Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Lese-Rechtschreibstörung - Im Fokus: Migrantenkinder und deren Schwierigkeiten

Title: Lese-Rechtschreibstörung - Im Fokus: Migrantenkinder und deren Schwierigkeiten

Seminar Paper , 2010 , 24 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Bettina Kruckenberg (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

„Lesen ist für den Geist das, was Gymnastik für den Körper ist.“

Zu Problemen kommt es in der Schullaufbahn und dem weiteren Lebensweg immer dann, wenn diese geistige Gymnastik nicht ausreichend funktioniert und somit eine Lese-und Rechtschreibstörung vorhanden ist. Im deutschen Bildungssystem gibt es zum momentanen Stand große Schwierigkeiten, da die Leistungen der Schüler sich entweder auffällig am oberen oder am unteren Leistungsniveau orientieren. Problematischer sind hierbei mehr die schlechteren Leistungen, unter denen häufig viele Kinder mit einer Lese-und Rechtschreibstörung zu finden sind. So ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich beim Lesen und Schreiben auf den hinteren Rängen zurückbleibt. Zusätzlich ist es bei diesen schlechten Leistungen auffällig, dass es immer häufiger Kinder mit Migrationshintergrund sind, die an einer Lese- und Rechtschreibstörung leiden, da diese am Rande des Gesellschaft sozialisiert und nicht vollständig integriert werden.2
Zum aktuellen Zeitpunkt ist in Deutschland bei etwa „4% aller Kinder mit einer Lese- Rechtschreibstörung zu rechnen. Dabei sind Jungen etwa dreimal häufiger als Mädchen betroffen.“3 Trotz dieser konkreten Zahl bleibt es schwierig, die Häufigkeit einer LRS4 genau anzugeben, da die Grenze zum Normalbereich fließend ist. Die Ursachen liegen nicht erst in der eigentlichen Schullaufbahn, in der die Schwierigkeiten auftreten, sondern bereits viel früher, denn nur noch knapp jedes zweite Kind mit Migrationshintergrund besucht eine Institution frühkindlicher Bildung.5 Für die Kinder mit Migrationshintergrund, die eine Lese- und Rechtschreibstörung aufweisen und keine spezifische und individuelle Förderung erhalten, ist es nahezu unmöglich, eine gehobene Schullaufbahn zu absolvieren oder einen qualifizierenden Bildungsabschluss zu erzielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition Lese- und Rechtschreibstörung

3. Die allgemeinen Ursachen einer Lese-Rechtschreibstörung

3.1. Die Ursachen einer Lese-Rechtschreibstörung bei Migrantenkindern

4. Die Entwicklung von Lesen und Schreiben bei Migrantenkindern

4.1. Das phonetische Problem beim Lese- und Schreiberwerb

4.2. Das Wortschatzproblem beim Lese-Schreiberwerb

4.3. Das Grammatikproblem beim Lese-Schreiberweb

4.4. Das Motivationsproblem beim Lese-Schreiberwerb

5. Die Diagnose von Lese-Rechtschreibstörungen

5.1. Diagnostische Arbeit an Schulen bei Kindern mit Migrationshintergrund

6. Die Förderung von Lese-Rechtschreibstörungen bei Kindern mit Migrationshintergrund

6.1. Die Förderung der phonetischen Bewusstheit der Migrantenkinder

6.2. Die Förderung des phonetischen Schreibens der Migrantenkinder

6.3. Die Förderung des Wortbildlernens der Migrantenkindern

7. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen von Kindern mit Migrationshintergrund beim Erlernen von Lesen und Schreiben unter der Bedingung einer Lese-Rechtschreibstörung. Ziel ist es, Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnose sowie effektive Förderstrategien aufzuzeigen, um diesen Kindern eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen.

  • Spezifische Lernschwierigkeiten bei Migrantenkindern
  • Phonetische, lexikalische und grammatikalische Hürden
  • Diagnostische Verfahren und Förderdiagnostik im schulischen Kontext
  • Methoden der individuellen Lese- und Rechtschreibförderung
  • Die Bedeutung der frühkindlichen Bildung und Integration

Auszug aus dem Buch

4.2. Das Wortschatzproblem beim Lese-Schreiberwerb

Das Grundproblem für Kinder mit Migrationshintergrund liegt darin, dass sie in ihrer Leseentwicklung Wörter lesen müssen, deren Bedeutung sie nicht kennen. Ihnen fehlt die „Identifikation der Wortbedeutung.“

Für diese Kinder ist es zum Beispiel unglaublich schwer, bei s-Lauten eine Differenzierung der verschiedenen Aussprachen eines /s/ vorzunehmen. Sie wissen nicht, ob das /s/ stimmhaft wie bei /S/äge oder stimmlos wie bei Bu/s/ gelesen wird. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse entstehen zusätzlich Probleme bei G-Spirantisierungen am Wortende oder bei der Bestimmung von Silbenenden. „Kompetente Leseanfänger entwerfen in aller Regel in einer frühen Phase des Lesenlernens mehrere Hypothesen über das zu erlesende Wort und entscheiden sich aufgrund des Kontexts und aus Basis ihres Wortschatzes für die eine oder andere Wortvariante.“ Im Gegensatz dazu fehlt Kindern mit Migrationshintergrund eben diese Fähigkeit, Hypothesen über Wortvarianten aufzustellen.

Die größte Schwierigkeit am Wortschatzproblem ist folgendes: Dadurch, dass die Kinder mit Migrationshintergrund im Kindergarten einen alltäglichen Wortschatz anlegen und ihn gebrauchen, fällt in eben diesen Situationen nicht auf, dass sie grundsätzlich ein Wortschatzproblem haben. Dazu müsste in den Kindergärten und anderen Institutionen aktiv eine strukturierte Wortschatzarbeit mit Migrationskindern durchgeführt werden.

