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Bild und Betrachter - Ereignisbildkonzepte bei Manet und mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien

Titel: Bild und Betrachter - Ereignisbildkonzepte bei Manet und mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien

Bachelorarbeit , 2011 , 49 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christian Lehmann (Autor:in)

Kunst - Computerkunst, Medienkunst
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

(...) Was war das Außergewöhnliche an Manets Art, geschichtliche Ereignisse darzustellen? Um diese Frage zu beantworten, werde ich im Text genauer das Verhältnis von Betrachter und Bild beleuchten: Dazu beschäftige ich mich in Abschnitt 3. Bildkonzepte im Wandel mit Michael Frieds These, Manet habe ein neues Konzept entwickelt, das den Betrachter bejahe.
(...)
Im Abschnitt 4.8 möchte ich darlegen, inwiefern sich Manet mit seinem „Leitkonzept“ Fiktion von anderen Bildkonzepten abgrenzt, bei denen Realität und/oder Illusion mehr im Vordergrund stehen. In Darstellung des Gewaltakts (Abschnitt 4.9) werde ich darüber sprechen, wie Manet den Eindruck erweckt, im Gemälde spiele sich das Geschehen unabhängig vom Zuschauer ab. Auch werde ich über die eigentümliche Emotionslosigkeit und Schläfrigkeit sprechen, die das Bild innehat. Anschließend werde ich auf die konzeptionell optischen Phänomene Flachheit/ Reliefartigkeit/ Parallelität (Abschnitt 4.10) und auf das Spiegelkonzept (4.11) eingehen. Wie ich erläutern werde, sei beispielsweise ein paralleler Bildaufbau nötig, um dem Betrachter zu ermöglichen, sich, auch über den Bildrahmen hinaus, Spiegelungen vorzustellen. Eine Konsequenz daraus werde ich im Textabschnitt Innerbildliche Identifikationsfiguren (4.12) beschreiben: Parallelität bedinge also das Spiegelkonzept und dieses wiederum Identifikationsfiguren.
Nachdem ich das Ereignisbildkonzept Manets beschrieben habe, möchte ich einige Hypothesen bezüglich möglicher Konsequenzen in den interaktiven Medien äußern. Konkret beabsichtige ich es, das Computerspiel Street Fighter zu betrachten. Dazu werde ich am Anfang des Textes kurz, neben den Eckdaten zu Manet und seinem Werk, auch relevante allgemeine Informationen zu dem Begriff der interaktiven Medien und dem Computerspiel Street Fighter3, das ich genauer untersuchen möchte, geben. Warum ich gerade dieses Spiel für einen Transfer ausgewählt habe, werde ich an späterer Stelle begründen. Vorweggenommen sei lediglich, dass zwischen dem Computerspiel und Manets Erschießung eine Vielzahl formaler und inhaltlicher Ähnlichkeiten zu finden sind.
Abschließend werde ich Vermutungen zu den Konsequenzen der Verwendung einiger Elemente aus Manets Ereignisbilddarstellung im Spiel Street Fighter äußern. Doch bevor ich zum Hauptteil des Textes komme, möchte ich einleitend einen Forschungsüberblick geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Themenstellung und Methodik

1.2 Forschungsüberblick

2. Allgemeines

2.1 Edouard Manet

2.2 Die Erschießung Kaiser Maximilians

2.3 Interaktive Medien

2.4 Das Genre Computerspiel

2.5 Das Computerspiel Street Fighter

3. Bildkonzepte im Wandel

3.1 Das (Er)finden und Negieren des Betrachters

3.2 Manets Bejahung des Betrachters

4. Ereignisbildkonzepte Manets

4.1 Ein neues Geschichtsbild

4.2 Offenheit und Uneindeutigkeit

4.3 Betrachterstandort

4.4 Unendlichkeitskonzept

4.5 Konzept der Gleichzeitigkeit und Montage

4.6 Anwesenheit und Abwesenheit

4.7 Rezeptionsscheitern

4.8 Realitäten, Illusion, Fiktion

4.9 Darstellung des Gewaltakts

4.10 Flachheit/ Reliefartigkeit/ Parallelität

4.11 Spiegelkonzept

4.12 Innerbildliche Identifikationsfiguren

5. Mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien

5.1 Parallelen zwischen der Erschießung und Street Fighter

5.1.1 Raumkonzept

5.1.2 Schaulustige

5.1.3 Gewaltakt

5.1.4 Betrachterstandort

5.2 Ausblicke und Mutmaßungen bezüglich der Parallelen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Bild und Betrachter anhand von Edouard Manets Werk "Die Erschießung Kaiser Maximilians" und analysiert, inwiefern Manets Ereignisbildkonzept Parallelen zu modernen interaktiven Medien, insbesondere dem Computerspiel "Street Fighter", aufweist.

  • Analyse von Manets Ereignisbildkonzepten und deren Wirkung auf den Betrachter.
  • Untersuchung des Wandels von der traditionellen Historienmalerei zur Moderne.
  • Erforschung der formalen und inhaltlichen Ähnlichkeiten zwischen bildender Kunst und interaktiven digitalen Medien.
  • Diskussion von Konzepten wie Raum, Montage, Fiktion und Betrachterstandort.
  • Reflexion über die Konsequenzen der Darstellung von Gewalt und Realität in verschiedenen Medien.

Auszug aus dem Buch

4.5 Konzept der Gleichzeitigkeit und Montage

Ein Aspekt, der als proto-filmisch gelesen werden kann, offenbart sich dem Betrachter, wenn man die Aktionen der abgebildeten Personen genauer betrachtet. Der rechte Soldat wirkt, als lade er erst noch sein Gewehr oder sinne, versunken in sich, über die bereits vollzogene Exekution (Abb. 12). Jedenfalls sieht er nicht so aus, als fielen gerade jetzt, in diesem Moment, die tödlichen Schüsse. Maximilian selbst steht völlig unbeteiligt da und wirkt ebenfalls out of time. Die Schaulustigen im Hintergrund blicken ausnahmslos (so fern man das aufgrund der Pinselführung erkennen kann) in die Richtung Maximilians. Aber auch hier lohnt es sich genauer hinzusehen: Ein Schaulustiger hat die Ellenbogen aufgestützt, ein anderer hat sogar den Kopf auf die Mauer gelegt (Abb. 13). Man kann sagen, zumindest zum Teil wirkt die Menge an Zuschauern gelangweilt und wartend – nicht wie eine gespannte, aufgeregte Gruppe, die genau jetzt die Schüsse sieht und hört.

Diese Beispiele lassen das Szenario aus zeitlich und relational verschiedenen Stücken zusammengefügt erscheinen. So entsteht eine Montage aus Davor (Akt des Wartens und des Gewehrnachladens), Jetzt (Schussfeuer) und Danach (Wolken). Diese Überlagerung von Zeitpunkten ist ein Beispiel aus Manets Werk, mit Fiktion umzugehen. Mit dieser Gleichzeitigkeit bezieht er sich aber auch auf ältere Malereien, die „ideale Momente“ erzeugen, indem chronologisch ablaufende Vorgänge als synchron dargestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themenstellung und den Forschungsüberblick zur Beziehung zwischen Manets Werk und interaktiven Medien.

2. Allgemeines: Biografischer Kontext zu Edouard Manet und grundlegende Definitionen zu interaktiven Medien sowie dem Spiel Street Fighter.

3. Bildkonzepte im Wandel: Untersuchung der theoretischen Grundlage über das Verhältnis von Bild und Betrachter, mit Fokus auf Michael Fried.

4. Ereignisbildkonzepte Manets: Detaillierte Analyse verschiedener künstlerischer Konzepte in Manets "Erschießung" wie Offenheit, Raum, Zeit und Fiktion.

5. Mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien: Transfer der analysierten Konzepte auf das Computerspiel Street Fighter und Diskussion der Folgen.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der formalen sowie inhaltlichen Parallelen zwischen den Medien.

Schlüsselwörter

Edouard Manet, Erschießung Kaiser Maximilians, Interaktive Medien, Street Fighter, Bildkonzept, Betrachter, Historienmalerei, Gleichzeitigkeit, Montage, Fiktion, Raumkonzept, Rezeption, Gewaltakt, Kunstgeschichte, Computerspielanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von Bildkonzepten in Edouard Manets Werk, insbesondere der "Erschießung Kaiser Maximilians", und setzt diese in Bezug zu den Strukturen interaktiver Medien wie Computerspielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Betrachter und Bild, die Analyse von Raumkonzepten, die Funktion von Fiktion und Realität sowie der mediale Vergleich zwischen Malerei des 19. Jahrhunderts und Videospielen der 1980er/90er Jahre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Manets spezifisches Ereignisbildkonzept auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und welche Parallelen sich zu der formalen Gestaltung und Rezeptionsweise in interaktiven Medien, exemplarisch am Spiel "Street Fighter", finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt kunstwissenschaftliche Methoden der Bildanalyse und Bildtheorie, kombiniert mit einer medienwissenschaftlichen Perspektive auf Computerspiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Manets Bildkonzepten und eine detaillierte Untersuchung spezifischer Aspekte wie Betrachterstandort, Gleichzeitigkeit, Montage und Spiegelkonzepte, gefolgt von einem Transfer dieser Erkenntnisse auf die Analyse von "Street Fighter".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Manets Ereignisbildkonzepte, Betrachter-Rezeption, Historienmalerei, Interaktivität, Montage und die mediale Grenzziehung zwischen Fiktion und Realität.

Wie begründet der Autor den Vergleich zwischen Manets Malerei und dem Computerspiel "Street Fighter"?

Der Autor argumentiert, dass sowohl Manets "Erschießung" als auch das Spiel durch eine spezifische formale Raumaufteilung (parallele Ebenen) und die Art der Betrachtereinbindung (oder bewussten Distanzierung) konzeptuelle Ähnlichkeiten aufweisen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Gewaltbilder?

Der Autor stellt fest, dass sowohl in Manets Gemälden als auch in Computerspielen die neutrale oder stilisierte Darstellung von Gewalt spezifische Rezeptionsweisen beim Betrachter bzw. Spieler erfordert und dass diese Darstellungsformen hinterfragt werden müssen.

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Details

Titel
Bild und Betrachter - Ereignisbildkonzepte bei Manet und mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien
Hochschule
Universität der Künste Berlin  (Kunstwissenschaft und Ästhetik)
Note
2,3
Autor
Christian Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
49
Katalognummer
V188046
ISBN (eBook)
9783656117339
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manet Erschießung des Kaiser Maximilians Street Fighter Super Nintendo Videospiel Bildkonzept Ereignisbildkonzept Betrachter Gewaltdarstellung Interaktivität Betrachterstandort Computerspiel Edouard Spiegelkonzept Identifikationsfigur Schaulustige
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Lehmann (Autor:in), 2011, Bild und Betrachter - Ereignisbildkonzepte bei Manet und mögliche Konsequenzen in den interaktiven Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188046
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  49  Seiten
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