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Einlagensicherung bei Kreditinstituten - Rechtsgrundlagen und Ausgestaltungsformen im Hinblick auf die Bankinsolvenz

Título: Einlagensicherung bei Kreditinstituten - Rechtsgrundlagen und Ausgestaltungsformen im Hinblick auf die Bankinsolvenz

Tesis , 2011 , 77 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Elena Novik (Autor)

Derecho - Derecho Civil - mercantil, de sociedades, comercial, de la competencia y económico
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Es ist Januar 2008 in Kiew, der ukrainischen Hauptstadt. Die kleinen Verkaufs-stände, die noch vor ein paar Monaten ihr Geschäft betrieben hatten, sind geschlossen. An vielen ist ein Verkaufsschild angebracht. Nach einigen Minuten Weiterfahrt sehe ich vor einer mit einem großen Schloss verriegelten Tür mindestens 15 Menschen Schlange stehen. Diese Szene sehe ich wiederholt im Laufe einiger Tage an unterschiedlichen Türen. Dann stelle ich laut denkend die Frage: „Worauf warten denn diese Menschen da?“. Die Antwort klingt verwir-rend. Die Menschen würden vor ihrer Bank stehen und warten, bis sie eventuell öffnet. „Warum?“ Damit sie noch das Geld, welches auf ihrem Konto oder Sparbuch ist, abheben können. „Und wenn die Bank nicht öffnet?“ – „Dann ist sie insolvent und hat kein Geld mehr. Dann gibt es nichts zu holen. Pech gehabt.“ Diese Antworten lassen mich für einige Minuten nachdenken. Ich realisiere, dass ich in der Ukraine bin. Hier ist alles etwas anders. Und wie ist es in Deutschland? Sind meine Einlagen in Deutschland vor solchen Krisen sicher? Wie werden die Einleger von unserem System geschützt? Welchen Anspruch haben sie? Bankgeschäfte sind Vertrauensgeschäfte. Die Bankkunden vertrauen ihre Ers-parnisse und ihr Geld den Banken an. Doch welches Risiko ist damit verbunden wenn das Geld einer Bank anvertraut wird? [...] Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich einen Einblick in den Finanzsektor geben, der für mich bisher völlig fremd war. Von einem Bank-Laien für Bank-Laien sollen die Einlagensicherungsstrukturen und Mechanismen aufgeführt werden. Insgesamt soll ein Überblick über die aktuelle Regelungen, Sicherungsbeträge und das Gesamtsystem dargestellt werden. Basierend auf diesen Grundlagen soll die Insolvenzrechtliche Regelung dargestellt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtsgrundlagen und Systeme der Einlagensicherung bei Kreditinstituten

2.1 Geschichtliche Entwicklung der Einlagensicherung:

2.2 Ziele und Funktionen der Einlagensicherung

2.2.1 Begriff Einlagen:

Einlagearten

2.2.2 Begriff Einlagensicherung:

3. Institutionen und Grundlagen der Einlagensicherung und der Bankenaufsicht,

3.1 Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)

3.2 Bestimmungen des KWG zur Einlagensicherung

3.3 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

3.3.1 Grundsätze des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen (BAK)

3.3.2 das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe)

3.4 Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG)

3.4.1 Richtlinie zur Einlagensicherung

3.4.2 Richtlinie zur Anlegerentschädigung

3.5 Bestimmungen des HGB

3.6 Liquiditäts-Konsortialbank

3.7 Finanzmarkt Stabilisierungsfondsgesetz (FMStFG)

3.8 Basel III (BUNDESBANK)

4. Banken und Bankensysteme

4.1 Sparkassen und Girozentralen

4.2 Einlagensicherungsfonds der Volks- und Raiffeisenbanken

4.3 Privat- bzw. Kreditbanken

5. Träger der Einlagensicherung und Ausgestaltungsformen

5.1 Gesetzliche Einlagensicherung

5.1.1 Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)

5.1.2 Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes öffentlicher Banken (EdÖ)

5.1.3 Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (EdW)

