Qualitätsentwicklung von Schulen durch Evaluation


Hausarbeit, 2011
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik
2.1 Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik
2.2 Der Bildungsauftrag der Schule und Bildungsstandards
2.3 Schülerleistungsvergleiche führen zu politischen Maßnahmen

3. Schulentwicklung durch Evaluation
3.1 Der Gegenstand schulischer Evaluation
3.2 Interne und externe Evaluation
3.3 Voraussetzungen und Merkmale guter Evaluation

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Funktionen von Evaluation in Schulen S. 11

Abbildung 2: Standards für die Durchführbarkeit von Evaluation S. 13

1. Einleitung

Aus den Ergebnissen der internationalen Schulleistungsstudien wurden eklatante Defizi- te der deutschen Schulbildung abgeleitet. Dies ist ein Grund dafür, dass die deutsche Bildungspolitik in den letzten Jahren ein steigendes Interesse an der Schulreform hat. Die Schule soll leistungsfähiger und effektiver arbeiten. Es geht nicht nur um die Optimierung einzelner Elemente, wie etwa dem Curriculum, sondern um eine „Überprü- fung der Bildungsziele, der Organisationsformen sowie der inhaltlichen und methodi- schen Gestaltung von Unterricht“ (Brockmeyer 2004, S. 3). Die Gründe für diese Ent- wicklungsbewegung liegen nicht nur in der zunehmenden Globalisierung, was einen steigenden Kompetenzanspruch und das Interesse an Vergleichen einschließt, sondern auch in neuen Erkenntnissen der Lernforschung. Obwohl die Notwendigkeiten einer veränderten Schulbildung „nicht zuletzt durch die Ergebnisse der internationalen Ver- gleichsuntersuchungen offen gelegt worden“ (ebd.). Lehrkräfte sehen sich dabei mit erheblich gewachsenen Ansprüchen der Gesellschaft an ihre Berufserfüllung konfron- tiert. Zudem erfordert das Mitwirken an den Prozessen der Schulentwicklung die Be- wältigung neuer Aufgabenfelder und ein gewisses Organisationsdenken. Die Aufmerk- samkeit liegt nicht mehr nur auf der Klasse, sondern auf der Schule als Organisation (vgl. Ackermann/Rahm 2004, S.7ff.).

Die Weiterentwicklung der Schulen konzentriert sich auf organisatorische Ausbaumaßnahmen, eine stärkere Qualitätsverantwortung auf schulischer Ebene, die Professionalität der in der Schule tätigen Mitarbeiter und auf die Entwicklung einer neuen Lernkultur (vgl. ebd., S. 4). Zudem wird davon ausgegangen, dass

„eine zielgerichtete und wirkungsvollere Entwicklung des Schulsystems […] durch eine bessere Informationsbasis über seine Leistungen und Arbeitsweise stimuliert werden könnte“ (Altrichter 2009, S. 211).

Der aktuelle Lösungsvorschlag geht von einer neuen Steuerung für das Schulwesen aus. Zentrale Aspekte dabei sind die Outputorientierung, also die Prüfung der Leistungen von Bildungseinrichtungen, und die Evidenzbasierung, die ausdrückt, dass Entwick- lungsentscheidungen anhand von geprüften Informationen fallen sollten (vgl. ebd., S. 212). Die Bildungspolitik versucht dabei den qualitativen Rahmen und Ziele in Form von vereinheitlichenden Bildungsstandards zu geben. Und mit Hilfe von Evaluationen wird die Erreichung dieser Zielsetzungen geprüft. Die durch die Evaluation gewonnene Evidenz stimuliert durch Rückmeldung an die entscheidenden Akteure die Schulentwicklung. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie und unter welchen Bedingungen Evaluation zur Schulentwicklung beitragen kann. Dabei wird zunächst das Verhältnis von Erziehungswissenschaft auf bildungspolitische Entscheidungen, sowie die mit der Outputorientierung verbundene Neuorientierung des schulischen Bildungsauftrags erläutert, um danach auf die Evaluation als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung einer Schule einzugehen.

2. Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik

2.1 Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik

Das Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik ist als komplex und problematisch zu verstehen. Allgemein kann man davon ausgehen, dass die Erzie- hungswissenschaft der Bildungspolitik zuarbeitet, indem sie wissenschaftliches Wissen produziert, auf dessen Grundlage politische Entscheidungen gefällt werden. Der Erzie- hungswissenschaft wirft man dabei oftmals vor, dass sie praxisfern agiert und die gene- rierten Ergebnisse bildungspolitisch kaum nutzbar sind. Die Bildungspolitik auf der anderen Seite sichert die Durchsetzung politischer Ziele. Demnach hat sie ein geringeres Interesse an den Ergebnissen der Forschung, als an politischer Opportunität, an denen sich die Entscheidungen orientieren (vgl. Stamm 2007, S. 3). Durch die neuen Entwick- lungen im Bildungsbereich kommt der Erhebung und Rückmeldung von Ergebnissen einen zentrale Funktion zu. Die daraus resultierenden Evaluationen als Auftragsfor- schungen sind abhängig von spezifischen Verwendungsinteressen.

Allgemein kann festgehalten werden, dass die Bedeutung erziehungswissenschaft- lichen Wissens in außerwissenschaftlichen Kontexten steigt und auch vermehrt empi- risch untersucht wird. Im Fokus der Betrachtung steht dabei zumeist die Frage, wie das Wissen rezipiert, modifiziert und verwendet werden kann (vgl. ebd., S. 5). Vor allem im Kontext der Schulentwicklung und Schulevaluation wird eine Verknüpfung der For- schungsergebnisse mit bildungspolitischer Rechenschaftslegung angestrebt.

Im Folgenden soll die Diskrepanz zwischen bildungspolitischen Zielen und dem spezifischen Bildungsauftrag der Schule aufgezeigt werden. Im Anschluss daran sollen die Schülerleistungsvergleiche näher betrachtet werden, durch welche diese Entwicklung noch weiter verstärkt wird.

2.2 Der Bildungsauftrag der Schule und Bildungsstandards

Bildung soll unabhängig von Geschlecht oder Herkunft die möglichst gleichen Entwicklungschancen einräumen, so dass jeder Mensch sein Potential vollends entfalten kann (vgl. Stark/Wiezorek 2009, S. 153). Die Schule als Bildungsinstitution hat aber nicht nur Leistungscharakter, sondern zielt gleichsam auch auf die Vermittlung von Werten, Normen und sozialen Kompetenzen, um die zukünftigen Staatsbürger auf das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Man spricht dabei vom Bildungs- und Erzie- hungsauftrag der Schule (vgl. ebd.). In der aktuellen bildungspolitischen Diskussion wird aber vor allem auf leistungsbezogene Kriterien eingegangen. Die daraus resultie- renden Reformbemühungen manifestieren sich in der Implementierung von Bildungs- standards, der erweiterten Selbständigkeit der Schulen und vor allem in der Sicherstel- lung von Lernerfolgen durch interne und externe Evaluationen (vgl. Fend 2000, S. 64f.). Hier zeigt sich, dass Leistungsvergleichsstudien wie etwa PISA1 weitreichende Konse- quenzen auf bildungspolitische Entscheidungen haben. Den Bildungsstandards kommt dabei eine besondere Rolle zu, dienen sie doch sowohl als Orientierung, als auch zur Überprüfung von Leistungsvorgaben. Dieser Fakt bekräftigt nochmals die Feststellung, dass die derzeitigen bildungspolitischen Entscheidungen die fachlichen Qualifikationen als vorrangig erachten. Fraglich ist, ob die Schulen diese Diskrepanz zwischen Bil- dungsstandards und ihrer Verpflichtung eine möglichst breite Persönlichkeitsentwick- lung der Schüler zu gewährleisten, bewältigen können. Sind doch die Bildungsstandards durch die KMK von oben verordnet und erscheinen als „magische Zauberformel für eine künftige Sicherheit“ (Ackermann 2004, S. 26). Es besteht ein grundsätzlicher Un- terschied darin, diagnostizierten Lerndefiziten mit Fördermaßnahmen zu begegnen oder aber wissen zu wollen, wie diese überhaupt entstehen, um sie zukünftig vermeiden zu können.

[...]


1 Programme for International Student Assessment

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Qualitätsentwicklung von Schulen durch Evaluation
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V188915
ISBN (eBook)
9783656127499
ISBN (Buch)
9783656128540
Dateigröße
741 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitätsentwicklung, Evaluation, Schule, Bildungspolitik, Schulentwicklung, Bildungsstandards
Arbeit zitieren
Thomas Lauszus (Autor), 2011, Qualitätsentwicklung von Schulen durch Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188915

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