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Schulische Förder- und Integrationskonzepte

Titel: Schulische Förder- und Integrationskonzepte

Hausarbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Liese (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Schulgesetz des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2006 eine bedeutende Veränderung erfahren, da der erste Paragraph um den Aspekt der individuellen Förderung erweitert wurde. So lautet dieser nun:

§1 Recht auf Bildung, Erziehung und individuelle Förderung
(1) Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Dieses Recht wird nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet.

Durch die Verankerung im Schulgesetz wird die individuelle Förderung offiziell zu einem Gesetz erhoben, welches alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen in Anspruch nehmen können. Ingrid Kunze geht an dieser Stelle noch einen Schritt weiter und schreibt, dass diese somit einklagbar wird. Doch nicht die einzelne Lehrkraft trägt die Verantwortung für die gezielte Förderung, sondern “[g]emeint ist individuelle Förderung in der und durch die Schule”. Das wird auch daran deutlich, dass das Schulministerium Nordrhein-Westfalen das “Gütesiegel Individuelle Förderung” an Schulen verleiht, welche sich in diesem Bereich besonders hervorgetan haben. Das Schulministerium definiert die individuelle Förderung folgendermaßen:

“Individuelle Förderung rückt als Leitidee des Schulgesetzes in das Zentrum schulischer Arbeit. Ziel ist es, ein Schulwesen zu schaffen, in dem jedes Kind und jeder Jugendliche unabhängig von seiner Herkunft
Chancen und Begabungen optimal nutzen und entfalten kann.
Individuelle Förderung wendet sich an alle Schülerinnen und Schüler.”

Der Fokus wird folglich auf die Gesamtheit der Schülerinnen und Schüler gelegt. Individuelle Förderung fordert dazu auf, die “Belange des Einzelnen ins Zentrum zu rücken und ein Spektrum an Instrumenten und Verfahren individueller Förderung aufzuzeigen, das bei jedem einzelnen Schüler ansetzt.” Doch stößt man bei der Beschäftigung mit individueller Förderung immer wieder auf zu fördernde Gruppierungen. Auch die Homepage des Schulministeriums in Nordrhein-Westfalen ist entsprechend gestaltet. Hier gibt es die Unterteilung in Lernschwierigkeiten, Besondere Begabungen und Hochbegabung, Schulmüdigkeit, Frühförderung, Migrantenförderung, Jungen-, Mädchenförderung. Diese Kategorisierung der förderbedürftigen Gruppen steht konträr zu der Grundidee der individuellen Förderung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Individuelle Förderung: Definition und Verankerung im Schulgesetz

2. Schwerpunkte der individuellen Förderung

2.1. Hochbegabtenförderung

2.2. Förderung bei Lernschwierigkeiten

2.3. Geschlechterspezifische Förderung

2.4. Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

2.5. Förderung der sozialen, moralischen und demokratischen Kompetenzen

3. Konzepte der individuellen Förderung

3.1. Differenzierende Maßnahmen

3.2. Wochenplanarbeit

3.3. Kooperatives Lernen

4. Integration

4.1. Das Projekt „Insel“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Grundlagen sowie praktische Konzepte der individuellen Förderung im schulischen Kontext, mit einem besonderen Fokus auf die gesetzliche Verankerung und die Unterstützung verschiedener Schülergruppen. Es wird analysiert, wie Schulen durch spezifische pädagogische Ansätze auf die unterschiedlichen Lernbedürfnisse, sozialen Herausforderungen und Begabungen ihrer Schülerinnen und Schüler reagieren können.

  • Gesetzliche Grundlagen und Definition der individuellen Förderung in Nordrhein-Westfalen.
  • Förderansätze für heterogene Lerngruppen (Hochbegabung, Lernschwierigkeiten, Gender, Migrationshintergrund).
  • Methoden zur Förderung sozialer, moralischer und demokratischer Kompetenzen.
  • Pädagogische Organisationsformen wie innere Differenzierung, Wochenplanarbeit und kooperatives Lernen.
  • Praxisbeispiel zur Integration von Schülerinnen und Schülern mit Verhaltensstörungen (Projekt „Insel“).

Auszug aus dem Buch

3.3. Kooperatives Lernen

Das kooperative Lernen besteht aus drei Phasen; der Einzelarbeitsphase, der Gruppenarbeitsphase und der Präsentationsphase. Aus diesem „Dreischritt, Denken - Austauschen - Vorstellen“ setzt sich das kooperative Lernen zusammen. In der Einzelarbeitsphase wird sichergestellt, dass sich jede(r) SchülerIn eigenständig und im jeweiligen Lerntempo mit den Lerninhalten auseinandersetzt. In dieser Phase werden die Verständnisfragen schriftlich festgehalten, die dann in der Gruppenarbeitsphase geklärt werden können. Es gibt zwei Formen der Gruppenarbeitsphase, da sich die SchülerInnen entweder über denselben Text austauschen können oder auch als Experten für verschiedene Texte auftreten können.

