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Historischer Längsschnitt: Der aristotelische Bürgerbegriff im Vergleich mit dem Staatsbürgerverständnis der modernen Demokratien

Title: Historischer Längsschnitt: Der aristotelische Bürgerbegriff im Vergleich mit dem Staatsbürgerverständnis der modernen Demokratien

Seminar Paper , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sascha Walther (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Modernität oder Rückständigkeit des aristotelischen Bürgerbegriffes?

Eine moderne Gesellschaft, die sich durch fortwährende materielle sowie soziokulturelle Veränderungen stetig neu definieren muss, sich also in einem „kaum entwirrbaren Netz von Interdependenzen“ gefangen sieht, muss sich letztlich diesen Herausforderungen des modernen Regierens stellen, um ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis zu stellen.1

Der berühmte Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas beschrieb dieses Phänomen moderner Gesellschaften eindrucksvoll als „neue Unübersichtlichkeit“2, die nicht nur die Frage aufwirft, wie man der steigenden Interdependenz staatlicher Aufgaben mächtig werden, sondern auch vonseiten des Bürgers, wie man der Spirale wachsender Zukunftsangst und Ohnmacht, gegenüber der sich der Wahrnehmung enthebenden Umwelt begegnen kann.

Da der Staat vor allem seine Legitimität daraus bezieht, den Willen des Staatsvolkes zu artikulieren und die Interessen der Bürger zu vertreten3, ergibt sich als Problem, dass das Beziehungsgefüge von Bürger und Staat in der ständig im Wandel begriffenen Gesellschaft fortwirkenden Veränderungen unterworfen ist, und so auch das beiderseitige Gleichgewicht aus Rechten und Pflichten aus den Bahnen geworfen wird. Als Folge erscheint es logisch, dass auch die Legitimität des Staates, schon angesichts der Diagnose stetig steigender Politikverdrossenheit in Demokratien, durch diese modernen gesellschaftlichen Herausforderungen infrage gestellt wird.

...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Modernität oder Rückständigkeit des aristotelischen Bürgerbegriffes?

2 Der Staatsbürgerbegriff nach Aristoteles

2.1 Das Wesen des Bürgers

2.2 Definition des Staatsbürgers nach Aristoteles

2.3 Aristotelische Bestimmung des Staatsbürgers in der Demokratie

2.4 Überblick über die Elemente des aristotelischen Staatsbürgerbegriffs

3 Der Staatsbürgerbegriff moderner Demokratien

3.1 Anthropologische Grundlagen des modernen Bürgerbegriffs nach Hobbes

3.2 Bürgerbegriff und Staatsbürgerverständnis der modernen Demokratien

4 Versuch eines Vergleiches: Aristotelische Traditionen im Staatsbürgerbegriff moderner Demokratien

5 Fazit: Aristoteles als Ideengeber des modernen Bürgerbegriffes

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem antiken aristotelischen Bürgerbegriff und dem modernen Staatsbürgerverständnis, um zu klären, inwiefern aristotelische Konzepte für heutige Demokratien noch relevant sind. Dabei wird analysiert, wie sich der Wandel vom antiken "Aktivbürger" hin zum modernen Staatsbürger vollzogen hat.

  • Anthropologische Grundlagen des Bürgerverständnisses bei Aristoteles und Hobbes.
  • Untersuchung der attischen Demokratie im Vergleich zu modernen repräsentativen Systemen.
  • Bedeutung der politischen Tugend und Partizipation im aristotelischen Staatsbürgerbild.
  • Herausforderungen des modernen Staates in Bezug auf Legitimität und Bürgerbeteiligung.
  • Historischer Längsschnitt und ideengeschichtliche Einordnung beider Konzepte.

Auszug aus dem Buch

Der Staatsbürgerbegriff nach Aristoteles

Aristoteles’ Politik und Bürgerbegriff fundiert auf anthropologischen Grundannahmen, die den Schlüssel für das Verständnis des aristotelischen Bürgerbegriffes bilden und auf die deshalb in diesem ersten Teil, neben weiteren charakteristischen Wesensmerkmalen des Menschen, die den Bürgercharakter des Menschen unterstützen, gesondert einzugehen ist.