5.2 Institutssicherung und freiwillige Einlagensicherung

5.2.1 Einlagensicherung des Bundesverbandes öffentlicher Banken (VÖB)

5.2.2 Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB)

6. Maßnahmen in besonderen Fällen

6.1 Maßnahmen zur Vermeidung von Insolvenzgefahr

6.1.1 Maßnahmen bei unzureichenden Eigenmitteln oder unzureichender Liquidität §45 KWG

6.1.2 Maßnahmen bei Gefahr §46 KWG

6.1.3 Maßnahmen bei Insolvenzgefahr §46a KWG

6.1.4 Insolvenzantrag §46b KWG

6.1.5 Moratorium, Einstellung des Bank- und Börsenverkehrs §47 KWG

6.1.6 Insolvenzrechtliche Eingriffstatbestände und Antragstellung durch die Aufsicht §§17-19 InsO und ihre Bedeutung für die Bankinsolvenz

7. Die Aufsichtsrechtliche Bedeutung des Eigenkapitals

7.1 Definition des haftenden Eigenkapitals

7.2 Kernkapital

7.2.1 Rechtsformspezifisches Kernkapital

7.2.2 Rechtsformunabhängiges Kernkapital

7.2.3 Weitere Kernkapitalbestandteile

7.3 Ergänzungskapital

8. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen

8.1 Allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken (AGB-Banken)

8.1.1 Statut des Einlagensicherungsfonds

8.2 Allgemeine Geschäftsbedingungen der Sparkassen (AGBSP)

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit befasst sich mit den Rechtsgrundlagen und Ausgestaltungsformen der Einlagensicherung bei Kreditinstituten in Deutschland im Kontext einer Bankinsolvenz. Ziel ist es, von einem bankrechtlichen Laien-Standpunkt aus einen strukturierten Überblick über die bestehenden Sicherungsmechanismen, Aufsichtsstrukturen sowie die insolvenzrechtliche Behandlung von Kreditinstituten zu geben.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Bankenaufsicht in Deutschland
  • Struktur und Funktionsweise der Einlagensicherungssysteme
  • Maßnahmen bei Bankinsolvenzen und Gefahrenabwehr durch die BaFin
  • Bedeutung des Eigenkapitals für die Stabilität von Kreditinstituten

Auszug aus dem Buch

2.1 Geschichtliche Entwicklung der Einlagensicherung:

Manchmal können Bankzusammenbrüche auch durch eine noch so strenge Aufsicht nicht vermieden werden. Um solche Krisen zu bewältigen sind in Deutschland verschiedene Sicherungseinrichtungen geschaffen worden. In Deutschland finden sich die frühesten Ansätze zu einer Absicherung der Einleger im Falle der Insolvenz ihrer Bank.

Die Diskussion um die Einlagensicherung begann bereits im 19. Jahrhundert nach einer ersten Welle von Bankeninsolvenzen. Damals unterlag das Betreiben von Bankgeschäften noch keiner staatlichen Regelung. Wohl noch unter dem Eindruck der Ereignisse der gerade überstandenen Banken- und Wirtschaftskrise wurden von den Genossenschaften die ersten Garantiefonds eingerichtet.

Der Zusammenbruch der „Darmstädter und Nationalbank“ (Danatbank) in 1931 ist ausschlaggebend für die Entwicklung des Bankenaufsichts- und Bankeninsolvenzrechts. Infolge dieses Zusammenbruchs kollabierte das deutsche Bankwesen fast vollständig, da es bereits durch die Weltwirtschaftskrise und die seit Ende des 1. Weltkrieges lastenden Reparationsverpflichtungen stark geschwächt war. Nur mit massiver staatlicher Unterstützung konnte es wieder aufgerichtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung durch die Beobachtung von Bankenkrisen und unterstreicht die Bedeutung der Einlagensicherung als Vertrauensanker für das Finanzsystem.

2. Rechtsgrundlagen und Systeme der Einlagensicherung bei Kreditinstituten: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung und definiert grundlegende Begriffe wie Einlagen und Einlagensicherung.

3. Institutionen und Grundlagen der Einlagensicherung und der Bankenaufsicht,: Hier werden die zentralen Aufsichtsorgane wie BaFin und Deutsche Bundesbank sowie die relevanten Gesetze und Verordnungen vorgestellt.

4. Banken und Bankensysteme: Ein Überblick über die verschiedenen Bankengruppen in Deutschland, wie Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken, und deren jeweilige Verankerung im Sicherungssystem.

5. Träger der Einlagensicherung und Ausgestaltungsformen: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen und freiwilligen Sicherungseinrichtungen sowie deren spezifische Leistungsmerkmale.

6. Maßnahmen in besonderen Fällen: Analyse der aufsichtsrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten zur Vermeidung von Insolvenzgefahr, inklusive Moratorien und Insolvenzgründen.

7. Die Aufsichtsrechtliche Bedeutung des Eigenkapitals: Erläuterung der Rolle des Eigenkapitals als Risikopuffer sowie die Unterscheidung in Kern- und Ergänzungskapital.

8. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Untersuchung, wie Banken den Einlagenschutz in ihren AGB gegenüber Kunden definieren und kommunizieren.

9. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Standardisierung der Einlagensicherung und die Notwendigkeit kontinuierlicher Anpassungen der Aufsichtsstrukturen nach Finanzkrisen.

Schlüsselwörter

Einlagensicherung, Bankinsolvenz, Bankenaufsicht, KWG, BaFin, EAEG, Eigenkapital, Kernkapital, Liquidität, Finanzmarktstabilität, Bankgeschäfte, Einleger, Anlegerentschädigung, Bankenkrise, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Grundlagen und die organisatorische Ausgestaltung der Einlagensicherung in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, wie Einleger bei einer Bankinsolvenz geschützt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Werk umfasst die Bankenaufsicht, das Kreditwesengesetz (KWG), die Rolle des Eigenkapitals bei Banken sowie die Unterschiede zwischen gesetzlichen und freiwilligen Einlagensicherungssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über das deutsche System der Einlagensicherung zu verschaffen und aufzuzeigen, welche Mechanismen bei einer drohenden Insolvenz eines Kreditinstituts greifen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine rechts- und bankbetriebswirtschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Gesetzen, Kommentaren, Richtlinien und Fachliteratur basiert.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil beleuchtet die Rolle der BaFin, die verschiedenen Sicherungseinrichtungen der Bankensektoren sowie die aufsichtsrechtlichen Eingriffsinstrumente wie Moratorien oder Restrukturierungsmaßnahmen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Einlagensicherung, Bankinsolvenz, BaFin, Kreditwesengesetz, Finanzmarktstabilität und Anlegerentschädigung.

Wie werden Sparkassen im Vergleich zu Privatbanken bei der Einlagensicherung behandelt?

Während private Banken oft über den Einlagensicherungsfonds abgesichert sind, setzen Sparkassen primär auf eine Institutssicherung, bei der der Verbund gegenseitig für die Liquidität und Stabilität der Institute einsteht.

Warum ist das Eigenkapital einer Bank für Einleger relevant?

Das Eigenkapital dient als Puffer gegen Verluste. Eine angemessene Kapitalausstattung verringert das Insolvenzrisiko einer Bank und bildet damit die erste Verteidigungslinie für die Sicherheit der Einlagen.

Final del extracto de 77 páginas  - subir

Detalles

Título
Einlagensicherung bei Kreditinstituten - Rechtsgrundlagen und Ausgestaltungsformen im Hinblick auf die Bankinsolvenz
Universidad
University of Applied Sciences North Hesse; Friedrichshafen
Calificación
1,3
Autor
Elena Novik (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
77
No. de catálogo
V188050
ISBN (Ebook)
9783656118992
ISBN (Libro)
9783656132059
Idioma
Alemán
Etiqueta
Einlagensicherung Anlegerentschädigung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Novik (Autor), 2011, Einlagensicherung bei Kreditinstituten - Rechtsgrundlagen und Ausgestaltungsformen im Hinblick auf die Bankinsolvenz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188050
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