Untersuchung eines möglichen Einflusses einer beruflichen Ausbildung auf die Selbstkontroll-Kapazität von Studierenden
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Fundierung
3. Methodik
4. Darstellung der Ergebnisse
5. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Einfluss einer bereits abgeschlossenen beruflichen Ausbildung auf die Selbstkontroll-Kapazität von Studierenden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Studierende mit einer absolvierten Ausbildung über ein höheres Maß an Selbstkontrolle verfügen, da durch die Ausbildung Disziplin und gewissenhaftes Handeln gefördert werden, was einen positiven Effekt auf den Studienerfolg haben könnte.
- Analyse der Selbstkontroll-Kapazität im universitären Kontext
- Zusammenhang zwischen Berufsausbildung und Selbstregulation
- Statistische Auswertung der Selbstkontrolle mittels standardisierter Fragebögen
- Implikationen für die Studienberatung und Studienbelastung
- Prävention von Studienabbrüchen durch gezielte Förderung der Selbstkompetenz
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Studienanfänger an deutschen Hochschulen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen ist (Statistisches Bundesamt, 2011, S. 16; Isserstedt, Middendorff, Kandulla, Borchert & Leszczensky, 2010, S. 50-56). Dieser Trend hat sich durch die Umstellung des gymnasialen Schulsystems von neun auf acht Schuljahre in vielen Bundesländern und die daraus resultierenden doppelten Abiturjahrgänge noch weiter verstärkt (Scharfe, 2010, S. 552). Allerdings bringt diese Entwicklung auch einen Nebeneffekt mit sich: Nicht nur die Studienanfängerquote steigt, sondern auch die Zahl der Studienabbrecher (Heublein, Schmelzer, Sommer & Wank, 2008, S.10/11).
Dies ist zum einen für die Betroffenen eine schwere Belastung, zum anderen aber bedeutet dies aus volkswirtschaftlicher Sicht einen erheblichen Schaden. So berechnete der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dass dem Staat dadurch ein direkter jährlicher Schaden in Höhe von 2,2 Milliarden Euro entsteht, die indirekten volkswirtschaftlichen Kosten betragen jährlich bis zu 7,6 Milliarden Euro (Leffers, 2007). Diese Summe errechnet sich laut Stifterverband aus den privaten Investitionen der Studienabbrecher sowie dem ihnen entgangenen Erwerbseinkommen.
Laut dieser Studie verlassen fast 30 von 100 Studienanfängern die Hochschule ohne Abschluss. Die häufigsten Ursachen für einen Studienabbruch sind dabei inhaltliche Überforderung, finanzielle Überlastung, mangelnde Studienmotivation, unzulängliche Studienbedingungen, berufliche Neuorientierung, familiäre Probleme und Krankheit, vor allem aber nicht bestandene Prüfungen und schlechte Leistungen (Heublein, Hutzsch, Schreiber, Sommer & Besuch, 2010, S. 17-46). Apenburg (1980, S. 124) stellt fest, dass sich mit einer erhöhten Studienzufriedenheit auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, das Studium erfolgreich abzuschließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Anstieg der Studienanfängerzahlen sowie die Problematik der hohen Studienabbruchquoten und deren volkswirtschaftliche Auswirkungen.
2. Theoretische Fundierung: Hier werden der Begriff der Selbstkontroll-Kapazität definiert und der Zusammenhang zwischen Selbstregulation, akademischer Leistung und Berufserfahrung theoretisch hergeleitet.
3. Methodik: Es wird das Forschungsdesign beschrieben, das eine Querschnittstudie mit 232 Studierenden der Wirtschaftswissenschaften mittels standardisierter Fragebögen zur Messung der Selbstkontrolle umfasst.
4. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung, die einen signifikanten, wenn auch geringen, positiven Zusammenhang zwischen einer absolvierten Berufsausbildung und der Selbstkontroll-Kapazität belegt.
5. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, Limitationen der Studie aufgezeigt und Handlungsempfehlungen für die Studienberatung sowie Ansätze für zukünftige Forschung formuliert.
Schlüsselwörter
Selbstkontroll-Kapazität, Studienabbruch, Berufsausbildung, Selbstregulation, Wirtschaftswissenschaften, Studierende, empirische Studie, Faktorenanalyse, Studienzufriedenheit, Zeitmanagement, Studienbelastung, universitäres Lernen, Bachelor, Diplom, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht den Einfluss einer bereits abgeschlossenen beruflichen Ausbildung auf die Selbstkontroll-Kapazität von Studierenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Problematik des Studienabbruchs, die psychologische Variable der Selbstkontroll-Kapazität (Selbstregulation) und deren Bedeutung für den Erfolg im Studium.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit prüft die Hypothese, ob sich Studierende mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hinsichtlich ihrer Selbstkontroll-Kapazität signifikant von Studierenden ohne eine solche Ausbildung unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mit einer Adhoc-Stichprobe von N = 232 Studierenden der Wirtschaftswissenschaften durchgeführt, wobei die Daten mittels standardisierter Fragebögen erhoben und faktorenanalytisch sowie durch t-Tests ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Konstrukts der Selbstkontrolle, die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie eine abschließende Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstkontroll-Kapazität, Studienabbruch, Berufsausbildung, Selbstregulation, Wirtschaftswissenschaften und empirische Forschung.
Warum spielt die Berufsausbildung laut Autor eine Rolle für die Selbstkontrolle?
Der Autor vermutet, dass die Ausbildung eine disziplinierte und gewissenhafte Arbeitsweise erfordert, etwa durch das Führen von Berichtsheften, was die Selbstkontroll-Kapazität positiv beeinflussen könnte.
Welche Limitationen werden in der Diskussion genannt?
Zu den Einschränkungen zählen die einseitige Stichprobenauswahl (überwiegend Wirtschaftswissenschaftler), das Ungleichgewicht zwischen den Gruppen (mit vs. ohne Ausbildung) sowie die potenzielle soziale Erwünschtheit bei der Beantwortung der Items im Fragebogen.
- Citation du texte
- Christoph Rabl (Auteur), 2011, Ausbildung - Der Turbo für Dein Studium?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187996