Die vorliegende Arbeit geht zunächst auf einen interpretativen Forschungsbeitrag ein, bevor mögliche Evaluationskriterien der qualitativen Managementforschung diskutiert werden. Abschließend werden Unterschiede der qualitativen und quantitativen Managementforschung elaboriert.
Inhaltsverzeichnis
1 Diskussion eines interpretativen Forschungsbeitrags der qualitativen Managementforschung
2 Zur Relevanz von Evaluationskriterien in der qualitativen Managementforschung
3 Zu den Unterschieden der qualitativen und quantitativen Managementforschung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen und methodischen Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Managementforschung und diskutiert die Herausforderungen bei der Anwendung von Evaluationskriterien im interpretativen Paradigma.
- Grundlagen interpretativer Forschungsansätze am Beispiel der Phänomenografie
- Diskussion von Gütekriterien wie Glaubwürdigkeit, Übertragbarkeit und Authentizität
- Gegenüberstellung positivistischer und interpretativer metatheoretischer Annahmen
- Kritische Reflexion der Objektivität in der Sozial- und Managementforschung
- Plädoyer für methodische Pluralität in der Managementwissenschaft
Auszug aus dem Buch
1 Diskussion eines interpretativen Forschungsbeitrags der qualitativen Managementforschung
Nach Neuman (1997: 68) ist der interpretative Ansatz eine systematische Analyse des sozialen Verhaltens, welche mittels direkter Untersuchung des Individuums in seiner natürlichen Umgebung vollzogen wird, um verstehen und interpretieren zu können, wie Menschen ihre soziale Welt konstruieren und aufrechterhalten. In der Forschungsarbeit von Sandberg (2000) wird die Entstehung und Variation von individuellen Humankompetenzen anhand einer Abteilung von Motorenoptimierern des schwedischen Automobilherstellers Volvo empirisch untersucht. Als Grundlage einer Diskussion der Vor- und Nachteile des interpretativen Ansatzes wird im Folgenden kurz auf die zentralen Punkte der Studie eingegangen.
Der Autor (2000: 10-12) kritisiert zunächst traditionelle rationalistische bzw. positivistische Auffassungen, welche Humankompetenzen als ein Phänomen begreifen, welches durch ein kontextunabhängiges Bündel von Attributen erklärbar ist, als zu simplifizierend und weist gleichzeitig auf eine Problematik der ontologischen und epistemologischen Annahmen des Rationalismus bzw. Positivismus hin (z.B. die Annahme, dass Individuen und Lebenswelt unabhängig sind). Als Lösung schlägt Sandberg (vgl. ebd.) einen interpretativen methodischen Ansatz, die Phänomenografie, vor. Diese fokussiert sich primär auf die Bedeutungsstruktur und Sinngehalt erlebter Erfahrungen. Ein zentraler phänomenografischer Begriff stellt dabei die Konzeption dar und meint damit die Art und Weise wie Menschen den Sinn über ihre Lebenswelt konstruieren (vgl. Sandberg, 2000: 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Diskussion eines interpretativen Forschungsbeitrags der qualitativen Managementforschung: Dieses Kapitel führt in den interpretativen Ansatz ein und diskutiert anhand einer Fallstudie, wie soziale Phänomene und individuelle Kompetenzen kontextgebunden erforscht werden können.
2 Zur Relevanz von Evaluationskriterien in der qualitativen Managementforschung: Hier werden die etablierten Kriterien der qualitativen Güte wie Glaubwürdigkeit und Authentizität gegen das klassische Objektivitätsideal abgewogen und methodisch reflektiert.
3 Zu den Unterschieden der qualitativen und quantitativen Managementforschung: Das Kapitel kontrastiert die metatheoretischen Annahmen beider Paradigmen und zeigt auf, wie diese die Wahl der Forschungsmethoden und die Dateninterpretation beeinflussen.
Schlüsselwörter
Qualitative Managementforschung, Interpretativer Ansatz, Phänomenografie, Evaluationskriterien, Glaubwürdigkeit, Übertragbarkeit, Authentizität, Positivismus, Metatheoretische Annahmen, Triangulation, Fallstudien, Methodischer Pluralismus, Humankompetenzen, Sozialkonstruktivismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden im Bereich der Managementlehre und untersucht deren philosophische und praktische Unterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die erkenntnistheoretischen Grundlagen von Forschungsansätzen, die Übertragbarkeit von Gütekriterien sowie die kritische Reflexion des Objektivitätsbegriffs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Eigenheiten des interpretativen Ansatzes verständlich zu machen und zu erörtern, warum eine methodische Pluralität in der Forschung für ein ganzheitliches Verständnis komplexer Managementphänomene notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse sowie eine Diskussion beispielhafter Forschungsstudien (wie die von Sandberg), um theoretische Argumente zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion eines interpretativen Beispiels, die Erörterung von Gütekriterien für qualitative Arbeit sowie den systematischen Vergleich von positivistischen und interpretativen Paradigmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Interpretativer Ansatz, Gütekriterien, Phänomenografie und methodischer Pluralismus geprägt.
Was ist mit dem "Going Native"-Problem gemeint?
Dabei handelt es sich um eine Gefahr bei qualitativer Forschung, bei der der Forscher eine so starke Identifikation mit dem Forschungsgegenstand entwickelt, dass die Distanz verloren geht und die Ergebnisse verzerrt werden können.
Warum spielt die Dokumentation bei qualitativer Forschung eine so große Rolle?
Da qualitative Forschung oft sehr subjektiv und kontextabhängig ist, dient eine sorgfältige Dokumentation dazu, die Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses und die Zuverlässigkeit der gewonnenen Erkenntnisse sicherzustellen.
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- Nikolas Vogt (Author), 2011, Qualitative Managementforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188620