In erster Linie stellt die viel zitierte aristotelische Aussage, dass der Mensch „von Natur aus ein staatsbezogenes Lebewesen ist“, einen Grundpfeiler des Bürgerbegriffes dar. Denn begreift man über diesen „wirkungsmächtigsten Gedanken der Politik“ den Menschen als politisches Lebewesen, so heißt dies vor allem, dass der Mensch das Leben in Gemeinschaft anderen Formen des Lebens vorzieht. Denn in der Gemeinschaft kumuliert die Menge an Bürgern zu „einem mit intensivem Leben erfüllten Körper“, in dem die Energie freigesetzt wird, sich erstens selbst eine sinnvolle Aufgabe und zweitens gemeinschaftlich der Gemeinschaft eine sinnvolle Ordnung zu geben, die von allen Bürgern respektiert und geachtet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Modernität oder Rückständigkeit des aristotelischen Bürgerbegriffes?: Das Kapitel führt in die Problematik ein, inwieweit antike Theorien zur Legitimität und zum Bürgerverständnis in der modernen, komplexen Gesellschaft noch Anwendung finden können.

2 Der Staatsbürgerbegriff nach Aristoteles: Hier werden die anthropologischen Grundlagen, das Wesen des Bürgers und die spezifische Bedeutung von Teilhabe in der aristotelischen Polis detailliert analysiert.

3 Der Staatsbürgerbegriff moderner Demokratien: Das Kapitel kontrastiert das aristotelische Modell mit den anthropologischen Grundannahmen von Thomas Hobbes und skizziert das moderne Staatsbürgerverständnis.

4 Versuch eines Vergleiches: Aristotelische Traditionen im Staatsbürgerbegriff moderner Demokratien: Es erfolgt eine vergleichende Analyse, welche Elemente des aristotelischen Modells sich heute noch im politischen Diskurs und im Grundgesetz widerspiegeln.

5 Fazit: Aristoteles als Ideengeber des modernen Bürgerbegriffes: Das Fazit fasst die Ergebnisse in fünf zentralen Thesen zusammen und bewertet die Bedeutung von Aristoteles’ Werk für heutige Strategien zur Bürgerbeteiligung.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Hobbes, Bürgerbegriff, Staatsbürger, Demokratie, Politische Theorie, Partizipation, Gemeinwohl, Menschenbild, Politische Ethik, Tugend, Polis, Repräsentative Demokratie, Sozialisation, Zivilgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel des Bürgerbegriffs von der griechischen Antike bei Aristoteles bis hin zum modernen Staatsbürgerverständnis der heutigen Demokratie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Menschenbild bei Aristoteles und Hobbes, die Rolle der Partizipation sowie die institutionelle Sicherung der Demokratie in der Antike und Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie der aristotelische Bürgerbegriff als Ideengeber für die Bewältigung aktueller Probleme wie Politikverdrossenheit in der Moderne dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt einen historischen Längsschnitt und vergleicht ideengeschichtliche Konzepte anhand ausgewählter Kriterien, wobei er sowohl antike Primärtexte als auch moderne politikwissenschaftliche Literatur einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des aristotelischen Bürgerbegriffs, die Skizzierung des modernen Verständnisses auf Basis hobbesianischer Anthropologie und den anschließenden Vergleich beider Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aristoteles, Bürgerbegriff, Partizipation, Gemeinwohl, politische Ethik und Demokratie.

Warum ist das Menschenbild von Hobbes für den Vergleich so wichtig?

Hobbes dient als Gegenpol zu Aristoteles, da er den Menschen primär als Nutzenmaximierer und nicht als von Natur aus politisches Wesen begreift, was die Grundlage vieler moderner Staatskonzeptionen bildet.

Inwiefern beeinflusst der Faktor "Wirtschaft" den aristotelischen Bürgerstatus?

Bei Aristoteles ist die ökonomische Selbstständigkeit Voraussetzung für den Bürgerstatus, da nur so die notwendige Muße für die aktive Teilnahme am politischen Leben der Polis gegeben ist.

Kann der aristotelische Partizipationsanspruch heute noch erfüllt werden?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der hohe partizipative Anspruch der Antike in modernen Flächenstaaten mit Millionen von Bürgern aufgrund der Komplexität nicht mehr direkt umsetzbar ist.

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Details

Title
Historischer Längsschnitt: Der aristotelische Bürgerbegriff im Vergleich mit dem Staatsbürgerverständnis der modernen Demokratien
College
University of Potsdam  (Lehrstuhl für politische Theorie und Ideengeschichte)
Course
Seminar: Aristoteles und Hobbes
Grade
1,3
Author
Sascha Walther (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V18875
ISBN (eBook)
9783638231305
ISBN (Book)
9783656061472
Language
German
Tags
Historischer Längsschnitt Bürgerbegriff Vergleich Staatsbürgerverständnis Demokratien Seminar Aristoteles Hobbes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Walther (Author), 2003, Historischer Längsschnitt: Der aristotelische Bürgerbegriff im Vergleich mit dem Staatsbürgerverständnis der modernen Demokratien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18875
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