In der anschließenden Präsentationsphase stellen die Gruppen ihre Kooperationsarbeit der Klasse vor, wobei zur Verarbeitung der Ergebnisse wiederum die vorgestellte Dreiteilung des kooperativen Lernens angewandt werden kann. Die verschiedenen Arbeitsergebnisse müssen im Anschluss an die Präsentationen erneut diskutiert und somit vertieft werden, wodurch eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragestellung gewährleistet wird. Durch die Kombination der Einzel- und Gruppenarbeit wird dem Lehrenden der Freiraum zur individuellen Hilfestellung und Vertiefung geschaffen. Dadurch, dass die SchülerInnen innerhalb der Lerngruppen unterschiedliche Lerntempi haben, entsteht die Situation, dass sich immer wieder neue Gesprächspartner finden, je nach Lerntempo. Dies kann man unterstützen, indem man das Lerntempoduett als Form der Gruppenarbeit nutzt. Hierbei arbeiten jeweils die SchülerInnen zusammen, die durch das Aufstehen ihre Bereitschaft zur Partnerarbeit signalisieren. Zusätzlich zur Lerntempodifferenzierung kann die Gruppenarbeitsphase nach leistungshomogenen oder –heterogenen Lerngruppen unterschieden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Individuelle Förderung: Definition und Verankerung im Schulgesetz: Dieses Kapitel erläutert die gesetzliche Verpflichtung zur individuellen Förderung in Nordrhein-Westfalen und beleuchtet die damit verbundene Leitidee schulischer Arbeit.

2. Schwerpunkte der individuellen Förderung: Hier werden spezifische Förderbedarfe von Schülergruppen wie Hochbegabten, Lernschwachen sowie Kindern mit Migrationshintergrund und genderspezifische Anforderungen thematisiert.

3. Konzepte der individuellen Förderung: Das Kapitel stellt methodische Ansätze wie die innere Differenzierung, Wochenplanarbeit und kooperatives Lernen vor, die eine gezielte Unterstützung im Unterricht ermöglichen.

4. Integration: Dieses Kapitel behandelt die schulische Integration von Schülern mit besonderen Bedürfnissen und stellt das Projekt „Insel“ als praktisches Beispiel für Kinder mit Verhaltensstörungen vor.

Schlüsselwörter

Individuelle Förderung, Schulgesetz, Lernschwierigkeiten, Hochbegabtenförderung, Geschlechterspezifische Förderung, Migrationshintergrund, soziale Kompetenz, moralische Kompetenz, Demokratieerziehung, Differenzierung, Wochenplanarbeit, kooperatives Lernen, Integration, Verhaltensstörungen, Projekt Insel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Rahmenbedingungen und der praktischen Umsetzung individueller Förderung in deutschen Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die gesetzliche Verankerung der Förderung, spezifische Förderbedarfe von Schülergruppen, pädagogische Organisationskonzepte und Ansätze zur sozialen und demokratischen Bildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule dem Anspruch einer individuellen Förderung gerecht werden kann, indem sie sowohl rechtliche als auch didaktisch-methodische Aspekte integriert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller pädagogischer Fachliteratur und offizieller Dokumente, um ein umfassendes Bild der Förderkonzepte zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Zielgruppen der Förderung, konkreten Unterrichtskonzepten sowie einer Fallstudie zur Integration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Individuelle Förderung, Differenzierung, Integration, Förderkonzepte, soziale Kompetenzen und schulisches Leitbild.

Wie definiert das Schulministerium Nordrhein-Westfalen die individuelle Förderung?

Es definiert sie als Leitidee, die in das Zentrum der schulischen Arbeit rückt, um jedem Kind eine optimale Entfaltung seiner Begabungen unabhängig von der Herkunft zu ermöglichen.

Was ist das Besondere am Projekt „Insel“?

Es bietet Kindern mit Verhaltensstörungen einen geschützten Rückzugsort innerhalb der Schule, um Überforderung zu vermeiden und eine schrittweise Integration in den regulären Unterricht zu ermöglichen.

Warum wird im Kapitel 2.3 die geschlechterspezifische Förderung betont?

Da Jungen und Mädchen unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen und Jungen in aktuellen Studien häufiger Leistungsdefizite oder Anpassungsprobleme an das System Schule zeigen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schulische Förder- und Integrationskonzepte
Hochschule
Universität Münster  (Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Miteinander leben
Note
1,0
Autor
Katharina Liese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V188736
ISBN (eBook)
9783656125815
ISBN (Buch)
9783656127000
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion Fördern Fordern Förderkonzepte Forderkonzepte Hochbegabung Migrationshintergrund Schule Lernschwierigkeiten Integrationskonzepte Kooperatives Lernen Differenzierung Individuelle Förderung Soziologie Erziehungswissenschaften Integration Integrativ inklusiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Liese (Autor:in), 2010, Schulische Förder- und Integrationskonzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188736
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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