Auch in den späteren Phasen der Leseentwicklung ist der Einfluss des Wortschatzproblems wahrscheinlich, denn ein Leser mit Wortschatzproblemen kann die oben genannten Hypothesen nicht aufstellen und ist damit gezwungen, viel genauer zu lesen, und das kostet mehr Zeit. Durch das fehlende Wissen um die Bedeutung von Wörtern können der eigentliche Inhalt oder die Textinformationen nicht erschlossen werden. Durch diese Schwierigkeiten kommt es zu fortlaufenden Problemen im Schreiberwerb, denn nicht bekannte Wörter lassen sich nur schwer bildlich einprägen, um sie anschließend in einem korrekten Wortbild beim Schreiben abzurufen. Dadurch entwickelt sich der Wortbildspeicher von Migrantenkindern viel langsamer oder bleibt unter Umständen dauerhaft kleiner. Aus all diesen kleinen Problemen entstehen am Ende der Kette gravierende Probleme bei der Rechtschreibung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Relevanz der Lesekompetenz als geistige Gymnastik und die besonderen Schwierigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund innerhalb des deutschen Bildungssystems.

2. Begriffsdefinition Lese- und Rechtschreibstörung: Das Kapitel definiert Legasthenie als umschriebene Teilleistungsstörung, die unabhängig von Intelligenzminderung oder unzureichender Beschulung auftritt.

3. Die allgemeinen Ursachen einer Lese-Rechtschreibstörung: Es werden genetische, biologische und psychosoziale Faktoren beleuchtet, wobei spezifisch auf die Entwicklungsverzögerungen bei Migrantenkindern eingegangen wird.

4. Die Entwicklung von Lesen und Schreiben bei Migrantenkindern: Dieses Kapitel erläutert die typischen Barrieren für Kinder mit Migrationshintergrund, insbesondere in den Bereichen Phonetik, Wortschatz, Grammatik und Lernmotivation.

5. Die Diagnose von Lese-Rechtschreibstörungen: Hier wird die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnostik betont und die förderdiagnostische Arbeit an Schulen mittels Beobachtung und Fehleranalyse beschrieben.

6. Die Förderung von Lese-Rechtschreibstörungen bei Kindern mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt stellt verschiedene Fördermethoden vor, darunter das Training der phonetischen Bewusstheit, des phonetischen Schreibens und des Wortbildlernens.

7. Ausblick: Der Ausblick unterstreicht die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Institutionen, um allen Kindern die gleichen Bildungschancen gemäß Grundgesetz zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Lese-Rechtschreibstörung, LRS, Migrantenkinder, Migrationshintergrund, Lesekompetenz, Schriftspracherwerb, Förderdiagnostik, phonetische Bewusstheit, Wortschatzproblem, Bildungsabschluss, Integrationshürde, Deutschunterricht, Sprachförderung, Alphabetisierung, Schullaufbahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) bei Kindern mit Migrationshintergrund und untersucht, wie diese spezielle Gruppe im deutschen Bildungssystem bei der Schriftsprachentwicklung unterstützt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen der Störung, den spezifischen Problemen beim Spracherwerb von Migrantenkindern, diagnostischen Vorgehensweisen in Schulen sowie konkreten pädagogischen Fördermöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erarbeiten, ab wann eine Diagnose sinnvoll ist, welche diagnostischen Parameter bei Migrantenkindern wichtig sind und wie eine effektive, individuelle Förderung gestaltet werden kann, um eine gelungene Integration in den Schulalltag zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur, PISA-Studien und fachdidaktischen Konzepten zur Förderdiagnostik und Legasthenie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die phonetischen, lexikalischen, grammatikalischen und motivationalen Probleme detailliert analysiert und anschließend Methoden wie die Förderung der phonetischen Bewusstheit und das Wortbildlernen erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lese-Rechtschreibstörung, Migrationshintergrund, Förderdiagnostik, phonetische Bewusstheit, Schriftspracherwerb und individuelle Bildungsförderung.

Welche Rolle spielt der familiäre Hintergrund für den Schulerfolg laut der Analyse?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Sprache in der Familie und der Besuch vorschulischer Einrichtungen entscheidende Faktoren sind, da ein fehlender Erstkontakt mit der deutschen Sprache vor der Schule den Lernaufwand für Migrantenkinder massiv erhöht.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose bei Kindern mit Migrationshintergrund besonders wichtig?

Eine frühe Diagnose ist essenziell, um Folgeschäden wie Leistungsängste, psychosomatische Symptome oder den Ausschluss von einem qualifizierenden Bildungsabschluss zu verhindern und die LRS-Schwäche rechtzeitig auszugleichen.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Lese-Rechtschreibstörung - Im Fokus: Migrantenkinder und deren Schwierigkeiten
College
Karlsruhe University of Education
Grade
1,5
Author
Bettina Kruckenberg (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V189165
ISBN (eBook)
9783656131182
ISBN (Book)
9783656132998
Language
German
Tags
Leserechtschreibschwäche Migrationshintergrund Migrantenkinder Leserechtschreibstörung Entwicklung von Lesen und Schreiben phonetisches Problem Wortschatzproblem Grammatikproblem Motivationsproblem Diagnose Förderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kruckenberg (Author), 2010, Lese-Rechtschreibstörung - Im Fokus: Migrantenkinder und deren Schwierigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189165
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint