“
2. „Die Sicherheitsbedürfnisse wie Sicherheit; Stabilität; Geborgenheit; Schutz; Angstfreiheit; Bedürfnis nach Struktur, Ordnung, Gesetz, Grenzen etc.“
3. „Die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Liebe“
4. „Die Bedürfnisse nach Achtung und Wertschätzung“
5. „Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bzw. Selbsterfüllung“ (auch als „Selbstaktualisierung“ bezeichnet).

Abb. 3 illustriert den hierarchischen Aufbau der fünf Bedürfnisensembles.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: „MASLOW’s Hierarchie of Needs“, - Quelle: ROBBINS, et al. 1994, 244.

Die Bedürfnisgruppen der 4 erstgenannten Ebenen bezeichnet MASLOW als Defizitbedürfnisse. Sie werden jeweils durch ein Mangelempfinden ausgelöst. Unmittelbar nach Beseitigung des Mangelzustandes verlieren sie ihre Antriebsfunktion. Die Bedürfnisse der fünften Stufe (Selbstverwirklichung) fasst MASLOW als Wachstumsbedürfnisse zusammen, die stetig nach Entfaltung und Weiterentwicklung drängen (vgl. MASLOW 1978, 76f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Motivation zur Elternarbeit
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V187926
ISBN (eBook)
9783656115137
ISBN (Buch)
9783656115809
Dateigröße
2876 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivation, elternarbeit, arbeitspsychologie, organisationspsychologie, freiwilliges Engagement, motivationstheorie
Arbeit zitieren
Linda Boumediane (Autor), 2009, Motivation zur Elternarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187926

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